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Homo-Globalensis & LIMITISMUS / Pera (griech.) - die Grenze

 Bandbreitenkapitalismuss 

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http://bundesrecht.juris.de/index.html + http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen.html 

Bandbreitendenken als politische Denkstruktur und Handlungsmaßstab

Vom ökonomischen `Existenzmaximum´ und über das Vertrauen in die kosmischen Entfernungen als Hausgut des Lebens für das Wissen um die global/lokal-funktionalen Bandbreiten und die kommunikativen Strukturen in kollektiven wie privaten Handlungskontexten    schön und gut,  ...   

`Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir[Zitat aus Immanuel Kants "Kritik der praktischen Vernunft" 1788, zu finden am Anfang des Beschluss] Auch Grabinschrift Kants (1724 - 1804) in Königsberg.

Ja, ein weit bekanntes Kant-Zitat.

Diese beiden Richtungen mögen für Kant, anders als für andere, etwa für mich, möglicherweise unterschiedliches bedeutet haben, so empfinde ich doch angesichts der schieren unendlich anmutenden Größe und Ausdehnung des Universums, zwar meine Kleinheit und vermeintliche Unbedeutendheit. So hat es aber auch einen Moment für sich, der mich oder auch einen anderen Beobachter dieser Unermesslichkeit eine Art Vertrauen empfinden lässt. Denn was, frage ich, soll man sich fürchten, angesichts dieser Ausdehnung? Da liegt es eher im Bereich einer rationalen Annahme sich keine unnützen Gedanken zu machen und sich gut aufgehoben zu wähnen an einem Orte, um den sich dann wiederum zu kümmern wäre, entsprechend der Verantwortungslogik für den Handlungsort [Erde] im Rahmen der Grenzen des Handlungsortes [Erde]. Der Standpunkt: was geht mich die Welt an, wird verworfen. Die Kläranlagen laufen und müssen laufen. Wer sich da, trotz allem Wissen darum, desinteressiert zeigt, ist gesellschaftlich nicht ernst zu nehmen und kann nicht sinnvoll mitreden, muss schlimmstenfalls sogar von der Gesellschaft abgewehrt und in seinem Tun unterbunden werden. Gesellschaft muss sich organisieren um bestimmte Infrastrukturen aufbauen und aufrechterhalten zu können. So können sich nicht etwa die rund 81,75 (2 / 2010) Mio. Einwohner Deutschlands in der Natur körperliche Erleichterung verschaffen oder ihren Müll aufs Geratewohl in den Straßen verteilen etc. ... Nun, entgegen der vermeintlichen Unbedeutendheit angesichts des Alls, die Degradierung zum unbedeutend Sandkorn, hat man nach Innen doch moralisch die Oberhand und alle Größe - wenn man denn diese wahr zunehmen gedenkt und man sich nicht vom eigenen Gehirn austricksen lässt, d.h. seine Entscheidungen nicht auf Affekte gründet, vielmehr seine Affekte gegen die gewählten ethischen Grundprinzipien abwägt, und nur solche Entscheidungen passieren lässt, zur Ausführung gelangen lässt, die diesem genügen. Man kann natürlich auch moralisch-ethisch ein Sandkorn bleiben, dessen einziger Unnutz in seinem störenden Einflusse auf die Reibungslosigkeit des notwendig moralischen Handelns zwecks Welterhalts und Weltvorankommens besteht. Sandkorn verwehe oder sammle dich auf Spielwiesen zum Strande, aber halte dich aus der Mitentscheidung heraus - oder wandle dich, ja, wandle dich.

Erdkruste> Lithosphäre (Gestein) / Hydrosphäre (Wasser)  / Atmosphäre > Biosphäre > Soziosphäre > Infosphäre & Kommunikation

Bandbreitensinn + die Selbst-Reinigung des Kapitalismus

... es geht hier also auch um Kapitalismuskritik und die Rolle der Individuen, der Zivilgesellschaft(en), des Staates, sowie der Staatenwelt.

- GOLDENE BALANCEN -

- evolutionäre Tiefenstruktur -

der Grün/Blaue Bereich ///

by  TedinSkiebe@web.de 

Für Leopold, Valéry, Willy + Noelo & Ingalls / + Mary Kingsley + l.b.n.l. J. Beuys      

Über das nicht-private Maß des Möglichen + den Sinn des Ganzen (http://www.limitismus.de Stand: 11 / 2011)  

 


 

! Um die Verlinkung nutzen zu können sollte die Seite gegebenenfalls separat neu geöffnet werden: www.limitismus.de

Zum Hinweis: die kontinuierlichen Ergänzungen und Veränderungen werden teils jeweils für eine Zeit rot dargestellt, verwandeln sich dann blau und gehen in abschließender Runde schließlich schwarz und mittig gesetzt in den Text ein, so dass man den Gang der Arbeit ein wenig beobachten und kritisieren kann. Mögliche Fremdbeiträge sowie Zitate sind zumeist lila gefärbt. Einige grüne Stellen wandern kontinuierlich durch den Text und markieren die Passagen, an denen ich gerade war oder bin oder außer Zweifel normalhin erneut einzusetzen gedenke. Um in der Online-Version ein schnelleres Verstehen von benutzten Begriffen und angesprochenen Sachverhalten zu ermöglichen, arbeite ich mit Verlinkung ins Internet.


Kapitel: Vorfelde Limitismus . Begriffsgeschichte . 1. Einleitung . Limits . Politologie*. Kommunikation . Begriff . 5 . Relevanzsystem I. . L. als Theorie . int. Krisenherde . Menschheit . Kapitalismuskritik . Grenzen . L. & Moral . 12 . Biosphärenpolitik . Generationenpolitik . Bandbreitenkapitalismus . Online-Demokratie . Arbeitsvolumen . Existenzmaximum . Zusammensicht . Roots . PLOS-Projekt* . Ergebnis . Fußnoten  //  Oneliner   * zusätzl. Glied.

Thema: Der in der liberalen Tradition wurzelnde kapitalismus- und steuerungstheoretische politische Versuchsbegriff `Limitismus´ (`sozial-ökologischer Bandbreitenkapitalismus´), das PLOS-Projekt (Planet Live on Screen), Deutschland, die EU und die Weltgesellschaft.

Untersuchungsziel: Darstellung und Klärung eines politischen Begriffs und eines weltgesellschaftlich-politischen Symbols / Ortung und Wertung seiner Bedingungen, Möglichkeiten und Restriktionen.  Allgemeine Betrachtungen.

 

Im Vorfelde: Dieser Text bedarf natürlich Überarbeitung, gründlicher Umstrukturierung und Ergänzung. Er ist im Stadium der Ansammlung. Der Autor weiß, dass er teils undeutlich, teils redundant einherschreibt. Meine jedoch auch, eine Richtung gewählt zu haben, mit welcher zumindest ich mich selbst zunehmend gut zu identifizieren meine. Wie weit der Autor in der Lage ist, diese Gedankenkost werden zu lassen, kann derzeit nicht gesagt werden. Bin guten Mutes, außer Frage. Sagen kann ich, dass ich daran weiterarbeiten werde.

Zuallererst: Viel, aber längst nicht nur Wiederholendes wird sich finden, manches wird länger unklar bleiben; es ist teils notwendig ein Versuch des Schreibens im Nebel. Ich meine zwar, bzw. die möglichen und dann genannten Neu-Text liefernden Mitautoren meinen insgesamt richtig zu liegen, aber es kann nicht behauptet werden, dass sich unser Limitismus auch für jeden Letzten ersichtlich trefflich begründen ließe. Wer sich nun also nicht an dem ungeordneten Vorbereitungscharakter des Textes stören möchte, wird und kann ihn als Steinbruch oder Mosaik lesen - oder, falls eben nicht, besser erst mal gar nicht :-)

Die hier von mir gewählte Sprache, soll in erster Linie mich selbst zufrieden gestimmt halten. Denn denke ich, mich selbst zu verstehen, mag es sich ergeben, dass mich auch andere, einige von diesen zumindest [mögliche Sinn-Multiplikatoren also], ebenfalls leicht oder leichter nachvollziehen können. Dieser Text ist offen, lässt hoffen, und befindet sich in Dauerkorrektur! Ich schreibe nicht, weil ich der große geistreiche Überflieger und/oder noch auch ein wie immer gearteter Zampano bin. Nein, ich schöpfe aus Mittelmaß bei großer Bereitschaft und Unbedingtheit dabei zwar zügelstark, richtungstreu, doch wohlwollend zu sein; ermangele manchem Vermögen, kann nicht immer zufriedenstellend jeden hyperkomplexen Informationsfaden ganz aufrollen, noch mich leicht zu sehr in teils auch wichtige Details begeben. Werde mal näher, mal mit mehr Abstand betrachten. Einzig, will auch nicht nur schauen und mich verwundert geben. Drum geht das Bemühen meines gemochten Denkvermögens dahin, eine Haltung zu verdeutlichen, Angebote vorzulegen, und meinem Sinnen und Denk-Gefühlen zu versuchen passende Worte zu verleihen.

Nun richtig, das Geschriebene wird regelmäßig erweitert, redigiert, zusammengekürzt und fortgesetzt. So bleibt zwar bis auf Weiteres noch vermeintlich wirrer und ungeordneter Stoff enthalten. Trivialitäts- und besonders Redundanzverdacht bleiben, wie man schon jetzt oder bald mitbekommt, berechtigt. Amüsieren Sie sich ruhig; aber dieses Viertel-Chaos dient doch dazu, Gedanken zu sammeln, zu ordnen und miteinander in Bezüge zu setzen. Ein loser Orientierungs-, bzw. Kernfaden wird die Gesamtarbeit dabei hoffentlich durchziehen. Jede(r) geneigte Leser(in) kann auf seine/ihre Kosten kommen. Des weiteren ist jeder kritische Geist eingeladen, Textbeiträge zum hier vertretenen Limitismus-Paradigma beizusteuern, als auch inhaltlich korrigierend einzugreifen. Und schließlich nun ist zu sagen: es ist nicht leicht, gegen herrschende Interessen sowie allgemeine Wunschvorstellungen anzuschreiben, nichtsdestotrotz soll es auch mit dieser Schrift versucht sein. Und ich bleibe derweil im Verdacht, beim Versuch Kapitalismus [in all seinen zeitgenössischen Varianten] auf Limitismus upzudaten, ein Angeirrter zu sein. Wer das meint, soll meinen!

Wäre die Welt schon ein wenig anders eingerichtet, wäre es für mich leichter zu schweigen. Da sie es nicht ist, versuche ich mich politisch zu äußern. Auf die Weise, wie ich es tue und es vermag; denn so ist es authentisch. Sicherlich spielt Forschungsneugier eine große Rolle. Ich bin neugierig auf die anhand von Daten und Überlegungen vorgestellte Beobachtung der Entwicklung der Gesellschaft(en) in beiden Zeitrichtungen. Evolutionärer Optimismus (Position der beständigen konstruktiven Veränderbarkeit durch Notwendigkeit oder Einsicht, und Reifewerdung der Menschheit im historischen Prozess) ist meine Feder, sonst würde ich schweigen. Wo kein Sinn möglich ist, ist auch keine Handlung notwendig. Das textliche Bemühen stellt somit eine kleine Dienstleistung an uns Menschen dar - sozusagen.

Nichts ist trauriger, als irgendwann resümieren zu müssen, nicht versucht zu haben, was man versuchen wollte und hätte versuchen können. Seine Stimme einzubringen, auch wenn sie überhört werden sollte. Ich äußere mich, weil ich, bei allen vielen hier eingesetzten Sätzen, die mir gefallen mögen, hoffe, doch aber auch einige hervorzubringen, einige so zu sagen, dass sie für Leser ganz Information und deutliche Anregung sein können, keine Wiederholung. Und wenn Wiederholung (Das inhaltlich Meiste hier ist zweifelsfrei Bündelung von mehr oder weniger Bekanntem. Wiederholung ist auch didaktisches Mittel. `Repetitio est mater studiorum´ - Wiederholung ist die Mutter der Studien [Cassiodorus, tätig im 6. Jh.]), dann als Einstieg zu eben diesem anvisierten PLUS, das mir auch der LIM zu sein scheint. Lediglich Seiten füllen ist nicht mein Anliegen. Sie gehören einfach dazu, sonst könnte ich gar nichts sagen.

Könnte man es mit Liedern tun, auch dieses wollte ich wagen. Z.B. mit: Oldsong.mp3 (soft), Don`t Let A Single Soul Down.mp3 (not so soft) oder Future Song.mp3 (not so soft).

So soll der Text die Vorstellung eben eines bestimmten Denkens nahe bringen, genährt an der eigenen und fremder Beobachtung der Welt und ihrer (Welt)Gesellschaft(en). Sein Gesamtsinn zeigt sich im Gesamtbetracht der Arbeit. Sonst wäre es zu einfach, für die, an die ich mich, neben allen anderen, im Besonderen wende - die Gesellschaftswissenschaften. Denn es werden neben den leichter zu verstehenden limitistischen Grundprinzipien Konkretisierungen vorgebracht für Institutionen, Gesetze und Verfahren, Alltagsleben und Freizeit. Dennoch ist es primär in dieser Form kein akademischer Text, sondern für den interessierten Menschen allgemein gedacht, der trotz aller gezeigten Ignoranz, die ihn auch ausmacht, doch der Mehrheitstyp unter uns Menschen sein dürfte; meine Erfahrung mit Menschen sagt mir das.

Wer nun denn etwas mit freundlicher Sprache, Gesellschaftsanalyse und politischer Philosophie anfangen kann, wer den Planeten mag, der Schöpfung nicht misstrauen möchte: für den schreibe ich. Und für alle, die es nach der Lektüre selber klarer und begabter formulieren könnten. Inspiriere ich diese allein, ohne vielleicht hier und dort auch mit genügend Tiefe und Klarheit meine Thesen und Analysen selbst dargebracht zu haben - bis auf weiteres -, dann ist dennoch das Ziel konstruktiv zu sein erreicht, und ich kann an das Nächste und zurück zur Vertiefung.

Um abzutragen, trage ich auf.

offenes Arbeits-Manuskript von TedinSkiebe@web.de 

 


Kapitel 1

Limitismus / Limitism / Limitisme / Limitismo

Begriffe sind noch keine Theorien, aber bei vorhandenem Sinn-Potential deren Kristallisationskerne. Begriffe können methodisch verwendet werden. Wenn durch einen Begriff möglichst punktgenauer Informations-Output und plausible Anschlussfähigkeit geleistet wird, ist er als vorläufig tragfähig zu erachten. Mann kann ihn mit Weiterungen verknüpfen und Hypothesen bilden. Man kann ihn zunächst nutzen zur Zeiteinsparung. Denn mit seiner Definition und weiten Verbreitung ist bekannt, was er deutlich meint und was er nicht meint. Er ist in Vermittlung eine umfassend angereicherte Kommunikations-Markierung. Eine Differenz. Eine komprimierte Idee. Ein Hafen: Ziel und Ausgangspunkt, sowie Schutzort und Ruheplatz. So wird bei verstandenen Begriffen auch die implizite und theoretisch dargestellte Gewichtung der inkludierten Inhalte automatisch als mitgedacht erfasst. Auf der Ebene des Begriffes mit ihm und an ihm arbeiten ist seine Einladung. Die Aussagekraft liegt auch in seiner Unmissverständlichkeit ohne Zeitverzug. Er dient der Debatte und lebt und belebt intellektuell mit seinem Gebrauche und seiner Wirkung. Er ist eine gedankliche Weichenstellung. Was ein Begriff aufweist, über das kann man kommunizieren. Was kommuniziert werden kann, kann wirksame Folgen haben. Was nicht terminologisch zusammengefasst wird, kann nicht optimal im Zusammenhang verstanden werden, sondern bedarf zusätzlicher ans Begriffs-Wort gestellter näherer attributiver Ergänzungen. Insofern bringen Entwicklungen Begriffe hervor. Der LIM–Begriff ist erst einmal eine Vereinfachung durch Zusammenfassung, eine Komplexität reduzierende Bündelung an Aussagen, ein Richtungshinweis. Ein Diskursangebot.[1]


[1] Die Erfindung des Autos mag als erhellendes Bild dienen. Aus vielen einzelnen Teilen zusammen gesetzt, vereinfacht es den Transport. Und ich muss nicht alle Einzelteile nennen, die sowieso kaum einer alle aufzählen könnte. Nein, man braucht nur Auto sagen und alle, die Auto kennen, wissen fortan, was grundsätzlich darunter alles zu verstehen wäre, worin sein Zweck, seine Vorteile bestehen. Man denke genauso gut an den Unterschied zwischen einem User einer Software und dem Programmierer einer solchen. Die Dinge zu handhaben ist etwas ungleich anderes, als sie zu entwickeln, zu bauen oder zu reparieren. So ist es zwar recht leicht, den LIM-Begriff zu verstehen, aber doch kompliziert, ihn erst einmal zu ausführlicher Darstellung zu bringen, seine Vorteile und notwendige Berechtigung herauszustellen, seine impliziten Vermutungen mit Plausibilität zu untermauern.

LIM-Definition im Kontext der Differenz: Reichtum/Armut

LIM ist ein Versuchsbegriff, das Angebot zu einem Leitbegriff für ein gesellschaftliches, korporatives + privatrechtliches Handeln, welches sich in den besonders systemhomogenen Kontexten der liberalen Staaten der OECD–Welt (im Kern die reichen Industriestaaten) und der im Anschluss daran zu nennenden WTO-Ebene (World Trade Organization umfasst über dreiviertel aller Staaten [157 von 193 UN anerkannten Staaten] und über 95 % der Weltbevölkerung), an einer wohldefinierten, im ökologisch-biosphärischen Sinne nachhaltigen, rein regenerativen Wirtschaftsweise einer besonderen Form einer ("sozial-globalen") grünen Marktwirtschaft orientiert // einer Art sozial-ökologischem Bandbreitenkapitalismus. [Die Zielvorstellung hier] Bandbreitenkapitalismus / Limitismus lässt das individualisierte und globalisierte + grundsätzlich fürwahr bejahte kapitalistische Gewinnstreben nur innerhalb einer neu und teils erstmalig zu bestimmenden `Bandbreite´, eben innerhalb eines Limits – aktiv fördernd gelten.  Sog. Grenzverletzungen aus der Bandbreite heraus, also Überschreitungen eines wohldefinierten, durchaus historisch und örtlich variierenden, in der (welt)gesellschaftlichen Debatte zu findenden Quantums an jeweiligen Dingen und Rechten jeglicher privaten oder sonstigen juristischen Personen, werden nach bestimmten Mechanismen (internationales Privatrecht > Erbrecht / intern. Kartellrecht / allg. Vermögensübertragungsrechte / Stiftungswesen ...) regelnd fiskalisch abgeschöpft. Nach Regeln, die noch aufzustellen sind. Diese Mittel werden dann an anderer globaler Stelle systemisch konstruktiv-distributiv freigesetzt. Dabei sind ein Zweckgebundenheitsprinzip aber auch die Partizipationsrechte des `limitistischen Lassers´ (etwa der Erblasser im Vorfelde oder der/die Erbe/n ex post) an der Redistribution vorstellbar + prinzipiell mit zu definierenden Einschränkungen begrüßenswert. Konkret könnte dies in welt-institutioneller Ausformung „eines biosphärisch-sozialen Markt-, Menschen-, Eigentums- und Völkerrechts“, konkret im internationalen Privatrecht zur Bildung eines internationalen Stiftungswesens der Zusammenarbeit und Entwicklung etc. münden. Stichwort hier: internationale Gesetzesharmonisierungen in den entsprechenden Feldern. Limitismus ist die Absage an Hyperarmut (und nur diese) + replikatorischen Hyperreichtum (und nur diesen, bzw. vor allem erst einmal das replikatorische Moment an diesem) aus vornehmlich spieltheoretisch-logischen gesamt(welt)gesellschaftlichen Gründen heraus. Moralisch-ethische und naturrechtliche Argumentationsunterstützung bleibt dabei einzusetzen gleichauf legitim. Es geht um fühlende Wesen. Jeder hat, oder sollte sie haben: Rechte und Pflichten.

Der in der liberalen Tradition wurzelnde kapitalismus- und gesellschaftstheoretische politische Versuchsbegriff Limitismus stellt eine Kapitalismuskritik dar..., es geht ihm um ... Bandbreitensinn /  Frequenz- und Felddenken / Kommunikations-Gravitationen, Zeitgeistgravitation + Massenmedien [... also wie oft taucht bestimmtes Denken, tauchen bestimmte Gedanken im Gesellschaftsfeld auf?], allgemein auch zentral um Demokratieentwicklung, Demokratieeinführung, Demokratievertiefung.

`Metaphern haben jedoch mit Interpretationen die Eigenschaft gemeinsam,
dass sie weder wahr noch falsch sind; sie sind lediglich entweder 
nützlich, nutzlos oder irreführend
.´ (Heinz v. Foerster *1911 - 2002 / Grandseigneur der Kybernetik) 

Hoffe entsprechend mit dem hier vorgestellten Bandbreitendenken + Bandbreitenkapitalismus nicht in die Irre zu führen, oder etwas zurückhaltender formuliert: zu gehen.

Kybernetik   >  Hypertext-Lexikon    

LIM bedeutet etwa z.B. die Befürwortung eines in der Regel in der Höhe begrenzten maximalen legitimen persönlichen Startkapitals. Materiell begründetes gesellschaftliches Prestige [Distinktion] definiert sich im LIM ab einem Punkt X nicht mehr über die Anzahl der Millionen oder - immer häufiger und absurderweise - Milliarden an US-$ oder z.B. -Eigenvermögen, sondern in der Anwendungsbereitschaft, diese Mittel nachvollziehbar konstruktiv an jeweiligen Orten tätig werden zu lassen. Kultureller Applaus den Taten + weniger dem Haben. Vermögenshalbierer wanted ! (Vgl. `The Giving Pledge´-Initiative oder z.B. www.hurrawirtilgen.de) Bandbreitenverteilungs-Paradigma. Hinter den innergesellschaftlichen und vor allem auch weltweiten so sinnwidrigen, weil kontraproduktiven, wahrscheinlich insgesamt kontraproduktiven Verteilungsauswüchsen liegt der liberal-neuzeitliche, wissenschaftsgewandelte und technikgetriebene, kapitalistische Großepochen-Geist. Nicht, dass man einem Einzelnen, einer Einzelnen, einer Gruppe, nicht gönnen würde. Das politisch instrumentalisierte angeblich mundtot machende Neid-Argument gegen die vermeintlichen Sozialneider trifft einen Limitisten in keinster Weise. Ich sehe mich als solchen, und bin nicht neidisch - schon gar nicht auf Höchstsummen. Limitisten sind nicht neidisch, wir sind entsetzt über die Gier der Zigfachsatten, bzw. die tumbe Ignoranz und nicht gesellschaftliche Verantwortung übernehmen wollende Selbstherrlichkeit eines bestimmten nicht raren Menschentyps unter den faktisch Zahlungskräftigen. Und wären diese kapitalistischen Akkumulationsstaus, so nenne ich es mal, nicht gesamtgesellschaftlich und globalgesellschaftlich wahrscheinlich nachweislich in ihrer Wirkung suboptimal, könnte es einem tatsächlich reichlich egal sein. Diesen Nachweis der Suboptimalität von Vermögensabsurditäten, aber auch Einkommensauswüchsen in kleinerer Münze, zu unterstützen, ist anzusteuerndes Ziel dieser Schrift.

Etwas Offensichtliches in eine empirisch fundierte Beweisform zu bringen kann schwer sein. Man nehme die Quadratur des Kreises. Jeder, der aus einem Seil, welches in Kreisform gelegt, nun ein flächeninhaltsgleiches Quadrat bilden möchte, weiß, dass es, qua Seillegung, geht, aber wie nur mit Lineal und Zirkel [unmöglich] bewerkstelligen? Und das war ja die Aufgabe der antiken Geometer. [Der dt. Mathematiker Ferdinand v. Lindemann hat den Beweis der Unmöglichkeit solch eines Vorhabens dann 1882 erbringen können, bekannt als Lindemann-Weierstraß Theorem. Karl Weierstraß, glaube ich gelesen zu haben, hat damals als erster Lindemanns Beweis überprüft und für richtig erklärt. David Hilbert legte relativ bald darauf einen vereinfachten Beweis nach.] Nun, um in diesem Bild zu bleiben, der Kapitalismus à la mode, der zeitgenössische Kapitalismus, verlangt - personifizieren wir etwas begrifflich Abstraktes hier einmal - einen nobelpreisreifen Beweis dafür, dass er in seiner sozial entkoppelten Grenzenlosigkeit zu kleineren nachhaltigen Gesamtgewinnen führt, bevor er sich `freiwillig´ wandeln lässt - Bandbreitenkapitalismus wird. Angebot und Nachfrage Beziehungen nach Gütern, der Markt nun löst allein ohne Rahmensteuerung bekanntlich jeweils teils nur ungenügend [Marktversagen]. Ohne Spielregeln kein Spiel. Ohne chancenfaire Regeln kein faires Spiel. Damit gilt schon mal, dass, egal wie frei man Kapitalismus haben und denken möchte, es schon immer auch um seine Zähmung, sein Zaumzeug und die ihn beherrschende politische Zügelkraft zu gehen hat. Der Punkt ist allemal, dass die gegenwärtigen Spielregeln nicht ausreichend sind für das Vorhaben der Etablierung einer modernen tiefsozial-fairen und ökologisch erfolgreichen Gesellschaft. Wenn wir etwa auf unsere Gesellschaft schauen, kann man natürlich mit Recht behaupten, dass es so übel nicht bestellt sein kann. Ja, alles könnte selbstverständlich viel schlechter organisiert und verteilt sein, aber dass ist kein Grund das Ziel einer offenen, sozial-hochfairen und ökologisch erfolgreichen Gesellschaft aus den Augen zu verlieren, oder auch nur das Tempo in ihre Richtung hin zu vermindern, da es ja ohnehin eher inkrementalistisch [in kleinsten Schritten] denn flott zu geht. Also handelt es sich um eine politisch-kulturelle Frage, ob wir eine limitistische Gesellschaftsordnung etablieren. Die Ökonomie ist dabei Argumentgeber.

  Mittelanhäufung und Kapital-Übertragbarkeit brauchen nach limitistischer Auffassung ihren systemisch ausgereiftesten Rahmen um (welt)gesellschaftlichen Fairnessbehauptungen gerecht werden zu können. Die Annäherung des zeitgenössischen Kapitalismus, des Nach-Oben-Prinzipiell-Offenens, ist mir da zu ungenau. Ist einem limitistischen Bandbreitendenken axiomatisch zu ungenau. Kapital-Anhäufungswettbewerbe schaden ohne gesellschaftlich-redistributive Rückverankerung dem Allgemeinwohl in materieller sowie mentaler Weise, und diese schaden der Biosphäre - wahrscheinlich bis offensichtlich. Dennoch, man darf sich nicht vertun, LIM betreibt keine Gleichmacherei, sondern bespricht und zielt auf einen balancierten Rahmen, zielt auf die Goldenen Balancen und konstruktiven Ungleichgewichte.

Systemfrage !

Stichwort: Existenzmaximum / Einkommenskappung / / Stiftungspflicht

These: [Super-]Reichtum ist zu begrenzen, gleiches gilt für die Armut und Chancenlosigkeit. Einkommensdisparitäten sind in die rechten Proportionen zurückzuführen. Sie, die Angeführten, also die Einkommensungleichgewichte, sind zu begrenzen [nach oben, nach unten] wie auch die politische Macht in den Demokratien eindeutig begrenzt ist und begrenzt wurde. Wie auch die Freiheit des Individuums zu handeln durch die Rechtsordnung relativiert/limitiert wird. Eine Nichtbegrenzung führt zu suboptimaler ökonomischer gesamt(welt)gesellschaftlichen Entwicklung und moralisch-ethischen Desaster. Ferner sind die Kapitalzugriffsmöglichkeiten für die `durchschnittlichen´ Menschen zu erweitern. [zyklisches Recht auf zinsfreies Starter-Darlehen oder freie Kapitalgabe in bestimmter Höhe]

Satz 1: Gesellschaftliche Armut ist langfristig nicht durch gesellschaftlichen Reichtum an anderer Stelle zu rechtfertigen.

Satz 2: Ein eigentlich auf limitistisch legitime Weise weiterwachsender privater Superreichtum fängt in einem Land da an, wo der Staat ohne Schulden dasteht, bzw. eine definierte Schuldengrenze [Verhältnis der kumulierten Staatsschulden zum BIP] nicht überschreitet. Und dann gibt es ja noch die Staatenwelt. Da es etwa unter den nunmehr 34 OECD-Staaten außer Australien, Estland und Luxemburg keine gibt, die eine Staatsschuldquote haben, die unter 20 % des BIPs liegt [Deutschland 73 % 2009], ist es an der Zeit, Vermögenssteigerungen und -verlagerungen, die allein vorhandenem Superreichtum mehren, mit einem Moratorium zu belegen, bzw. diesem Verwendungsverpflichtungen aufzuerlegen. 

Kein Superreicher wird aus der Kategorie Superreichtum herausfallen, aber reicher wird er erst mal nicht mehr, denn wem nützt es?! Mehr noch, wem alles schadet es?!!

In Deutschland gibt es manche schuldenfreie Gemeinden. Ein Blick auf die Daten der OECD (2010) zeigt, dass es den schuldenfreien Staat derzeit unter ihren Mitgliedern nicht gibt. Für den EU-Euro-Raum gelten die sogenannten Maastricht-Kriterien [die vier EU-Konvergenzkriterien von 1992], laut denen die Gesamtverschuldung eines Staates 60 % des BIP [Bruttoinlandprodukt] nicht übersteigen soll. Im Zuge der Finanzkrise haben schon 11 Euro-Staaten sowie das EU-UK diese Marge 2009 knapp bis deutlich überschritten.

Schuldenfreie Staaten finden sich kaum. In Krisenzeiten, wenn sich der Staat verschuldet, sollte privater Reichtum nicht zulässig über einen Punkt x hinauswachsen können. (Keynes – antizyklische ... Surplus) Aber es gibt sie, die schuldenfreien Staaten, bzw. fast schuldenfreie, bzw. sich dem Problem stellende, weil dort z.B. eine Schuldenbremse herrscht - in der verschuldeten Schweiz zum Beispiel seit 2003 in Kraft. Lichtenstein hat wohl keine Schulden. `Norwegen hat[zwar Staatsschulden – 50-60 % des BIP (~ 276,5 Mrd. US-Dollar) -, aber es hat gleichzeitig] einen guten Teil seiner Öleinkünfte nämlich nicht wie Venezuela in kurzfristige Sozial-Almosen oder fadenscheinige Infrastruktur gesteckt, sondern in einen mittlerweile 400 Milliarden US-$ schweren Staatsfonds investiert, der vor allem zukünftigen Generationen zugute kommen soll. 1990 wurde der damalige Ölfonds gegründet, der bis heute die direkten Einnahmen aus der Erdölförderung aufnimmt.´ [Wirtschaftsblatt, 23. April 2010] Schuldner leiden unter Machtverlust. Die geringste aufgeführte öffentliche Verschuldung findet sich nach der CIA The World Factbook Schätzung in Mozambique mit 3,7 % des BIP (2009), die höchste dagegen im Nachbarstaat Simbabwe mit 282 % (2009), gefolgt von Japan mit 189 % (2009).

Es wird deutlich, was für ein politischer Verteilungs- und Begrenzungskampf, was für eine politische Verteilungs- und Begrenzungsdebatte auf internationaler Ebene vor uns liegt. Was Limitisten vor haben ist allerdings nicht ultrafern-utopisch – und man darf sich das auch nicht einreden lassen. Es bedarf demokratisch erzielter Entscheidungen in vielen Ländern, mehr nicht, aber auch nicht weniger. Dass viele Staaten keine Demokratien sind, vereinfacht das Vorhaben sicherlich nicht.

Satz 3: Superreichtum, man kann auch sagen Hyperreichtum [im Sinne von: über ein sinnvolles Maß an Reichtum hinaus gehend] kann logisch kein Geburtsfund, Geburtsrecht, sein - Unübertragbarkeitsprinzip. Ist er jedoch ein Geburtsfund, wird also als solcher als legitim erachtet, spricht daraus die Willkürlichkeit oder eine unschlüssige und nicht hinterfragbare Familien- oder Karma-Logik - dazu die Vokabel: Begründbarkeitsprinzip. Was nicht mittels nachvollziehbarer Plausibilität begründet werden kann, kann auch keine allgemeine Geltung für sich beanspruchen.

Satz 4: Mit der Debatte darüber kann man in jedem Lande beginnen, um es in den internationalen Raum hineinzutragen. 

Satz 5:  Was für die politische Macht gilt, gilt auch für die ökonomische Macht. Konzern-, Banken-, Versicherungs- und Kapitalgesellschaftsgrößen müssen begrenzt werden.

Satz 6:  LIM ist volkswirtschaftliches Balancendenken, dem sich das betriebswirtschaftliche nachordnet.

`Das Gerechte ist ungewiss´ [Ralf Dahrendorf: `Die Deutsche Frage´ 7. 10. 1965 im SDR] Gut, aber: Das Ungerechte ist offensichtlich ! Kann man heute klipp und klar sagen.

Aus gesamtbiosphärischer Sicht: solange noch irgend jemand in der Welt verhungert, hat es auch damit zu tun, dass Eine/r, der/die es sich hätte leicht leisten können (in den betroffenen Staaten selber oder international), keine Zahlung getätigt hat, sich nicht ausreichend eingesetzt hat. Zuerst schaue ich da auf die Staatenfamilie selbst, dann aber auch schon gleich auf die Hundertmillionen-€[$...]-Millionäre + die derzeit weltweit mehr als 1000 Milliardäre (ein mehr als gefährlicher Unsinn!). Aber auch auf die leicht überbezahlten mittleren Chargen. Und wenn dieses Zuviel mit Ignoranz gegenüber den eigentlichen Erfordernissen der maßhaltenden Veränderungen in eins daherkommt, kann etwas nicht stimmig sein und bedarf offener Kritik.

Die Staaten dabei haben, wie wir gelernt haben, selbst oft immense selbst Schulden! Und die haben sie auch, weil ihnen nicht wirklich vergolten wird, was sie als Friedens- und Gestaltungsrahmen leisten und an Vorlage geben - Frieden (idealerweise), Infrastruktur, Bildung, Rechtssicherheit etc. - alles idealerweise. Überall das Klagelied gegen zu hohe Staatsquoten, Steuern, Abgaben, staatliche Zugriffe, überall der Brutto-Ärger [was einem alles `weggenommen´ wird] und die Netto-Ignoranz [mit was man sich nicht auseinandersetzen möchte, was man nicht anerkennen will]. Als wäre selbstverständlich, dass wir natürlich in Mehrheit immer noch vermeintlich zu wenig hätten. Doch das ist nicht ausgemacht, muss vielmehr verworfen werden, wir haben oftmals wahrlich genug und sollten ablassen mit Brutto-Argumenten Netto-Unruhe zu züchten und auch damit wieder Aufmerksamkeitspotentiale zu vergeuden. 

Selbstverständlich hat die vom `Bündnis für Arbeit´ (1995/96) dereinst noch unter Helmut Kohls Kanzlerschaft proklamierte und unter Rot-Grün (`Agenda 2010´ 2003/05) ebenso gewünschte Lohnzurückhaltung - und seither gepflegt eben solche - zu Reallohneinbußen und einer stagnierenden Inlandkonsumnachfrage geführt, vor allem auch zum Entstehen eines ungeheuerlichen Lohnniedrigsektors am Arbeitsmarkt. Die von dieser Lohndrückerei Betroffenen fallen ohne Zweifel selbstverständlich nicht in die eben angesprochene Kategorie derjenigen, die alle zwischen unglaublich zuviel verdienend/habend bis ein klein wenig zuviel verdienend zu verorten wären.

Satz 7: Arbeitszeit ist Lebenszeit. Und die Lebenszeit eines Jeden und einer Jeden ist erst einmal gleichviel wert. Von daher gibt es schon einmal kein naturlogisches Recht grundsätzlich Arbeit, die immer nur in der Zeit zu leisten ist, zu gering zu entlohnen. Das würdige Einkommen ist der Beginn nicht das Ziel von Verteilungs- und Lohnpolitik.

Gut, Staaten haben Schulden, weil sie es zulassen Schulden zu generieren. Weil sie sich selber ein fragwürdiges Steuer- und Finanzrecht geschrieben haben. Weil sie sich von der (Finanz)Kapitalseite nicht holen, was ihnen zusteht. Weil sie in Steuerwettbewerben mit anderen Staaten um die Ansiedelung von Unternehmen liegen; und in Folge mit richtigen, zumindest nachvollziehbaren Gründen von solchen potentiell `wandernden´ Firmen weniger Steuerleistungen meinen einfordern glauben zu können, als kassen-optimalerweise von Nöten wäre. Weil sie aufgrund eben einer ungenügenden internationalen Harmonisierungspolitik, als auch mangelnder nationaler Wirtschafts-, Einkommens- und Arbeitsverteilungspolitik `den´ Staatssäckel mit den von ihm aufzubringenden Transferleistungen überbelasten. Weil sie von der Staatenfamilie nicht wert-fair beziffert werden. Auch weil sie korrupt sind. Weil sie teure Kriege führen oder fragwürdig hohe oder fragwürdig gelagerte [ausgerichtete] Rüstung betreiben. Weil ein international vernetztes kurzfristiges Kapital-ist-Alles-Denken vor nachhaltiger Logik und, ja, naturrechtlicher Anständigkeit gesetzt wird. Gerade der letzte Satz beschreibt den tiefsten Grund etwa der bisher letzten großen Weltfinanz- und Absatzkrise 2008/2009. Den großen internationalen Ankündigungen, der Finanzbranche (G-20-Gipfel, Basel III, EU-Recht, deutsche Gesetzesveränderungen, freiwillige Veränderungen seitens der Finanzwelt selbst) nun Zügel anzulegen und sie mitverantwortlich ins Boot zu holen, ist weit zu zaghaft oder weitgehend nicht entsprochen worden. Weiterhin kann gezockt werden und der Staat finanziert dieses auch noch mit, indem er etwa Banken in Zeiten von Niedrig-Leitzinsen (z.B. in Bankenkrisenzeiten, Bankenrettungsfondszeiten, Staatsrettungsfondszeiten; EZB-Leitzins ab Mai 2009 bis April 2011 bei 1 % [Stand April 2010: 1,25 %], Tagesgeldzinsen im Okt. 2010 1,10 %, Bundesanleihen mit 10 jähriger Laufzeit erreichen ihren Rekordtiefststand Ende August 2010 mit einer 2,1 % -Verzinsung) Geld von der Zentralbank leiht, welches diese zu höheren Zinsen wieder anlegen können. So simpel betrachtet ein in solchen Fällen glänzendes Geschäft für die einen. Die anderen, die Steuerzahler, zahlen da sinnlos hinterher. Man spricht von `systemrelevanten Banken´ und gibt damit zu, dass sie teils zu groß sind. Warum sollten sie zukünftig auch zukünftig so groß bleiben können?! Hier empfiehlt sich eine limitistische Maximalgröße anzusteuern, so dass wir solche fehlspekuliert habenden Banken eben in Insolvenz gehen lassen können und nicht qua Staatsbürgschaften weiter im Rennen halten.

Es bedarf einer naturrechtlichen Anständigkeit, die den umweltverbundenen Menschen ins Zentrum stellt und nicht das Kapital. Der bekannte gewerkschaftsnahe aber auch über die Parteigrenzen[1] hinweg bejahte Sinninhalt darüber, dass die Ökonomie für den Menschen da zu sein habe und nicht der Mensch für die Ökonomie auszubeuten wäre, also Ökonomie kein Selbstzweck darstelle, sondern dem Wohle der Gesamt(welt)gesellschaft zu dienen habe, fasst es bündig zusammen. Zu ergänzen bleibt immer nur, dass zum Wohle außer Frage auch eine intakte Umwelt und Freiheit hinzuzurechnen sind.


[1] Sozusagen ein wirtschaftspolitischer Grundsatz der Sozialen Marktwirtschaft.

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`Ich bin nun überzeugt, dass der höchste Akt der Vernunft, der, indem sie alle Ideen umfasst, ein ästhetischer Akt ist und dass Wahrheit und Güte nur in der Schönheit verschwistert sind. Der Philosoph muss ebensoviel ästhetische Kraft besitzen als der Dichter. (Aus dem erst von Franz Rosenzweig um 1917 `Das älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus´ genannten zwei Seiten in höchstwahrscheinlich Hegels Handschrift; möglicherweise hat Hegel hier Schelling oder Hölderlin zu Papier gebracht - man weiß es nicht! Jedenfalls studierten alle drei einige wenige Jahre gemeinsam am evangelischen Tübinger Stift. Hegel und Hölderlin zwischen 1788 - ´93. Der 15-Jährige Schelling kam 1790 hinzu.)

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Man muss ein Gespür für die Dinge haben, entwickeln, um den Dingen so nah wie möglich sein zu können.

Kapitel 2   Metaphysik Wille und Welt

Kosmos + Sein

Was der Kosmos ist, oder zeitlinear gesprochen vorhat, weiß ich nicht. Doch als System gedacht, Sinnveranstaltung begriffen, Möglichkeitsrahmen verstanden, wird er meiner Meinung nach wohl daran sein, sich zu verwirklichen, was immer das zunächst heißen mag. Er bringt hervor, wird hervorbringen, was er hervorbringen kann – dafür ist er da. Er wird sein, ist und war immer das [fixierte] beobachtete Produkt seiner [virtuell potentiell unendlichen] Möglichkeiten. Seine Mindestanforderung: die [das] unkristallisierte raumzeitunausgedehnte virtuelle `Allmöglichkeits-Wolke´ [`Allmöglichkeits-Potential´] im Nur(Ur)punkt des Seins. Insofern vorsokratisch parmenidisch gesprochen: letztlich und wirklich gibt es hinter allem Spiel der Vergänglichkeit, verorteten und zeitbezogenen `Realität´, nur das/ein [attributlose/s] Sein.

Ein nicht beobachteter Kosmos ist nicht existent. Es gibt kein bewusstseinsloses kleines, großes noch gigantisches Universum. Bewusstsein ist die Vorraussetzung von Beobachten und Gesamtveranstaltung. Ist auch der Raum und die Zeit geträumt/traumgelebt [Realtraum], so ist es das Bewusstsein als solches nicht – nur seine Rollenemanationen sind es, wo sie es sind und zu welchen Graden sie es sind. Immer! Immer, bis auf den individuell je mehr oder weniger wirkmächtigen authentischen Kern, den alle Bewusstseinsträger mit sich führen, und der sie mit dem `Sein´ an sich verbindet.

Bewusstsein ist eine raum- und zeitunabhängige dimensionale Kategorie, die allerdings Raum und Zeit, also Unterschied(e) hervorbringt, um eine materielle Welt der Unterschiede beobachtbar und bearbeitbar werden zu lassen. Man könnte mit Schmunzeln eingeben: um Geschichten und Spiele möglich werden zu lassen. Und wir sind jeder einzelne von uns Beobachtern und Mitwirkenden potentiell wesentlich mitgestaltende Teile davon, was immer Kosmos ist, was immer Teil ist [quantenholographisch betrachtet]. Das scheint mir keine Frage des Glaubens zu sein! Dieses Phänomen Kosmos dürfte entsprechend unterwegs sein, zeitbeobachtet einen möglichst umfassenden Entwicklungsgang zu durchleben. Wer an diesem Prozess zweifelt, ist in meinen Augen ein Ignorant. Der Kosmos, das Bewusstsein kann nicht daran gehindert werden, sich zu entsprechen.

Vielleicht aber ist das individuelle Leben `nur´ oder vor allem eine Veranstaltung der persönlichen Entwicklung vor dem Hintergrund reiner Staffage - ein Purgatorium, ein Spiel von metaphysischen Wesen, bei eigener Vorabzustimmung oder ohne eine solche, eine reine Illusion (Sanskrit: maya - die Illusion) mit Sinnblitzen erhellt oder ohne Sinn, ein Blindwurf, ein Paradies der Minderheit durchwebt mit dem Leid der anderen.

Im Leben kann man sich und andere treffen - und man trifft und trifft leider/zum Glück nicht - nicht wahr! Den Gedanken, dass man `sich´ nur selber träfe, ohne es zu wissen, lehne ich, so unbeweisbar dieser bleibt, ab. Ich reduziere meine Mitmenschen und sonstigen Mitwesen nicht, ich bin nicht alleine, keiner in irdischer Bandbreite ist es nach räumlich-materialistischer Lesart und faktischer Realität der Außenwelt. Wenn Lebensgrundlage [kosmische/s/r Urprinzip/Urbewusstheit/Urwollen/Urdrang] durch ... na? ... sagen wir, ein selbstgesetztes Prisma ihrerselbst gegangen und sich qua bewusstem oder unbewusstem Akt dadurch aufgefächert hat, ist jeglicher metaphysischer Solipsismus-Gedanke im Hier-Sein obsolet geworden - man ist konfrontiert und hat sich auseinanderzusetzen, zu reagieren, auf ein vielenteils recht unsteuerbares Von-Außen. Der Tropfen ist eben nicht das Meer. Das Meer ist das Meer, es steigt und fällt und verdampft, und wird dann in einigen Jahrhundertmillionen Jahren einmal gewesen sein. Der Tropfen kann einen Unterschied machen, ja, und das Fass zum überlaufen bringen oder durch seine Nichtexistenz dieses davor bewahren.

So gibt es die Welt der Vielfalt, Verschiedenheiten und Vielen, mit all ihrem [Schein]Sinn und [Schein]Unsinn. Sie hat ihre veränderbaren und von einem selbst unveränderbaren Verhältnisse. Und es ist schlüssig sich einzumischen, wo man kann, um `dem´ Sinn zu entsprechen oder einem Scheinsinn zu widersprechen und, wo möglich, Bereinigung zu wagen.

Am Unsinn stapeln sich die Opfer. Und Unsinn lässt zu früh enden.

Es mag zwar seinen Punkt haben, wo sich alle Geister [Bewusstheiten] treffen und ihr egozentrischer Wunsch nach gegenseitiger individueller Unterscheidung im Leben sich flux auflöst, um vielleicht als singuläre Gemeinschaftsenergie einem neuen Kosmos einzuhauchen, in dem sie sich dann erneut versuchen werden, in all ihren Unterscheidungen einen äußersten Blühgarten zu errichten, in Überwindung jener Sandburgentreter, zu welchen sich immer wieder bestimmte Teile [der Teile] selbst reduzieren. Neben der blinden Zerstörungswut und des Zerstörungswerkes aus zweifelhaften Gründen heraus, etwa Gewinnsucht [Exemplarisch genannt hier etwa das widerliche artvernichtende Rhinozerosschlachten einer internationalen mafiösen Hightechwilderei in Südafrika für den z.B. chinesischen oder vietnamesischen Markt mit seinen amoralischen gehirngewaschenen, teils nur wissensfreien, verzweifelten oder auch großkotzigen kaufkräftigen Idioten, die sich empirisch nicht nachgewiesene (Potenz/Heil)Wirkungen des Hornes dieser nunmehr immer selteneren Tiere versprechen. Solange noch jemand 1 Million US-Dollar pro Horn bezahlt, sind auch diese wunderbaren Geschöpfe nicht sicher.], gibt es den konstruktiven Prozess des Ab- und Umbaues.

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Ohne Richtungslust keine Zielmöglichkeit. Ohne Ziel keine bewusste Richtung.

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In den Dimensionen irdischer Vielfalt ist es für Gesellschaften destruktiv, danach zu leben ohne Ziel zu sein, weil es Aufmerksamkeiten reduziert, Verantwortlichkeit negiert. Ohne einen besseren Beweis [ohne mehr Plausibilität] antreten zu können, dass Tun und Unterlassen nicht einerlei sei. Ohne Disziplin an rechter Stelle bleibt nur Stagnation und Rückfall, vorzeitige Vernichtung, weniger Chance auf Wunder. Wer Etwas weit werfen will, muss nicht nur kraftvoll abwerfen, sondern auch gezielt, um möglichst die ideale Flugbahn verwerten zu können. Das vermeintliche `Wunder´ einer sozial hochfairen und hochökologischen Gesellschaft ist in Zeiten ausreichenden Nahrungs- und materiellen Angebots lediglich Produkt ihrer gesellschaftlichen Selbsteinrichtung [Verteilung] und eben kein Wunder und kein Utopia. `Wunder´ sind zwar oft `umsonst´, aber nicht alle sind es! Und die verpatzt man dann.

Maya, `alles´ Illusion, auch dieser Gedanke bleibt unbewiesen, ist jedoch nicht zu ignorieren, will man rundumrational sein. Er widerspricht natürlich den alltäglichen Erfahrungstatsachen. Ich befinde allerdings auch, dass er der weniger konstruktive Gedanke ist, denn er proklamiert in gewisser Weise die Sinnlosigkeit der Gesamtveranstaltung Erde in Bezug auf den Einzelnen und seine Bereitschaft am Ganzen zu wirken. Die Frage stellt sich, weshalb man für die atomare Abrüstung oder die universellen Menschenrechte, den Naturerhalt, die Biodiversität, eintreten sollte, wenn es möglicherweise doch für die Gewinnung des eigene Heils – wenn es so etwas denn gibt [warum auch nicht!?] - ausreicht, im eigenen Leben klar zu kommen, ohne zu hinterfragen, was das eigene Tun und Unterlassen für Leute auf der anderen Seite des Globus, oder in der selben Stadt, für Folgen in sich trägt? Man spätestens dann zynisch und desinteressiert werden könnte, sobald man die irdischen Weltvorgänge als unwichtig erachtet, mit sinnlosem Traumcharakter behaftet. Es ist bequem sich darauf einzulassen, man könnte ja ansonsten darauf kommen, dass man selbst dazu beiträgt, dass gewisse Dinge sich so langsam entwickeln oder gar ausbleiben. Daher mag zwar `alles´ Illusion sein, aber eben doch nicht ohne jenen berühmten `Rest´, der von der Regel auf die Ausnahme verweist. Wer sich nicht um andere kümmert, die er nicht kennt, kümmert sich nicht ausreichend um sich selbst, den er/sie schon vermeintlich/faktisch ein wenig bis deutlich besser kennt. Ob ein Einzelindividuum das nun bejaht ist irrelevant, die Gesellschaft(en) hat/haben es proaktiv zu beherzigen, da hier gezeigte Ignoranz auf sie selber zurückfällt und sie damit widerlegt. Es geht hierbei nicht um triefende Moral, es betrifft allein den langfristigen Selbsterhalt und die Gesundheit des menschlichen Geistes, zu dem eine intakte Umwelt und eine sozial hochfaire Gesellschaftsordnung zwingend hinzuzuzählen sind. Die Weltveranstaltung kann ja nur einen Sinn haben, wenn sie ihn hat. Und wenn sie ihn hat, ein Limitist geht davon aus, dann kommt man um gesamtverantwortliches Handeln allein schon einmal aus ästhetischen Gründen nicht herum, will man nicht zu kurz treten.

Gut, wer die Existenz subjektiv als sinnlos erachtet, dem ist vielleicht noch per Stoffwechseltherapie und qua neuen Freunden zu helfen. Allgemein jedoch dürstet es uns Menschen nach Sinn. Warum? Warum sehnen wir uns nach Geborgenheit oder Abenteuer? Weil es das alles gibt, so wie es den objektiven Sinn einer rational langfristig reflektierenden Kollektivveranstaltung gibt, sich samt seiner Lebensgrundlage selbst zu erhalten. Und darin hapert es noch gewaltig. Wir sind abgelenkt durch die Unsicherheiten dieser Welt, die Konsumwünsche, den Karriere- und Statuswettbewerb oder sonstige Fremdmanipulationen und Projektionen [Selbsthineinlegungen]. Insofern stellt Limitismus immer auch die Aufforderung dar, die langfristige Perspektive einzunehmen. Im Zweifel lieber Sinn hinzuzudichten, als selbstzerstörerischen Unsinn gewähren zu lassen, wo er nicht im Privaten verbleibt.

Ist man auch nur vorübergehend zur komplexen Lebensform materialisierter Sternenstaub, bleibt selbstzufriedene zynische Skepsis und Relativierung (`ich kann mir Relativieren und Skepsis leisten´ - mein Kühlschrank ist voll usw.) doch ein unappetitlicher Hohn. Mehr noch davon, wenn solch eine Lebensform schon vor einem andauernden Versuch mitzutun das eigene Gewissen zu entlasten `hat´ - der innere Reflex der Verneinung, das Mich-geht-es-nichts-an und das Ich-habe-damit-nichts-zu-tun. Es wäre elendig und trüge einzig der tristen Vereinzelung Nahrung zu; wenn auch nicht bemerkbar für einen selbst (denkt der Bergkönig und die Bergkönigin). Sich auf die Vermutung zu berufen, das irdische Dasein sei ohne kollektiven Belang, das Nachbarland zu weit weg, der Verwandte nur in der eigenen Not verstrickt, gerät zur sozialdarwinistischen Menschenverachtung. Irgendwo wird man sich ja entscheiden müssen – immer wieder aufs Neue -, ob man zuschaut, wenn Milliarden von Menschen einfach so darben und verdorren. Man hält eine dieses hinnehmende Ansicht ja nur aus, wenn man sich als etwas besseres und kalt wähnt, sonst wäre Mensch Mensch, und man hölfe und förderte frei heraus. Einverstanden, jedem kann man nicht helfen, wer hilft dem Nächsten? Was tust du für die kommende Semantik, den heraufziehenden Zeitgeist, von dem noch nicht klar ist, ob er Einsicht oder weiterhin Bandbreiten verfehlende Absicht postulieren wird, ohne Sinn für den unnötigen Kampf der anderen bleibt oder sich der Logik und Fairness öffnet?

Weltuninteressiertheit vergrößert das Leid innerhalb dieses `Traumes´ – wenn es denn ein Traum ist.

Leben ist damit, eingebettet in den Vorgang Kosmos, sprich, des für uns relevanten und erkannten Teiles einer gemutmaßten umfassenderen transzendenten/höherdimensionalen Realität, eine Folge an Sinnproduktionen und Sinnbeobachtungen/Sinnfestellungen hin zur unterstellten maximalen Entfaltung des Ganzen.

Auch wenn er, der Sinn, nicht deutlich hervortritt und in der Tiefenstruktur geborgen bleibt (z.B. mögliche tatsächliche Karma-Vorgänge; z.B. noch eine Runde tiefer im Vorgeschöpflichen und Außerbegrifflichen). Vieles dürfte wohl dennoch leicht Unsinn genannt werden, was so passiert; bei einem selbst zuweilen und in der `äußeren´ Welt. Nun, auch Spaß ist sinnig, sonst ist er keiner. Das nur nebenbei! Doch eine Art Pest-Party schützt vorm Ende nicht. Sie zu früh anzusetzen ist eine Unsinnstat. Wenn mehr zu tun bleibt als Vogel-Strauß zu mimen, soll man alles tun.

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Gleichwohl, Ignoranten / Narren braucht es auch im Rahmen der Vielfalt, sie haben ihren bestimmten Sinn. Wenn auch Illusion, so doch sinnbehaftet. Die Tiefenstruktur des Seins hat auch sie ermöglicht - sie sind und sie sind sinnvoll. Nur, wo sind sie es nicht mehr, wann (zeitlich) sind sie es nicht mehr? `Ein freundlich Narr zur rechten Stund macht schwarz zu weiß und weiß zu bunt´. Allein, sie dürfen nicht für uns politisch verantwortlich sein, ihre gesellschaftliche Macht muss umhegt, klar eingebunden und im Zweifel begrenzt sein. Muss, wenn wir weiter wollen zur umfassenden Entfaltung unserer Welt-Zivilisation(en). Ansonsten ist `muss´ Apfelmus ;-). Was will, das muss und wird, wenn es kann.

Destruktivität jedoch nun, die sich verhindern ließe, jedoch nicht verhindert wird, ist kein Sinnprodukt, sie ist Unsinn und verhindert Entfaltung und kann zumindest als ein Umweg gekennzeichnet werden. Ich tue es, selbst wenn dieser Umweg als solcher nicht in allen Fällen wahr genommen werden kann. Destruktivität (die nicht konstruktive Verwandlung des einen in das andere, sondern eine Zerstörung ohne Plan und vor allem mit Opfern) ist etwas, dass aufhält und im günstigeren Falle nur Zeit kostet, im ungünstigsten die Entwicklung vorzeitig völlig abbrechen lässt, ohne die Möglichkeit eines Neuansatzes - das Aus.

Gibt es genug Zeit für Sinnproduktion, kann aus Unsinn, `Rauschen´ (das Nicht-Wissen und Nicht-Erkennen, auch das Ignorieren, oder die sinnlose Wiederholung unter den Wiederholungen / Redundanz), durch geringste Differenzen/Anlässe Information werden - auch Ignoranz hat ihre Grenze.

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LIM beschreibt die Welt als Binnenraum gegebener und möglicher Erkenntnis. Außerhalb der Erkenntnis und -fähigkeit liegt all das, worüber sich nichts letztbeweiskräftiges sagen lässt, bestenfalls logisch-hypothetisch anzunähern ist. Über Bandbreitendenken als logisch-induktiven/logisch-deduktiven Zugang kann Neu-Erkenntnis in die Welt, in den Kontext-, Beobachtungs- und Kommunikationsraum, unsere Weltrealität eintreten. Der Punkt mit solcherart Spekulationslogik  ist, dass man das Pferd bekanntlich auch von hinten aufzäumen kann – also falsch. Hinzu kommt, dass mit `invertierter´ Logik auch gerne oft [alles geht nicht an einem Ort, zu einer Zeit, in einem Universum] genauso das Gegenteil vertreten, bzw. der Hauptfokus je nach Interesselage ausgerichtet werden kann. So können wir uns z.B. auf eine Staatsschuldendiskussionen kaprizieren oder auf Privatguthabenbetrachtungen verlegen [Die Schulden der einen Seite sind das Guthaben der anderen Seite]. Nun, bündige Logik und Logikfehler sind nicht immer leicht zu unterscheiden. Ich bin mir dabei sicher auch hier und da danebenzuliegen, logisch zu überziehen und (un)logisch abzustürzen, gewiss. Ohne logisch ausgerichtetes Denken, ob schwacher oder starker Natur, logische Analogieanstrengungen, lichtvolle Bildnisse, ist es jedenfalls schwer Ideen argumentativ zu fundieren. Wenn eine Welt aus einem vermeintlichen Nichts, quasi Fastnichts, einem Quantenvakuum heraus entstehen kann, dann bedarf eine richtige Idee auch nicht mehr als ihren Grundkern, um zur Wirksamkeit bereit zu sein, ohne schlüssig widerlegt werden zu können. Deshalb ist die uralte Grunderkenntnis der Bandbreiteneinhaltung für gutes Zieltreffen, Gelingen und beste Zukunftsaussicht nicht aus dieser existierenden Welt zu bringen. Balancen nun, goldene Bandbreitenräume, Toleranzen, entscheiden über das Werden und Vergehen, über das kürzere oder ausgedehntere Bestehen in der Zeit.

Unsere Welt-Veranstaltung in einem durch Grenzen (begrifflichen Kontext – was wir wissen können, ist Kontextwissen, Relation, empirisch bewährte oder geteilte Vermutung) markierten Zeit-Raum-Materie-Gedanken-Gefüge, in begrenzten Lebensräumen mit begrenzten Ressourcen, bei begrenzter Selbstverwirklichungen der Vielen in den Menschengesellschaften, ist Gegenstand und das Produkt unserer Wahrnehmungs-Interpretationen, kognitiven Voraussetzungen, und deren privat-individuellen und (welt-)gesellschaftlichen institutionell ausgestalteten Beantwortungen.

Wir erklären uns mittels empirischer und theoretischer Methode allgemein soweit die Welt, wie wir es vermögen. Wissenschaft ist in ihrem Bestand die Einigung auf Empirisches und die Sympathie mit dem Logisch-Theoretischen, aus welchem sich immer wieder auch wiederum neu-empirische Möglichkeiten ergeben. Wissenschaft ist natürlich auch der (Blind)Versuch auf Neues hin. Wer suchet, der findet öfter.

Nun, wichtig ist, dass man/wir innerhalb dieser bisher erzielten Erkenntnissen und Einigung an Weltverständnis (wie etwas funktionieren kann) im biologisch-materiellen und technischen Sinne, tatsächlich von einer Regeln folgenden Erde, Lebensraumwelt und ihren Menschen in ihren Gesellschaften sinnvoll reden kann/können.

Die Welt für eine pure Illusion zu erklären, hieße dagegen: sie nicht recht haben zu wollen, zumindest sich nicht um sie entschieden meinen mitkümmern zu brauchen. Bei einer Illusion ist es immerhin egal, ob ich mich darauf einlasse oder nicht, es wäre einerlei, da eine Illusion im nächsten Moment oder endlich schließlich auch gut eine andere sein könnte. Eine Illusion nur solange eine [volle] Wirkung zu entfalten im Stande ist, solange sie nicht als solche enttarnt ist. Dass eine optische Täuschung auch nach ihrer Offenlegung eine solche bleibt, bedeutet nicht, mit ihr nicht zukünftig anders umgehen zu können.

Eine un-/willkürliche Weltverdichtung zu Raum und Zeit gebundener Wirklichkeit des Mesokosmos, der menschlichen ur-natürlichen Wahrnehmungs- und Lebensbandbreite, auf einem Planeten dessen äußeren und inneren Verhältnisse wiederum in den Bandbreiten für Leben (Nachbarsternentypen; unser Sonnenentyp; Sonnenabstand; Sonnen- und Planetendaten, andere Planeten – vor allem einen äußeren Jupiterartigen zur Erdachsenstabilisierung, und wenn, dann einen Mond bestimmter Massenklasse ...) liegen, die das uns bekannte Leben auf der Erde hervorgebracht haben, und langfristig bestehen lassen. So leben wir als Menschen unsere Lebensspanne auf Erden. Das lässt sich von den Lebenden sagen - ich erwarte in dieser Frage den geringsten Widerspruch. Ich nenne dies die triviale `große geteilte Wahrheit´. Die kleine Wahrheit hingegen kann nur jeder für sich selbst entdecken, sie bleibt Privatsache. Was ist schon wahr an einem Traum/Leben und wie luzide träumt man diesen/dieses?! Wahr ist immer das, womit man sich auseinanderzusetzen hat, woran sich abzuarbeiten ist, worin Entfaltung möglich ist. Im Traume ist der Traum das Wahre. Ob man nun weiß, dass man träumt [luzides Träumen] oder nicht – es bleibt wahre wie auch jeweils immer gelagerte Konfrontation. Es ist demnach nicht von entscheidender Bedeutung was nun `die´ Wahrheit hinter Allem ist – wir bleiben konfrontiert und aufgefordert darauf zu reagieren: aktiv oder passiv. Und je nach dem was wir wollen und vermögen, haben wir zu reagieren.

Man findet seinen Sinn oder leidet an Sinnlosigkeit. Und doch, das private Leben in der realen Wachwelt bleibt gebunden auch an kollektive Vorgänge und Tatsachen, die außerhalb eigener überschaubar zurechenbarer Entscheidungen entstanden oder am entstehen sind. Wer aussteigt, der ist darauf angewiesen die dieses ermöglichenden Verhältnisse vorzufinden.

Dass die Welt einen Sinn birgt oder Sinngedanken trägt, ist ziemlich das gleiche wie, dass ein Mensch für sich selbst Sinn erschafft und zumindest erstrebt. Niemand in einer Gesellschaft kann auf Dauer in sinnlosen Verhältnissen leben und bleibt auf Strukturen angewiesen, die eine sinnvolle Organisation überhaupt erst möglich werden lassen können.

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Gesellschaften nun können sinnvollerweise nur in Wirklichkeitsräumen gedacht werden, denen man eine grundsätzliche räumliche und zeitliche Tatsächlichkeit zuerkennt. Ein etwaiger radikaler Konstruktivismus, der meint alles auflösen zu können und Unterschiede zu weitgehend als Sache des individuellen sozialisierten Bewusstseins behandelt, ohne auch über die theoriefreie konkrete Luft zu sprechen, die man atmet, versteigt sich, weil Entscheidungen, z.B. unterschiedliche politische Entscheidungen und deren praktisch-konkrete Folgen, auch an der Luft erkennbare Unterschiede hervorrufen, die man (gesellschaftlich) zuträglich oder abträglich finden kann bzw. muss. Man labt und stößt sich an dieser Welt.

Wir als Gesellschaften können uns in ihr auf unterschiedliche Weisen einrichten, wobei jede Weise ihren eigenen Zeithorizont an Möglichkeiten aufweist - längerfristig, langfristig und längstfristig -, selbst wenn dieser Horizont  noch nicht zu beobachten ist.

Nur weil wir Welt `hier´ als tatsächlich erfassen, kann man nicht für den Bereich über den man nun gar nichts weiß (das Nachleben und Vorleben, ein Parallelleben, wenn es das gibt) behaupten wollen, dieser sei ohne zumindest potentielle Einwirkung und Bereich. Man kann ohne Anhaltspunkt und Phänomen von Gleichem nur auf Gleiches vermuten.

Wenn wir also hier auf Erden erleben können, wie Naturbalancen sich darstellen, dann sehen wir: je nach klimatischer Möglichkeit, sich eine Artenvielfalt und Fülle ergeben - möglichst gefüllte Muster, genutzte Lebensräume in Vielfalt. Dies scheint das Harmonische, Balancierende, evolutionäre Ergebnis bei guten Bedingungen, damit ein ethisch zu Bejahendes zu sein. Was diese Muster und ihre günstigen Voraussetzungen unnötig [weil verhinderbar] vernichtet, kann daher nicht richtig sein, also kann es dies eher wahrscheinlich auch nicht im transzendentalen Sinne richtig sein. Wir haben uns diese Welt [sei sie virtuell oder nicht] in Fülle zu erhalten, wenn wir sie in Fülle vorgefunden haben – zumindest das. Innerhalb des Rahmens mit dem Rahmen. Bei Nichtwissen [Was ist die Welt?], gilt eben nur ein Gleichheitsprinzip. Wenn man abschließend über Etwas nichts weiß, kann man natürlich nur vermuten. Und setzt doch so an, versteht es zunächst so, wie man an anderer Stelle etwas für sich zur Richtschnur gemacht hat. Man bleibt dicht an den für sich moralisch-ethisch gesetzten Bewertungen und Handlungsaufforderungen. Wir kennen es auch im Recht als: in dubio pro reo (im Zweifel für den Sachverhalt/Angeklagten). Die Unschuldsvermutung bleibt bestehen. 

Etwa `Gott´ als Platzhalter für einen gedachten tatsächlich prä-existierenden Sinn anzusehen, wie auch als Personalisierung für das Unbekannte in allen Bereichen, wenn es denn auftaucht, kann ja auch nicht sinnvoll kritisiert werden, wenn denn daraus keine Zwangsumstände und Bedrückungen für andere resultieren. Sollen sie ihre Feste feiern und im `Glauben´ beisammen sein, sich aber nicht mit ereiferndem missionarischen Anspruch besser oder näher an der `Wahrheit´ oder ausgewählter fühlen. Das wäre alles anmaßend und gänzlich ungerechtfertigter Weise aggressiv – nichts weiter! Nun also, dieser Art Platzhalter wegzukürzen ist logisch nicht legitim. Wir wissen nichts, also auch nicht ob `Gott´ [als bewusst weltschaffende geistig-materielle Universalquelle] existent ist, also gehen wir davon aus, dass es da etwas gibt, so wie es uns gibt. Skepsis spielt mit hinein, aber man kann nicht damit jonglieren, wie es einem gerade passt, ohne Logik und Maß zu verlieren. Man kann allein sagen, dass man das Außerhalb unbearbeitet lässt, das Vermuten und Analogisieren einstellt, sich ganz auf Innerhalb des Rahmens konzentriert und auch so zu `schöpfungsbewahrenden´ und menschenfreundlichen Schlüssen gelangen wird – bei konstruktiver Denke und Handlungsart. Das Nichtwissen aber für eigene (Gruppen)Zwecke gegenüber Anderen destruktiv zu missbrauchen, dass ist zweifelsfrei niedriges Menschentum, Unterdrückermentalität – nicht das normale/hohe/unschwer mögliche -, nichts weiter. Insofern ist Religionskritikern wie Voltaire, dem Baron d`Holbach, Ludwig Feuerbach und wie sie alle hießen, heißen und noch heißen werden, natürlich beizupflichten. Was man wirklich überwinden muss, ist der subtile und gar offene Kampf zwischen den Konfessionen. Und die Unterdrückung und Verängstigung des Menschen durch Angstschürung qua willkürlich deutender Konfession. Die Unterdrückung des Menschen durch den Menschen, etwas, was er besonders gut kann, etwas, was allein über den Weg der Transparenz, Tiefen-Demokratisierung und Bildung [Herzensbildung] zu überwinden ist; unter bleibender Gefahr des Rückfalles, eine nicht enden dürfende prüfende Selbstvergewisserung. Ich achte sicherlich alle `heiligen´ Bücher und habe noch in jedem zur Hand genommenen solchen viel Wertvolles gefunden: Inspiration, Weisheit, tiefe Spiritualität, doch ihr Sklave kann ich nicht sein. Ich bin frei zu entscheiden mir negativ erscheinendes für mich abzulehnen. Augen haben, um es gleich zu sehen und es anders zu sehen. 

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Die Selbsterhaltungshypothese ist auch auf die größte Entität (Einheit), den Kosmos an sich und für sich, anzuwenden!

Also wird die Welt einen Sinn haben, welchem man entsprechen kann, zu dem betont beizutragen möglich ist, welchem man aber auch schaden hinzufügen kann. Allgemein könnte folgendermaßen zu handeln entsprechend sinnvoll sein: wenn ich nicht weiß, wie ich es besser machen kann, dann mache ich so weiter oder lasse es bis zur nächsten Idee. Und wenn's alternativlos welt-vernünftig zu sein scheint, dann bitte zunächst langsam los.

Wie entscheidet sich, dass etwas `welt-vernünftig´ ist? Die Frage soll uns weiter beschäftigen.

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Wenn es Bewusstsein gibt (etwa das menschliche B.), welches sich fragt: was Bewusstsein ist, dann mag es auch ein Bewusstsein geben, das sich fragt, wie es wäre noch weniger davon zu wissen, was Bewusstsein ist. Zwischen beiden sich vergessen und sich finden wollenden Bewusstseinspolen entfaltet sich die beobachtete/beobachtbare Welt nicht nur die der Philosophen.

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Wille / Sinn

Wille kann stehen für: Sklaverei, Ypern [2] und Auschwitz[3]. Als Deutscher fallen mir diese beiden ein. Wille kann ebenso stehen für: Menschenliebe, Völkerfreundschaft, ökonomische und soziale Fairness, Naturverbundenheit, Kunstwerke.



[2] Deutschland beginnt Gaskrieg am 22.4.1915 an der Front von Ypern (Westflandern in Belgien). Fritz Haber hat das Chlorgas, später Senfgas, das auch über die Haut wirkt, entwickelt; 100.000 Tote.

[3] Wer sich vor Augen führen möchte was in deutschen Konzentrationslagern los war, sollte z.B. Eugen Kogon : `Der "SS-Staat"´ (1946) lesen.

Unnötige Destruktivität ist eine reine Destruktivität aufgrund destruktiver Entscheidungen. Diese schaffen Unterschiede, die keinem notwendigen Sachzwang folgen, sondern reiner Willkür entspringen. Vorgänge, die eine Situation, Zustand, Gegebenheit, objektiv [anhaltend] verschlechtern.

Solcherart Entscheidungen repräsentieren einen negativen Willen. Destruktivität schafft im Falle überzeugender Sachzwänge Zumutungen ohne faire Entschädigungen oder das Mögliche als Ausgleich.

Wille manifestiert sich zwischen den beiden Seins-Polen des Vergehens und Entstehens. Der Mensch, die Menschheit, die Menschheit mit und gegen den Menschen, die Natur. Sie trägt es mit in der eigenen Hand, ob sie sich erhält oder schneller oder langsamer selbst vernichten wird; einen ganzen Planeten, mit allen Folgen für sie selbst, möglicherweise vorzeitig veröden lässt. Aber ebenso gut könnte die Weltgesellschaft die sozial-ökologische Kurve zu bewältigen wissen, und dann auch noch durch etwa gebündeltes Zivilisationspotential einer kosmischen Katastrophe, wie es ebenso etwa ein drohender Einschlag eines Allkörpers wäre, technisch entgehen. Könnte! Vielleicht `ist´ der Jetztmensch gerade dafür da, die Biosphäre seines Heimatplaneten zu schützen?! Ein Sinn wäre es - und bestimmt wären wir dazu teilweise in der Lage. Keiner weiß es. Man sucht sich plausible Gründe aus und lebt, denkt und glaubt danach.

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Wenn ein/das Anfangswesen/Grundbewusstsein [wenn es ein solches gibt] in der Grundsituation [wenn es eine solche gibt] wäre, es potentiell alles könnte/wüsste, aber nichts weiter wollte als Bewegung und Chance auf Komplexitätsaufbau, dann entstünde und verginge seinerseits nichts weiter als dieses. Und es blieben dieserseits in Konsequenz daraus doch potentiell mehr als nichts komplexes abspulende Abläufe in ihrem Chaos. Es böte Chance zu sinn-chaotischen, sich umoganisierenden [evolvierenden], selbst- stabilisierenden, endlichen, offenen und nicht offenen Weiterungen einer Welt(en)entfaltung. Es gölte, wenn dieses Subjekt nur beobachten wollte. Es gölte auch bei ewiger Option zu oder erfolgender Umsetzung von willkürlichen Eingriffen. Wofür, da es alles wüsste?! Alles wissen zu können bedeutet eben nur wissen zu können, was man wissen will. Bandbreitenwissen. Einem höchsten Wesen absprechen zu wollen, sozusagen `zwischen-überrascht´ sein zu können, wenn es dieses Vermögen für sich doch wollte, wäre vermessen.

Erwähnen wir mal den Gottesgedanken. Lassen wir ihn mal zumindest kurz zu. Gott, das Urbewusstsein, hat ihm entsprechend alle Rechte, ergo auch das Recht nicht zu wissen, zu vergessen[1], wegzuschauen, abgelenkt zu sein, sich desinteressiert zu geben, woanders zu spielen ... Wir können ihm nicht bewusste Allwissenheit noch bewusste Allanwesenheit befehlen – vielleicht ist er im Urlaub und verzichtet vorübergehend qua Welt auf sein Dasein im Einssein. Was wissen wir schon? Gott ist nicht Sklave unserer Projektionen auf ihn und seine Mannschaft. Zuschauen, beobachten könnte demnach für solche(n) `göttlichen´ Beobachter reizvoll sein - zumindest so reizvoll, wie man einen Film finden kann, der einem sehr gefällt, den man immer mal wieder gerne sieht, aber der einem vom Plot her nicht mehr überraschen wird. Ein Film, der zu gleichen Ergebnissen führt, obwohl die Schauspieler an bestimmten Filmstellen, quasi chaotisch unvorhersehbar, mal von rechts, mal von links ins Bild kommen, andere Texte sprechen, unterschiedliche Kleider tragen, Geschehen in unterschiedlicher Plot-Chronologie sich darstellt, doch kulminierend unweigerlich ins absehbar gleiche Ergebnis läuft. Am Ende ist Ruh`.



[1] Im irdischen Kontext ist das Recht auf Vergessen z.B. auch als der von Politik- und Verbraucherkreisen geforderte Internet-Daten-Radierer erwähnenswert. ; Oberhuber, Nadine: Auf der Suche nach dem Radiergummi. (Faz.Net, 28. Okt. 2009) `Das Gedächtnis kann's, das Internet nicht: Vergessen. Es speichert peinliche Fotos, geheime Bankdaten und Meinungen, für die wir uns längst schämen. Wir müssen es den Rechnern beibringen. Um uns nicht in Daten von gestern zu verzettelnhttp://www.faz.net/s/Rub2F3F4B59BC1F4E6F8AD8A246962CEBCD/Doc~E3AA6655D0A514600BE4EBAB3C2BF5503~ATpl~Ecommon~Scontent.html / Es geht um Persönlichkeitsrechte in Abwägung zum berechtigten öffentlichen Interesse. Daher sind peinliche Unvorsichtigkeiten und Unüberlegtheiten etwas anderes, als etwa ein gesamter Geschichtskomplex wie das Dritte Reich, der Stalinismus, die Kreuzzüge und die kriegerische islamische Expansion, usw. Manche Dinge, Vorfälle, Täter und Taten sind unvergesslich und müssen immer wieder ans Licht gebracht werden, andere kann und sollte man mit Recht vergessen machen können. Was nun ein höheres Wesen mit seinem Wissen macht, bleibt nicht unsere Sache, wenn wir nicht eins mit ihm sind. Ich erwähne das nur, um aus zu engen Gedankenmustern herauszukommen und unserer Gedankenwelt über Welt und Transzendenz Inspiration zuzuführen. Das normalhin auffindbare Denken etwa sieht ja z.B. eine Wiedergeburt, wenn es offen ist für diese Vorstellung, auch als etwas an, dass linear in der Zeit stattfindet. Also nach der Formel: Ich war früher einmal die/der und bin jetzt – wohlgemerkt: historisch danach liegend (!) – der/die/das. Dass so ein `Früher´, allermeist bereits vergessen oder in Kindern schemenhaft aufblitzend, aber auch in der/einer `Zukunft´ gelegen haben kann, gleichzeitig woanders in diesem Universum oder zu irgendeinem Zeitpunkt in einem anderen Universum stattfinden kann, stattgefunden hat, oder überhaupt nur Traum ist, dass kann man sich ruhig einmal klar werden lassen. Mir bekannte Beweise gibt es da nicht. Aber hierin abgelegte geistige Enghorizontigkeit sind förderlich fürs Überlegen auch in anderen Dingen.

 

Nur wenn sich was beobachtet fühlt, wähnt oder vollends beobachtet weiß, reagiert es womöglich/wahrscheinlich mehr oder weniger auf dieses Beobachtet-werden. Beobachtung als Einwirkung. Siehe z.B. Heisenbergsche Unschärferelation.

Da nun niemand genaues weiß, aber viel gemeint, gefühlt und gewähnt wird, ist es tatsächlich so, dass dieses gedachte Anfangswesen einwirkt, ob es nun gerade noch beobachtet oder schon nicht einmal mehr dieses, ob es existent ist, war, sein wird oder nicht. Kurz: solange es gedacht werden kann, gibt es dieses höchste Wesen dergestalt wie gerade eben angedeutet.

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Unterhalb der Metaphysik gibt es keine Metaphysik. Es gibt für soziale Organisations-Systeme nur die natura naturata [die geschaffene Natur], die Welt – wie auch immer beschaffen - ist und fordert Entscheidungen ab. Wir sind hier und kommunizieren über das Hier-sein + Hier-Sein, die Transzendenz ist Privatsache/Kollektivsache, sie beruhigt persönlich mit unterschiedlichen Erfolg, aber regelt nicht verlässlich den Weltalltagssteuerungsbedarf, das, was täglich, minütlich, sekündlich routiniert verwaltet, organisiert, spontan entschieden werden sein will, ob da ein einzelnes Subjekt mit seiner Philosophie zustimmen möchte oder nicht.

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Der Weltveranstaltung genauso viel Sinn wie Unsinn zuzusprechen ist unvernünftig anzunehmen (sinnentleerter Dualismus: mir kann es nur gut gehen, weil es mir oder anderen schlecht geht/ging usw.). Einzig ihr von solchen Spiegelungen unabhängigen Sinn zu zugestehen ist vernünftig (es kann einem gut gehen, ob es einem oder anderen nun schlecht ging/geht oder nicht) und vollständig logisch.

Der schein-gleichberechtigte Gedanke, dass die Welt nichts wert wäre, trägt nicht zu ihrem Fortbestehen bei. Aber die gesunde `Vernunft´ tut alles in ihrem Rahmen, fortbestehen zu können und gegebene Optionen auszuschöpfen.

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Das allgemein Vernünftige ist also erkennbar, als dasjenige, das die weiteste mögliche Zukunft unter den wahrscheinlich aktual geringsten Risiken darzustellen weiß; nicht die potentiell geringsten Risiken.

Da wäre etwa z.B. die Atomkraft, die kann schief gehen, aber was soll an dezentralisierter regenerativen Energiegewinnung im großen Maßstabe schief gehen können, außer dass wir ihr Potential nicht vollständig zu nutzen verstehen? Also ist sie, die regenerative Energiegewinnung, die vernünftigere Art der Energiegewinnung und -verteilung, weil sie nicht gleichzeitig das Risiko (bzw. überhaupt Risiko einer Großkatastrophe, oder zumindest den bisherigen Fakt einer ökologischen Dauer-Großbelastung) mitliefert, unter ihr zu leiden oder zu zerstören. Ich wüsste nicht, weshalb wir überhaupt noch, wenn nicht an wenigen ausgewählten Orten - aus einstweilen legitimen Forschungsgründen - Kernenergie betreiben oder denken sollten; das kommt auch mir schlichtweg unvernünftig vor. Die Laufzeitverlängerungspolitik (Sept. 2010) der Schwarz-Gelben-Koalition ist da kontraproduktiv und in vielen Teilen der Welt hat man ebenso wenig begriffen. Jetzt muss der Klimawandel herhalten, um Argumente für die schlechtere Technologie zu generieren. Man will nicht loslassen.

Genauso wie es nur gut sein kann, den noch rund 10.200 atomare [davon die USA: 5113 einsatzfähig im Mai 2010] Sprengköpfe zählenden hohen Risikoberg weiter einzuschrumpfen. Ganz so, wie es das `Treaty on the Non-Proliferation of Nuclear Weapons´ (Atomwaffensperrvertrag von 1968, in Kraft seit 1970 und mittlerweile (2009) von 188 [Austritt von Nordkorea 2003]) Signatarstaaten unterzeichnet) ja auch vorsieht. Oder erwähnenswert: die bilateralen START-[und SORT] Verträge zwischen den USA und Russland [1991, 1992 nicht in Kraft getreten, 2002, 2010].

Was nutzen mir Wahrscheinlichkeiten, wenn es dann doch passiert? Aber was nicht passieren kann, dass passiert auch nicht, da brauche ich dann keine Wahrscheinlichkeiten. Dieses Testosteron affine `Spiel´ mit dem Feuer hat nichts mit dem Homo globalensis zu tun. Energiegewinnung aus Atommeilern ist bestenfalls als eine zügigst zu überwindende Übergangstechnologie erträglich – wie lange noch??? -, aber überhaupt nicht auf Kosten einer Verschleppung des hoch zu beschleunigenden konsequenten Ausbaus alternativer regenerativer Energiegewinnungsmöglichkeiten und dessen Infrastruktur.

Es mag historisch betrachtet wesentliche legitime Gründe für den Bau der Atombombe gegeben haben, aber es gibt jetzt wesentliche Gründe, das nukleare Unternehmen auf die kleinst-sinnvollste Marge zurück zu führen. Sie liegt, wie jedem normalen Menschen klar ist, außerhalb der Bandbreite für eine generelle noch weit gestreute Anwendung. Selbst die zwei Kriegsabwürfe jeweils einer A-Bombe auf zwei japanische Städte 1945 bleiben in ihrer Form und Ortswahl bis heute in ihrer alternativlosen Notwendigkeit unbedingt kritisch hinterfragbar.

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Ein Waffenarsenal mit tausenden von Sprengköpfen zu führen ist psychotisch entufert und völlig absurd, gleichwohl sehr bezeichnend für den [noch] vorherrschenden Menschentypus. Aber das ist nur ein Beispiel eines auch limitistischen Vernunft-Verständnisses. Die Logik des Lebens und die Vermeidung der Selbstgefahr.

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Es gibt keine a-ethische auf das räumlich-zeitliche Ganze verzichtende Vernunft, wohl aber den vereinzelten Willen von Individuen [Gruppen], Logik a-ethisch zu handhaben. Vernunftsegmente, Teilvernünfte, sind in der Bandbreite der globalen Obervernunft zu halten.

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Funktionsträger kommen und gehen, Masken werden aufgesetzt und fallen, Rollen entwickeln sich dorthin und dahin, werden eingeübt und vergessen, sich funktional tendenziell selbstorganisierende hochkomplexe differenzierte Gesellschaftssysteme richten sich aus. Die Subsysteme und ihre einzelnen Elemente [z.B. Einzelunternehmen in der Wirtschaft] tun das Ihre [nur individuell vermeintlich notwendig Beste, da sie blind für sie nicht betreffendes Kollektives sind], um zu bleiben, um zu sein, um zu größter Ausdehnung, größt möglichen Einfluss zu gelangen.

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Welt

Nun beginnt der Bau der irdischen Welt. Da türmt sie sich auf in ihrer Vielfalt. Komplexität der Lebensformen kocht empor und vergeht. Verweht im Wandel der Veränderungen. Durchläuft, so wissenschaftet es sich in unseren Tagen, Entfaltungsperioden und übersteht Katastrophen. Massensterben. Rappelt sich auf, erholt sich wieder. Gefriert zu Teilen, um sich erneut zu erwärmen. Dann ist da das Homo-Wesen schon eingetreten, hineingesetzt ins Weltenbild, dieses unglaublich lebendige vielgestaltige Großgemälde. Schon immer ein Oh-Wunder-Erlebnis, auch für den menschwerdenden Vor-Verstand. Wunder ist das, was interessant ist und nicht verstanden wird. Der Eintritt des [Selbst/selbst-] reflektierenden Beobachters. Die Früh-Menschheit ist noch der VorUrMensch, Hordenwesen, fluchttierisch Stein- und Ästewerfer, Wurzelkauer, Regenhocker, Grimassenclown. Epochen noch gewaltige Wetterepisoden. Blitze-Donner-Wasserflut und Heißsonnenwaldundsavannentage. Jahrhunderttausende bereits vergangen, wurden und werden Heimstatt erst des Wiederholungsklanges, der kultivierten Ich-Betonung, des Eigennamens [spät], der zunehmenden Ding- und Gegenstandsbezeichnungen, der Du-Anrede, der Aufregung über das Weltgeschehen: `dort draußen in der Wildnis, Schritte nur von hier´. Immer weiter wächst der nützlich als auch schlicht selbsterfreuende Fund an Weltbeschreibungsvokabular und handtuendes Fertigen. Das Sein wächst tief ins Gestern, ins mythologische noch weit entferntere Urvorgestern des All-Anbeginns, wächst auch in die Zukunft hinein, weit voraus über die bloß kommende Saison. Selbst zum Leben nach dem Leben kann man sich verständigen. Träume werden zu Tag-und-Wach-Geschichten, geraten zu Handlungsplänen und göttlichen Aufträgen - und gelangen zur Umsetzung. Empirie, das gute Gedächtnis, hilft dabei und bestätigt und zeigt Wege auf – überraschenderweise, absehbarerweise. Ideen sind kein seltenes Ereignis mehr für Manche. Das ist unser Platz, nicht nur unsere Vorsicht und die schnelle Abwehrreaktion. Erste Muster werden zur Erkenntnis, die tradiert zu Fundament der Folgenden wird.

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Tiere spielen, Raben, Elefanten, Katz und Maus, haben Spaß, nicht anders kennt es der Mensch, wie hart auch sein Metier. Solche Spielpausen braucht jedes Wesen, um durchhalten zu können - in Kälte, Trockenheit und Bedrohung und Nichtwissen. Unter entspannteren klimatischen und allgemein gesicherten Versorgungs-Verhältnissen lebte es sich entsprechend beschwingter und das Wort- und Dingspielen fand mehr Möglichkeiten sich zu kultivieren. Und das Resultat zeigt sich als lohnende Funde: Sprachaufbau und eine Artefakt getriebene Ergebniswelt.

Später dann erwacht der Mythos zu voller Pracht. Und dann, Zentren bilden sich, ein Lob [nicht nur] der agrarisch motivierten Sesshaftigkeit. Der Sprung zum arbeitsteiligen Orte, in die sich entfaltende Grammatik, aus der Mündlichkeit in die Schriftlichkeit hinein, in die Technikinnovationen und Welteinnehmungen. Der Aufgang der Historie, Weltgeschichte, Großreiche. Der Wandel vom Kleingemetzel zum Großkriege. Oh, wie schön die nicht enden wollende Friedenszeit. Nicht für Menschenjäger, nicht für Krieger, Machtauftürmer. Er, der Mensch wird von Wahn und Idee, Liebesanziehung, Freundschaft und dem alltäglichen Bedürfnissen getrieben. Und nur zu oft bleibt bei vielen Menschenwesen die Unsicherheit, ob der Antworten auf die letzten und die ersten Fragen. Besonders, wo die Not so groß oder das Gemüt einsam und leer, der Blick den Feinde sich nähern sieht. Besonders wenn Hochstimmung und Gesprächszeit am Feuer herrscht. Wenn von der Anhöhe ein Weitschauen ins Tal, aufs Land oder übers Meer, im Liegen ein Blick hinauf zum Sonnengelb und Himmelblau, zu Wolkenzug und fernen Sternenraum das Sinnen animiert.


Kapitel 3

Synchronisierung der weltgesellschaftlichen Subsysteme auf das biosphärische Obersystem / Annäherungen an die Grenzen - Evolution als Sinnweg

 

„Hat man sich nicht ringsum vom Meere umgeben gesehen, so hat man keinen Begriff von Welt und von seinem Verhältnis zur Welt. Als Landschaftszeichner hat mir diese große, simple Linie ganz neue Gedanken gegeben." (Goethe über seine Überfahrt nach Palermo, Italienische Reise [Sept. 1786 – Juni 1788])

 

LIM - ist eine Vernunftform, ist Bandbreitenrationalität, die die differenzierten einzelnen Vernunftformen versucht zu integrieren, solange diese nicht gegen die postulierte Bandbreitenvernunft verstoßen. Also es geht um Bandbreitenvernunft. Was ist das? Sie ist eine überwölbende Grundidee, ist Grenzeinhaltungslogik. [vgl. den Abschied der einen Großvernunft in der Moderne und Postmoderne, etwa François Lyotards Aussage vom Ende der großen Erzählungen, usw.]

Insofern ist es mir aber auch nicht leid, erneut, nunmehr als pluralismus-offene Variante, eine überwölbende Grundidee einzubringen. Man kann ja ruhig der Meinung sein, dass es sich dabei nun wieder um eine Meta-Erzählung handeln soll. Denn [bildlich] führen auch die Wege nach Rom, so bedürfen sie doch alle der Richtung dorthin, darin sind sie alle gleich. Wer nach Rom will, wird die entsprechende Richtung nehmen. Wer will, der muss. `Wer will, der tut.´ (P. Dreidoppel) Und wie man sich nun den Weg legt und gestaltet, sei der pluralen Freiheit weitgehend überlassen. Auch Umwegrechte sind dabei vorstellbar? Gut, aber: Umweg darf nicht zum Irrweg werden, es müssten schon Bandbreitenwege sein. Zielführend und Grenzen beachtend.

Wenn die Zivilisationsfamilie bunt und gesund bleiben/werden möchte, muss sie die Grenzeinhaltungslogik affirmieren. In Jedem und Allem, außer im Geiste, denn dort gilt [wie im Traume] die Möglichkeit der Ungebundenheit/Grenzenlosigkeit/Zauberwelt. Egomanische und sonstige überzogenen partikularistischen Zweck-Rationalitäten ohne Bandbreitenbezug fallen aus dem freien Entfaltungsraume heraus, werden zur Un-Norm, zum Unsinn, zur gesellschaftlichen Kontraproduktivität und sind daher nur bedingt tolerierbar. Können nur als Modellvorstellung nur einen Zweck erfüllen – den der Abschreckung. Über die Schwierigkeiten der Filterung solcher Un-Rationalitäten wird zu verhandeln/entscheiden sein - teils von Fall zu Fall, in offensichtlicheren Fällen in subsumierender Form. Immerhin dürfte selbstredend sein, dass etwa die rein Ich-bezogene grenzenlose Maximierungs-Rationalität eines idealtypischerweise niemals ersattenden Homo oeconomicus mit einer dagegen gesetzt kollektiv-fokussierenden Verteilungs- und auf Dauer angelegten, Generationen übergreifenden Erhaltungsrationalität zu einem Ausgleich gebracht werden muss.

Es geht also um Rationalitäten im Bandbreitendenken, gebündelt um eben eine Grenzeinhaltungslogik. Solch eine Grenzeinhaltungslogik verweist darauf, dass Grenzen vorhanden sind. Das ist gewissermaßen trivial, sicherlich, und offensichtlich auch kein neuer Menschheitsgedanke, man denke nur an: Alt-Chinas Philosophie des Maßes und der Mitte - etwa im Taoismus dargestellt in Laotzes Weißheitsaussagen im Tao Te Ching, etwa im Konfuzianismus [Konfuzius; Zisi]. An das: `Maß ist das Beste´ des weisen Tyrannen Kleobulos von Lindos auf Rhodos (regierte um 600 v.). Ebenso an Solon von Athen (~ 640 – 560; wird wie Kleobulos zu den Sieben Weisen Griechenlands gezählt) und dessen: `Nichts zu sehr´. An Buddhas Denken des mittleren Weges zur Überwindung des Leidens [Edler Achtfacher Pfad]. Des griechischen Philosophen Epikurs u.a. `Sophrosyne´ [Besonnenheit, einsichtsgeleitete Gelassenheit]. Die Mäßigung als eine der von Platon vertretenen vier Kardinaltugenden. Oder die entsprechend von Sokrates im platonischen Werk `Symposion´ [~ 380 v.] bedachte apollinische Weisheit und Inschrift des Apollon-Tempels in Delphi: `Nichts im Übermaß´ [medèn ágan]. Wie auch an Aristoteles Nikomachische Ethik. Allgemein steht bei diesen das Einhalten von Maß und Mitte für Einzelindividuum und dann auch Gesellschaft als Metapher für sinnvolle Selbsteinrichtung und Lebensführung. Wer nicht aus dem Exzess herausfindet, geht in ihm unter. Es kann keine ganze Gesellschaft auf Dauer in Extremen bestehen. Wer zu viele Nashörner schießt, rottet sie aus, usw. Die goldene Mitte - `aurea mediocritas´ [`Auream quisquis mediocritatem / diligit tutus caret obsoleti / sordibus tecti, caret invidenda / sobrius aula´] -, der Horaz ein Gedicht gewidmet hat [Carminum II,10], ist somit ein altbekannt guter Berater. All in all: Daidalus besteht, Ikarus vergeht; (fig.) flieg nicht zu hoch, noch zu tief – oben die wachsschmelzende Sonne, unten Pfeile gegen unsere Flucht aus Kreta. In veränderter Sachlage dann auch: `medio tuttissimus ibis´ [Ovid, Metamorphosen, 2, 137 / `In der Mitte gehst du am sichersten.´ Der Sonnengott Sol - griech. Helios - zu seinem Sohn Phaethon, damit dieser mit dem ihm für einen Tag anvertrauten Sonnenwagen nicht Himmel, noch Erde versenge.].

Welt-Klugheit[1]

Bleib nicht auf ebnem Feld!

Steig nicht zu hoch hinaus!   

Am schönsten sieht die Welt

Von halber Höhe aus.

Allerdings kann diese gemeinte Mitte in entwicklungstheoretischer kollektiv-gesellschaftlicher Betrachtungsweise nicht die Mitte der Unbeweglichkeit und der vermeintlichen Sicherheit sein, ein einziges ewiges und ausschließliches Ablaufen bekannter Räume. Sie ist vielmehr zu verstehen als Ausgangspunkt und Rückzugspunkt, als Bestätigungspunkt jeglicher Expeditionen in die Welten des Unbekannten und Extremen, aus denen, will man bestehen, zurückzukehren ist, in welche, will man bestehen, hineinzugehen ist, in Schritten nur, mehr oder weniger einzutauchen wäre, um womöglich neue Möglichkeit oder eindeutige (Selbst-)Gewissheit zu finden, bei aller Gefahr auf Schmerz und Desillusion, die solcherlei Aufstieg/Ausstieg birgt, denn oft und meist, aber eben nicht immer, bleibt das Vorgefundene ein Unbrauchbares, auf Dauer oder schnell gar Schädliches, und erst durch Rückbezug zur Mitte hin wird neuer Morgen möglich. Um erneut hervorzustoßen, um neue Radien zu ermöglichen, heraus aus kulturentwicklungshemmender Mediokrität [Mittelmäßigkeit] und Selbstzerstörung.[2] Aktuelle Beispiele sind die Vielkinderideologien zumal der besonders Religiösen[3] und die in manchen Weltgegenden unglaubliche Benachteiligung der Frauen, genauso, wie der global unverantwortliche Konsumwahn.

Gesellschaft braucht die besten tauglichen Ideen, nicht die mittelmäßigen, denn wo keine Entwicklung nach vorne ist, bleibt Stagnation, zuletzt Niedergang, Fukushima sollte das genug verdeutlicht haben. Das Konzept der Balance, Mitte, Maß und Bandbreite ist daher immer dynamisch zu verstehen, ein regelmäßiges neues Ausloten ist vonnöten.[4] Grenzen bleiben Grenzen, aber sie oszillieren und zeigen sich erst in neuen Gewändern, wenn man sie erkundet. Deshalb wohl beginnt Nietzsches Weltklugheitsgedichtsmetapher mit `Bleib nicht ...´. Und doch muss man die Höhe irgend ermessen, immer wieder neu, um die rechte `halbe´ solche finden zu können. Wer hier Nietzsche richtig verstehen möchte, muss seine Vorgabe eben auch unter der Prämisse der Veränderlichkeit, als lebendiges Konzept verstehen. Sonst ergibt es für mich keinen mir plausibel erscheinenden Sinn. Nietzsche hatte die Höhe und nicht die Mittelmäßigkeit im Sinn, wollte den kulturellen Aufschwung, nicht die häufig antreffbare Borniertheit einer sich erhaben dünkenden bürgerlichen Elite, dann eher die urkräftige Barbarengesundheit des einfachen Volkes. Sein ausgeprägt antidemokratischer Impetus stellt sich erst in seiner späten geistigen Zerfallsphase dar, zuvor sieht er in einer demokratischen Entwicklung durchaus die nötige Unvermeidbarkeit und Vorbedingung individueller Freiheit. Will ihr jedoch nicht gänzlich die Zügel in die Hand gegeben wissen, vielmehr wirklichen Experten, nicht den dafür sich haltenden, Mitentscheidungskompetenz zuerkennen.[5] Und ein schaler uneingebundener aggressiver Nationalismus ist ihm auch zu wenig, keine halbe Höhe auch nur, er ist Europäer, `die Demokratisierung Europas ist unaufhaltbar´, es gelangt zum `europäischen Menschen´.                 



[1] Nietzsche, Friedrich: Scherz, List und Rache. Vorspiel in deutschen Reimen. In: Die fröhliche Wissenschaft. (18821)  

[2] Etwa: das bekannte Beispiel der ökologischen Katastrophe der Bewohner der pazifischen Osterinsel, die den Palmbaumbestand `ihrer´ Insel vernichteten, und damit selbst drastisch an Arten und Bevölkerung verloren.

[3] Kaufmann, Eric: Shall the Religious Inherit the Earth?: Demography and Politics in the Twenty-First Century. (London, 2010)

[4] Vgl. Karl R. Poppers Kritischen Rationalismus.

[5] Ottmann, Henning: Philosophie und Politik bei Nietzsche. (Berlin, 19992, S. 126ff.) ; Siehe Nietzsche, Friedrich: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister. Dem Andenken Voltaires geweiht ... (1878, Aphorismen: 281, 289, 292, 293, 472, 475). „ ... Denn die drei großen Feinde der Unabhängigkeit in jenem dreifachen Sinne sind die Habenichtse, die Reichen und die Parteien. – Ich rede von der Demokratie als von etwas Kommendem. Das, was schon jetzt so heißt, unterscheidet sich von den älteren Regierungsformen allein dadurch, daß es mit neuen Pferden fährt: die Straßen sind noch die alten, und die Räder sind auch noch die alten. – Ist die Gefahr bei diesen Fuhrwerken des Völkerwohls wirklich geringer geworden?“ (293)

 

Nebenbeibemerkt ist ja auch der Unendlichkeitsgedanke eine der Menschheit lange vertraute Gedankenfigur. Nehmen wir dazu das Beispiel des Nikolaus von Kues [1401 - ´64], der, man staune, den zu seiner Zeit noch nicht geborenen Kopernikus [1473 - ´43] in dessen Heliozentrismus quasi gedanklich schon vorab-verwerfend, von der Unendlichkeit des Universums und nicht zählbaren Sonnengestirnen ausging.

Nun, im Irdischen, für uns auf Erden, gilt jedoch das Prinzip Grenze, wir kommen um Pera, griechisch: die Grenze, nicht herum. Alles hat Pera. Terra und Pera, gehören zusammen. Alles in solche gesetzt sein will, soll es dem Gesamtsystem nicht zum Schaden gereichen. Grenze und Grenzraum sind eins, manches kennt den Übergang, anderes trennt sich scharf. Alles in der Welt, wird erst existent, indem es sich von allem anderen abgrenzt. Grenze und Sein gehören zusammen. Das Sein ist die Grenzziehung, der Aus- und Einschluss. Grenzverletzung ist der erste Schritt zur Auflösung des oder eines Seinszusammenhanges. Das `Nichtsein´ ist das Uneingegrenzte.

Die Bandbreitenlogik ist eine grenzbezogene Rationalität, eine Verantwortungsrationalität. Es findet sich, wiederhole ich das nur beständig, kein dinglich-räumlich-zeitlich-materieller Bereich ohne eine solche. Alles Entsprechende muss daher Grenze haben und hat sie entsprechend. Alles in adäquat-proportionale Zonen gesetzt sein will, soll es dem beeinflussbaren Gesamtsystem nicht zur Einschränkung gereichen. Derzeit ist das für die Menschheit relevante, sprich beeinflussbare Gesamtsystem: der Erdball und seine nähere interplanetarische Umgebung.

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LIM wird hier im erweiterten Sinne verstanden als eine praktische politische Philosophie und ein bandbreitendefinierter Lebensstilpluralismus, der eine [offene, sprich chancenfaire zugangsfreie] Stratifikation [hierarchische Schichtung/also keine materielle Gleichmacherei - abgesehen des Rechts und der Pflicht in der `Bandbreite´ des zu bestimmenden Proportional-Zulässigen und Fair-Notwendigen zu bleiben] bejaht, und die Gesamtbreite versucht möglichst `immer´ mitzudenken - also faktisch bei Entscheidungen nicht nur nebensächlich als Beiwerk mitveranschlagt.

Das Mitdenken macht es aus. Den Bandbreitengedanken gilt es mitzudenken und als durchgängigen, stets mitlaufenden Entscheidungsmaßstab zu verstehen, der nicht leichthin, ja eigentlich gar nicht ohne triftiges Höchstargument umgangen werden kann. Da die Gesamtbreite, zumindest materiell-räumlich verstanden, gleich die gesamte Biosphäre meinen muss, um authentisch zu bleiben, ist und sucht LIM letztlich vom Ansatz her den globalen Diskurs, und für globale Fragen globale Entscheidungen. Für soziale Fragen: globale Antworten in lokalen Gewändern. Damit ist gemeint, dass dieses dynamische Grenzen-Paradigma als praktische [also im Sinne seiner Umsetzbarkeit] politische Philosophie durchaus von einzelnen Gesellschaften auf die globale Agenda gesetzt werden muss, um überhaupt Chancen zu seiner idealerweise globalen Implementation zu generieren.

Limitismus z. B. als Bandbreitenkapitalismus innerhalb eines Landes - in einer sich fortsetzend weiter gestaltenden und vertiefenden Globalisierung in allen ihren polykontexturalen Bezügen und Weiterungen - meinen verwirklichen zu können, ist, für nationale Massengesellschaften gedacht, ein absurdes Unterfangen. Auch wenn das Ideal einer parallelen ww. Implementierung ebenso absurd zu sein scheint, ist doch ein Beginn in hemisphären [bzw. politisch zusammenarbeitenden] Großräumen ein weitaus plausibleres Einstiegsszenario. LIM zielt also mindestens auf einen vorangehenden Wandel in den [reichsten und] relativ `freiesten´ demokratischen Gesellschaften. Einen Vorteil gibt es schon mal: in Demokratien bedarf es zum Wandel keiner 100 %-Mehrheiten oder eines Jas eines oligarchischen Machtmonopols. Ferner werden die verfassungsrechtlichen Kernrechtsgüter [Selbstentfaltungs- und Eigentumskontexte] nicht verworfen, vielmehr allein im Bandbreitengeist interpretiert und entsprechend hemmend oder fördernd definiert.

LIM kann kein allein auf liberale Staaten bezogenes Denken sein. Etwa die ökologischen Grenzen und Ressourcengrenzen bestimmen die Realitäten unabhängig von der jeweiligen Staatsform und Wirtschaftsstruktur eines Staates.

Doch sind die liberalen `Staatsverwandten´ seine eigentliche Adresse und Ausgangsbasis, mit Betonung auf die westlichen, europäischen Verhältnisse und unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Politik. Er konzentriert sich zuerst darauf in deren systemischen gesellschaftspolitischen Steuerungsstrukturen Ansatzpunkte für ein limitistisches Webe-Werk aufzutun. LIM möchte zunächst der teils fragwürdigen Innenstruktur des gängigen Liberalismus-Kapitalismus-Modells erfrischend beikommen, um dann mit teil-gewandelten Aussagen, den Rest der Welt miteinzubeziehen.

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Der Begriff Bandbreite enthält das Wort [den Sinninhalt] der `Breite´ und verweist damit auf einen bestimmten Bereich, sowie den Begriff des `Bandes´, der auf Länge, Dauer und Prozess verweist. Einen fixen oder dynamisch-variablen Bereich also, der gefüllt/gestaltet werden kann, innerhalb welchem ein Geschehen, Balancen oder der Weg hin zu Inbalancen stattfinden können, denn in eine Bandbreite passt Schmaleres, also bestimmte Quantität an Inhalt und spezifische Qualität an Vorgang. Übersteigt nun Inhalt und Vorgang das Fassungs- und Operationalisierbarkeitsvermögen der Bandbreite, kann ihr nicht mehr entsprochen werden, mit allen jeweiligen Folgen daraus. Für ein Essen etwa bedeutet ein übermäßiger Zusatz an Natriumchlorid, dass es ungenießbar wird, weil zu versalzen. Einer lässt es früher stehen, ein anderer später, aber es wird unweigerlich passieren, es ist eine Funktion von Verträglichkeit und Salzgehalt. Für eine Gesellschaft im Kontext des sozialen Friedens etwa die Lebensmittel- und Mietpreise im Verhältnis zum Einkommen. Oder die Armut in Relation zum Reichtum. Lebensraumzerstörung und Lebensqualität. Ein gutes politisches Beispiel für eine entbandbreitete gesellschaftliche Situation ist die durch wochenlange Massenproteste gegen zu hohe Lebensmittelpreise, Arbeitslosigkeit und politische Unfreiheit, herbeigeführte Absetzung der tunesischen Regierung und der selbentagige Amtsausstieg und Auslandsflucht des tunesischen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali im Januar 2011.

Diese(s)/r Bandbreitenbereich, Schneise, Freiraum, Toleranz, Kulanz, Möglichkeitsfenster, legitimes Handlungsfeld [Spielplatz/Beschäftigungsort], ist damit auch, für uns relevant, der Austragungsort [engl.: venue] differenzierter Lebensstile und der zulässigen stratifikatorisch-hierarchischen Unterschiede einer offenen, sozial mobilen und kulturell mobilen (Welt)Gesellschaftsfiguration. In teils systemtheoretischer Semantik formuliert, geht es um eine `limitistische´ [auf den Sinninhalt eines ` limitistischen´ Grenzen-Paradigma ausgerichtet] Reduktion der Komplexität aller Entscheidungs-Kommunikationen und dinglichen Austauschvorgängen innerhalb der und zwischen den differenzierten funktionalen Gesellschaftssystemen, auf biosphärische Bandbreitenvernunft hin. Die Frage der Weltbevölkerung ist dabei eine zentrale, meiner Meinung nach sogar langfristig die zentrale Frage überhaupt, weil sie mit allen anderen menschenverursachten Problemfragen direkt verbunden ist. Weder kann die Menschheit auf der Erde immer größer an Einzelindividuen anwachsen, noch verträgt sich eine zu große Ansammlung an Menschen mit dem legitimen Anspruch auf eine hohe Lebensqualität für Alle und eine biodivers gefüllte und `gesunde´ Gesamtumwelt. Die Weltbevölkerung sollte also über die kommenden drei Jahrhunderte deutlich sinken. Ohne Katastrophen und Destruktivität, sondern freiwillig qua Geburtenrückgang. Dazu weiter unten mehr.

LIM ist also ein zu entwickelnder Sinn [Bandbreitensinn], eine Kommunikationsrichtung, Handlungs- und Entscheidungsregel. Weniger relevant ist dagegen, was ein einzelnes machtloses/kleinmächtiges psychisches System, sprich der `[un]normale´ Einzelne ohne die Anderen tut und denkt oder für sich gegen die Zeittendenzen meint destruktiv tun und entscheiden zu können/müssen/sollen.

Es geht um politische Mehrheiten, nicht um das Füllen von Fässern ohne Boden. Genauso wie man nicht `Alles´ wissen kann, kann man nicht jeden überzeugen. Und es ist nicht einmal notwendig in einer Demokratie bestimmte einzelne Personen zu überzeugen. Es reicht allgemein völlig aus, `einfach nur´ hinter ein Politikvorhaben, einer Idee, eine ausreichende und hinreichende aktive politische Mehrheit zu versammeln. Natürlich ist es angesichts des herrschenden Wahlrechts nicht ganz so einfach, da ja nicht allein über eine einzige Idee abgestimmt wird, vielmehr bei den großen Wahlen vor allem ein Gesamtpaket [Wahlprogramm] zur Wahl steht. Das wiederum macht es schwieriger ein einzelnes großes umfassendes Vorhaben umzusetzen und leichter es politisch zu torpedieren. Aber dem Prinzip nach bietet die Demokratie die Möglichkeit Ideen bottom-up per Mehrheiten durchzusetzen, so nicht grundsätzliche unveränderliche Verfassungsbestimmungen dagegen sprechen sollten. Die institutionenpolitische gesellschaftliche Vorarbeit ist mit diesem Rahmen gegeben.

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Es bedarf somit moralisch-normativer, partizipativer und verfahrenslegalistischer Systemkorrektive.

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LIM versucht den langfristig sinnvollsten Verteilungsschnitt von Einkommen und Vermögen sowie seine Prinzipien zu beschreiben und dergestalt zu begründen, indem er sagt: LIM ist sozial-ökologischer Bandbreitenkapitalismus unter der Prämisse der Menschenrechte, eines wert-fairen Welthandels und hochfairer sozialer Grundverhältnisse. Er hat ein Gespür für den lebensqualitativen Grenznutzen eines ansteigenden Habens, der sich proportional zur hinzukommenden Größe auf ein schon hohes Einkommen/Vermögen als auf Null verlaufend zeigt [sogar negativ werden kann – etwa, wenn finanzpolitische/revolutionäre Ereignisse aufgrund der Vermögenshöhe eben dieses verkleinern/zerschlagen] und somit verringert. Man selbst merkt es nicht mehr, aber die anderen dafür deutlich. Im Gegenbild jedoch auf unteren Skalenabschnitten [Armuts- und Niedriglohnbereich] schon durch kleinere Erhöhungen immens vergrößert, bevor er dann laut aktueller Glücksforschung recht bald in den abflachenden Kurvenbereich fällt. Geld allein macht nicht glücklich, hört, hört, aber etwas Geld und die Sicherheit es morgen auch noch zu bekommen schon. Ich z.B. bin öfters ob meiner unsicheren finanziellen Situation, der drohenden Altersarmut und der scheinbaren Unveränderlichbarkeit dieser Situation, recht grundbedrückt. Nur meine Interessiertheit, mein wacher Geist und mein eigentlich heiteres Gemüt mildern hier. Sicherlich mit ein Grund aus Gründen für diese Schrift. Gut damit, aus Bisherigen folgt einfach, auch das kann wiederholt werden, dass es nicht um Limitismus in allein einem Lande, oder einer zu kleinen Staatengruppe gehen kann. So etwas wäre nur der klassische und vieldiskutierte Sinninhalt eines katastrophalen Standortnachteils für diese. Sondern dass er ein möglichst transnationales Bandbreiten-Kapitalismusregime auf transhemisphärer Staatenbasis und zivilgesellschaftlicher Gemeinschaftsbasis zur Vorraussetzung hat. Überhaupt gehört auch das zuweitgehende Staatenkonkurrenzparadigma des Realismus nicht zum Limitismus; nur zu seiner Ist-Bestandsanalyse der Internationalen Beziehungen.

LIM kann nur in tolerant-pluralistischen und weitgehend markt-offenen Gesellschaftsstrukturen funktionieren, in denen ab einem gewissen Punkte bei Vermögensakkumulationen nicht nur Transparenz oberstes Gebot ist [vgl. Schweden, dass z. B. kein Steuergeheimnis kennt], sondern auch die gesellschaftspolitische und individuell-mentale Einsicht dominiert, dass alles einer Grenze bedarf - wir hatten das und werden es oft wiederholen -, was nicht nur einen selbst betrifft. In globaler Verabredung könnte die Steuerpflicht zu bestimmten Prozent-Teilen territorial an den Geburtsort gebunden bleiben [Minimum].

Alles, wie nun eben immer wieder mal zu sagen wäre und ist, hat Grenze, außer Fantasie und Gedankenwerke. Etwa die Lust zur Macht, der Gedanke verliebt zu sein - man ist tatsächlich grenzenlos verliebt oder eben nicht so ganz, bzw. gar nicht, nehme ich mal an. Die Eingrenzung auf einen tolerant-pluralistischen und weitgehend markt-offenen Gesellschaftstypus begründet sich damit, dass eine Bandbreitengesellschaft eine möglichst freie Gesellschaft sein sollte. Nur in freien Gesellschaften kommt es zu produktiven allgemeinen Entfaltungs-Motivationen bei der Bevölkerung [Individualisierung; Innovationsfreudigkeit - Wobei zu vermerken ist, dass Innovation an sich wahrlich nicht automatisch als etwas positives zu verstehen ist.], wie sie sich anderorts in geschlossenen Gesellschaften (im Sinne z.B. Poppers) nicht in dieser quantitativ-qualitativen Ausprägung ergeben.

Versucht werden soll eine kleine Auseinandersetzung mit den geistesgeschichtlichen Wurzeln des LIM. Ferner eine kleine Abhandlung über diesen; und ein Postulat zu seiner theoretisch-praktischen zukunfts-morgigen Einbindung in eine sich zunehmend mehr institutionell durchorganisierenden Weltgesellschaft hinein. Eine Wegbeschreibung, die ihre Grundlage durch das Phänomen einer stofflich-ökonomischen wie politisch sachthemenbezogenen, sowie auf beschleunigender Digitalisierung mitberuhender entgrenzenden Globalisierung erhält. Dieses in einer Zeit von partieller politischer Denationalisierung (bzw. Staaten-Co-Operation und dessen Spill over). Dieses in einer Zeit immer noch auch großer Nationalismen und neuen Nationalismus, die weiterhin Machtrivalitäten und gegenseitiges Misstrauen und Ablehnung innerhalb der Staatenwelt schüren, Aufmerksamkeiten okkupieren und zu letztlich finanzbelastenden, friedenssinnverzehrenden und übertriebenen Ressourcenallokationen [Militär] führen. Neben der Weltbevölkerungsentwicklung das zweite schwere Handicap der Menschheit.

Von der Utopie (hier: der Nicht-[mögliche]-Ort) zur Atopie (griech.: Ortlosigkeit / hier verstanden als ein Nicht-Ort der möglich ist, aber noch nicht da ist), zum Topos (griech.: Ort) der biosphärischen und weltgesellschaftlichen Balancen. Die Verhinderung und Überwindung realer Dystopien, die nicht funktionierenden Orte / die gegenutopischen Unorte.

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Thema ist die (politische) Kommunikation. Das ist nicht neu, ihres wegen suche und nenne ich Anschlusswege. Der Anschluss ist der Weg, Fortgang und Ausweg. Ihres wegen bin ich bereit mich zu exponieren, ihres wegen lohnt es am Ball zu bleiben. Kommunikation ist Informationsaustausch zu einer Entwicklung oder einer anderen. Wiederum liegt es an den Kommunikationsinhalten, in welche Richtung wir es tun.

Was sagt unsere Welterkenntnis selbst? Wir brauchen diese ja im Prinzip nur regelmäßig als Update in unsere Institutionen einzubringen und wären schon mal kollektiv erheitert, so sich daraus anzunehmenderweise positive Weiterungen ergäben. Dieser Kommunikationsversuch richtet sich an die gesamte Bandbreite der Leserschaft.

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Worum es Leuten wie mir und hunderten von Millionen anderen Menschen in etwa geht, ist sehr weitgehend oben in der Definition enthalten. Um Fairness + fair competition worldwide, um endlich auf breitester Front gewandeltes Denken - welches sich in gewandelten Begriffen sowie gewandelten Anwendungen, Institutionen und Verhältnissen Ausdruck verleiht, zur kulturellen Hegemonie zu verhelfen.

Das hier Dargestellte soll Begründung sein, liefern, und auf sonstig Arten erleichtern, die Gesellschaft mit vielleicht klarerem Sinn zu verstehen, um ihr bewusst zuzustimmen, zuzumuten und abzuverlangen. Das gesellschaftliche Mittel dazu sind nach auch meiner Vorstellung die sich weiterentwickelnden und weiter ausbreitenden demokratischen Ideen und Rechte (auch solidarischen Pflichten).

Dass die Demokratie in ihren heutigen Teilhabeformen selbst kritisch in Frage gestellt werden kann, sei nicht widersprochen. Aber sie bietet gleichdem doch die tatsächliche Möglichkeiten sich selbst zu kurieren, wo sie an innerer Kraft und politisch-legitimer Durchsetzungsfähigkeit zu ermangeln scheint, sich selbst zu erneuern. Die Schlüssel zu friedlichem gesellschaftlichen Wandel liegen sicherlich im Wahlrecht und erweiterten demokratischen Teilhaberechten: Informationszugang, Verfahrenstransparenz, erweiterte Kompetenzen der konkreten Mitentscheidung oder kritischen Entscheidungsmitvorbereitung [Mediation, Volksbegehren, Volksentscheid, Mehrstimmenwahlrecht, themenbezogene Dauerinformations- und Dauerdebattensender als mediale Austauschrunden] für die Wähler/Entscheidungsbetroffenen; in der Bildungs-, Medien- sowie Verteilungspolitik (Arbeit + Vermögen), als vor allem dann auch entscheidend in internationalen bis globalen Vertragswerken entsprechender Couleur.

Da der Aufhänger dieser Schrift ja die Zielrichtung hat, überzogener Akkumulation sinnvoll widersprechend zu begegnen, verdeutliche ich mit dem Bild des Kuchenessers und der Zuschauenden. ... Sollen alle ein Stück bekommen, wird keiner etwas zu schmecken haben, da angesichts des knappen Gutes nicht genug zu verteilen ist - von einem Krümel hat kein Gaumen etwas. Aber es gibt ja die Zeit und allein daher nicht nur einen Kuchen in der Zeit. Es können nicht immer nur die Selben den ganzen Kuchen unter sich aufteilen! Es ist genug da, so dass jeder nicht Vermögende alle Intervalle lang sein Stück des Kuchens abbekommen könnte. Konkret etwa mit dem Recht z.B. alle 12 Jahre vom Staat zumindest 20.000 Euro zu bekommen [vielleicht erstmals mit 24 Jahren], ohne Gegenleistung, genau so, wie ein Erbe ohne Gegenleistung plötzlich mit Kapital ausgestattet wird, dass er nicht selbst verursacht hat. Dafür müsste der Staat aber auch die Mittel aufbringen können, und in Betracht seines gegenwärtigen Verschuldungsstandes scheint das aussichtslos zu sein. Bevor wir es deshalb jedoch zu früh ganz abhaken, behalten wir es lieber mal als Festgehalten und fahren jetzt fort im Text.

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In unseren Tagen: des Klimawandels, einer weiter ansteigenden Weltüberbevölkerung, der mörderischen weltweiten ozeanischen Plastikverseuchung durch die Wegwerfgesellschaften[1], pervertierter Armut und Reichtums, der vergangenen, gegenwärtigen und neu aufziehenden Staatsschuldenkrisen, Währungs- und (Welt)Finanzkrisen, des Fiat Money, des gewaltigen mit Schulterzucken der Massen begleiteten Massensterbens der Arten, des Atomuhren-Zeitalters, der Cyberwars, der digitalen Informationsverarbeitung und –übertragung, der (ökonomischen) Globalisierung [Internationalisierung von Produktion und Finanzwirtschaft], der europäischen Integration, der Medialisierung, der Exoplanetenfunde und Astrobiologie, der Einrichtung immer weiterer Nationalstaaten, Demokratien, Regime und Internationalen Organisationen, der zunehmenden internationalen Menschenrechts-Debatte, der UNO, des Internets, der Smartphones, von Facebook, Google+ und weiteren sozialen Netzwerke 2.0, der westlichen Versexung, der widerwärtigen religiösen Fanatisierung, der Zitronenduftsauberkeit, des Drecks, der Slums und Mega-Metropolen, des Wirtschaftsexpertengelabers, der Kybernetik, der Nachfolgen der Atom-Zäsur der japanischen Nukleargeschehnisse 2011, des Freiheitsaufbegehrens der jungen nordafrikanisch-arabischen Generation, der funktionalen Denationalisierung, der ideologischen Renationalisierung und parallel dazu laufenden Kosmopolitisierung der globalisierten Eliten, der String-Theorien, der Biogenetik, der Nanotechnologie, des selbstverständlichen Vorans der Umsetzung globaler Gleichberechtigung der Geschlechter, des Land-Grabbing, der beschämenden fortgesetzten unglaublichen kulturell-religiös-verbrämten Unterdrückung der Frauen besonders in bestimmten Gesellschaften, der weltweit operierenden organisierten Großkriminalität, der KI-Forschung, der Nachbereitungen der Enthüllungen von WikiLeaks et al., des Aufstiegs Chinas zur wirtschaftlichen und militärischen Supermacht, der Astro- und Quantenphysik, der erweiterten Realität [`augmented reality´ - AR], des Sungazing-Gedankens, des sich durchsetzenden Ökologiegedankens allgemein, der Neuen-Computer Kunst, des mehr oder eher weniger vielfältigen internationalen Terrorismus, der asymmetrischen Kriege[2], der Zivilgesellschaft(en), der Individualisierung, der Massenarbeitslosigkeit, des Renditewahns, des globalen Youth Bulge[3], der Occupy-Bewegungen, in Tagen von teils erbärmlichsten Weltzuständen für Menschen und Natur - nicht überall, aber vieler Orts auf allen bewohnten Kontinenten, in nicht hinnehmbarer Weise, milliardenfach -, erlebt das Phänomen Grenze seit nunmehr einigen Jahrzehnten eine ausgesprochene Konjunktur.


[1] Rothschild, David de: PLASTIKI. Across the Pacific on Plastic: An Adventure to Save Our Oceans. (San Francisco, 2011)

[2] Münkler, Herfried: Die neuen Kriege. (Hamburg, 2002)

[3] Heinsohn, Gunnar: Söhne und Weltmacht: Terror im Aufstieg und Fall der Nationen. (Zürich, 2003); Die Youth-Bulge These Heinsohns relativierend: Imbusch, Peter: Jugendgewalt in Entwicklungsländern – Hintergründe und Erklärungsmuster. In: Ders. (Hg.): Jugendliche als Täter und Opfer von Gewalt. (Wiesbaden, 2010, S. 11-94)

 

Die Menschheit gerät an ihre Grenzen und reflektiert darüber. Wobei heute weniger das räumlich trennende ihrer Funktion im Blickpunkt steht, als die grenzüberschreitenden ökonomischen Verkehrsbeziehungen, globalen Wissenstransfers, der Zugriff auf globale Umweltdaten, und allgemeiner: vermittelnde vielgestaltigste intra-hemisphäre und globale Kommunikationen.

Des weiteren ist überhaupt der Begriff Grenze ein ur-menschlicher Topos und zieht sich durch im Grunde alles menschliche Tun und Denken. Immer ist etwas neu zu justieren und auszuhandeln, herauszufinden. Grenze ist gerne als dynamisches Konstrukt zu verstehen, aber täusche man sich nicht, es sind die Bandbreiten, die sich verschieben, die Grenzen selbst bleiben. In Allem ist nicht alles möglich, alles hat seine kulturell-technische, historische/ahistorische, theoretische und praktische Grenze, wenn es auf Zeit angelegt ist. In einer Unendlichkeit sieht es dann logisch anders aus.

Grenze, jedenfalls ist u.a. zentral gesetzt im Bereich der Organismusforschung (Membran), Wirtschaftstheorie, Medizin, Umweltschutz, Steuerrecht, usw., und Systemtheorie (System/Umwelt) in ihren Varianten, die hier nicht erörtert werden können, aber auf deren fachsprachlichen Jargon begrifflich zugegriffen wird, wenn es z.B. um Gesellschafts-Beschreibungen, logische Argumente und abstrakte Analogien geht. Grundsätzlich werden und wurden die verwendeten Begriffe in ihrer hier gültigen Weise im Textverlauf, wenn nicht unmittelbar, so doch mittelbar [> Glossar, bzw. Verlinkung] definiert, wo sie nicht übernommen werden.

Limitismus (LIM) trägt sie, die Grenze, programmatisch im Wort (lat.: limes, limites; math.: Limes als Grenzwert einer konvergierenden Funktion), er sucht die kritische Auseinandersetzung und Einigung mit ihr, je nach behandelter Frage. Er stellt `SIE´ in den Fokus und an ihr sollten die Dinge und Entscheidungen bemessen werden, bevor sie für den Individualismus in der Lebenswelt [siehe besonders: Edmund Husserl; Alfred Schütz; Jürgen Habermas] freigestellt werden, der sich auch etwa über einen zunächst förderlichen ökonomischen und politischen Wettbewerb darstellt. LIM ist erst einmal die normative Ermunterung, sich universell um Grenzen zu kümmern: sie aktiv zu zu finden, zu benennen, zu beobachten, zu überprüfen und deutlich aktiv handelnd zu bewahren und einzuhalten.

In konkret lebensraum-geografischer Lesart: den `sinnvollsten Handlungs-, Eingriffs- und Zugriffsraum für menschliche Handlungen´ global zu benennen und entsprechend dann die so im Umkehrschluss gefundenen Gebiete, Areale, Regionen, als unmissverständliche Taburäume gegen zerstörende oder auch nur belastende zivilisatorische Anrührung auszuweisen. Ziel ist es Grenzen zu fixieren, die langfristig zu wahren bleiben. Internationale/nationale Entschädigungs- und Ausgleichszahlungen müssen für solche Naturbelassungen oder Renaturisierungen zur Gewährleistung fließen. Unstrittig ist, dass die derzeitige Lebensflora und –fauna eindeutig durch menschliches Sich-Einrichten mitbestimmt wird. Nicht nur Lurche, Frösche, Bienenvölker, Korallen, Wale, Löwen und Tigerpopulationen.

Was sind zig Tausende verschiedene Äpfelsorten, Reis oder Schmetterlingsarten wann wert? Was ist das Natürliche, wenn man künstlich genauso könnte? Wir holen das Ausgestorbene mit unserer Genetik und Klonkunst zurück! In welchem Umfange ist das möglich, in welchen Lebensräumen machbar? Fragen, die beschäftigen können. Gerade weil es normalhin schwieriger ist etwas aufzubauen und zu erhalten, scheint mir axiomatische Weltregel zu sein: konstruktiv zu sein.  Das Destruktive stellt sich von selbst ein, in seinen  naturhaft unvermeidbaren irdischen, gar kosmischen Formen. Ihm nachgeben ist natürliche Schwäche, aber auch überwindbare Unvernunft, oder ist beursachtet in krimineller Härte.

Es gilt es an den gesellschaftlichen Konstrukten zu arbeiten. Grenzen zu definieren und miteinander verbundene Oasen und Oasenbrücken (Biotopverbünde) [F] und natürliche Taburäume zusätzlich zu setzten und zu garantieren. Der Punkt naturverträglichen maximalen Zugriffs auf die Natur ist erreicht und teilweise bereits deutlich überschritten. Wir [die Menschen der Menschheit] müssen entweder pro Person weniger `nehmen´ [wo genommen wird], Ressource verbrauchen/aufbrauchen, oder müssten an Personen, Weltbevölkerung, weniger werden. Da Letzteres zwar unbedingt anzusteuern, aber im großen Stil [von z.B. 9,5 auf 3 Milliarden Menschen] konstruktiv nur über zwei bis drei Jahrhunderte hinweg erreicht werden kann, sind Ressourceneffizienz, Technikentwicklung und für die reichen Gesellschaften eine Neue Bescheidenheit die zentralen Kategorien. Mögliche Wege konstruktiver Art dazu, sollen später Gegenstand der Darstellung sein.

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Es würde sich glatt auch gesamt-ökonomisch lohnen, sich hier auf dem Planeten noch weit weit gelungener miteinander zu verständigen. Dazu bedarf es aber der Fairness. Nullsummenspiele können nicht die alleinige Lösung sein. Win-Win-Ansätze allein können den sozialen Zusammenhang stabil halten und den globalen Herausforderungen auf ethische Weise gerecht werden, wobei klar wird, dass eine Wettbewerbsordnung, gerade die Differenz des sich Durchsetzenden und des Unterliegenden zum Kennzeichen hat. Aber man denke an das Kuchenbild (Seite xxx) weiter oben, als Richtungsvorgabe. Ferner: Ein Win für die Menschheit und ein Win für die Natur. Nachhaltiges Forstwirtschaften nicht Kahlschlag, Eingrenzung der Monokulturen, nachhaltige Fischereiwirtschaft, nicht Überfischung und Beifangmassaker, keine Zerstörung lokaler Fischereikultur durch internationale Großfischerei, Meeresbodenzerstörung, krimineller Missbrauch der Meere als Müllentsorgungsstätte, usw. usf. etc. pp. Weg von zu vielen und zu großen Fleisch- und Fischfarmen hin zu ausgedehnterer vegetarisch-veganischer Ernährungsweise. Fleisch und Fisch als Ausnahme nicht Regelspeise.

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Erkenntnisfrage und Interesse

Dass nun hier auch die Grenzen der Gültigkeit + sinnvollen Berechtigung auftauchen, markiert die gestiegene Welterkenntnis der menschlichen Gattung. Wir, als Menschheit, sind an den Punkt angelangt, Dinge beginnen zu müssen zu verwerfen, die uns teuer sind – etwa die Idee des Individualverkehrs für jeden und alle. Die Ankündigung der Stadtverwaltung Pekings (Ende 2010) die Zahl der monatlichen PKW-Neuzulassungen von 50.000 auf 20.000 Fahrzeuge zu limitieren, gibt einen Vorgeschmack. Verhandlungen und Neuverhandlungen ...

Wer tatsächlich Generationenpolitik machen möchte, der muss heute auf Veränderung drängen und versuchen konstruktiv die Systeme zu irritieren, perturbieren, zu verpflichten. Und überhaupt erst einmal einen Überblick gewinnen, welche politisch-weltgesellschaftlichen Strukturen sich bisher gebildet haben und an welchen tausend Punkten mit neuem Paradigma anzusetzen wäre. Welche Technik zur Verfügung steht und welches Denken nicht dazu beitragen kann, auf sozial-ökologisch-biosphärische Fragen plausible Antworten zu liefern.

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Dabei geht es mir primär um jene verinstitutionalisierten Steuerungskonstrukte, wie sie Gesellschaften auf sich selbst national und mit anderen international einrichten und anwenden. Liberale Freiheitsvorstellungen kristallisieren sich im historischen Entwicklungsgang etwa zu Regimen, Organisationen, Völkerrecht, als Steuerungsmedien günstigenfalls globaler Artikulation und Steuerungskompetenz. Gleichauf zu nennen sind die unabdingbaren biosphärischen Voraussetzungen. Beispielsweise erst der Himmel selbst zeigt uns auf, die wir ihn unterschieden haben, dass es ihn gibt, dass er Kontext ist, dass von ihm auszugehen ist und mit ihm gerechnet werden muss. Man denke an atmosphärische Zusammensetzungen, Ozonschicht, Blitzableiter etc.

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Zu der prinzipiellen rein wirklichkeitsgeleiteten und doch philosophischen Vermutung auf ein Ende – und sei es auch noch was anderes als das - gibt uns die moderne Naturwissenschaft in ihrer Sprache nun bestimmte Hinweise auf ein durchaus mögliches vorzeitiges Ende von (Welt-)Gesellschaft (All-Körpereinschlag, Supervulkanismus, Pandemien, nukleare Selbstzerstörung, Klimawandel ...).

Die Ökologische Frage z.B. ist ja kein Märchen, man braucht sich nur in die entsprechenden UN-Berichte hineinzulesen [F], dann weiß man, was weltweit auch los ist, nur worüber im welt-sinnlosen Maße gesellschaftlich zu sehr geschwiegen wird, indem man es zwar bespricht, aber schleifen lässt, sozusagen in zu geringer Wiederholungs- und Vertiefungsfrequenz konstruktiv-informativ in den gesellschaftlichen Raum hineinträgt. Eine Grundgleichung der Quantentheorie: E = hv – besagt: Je höher die Frequenz v einer Welle, desto mehr Energie E besitzt sie. Klein-h ist das plancksche Wirkungsquantum.

Konstruktiv-informativ besagt hierbei, dass es nicht sinnvoll ist, die Weltlagen in aller Düsterheit aufzuzeigen, ohne starke Elemente der Aufhellung durch Handlungsvorschläge und Konzeptdarstellung einer Bandbreitensteuerung aufzuzeigen, welche die Problemgebirgsketten zu glätten vermag. Tut man dieses nicht, kommt es beim Rezipienten zu Überlastungserscheinung, welche sich in seiner Abstumpfung gegenüber dem Thema verdeutlicht. Was wir aber nun überhaupt nicht bezwecken wollen, ist eine Erhöhung der gegenwärtigen Ignoranzwerte.

Um eine Ahnung davon zu entwickeln wie lange es dauern kann, bis etwas in den Zeitgeist hineinsickert, sei auf die diversen Milgram-Experimente (1961 - ´63) und die von anderen durchgeführten Wiederholungsversuche verwiesen. Hatte der Sozialpsychologe Stanley Milgram damals bei bestimmten Versuchsanordnungen bis über 90 % der Probanden als potentielle Folterknechte auf Befehl ermittelt, so waren es vor kurzem in ähnlichen Beobachtungen etwa der BBC-Dokumentation `How Violent Are You?´ (2009) oder in der französischen Gameshow `Jeu de la mort´ (2010) rund 80 %. Will sagen, dass wir es sehr weitgehend mit einer Mehrheit von Menschen auf diesem Globus zu tun haben, die gewisse seelisch-geistige Bildungsprozesse noch nicht durchlaufen haben, im Übermaß autoritätsgläubig und autoritätsängstlich sind, und entsprechend die Gesellschaft großenteils ausmachen und entsprechend auch aufhalten. Die positive Botschaft aus diesen Experimenten ist immerhin die Erkenntnis, es mit einer ebenso beeindruckenden Mehrheit von Menschen zu tun zu haben, die ohne dem psychischen Druck von Autoritäten ausgesetzt zu sein, von sich aus recht zügig diese Elektroschock-Experimente an Probanden abbrechen. Die amoralischen Sadisten sind demnach eine klein-einstellige Minderheit. Aber sie, wir Menschen, sind eben noch kulturbedingt zu anfällig gegenüber negativer Manipulation und Autoritäten.

Will man nicht oder liegt es in der Struktur der Sache selbst, dass Entwicklungen längere Zeit in Anspruch nehmen, als einem lieb sein dürfte? Es liegt in der gegenwärtigen Natur der Kommunikationswege und subsystemischen Kommunikationsfähigkeit, einleuchtenderweise auch den K-Inhalten [einseitig destruktive Bücher, Filme, Musiktexte, News oder problematische gesellschaftliche Verhältnisse], dass Zeit schlicht verplätschert und vielleicht zuviel davon – auf Kosten von wem und was und bis auf wann?

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Evolution

Sich optimiert global verständigen und damit der uns vor-, bei- und nachgeschalteten Evolution ermöglichen, da mit ihrem Vielfalts- und, allgemeiner gesprochen, Komplexitätsaufbau weiter zumachen, wo sie gerade mit den Wesen, auch uns, dem - im negativen oder konstruktiven Sinne - hochkulturentwickelnden Menschen, ist. Die gegenwärtige Artenvielfalt und breit gestreute globale Lebensgrundlage zu zerstören, und das dann wertfrei als Evolutionsresultat zu beschreiben, wäre zwar richtig, aber widerspräche doch dem in den Evolutionsbegriff angesichts bisheriger Weltentwicklung legitimerweise hineinzuprojizierenden und empirisch auffindbaren Befund eines Weltkomplexitätsaufbaus als unbewusst/bewusste Zielrichtung des Evolutionsphänomens. Dass die Evolution auch viele Sackgassen bedient und [vermeintlich] blind, oder ausprobierend, wie ein Musiker nach Klängen und Klangfolgen, Melodien und Rhythmen forscht, ihre Mutationen, lebensfähig und nicht lebensfähig, hervorbringt, ist kein Gegenargument gegen die sichtbare Tatsache einer hochkomplex gestalteten Biodiversität als Produkt der Evolution.

Gab es die Zeit, gab es diese Evolution. So liegen viele Evidenzen, so ist es plausibel, so kann man wissenschaftlich über die Dinge übereinkommen!

Selbst dass in geologischer Fernzeit der Vergangenheit und Zukunft Arteneinbrüche vorfallen [können], die ihre Ursache nicht in Vulkanismus, Asteroideneinschlägen und sonstigen kosmischen Vorgängen haben, sondern auf ein biologisches Mutationsereignis zurückgehen, also Killer-Mikroben für eine gigantische Arten- und Vielfaltsreduzierung verantwortlich zeichnen, ist kein Argument, der Evolution tendenziell eine immanente Komplexitätsaufbaudynamik absprechen zu können. Schon gar nicht, dass dem so begabten Menschen, uns Menschheit, gleiche Unbändigkeit gestattet werden könnte, wie sie bei einer entsprechenden Mikrobe hinzunehmen wäre! Wenn ich es anders sehen würde, müsste ich hier abbrechen. Die ersten und letzten auf Erden waren ohnehin und werden Mikroben sein, aber die anderen könnten dann woanders sein, wenn sie noch sind.

Personifizierte man den Evolutionsprozess, ließe sich gut z.B. von einer Malerin sprechen, die sich nur wünscht, dass ihr nicht die Farben ausgehen mögen, sodass sie malen könne. Und dass man ihr nicht das Bild zerstöre, denn an diesem würde sie gerne weiterwerken, auch wenn sie immer auch ein Neues zu malen verstünde, egal wo, genau so gerne, im Falle des Falles.

An uns Menschen gerichtet langt es Altbekanntes wiederholend mitzuteilen, dass wir uns nur selbst schädigen, indem wir den evolutionären Ast auf welchem wir sitzen besägen. In gewisser Weise sind wir selbst die Kutscher der Evolution.

Evolution als subjektfreien, sozusagen blindtreibenden Prozess zu beschreiben, mag legitim sein. Die Erkenntnis, dass das Bestangepasste morgen schon an einer sich verändernden Umwelt zum schlechter angepassten Wesen werden kann, steht nicht gegen die bisher wohl gültige Sichtweise, dass die biologische Evolution, welche massensterbigen Haken sie auch in ihrer bisherigen Naturgeschichte geschlagen hat, doch zu Vielfalt und Wesen geführt hat, die mehr und mehr Reflektionsfähigkeit aufgebaut haben, mehr und mehr Handlungsoptionsräume für sich gewonnen und vielfältigstes Einwirkungspotential auf ihre Umwelt/Welt hervorgebracht haben. Menschen-Gesellschaften, die, wie die außermenschliche Natur ein evolutionäres Zwischenergebnis innerhalb der Evolution selbst darstellt, auch Evolutionsprodukte sind, verkomplexieren sich über voranschreitende Arbeitsteilung, technischen Fortschritt und funktionale institutionelle Differenzierung in den Modi der Kooperation, Konkurrenz und Indifferenz (Gleichgültigkeit).

Hier scheint schon schnell wieder durch, dass es sich ohne globaler Gemeinschaftspolitik nicht wird regeln lassen können. Ohne internationale Abstimmungen und Verlässlichkeiten wird es nicht funktionieren können, der Evolution unseren und `ihren´ Weg offen zu halten.

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Diese Welt ist also die überschaubare Alltagswelt; die technisch-zivilisatorisch-politisch sich evolvierenden Lebenswirklichkeits-Felder im nicht fassbaren Wirklichkeitsfeld, welches damit für uns immer auch ein teilunbewusstes Feld ist. Wir leben oder wir träumen, dass wir leben. Es macht keinen Unterschied, da, ich habe darauf schon hingewiesen, wir so oder so konfrontiert bleiben und uns auseinanderzusetzen haben, solange das Leben/der Traum auch anhält.

Man lernt nie aus, aber man kommt weiter im Reich der Möglichkeiten und zu dem, was noch zu entdecken wäre. Ob wirklich, kann man nicht wissen. Aber um anzukommen muss man weitergehen, und um zu bleiben, muss man bleiben können / weitergehen können. Wer will, der macht! Wir hatten auch das ja schon. Fühlen wir uns also wieder einmal erinnert.

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Diese Welt ist ! Wer sie sich egal sein lässt, wer meint, es kommt auf gar nichts an außerhalb des privaten Radius, handelt potentiell unlogisch. Denn er könnte sich irren, indem er einfach einer allein selbstischen Behauptung frönt. Und er handelt sicherlich suboptimal, denn etwas lässt sich allermeist tun. Was mir egal ist, behandele ich nicht mit der Achtsamkeit, die es vielleicht bedürfte. Sollte diese Person sich nicht geirrt haben und bliebe dennoch achtsam, kann man ihr zumindest nichts vorwerfen und sie sich selbst auch nicht, denn letzte Antworten bietet einem das Leben zumindest nicht als vorzeitigen funktionablen Beweis.

Letztlich bleibt es eine Glaubens- und Bewertungsfrage. Aber können wir es uns als kollektive Gemeinschaft leisten, Ignoranz walten zu lassen? Natürlich nicht, nicht zuviel davon, denn das Ignorierte türmt sich auf und fällt auf uns zurück.

Irgendwas ist jedoch mit und hinter der `Außenwelt´ und `Innenwelt´ unserer `Realität´. Was sie auch sei, solange man in ihr lebt ist sie materiell nicht von heute auf morgen konstruktiv änderbar. Umfassende Veränderung etwa von Infrastruktur bedarf der Zeit - Jahrzehnte. Destruktiv zerstörbar, etwa durch nukleare Katastrophe oder einen ominösen gefallenen Allstein, wäre sie allerdings von heute auf morgen – dies nur als Hinweis. Die Umsetzung ebenfalls zeit-gewandelter Einsichten braucht Zeit, mit Ausnahme der nötigen Normsetzungen, die kann man zügig implementieren, wenn man denn politisch wollte. Jeder Einzelne von uns könnte sich augenblicklich zu etwas entscheiden, aber ob es durchführbar ist und über die dafür notwendig zu veranschlagende Zeit, ist von Fall zu Fall Unterschiedliches zu sagen. Um diese Binse weiterzuführen: es gibt Dinge, die sich mit einem Federstrich ändern lassen, etwa Gesetze, und es gibt Dinge, deren Wandel sich über Jahrhunderte, ja Jahrtausende, zieht, etwa die Weltbevölkerungsentwicklung, etwa die Abkehr vom Sklavenhaltertum, etwa der Verbrauch nicht erneuerbarer Energieträger, etwa der Aufbau einer gesellschaftlichen institutionellen Infrastruktur [Institutionengeschichte, Demokratiegeschichte], allgemein etwa die Wandlung nicht entscheidungsfertiger politischer Verhandlungsprozesse in Entscheidungen per Federstrich, usw. Schnell geht es oft dann nur im Hinblick auf und nach einem erfolgten katastrophalen Ereignis.

Bzw. alles ist ganz anders. (Metaphysik)

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Kommunikation

Je nach innen vollzogenen Differenzierungen, Umweltbeobachtungen und Umwelteinflüssen (etwa neue Börsengesetze, neue Regeln der internationalen Finanz- und Bankenaufsicht, Flutkatastrophe, diplomatische Krisen, Technik- und Forschungsdurchbrüche) sortiert sich das Kommunikations-Impuls betroffene System, das informationsgetroffene (Gesellschafts-) System, nun gegebenenfalls aus sich selbst heraus. Es organisiert sich um, indem es die Impulsursache versucht zu adressieren/integrieren – auch negativ durch Fehleinschätzung -, bzw. sich selbst versucht auf die neue Grenzwesentlichkeit hin auszurichten. Man denke an die gesamte Menschheitsgeschichte, oder auch nur an Exemplarisches wie die sich verschärfende Anti-Terrorgesetzgebung im Anschluss an den 11. September 2001, auch an die bisher [Stand: Cancun/Mexiko, 2010] sehr langsam vorankommenden und seit 1995 zumindest jährlich stattfindenden UN-Weltklimakonferenzen, oder die neue verschärfte Öltankerpolitiken der Europäer nach der Öl-Katastrophe der Prestige vor der spanischen Atlantikküste im Nov. 2002; die Megakatastrophe der untergegangenen Ölplattform Deepwater Horizon im April 2010. Oder im privaten Bereich, an den Fall der eigenen Kündigung aus oder des persönlichen Wiedereintritts in das Erwerbsleben, usw. Ohne Impulse oder bei zu schwachen Impulsen passiert gar nichts, die Gesellschaft hat sozusagen ihre eigenen variierenden `Aktionspotentiale´ (Jeder Mensch hat diese nicht nur als Elemente der Zellmembranvorgänge). Und sie, der Gesellschaft, bedarf meist der Wiederholungen, bis sie schlüssig und umfassend reagiert. Übertragungsmittel sind die Kommunikationsmedien [Kollektiverfahrung, Ausdruck, Worte, Papyrus, IT, Internet]. Gedanken-Gravitationen bauen sich über auftretende Kommunikations-Häufigkeiten im Entscheidungszentrum und über die Intensität des Informationsstromes zum Entscheidungszentrum hin auf.

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Das, was stattfindet, findet wesentlich im Rahmen seiner selbst statt, in der Bandbreite des (Sub-)Gesamtsystems: des auf dem Planeten Erde Selbstbewusstsein hervorbringenden Sonnensystems / Kosmos ... Pluriversum in einem - 'Kosmen´? Götter? Seele? Ich beobachte, dass ich mich mit anderen als auf einem Planeten, in einem Grenzbereich, lebend selbst beobachte - das Ganze unter den bekannten/unbekannten Prämissen und Erkenntnis-Evolutionen über die Naturgesetze.

Differenz ist durch Grenze definiert. Grenze kann, wie gesagt, ein Übergangsfeld sein oder trennscharf vorliegen. Welt ist ohne Grenzen nicht vorstellbar, sie wird erst durch sie, die die Unterschiede machen. Unser bekanntes Grund-Mantra: Alles hat Grenze, außer Fantasie und Gedankenwerke und scheinbar die Möglichkeit Vermögen zu akkumulieren und Armut zuzulassen! Daher mein Verdacht, dass gerade Letztbeides nicht nachhaltig tragfähig ist und sich nicht in analoger Übereinstimmung mit der biosphärischen Grundstruktur befindet, an die auch die funktionalen Systeme (etwa Recht, Sport, Medien, Erziehung, Religion, Wirtschaft, Politik, Kultur ...) und Menscheninstitutionen anbinden müssen, da sie sie zur Voraussetzung haben. Das heißt, dass dieses auf Grenzen basierende Strukturprinzip bewusst auf unser Handeln übertragen werden müsste - bevor es sich von selber im negativen Gewande zeigt -, auch mittels bestimmter jeweils neu zu definierender materieller Vermögensbandbreiten. Die Grenzen des Reichtums (Macht) und die Grenzen der Armut (Ohnmacht) bestimmen mit den Gang der Geschichte. So verstanden kleidet sich LIM in ein gewissermaßen naturrechtliches Gewand.

Gesellschaften stabilisieren oder gefährden sich durch jene Grenzen, die sie sich oder/und anderen setzen oder setzen möchten. LIM ist Bandbreitenkunde und Grenzensinnverständnis. Das eine zielt nach innen, das andere ins Subsystem-Außen zur für uns soweit maßgeblichen (System-)Grenze: Erdball Erde.

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Wenn wir Menschen verstehen, sind wir auch bereit, manches Vorstellungsstübchen neu einzurichten. Es ist leicht der Mehrheit das Schlechte zu unterstellen. Ja, vom Menschen allgemein nicht sonderlich begeistert zu sein, ist leicht, wenn man sich allein einmal die Zustände in der Massentierhaltung vor Augen führt oder schaut, wie die Massenarbeitslosigkeit und der Prekarismus in unserer Gesellschaft zu immer kälteren und womöglich gewaltbereiteren Verhältnissen führt. Es könnte auch alles schlimmer sein, natürlich, ist es aber nicht. Und dies ist ja kein Argument dafür, den Ist-Zustand gut zu heißen. Und es ist schlimmer, wenn man sein Augenmerk etwa auf andere Weltgegenden richtet, etwa nach Subsahara Afrika, in den Sudan, nach Somalia, Irak, Afghanistan, den Nahen Osten, oder auch einfach mal in bestimmte Viertel und Straßenzüge, Wohnungen gleich in der Nähe hineinschaut.

Zumindest sind die Polizeiliche Kriminalstatistiken (PKS) seit 1995 [Polizeiliche Kriminalstatistiken seit 1997] Quellen, die uns aufzeigen, dass die Zahl der Gewaltdelikte lange Zeit hindurch gestiegen ist, 2005 um 0,8 %, 2006 erneut um 1,2 %. Mit der Ausnahme des Jahres 1998, in welchem die Zahl der Gewaltdelikte um 0,1 % gesunken ist, steigt diese Rate zwischen 1995 bis einschließlich 2007 ununterbrochen mit Höchstmarken von 8,9 % (1995), 5,5 % (1996), 4,8 % (2002) und 3,5 % (2004). Das Delikt der gefährlichen Körperverletzung stieg bei jugendlichen Gewalttätern noch 2007 um 6,3 %. Es weht in Deutschland wahrscheinlich ein rauerer Wind als noch vor 15 Jahren, der sich aber möglicherweise und hoffentlich ab 2008 wieder anhaltend gedreht hat. Dass die Zahlen der Gewaltverbrechen insgesamt 2008 und 2009 jeweils zurückgegangen sind, stimmt positiv.

Rückgang bei den jugendlichen Tatverdächtigen im Alter von 14 bis 18 Jahren. Zurückgegangen sind in dieser Altersgruppe insbesondere die Anzahl der Tatverdächtigen bei der Gewaltkriminalität um fast 9 Prozent (2008: 43.574; 2009: 39.722) sowie bei der in der Gewaltkriminalität enthaltenen gefährlichen und schweren Körperverletzung um 9,4 Prozent (2008: 35.384; 2009: 32.072). Die Zahl der jugendlichen Tatverdächtigen bei Körperverletzungsdelikten ist um 7,2 % von 66.719 Fällen im Jahr 2008 auf 61.940 im Jahr 2009 zurückgegangen.[1]



[1]Auszug aus Pressemitteilung des Bundesinnenministeriums vom 18. Mai 2010 zur Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2009 (PKS). http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2010/mitMarginalspalte/05/pks2009.html  (1. Jan. 2011)

 

Dass sich dagegen heute z.B. Autos et al. schwerer stehlen lassen, hält zumal professionelle Autodiebe allerdings nicht von ihrer Beschäftigungsart ab, denn die Zahl der Fahrzeugentwendungen stieg 2009 z.B. in Berlin um über 38 %, in Brandenburg um über 30 %, in Sachsen um rund 32 %. Wenn auch insgesamt die Kriminalstatistik 2009 mit knapp über 6 Millionen Delikten einen etwa 1,2-prozentigen Rückgang gegenüber 2008 in der Summe aller Deliktsbereiche ausweist, und die Gewaltbereitschaft, bzw. Gewaltausübung zurückgegangen ist, also die Statistik Positives zu vermelden hat, sollte man gegen die anhaltend zu hohe Gewaltbereitschaft nicht ablenkend gegenrechnen oder klein-relativieren, bzw. mangels ideal-realer Datenlage in welche Richtung auch immer vernebeln dürfen. Vielmehr jene gesellschaftlichen Ursachen beseitigen, die für einen großen Teil der Gewaltbereitschaft mit verantwortlich gemacht werden können.

Satz 8: Gradmesser einer freien und befriedeten Gesellschaft ist zuerst einmal die körperliche und mentale Unversehrtheit des Einzelnen.

Wenn hinter diesen jahrelang ansteigenden Zahlen (bis 2007) vor allem auch eine gestiegene Anzeigebereitschaft steht, wäre das zu begrüßen. Rund 90 % der in den jährlichen PKSs aggregierten Zahlen beruhen auf getätigten Strafanzeigen. Wie die Wirklichkeit in realiter aussieht, ist entsprechend noch mal etwas mehr oder weniger anderes.

„Unter der Annahme, das (fast) jeder Wohnungseinbruch, (fast) jeder Raubüberfall und (fast) jeder Kfz-Diebstahl der Polizei zur Kenntnis gegeben wird, lässt sich schlussfolgern, dass diese Zahlen der PKS der Deliktswirklichkeit einigermaßen entsprechen. [...] Hingegen ist insbesondere bei Deliktsbereichen, die besondere Emotionen wecken, die häufig in Näheverhältnissen  zwischen Täter und Opfer vorkommen und/oder wegen ihrer angenommenen "Aktualität" besonders in der öffentlichen Diskussion stehen, die Anzeigemotivation so labil, dass die Schlussfolgerung von Zahlen der PKS und deren Veränderung auf die Wirklichkeit nicht zulässig erscheint. Dies betrifft vor allem die Körperverletzungen und damit den Großteil der Gewaltdelikte, insbesondere die „Jugendgewalt", Sexualdelikte, Kindesmisshandlung, aber auch Betrug (insbesondere Betrug im Internet) und überhaupt Computerdelinquenz.“ [Prof. Dr. Henning Ernst Müller im: beck-blog.de, 16. 6. 2009] Wobei das Hellfeld [angezeigte Delikte] und das Dunkelfeld, der nicht zur Anzeige gebrachten Straftaten, bei vergleichbaren Wert der Anzeigebereitschaft korrelieren. Einem Rückgang in der PKS dürfte ein gleichproportionaler Rückgang in der hochgerechneten Nettowirklichkeit entsprechen, was Prof. Müller an anderer Stelle anerkennt. [Prof. Dr. Henning Ernst Müller im: beck-blog.de, 18. 5. 2009]

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4.

Die gegenwärtige internationale und nationale Politikarena ist wie immer in Bewegung.  Bandbreiten verschieben sich, öffnen sich, schließen sich.

Und nicht nur die Politikarena in ihren Bereichen, auch die Wissenschaftsarena, Kultur-, Ökologie- und Wirtschaftsarenen u.a. sind es. Mir fällt dazu das floskelhafte Panta rhei - `alles fließt´ ein. Dieser Aphorismus wurde in der späteren Spätantike in dieser Fassung geprägt, tausend Jahre nach dem Epheser Vorsokratiker, Logos-, Einheits-, Harmonie- und Prozessdenker Heraklit (~ 540/20 – 480/60 v. d. Z. oder v. Chr., beides recht), auf welchen gemünzt diese Sentenz zurückweisen sollte. Auch das heraklitische Bonmot: `Wer in denselben Fluss hinabsteigt, dem strömt stets anderes Wasser zu´, fällt mir ein. Es findet sich, dass Heraklit, Spross königlicher Abstammung, eigenbrödlerisch auf die sich daraus für ihn ergebenden Möglichkeiten in Ephesos ein hohes Amt zu bekleiden und Privilegien in Anspruch nehmen zu können verzichtete. Er hat die Dinge als werdend aus dem vordergründigen Widerstreit der Gegensätze, hinter welchen die Einheit steht, hervorgehend prozesshaft verstanden. Heraklit sah die Plausibilität, sich gemeinsam über das gemeinsam Geteilte, die Realität im Wachzustand samt ihres im Logos webenden Hintergrundes verständigen zu können, ist aber von der Menge sehr unangetan und vergleicht sie mit Schlafenden in ihren separierten Traumwelten.[1] `Drum tut es Not, dem Allgemeinen zu folgen. Obwohl aber der Logos allgemein ist, leben die Vielen, als hätten sie ein Denken für sich.´ (Heraklit, DK 22B2; Ackeren, 2006, S. 95)

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Genau im gemeinsam zu erreichenden Wachzustand in wesentlichen Fragen liegt nun für uns Heutigen die Chance einer positiven Dynamik, und Sieg der besseren Argumente, eines Werdens z.B. einer regenerativen natur-harmonischen Zukunft und das Vergehen der noch vorherrschenden Energiegewinnung aus kohlenstoffbasierten Energieträgern oder der Atomkraft. Hunderterlei weiterer verändernder Einmischungen. Die Überwindung des globalen Krisenbündels.



[1] Vgl. Ackeren, Marcel van: Heraklit: Vielfalt und Einheit seiner Philosophie. (Bern, 2006, S. 52)

 

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Die Wissenschaftler an der Stanford University verwiesen im Mai 2005 auf ein enormes Potential der global einsetzbaren Windkraft, die theoretisch genommen allein sogar den weltweiten Energiebedarf decken könnte. Nur so als eine aus dem Sammelsurium der Möglichkeiten gezupfte aussagekräftige Verweisung auf eine mögliche Alternativwelt vorgebracht, die es aufzubauen gilt, will man denn. Ähnliche Hinweise gibt es selbstverständlich auch über die direkt solaren Energiepotentiale, die in den geografischen Sonnenbreiten unserer Erde aufzutun wären. Saubere und risikofreie Energieanzapfwege gibt es bei heutigem Wissen und technischem Know How ohnehin genug. Nur das Geld wird noch gerne mit dem Gestern verdient, wider besseres Wissen. Da fragt man sich übrigens tatsächlich umso mehr und eigentlich auch nicht im geringsten, warum etwa der französische Staatspräsident in die Saharastaaten AKWs zu Energiegewinnung verkaufen möchte. Völliges bandbreitenenthobenes Vorhaben aus reinem ökonomischen Durst.

Wenn sich Solarkraft anbietet, dann doch wohl in der nordafrikanischen Region. Nun gut, mir geht es nicht darum Sarkozy vorzuführen, aber in diesem Punkt ist er betriebsblind. Viel entblindeter stellt sich auch nicht der 2-6 AKWs-Deal zwischen Sarkozy und Indien (Dez. 2010) dar. Aber lassen wir das, es bleibt einfach nur das Kopf schütteln – den ganzen lieben Tag über, wenn es denn stattdessen nicht weit sinnvolleres zu tun gäbe.

Zum Potential der Windkraft zurückkommend: vertikale Windräder oder die klassischen - allein mit Wind scheint vieles möglich. Das Motivierende klang an und ist uns wohl fast allen schon, wenn auch nur ein wenig Interessierten, ringsum ganz- oder teilgeläufig: es gibt: Wasser, Sonne, Erdwärme, Gezeiten, Effizienzpotentiale, Regen, unsere Einsicht langsamer und weniger zu konsumieren ... noch dazu! Die Gehetztheit und Terminüberfrachtung, oft beruflich und oft privat, der Menschen in den Industriestaaten, die zu kurzen Urlaube [besonders kurz z.B. in China (5-10 Tage) und Kanada/Ontario (10 Tage)][1], führen ja nachweislich nicht zu mehr Zufriedenheit. Immer weiter anwachsendes Konsumleben oder Einkommen ist schon gar kein Glücksbereithalter, bestenfalls wachsen die nächst höheren Ansprüche, aber Glück oder dauernde Glückseligkeit sind nur bis zu einer gar nicht so hohen Einkommensgrenze mit eben Einkommen verbunden. Die glücklichste Bevölkerung[1] fand sich so nach der New Economics Foundation (2006) auf der südpazifischen Inselgruppe von Vanuatu. Gut, sie haben die Südsee und eine stabile soziale Eingebundenheit, fühlen sich integriert, oftmals weitgehend subsistenzautark lebend, da kommt es auf Stromanschluss und fließend Wasser nicht so sehr an. Aus den Antworten, die die Menschen weltweit den Wohlbefindens-Forschern geben, ergibt sich der hohe beigemessene Wert von Gesundheit, materiellem Wohlergehen und Bildung/Bildungschancen. Bald auch die Freizeit, die man den eigenen Interessen, der Familie, Religion, und der Regeneration widmen kann. Weit abgeschlagen als für das eigene Wohlbefinden ausschlaggebend finden sich menschennaturgegeben und der fordernden Alltagswirklichkeit entsprechend die allgemeinen nationalen oder internationalen Lagen oder abstrakte Fragen sozialer Gerechtigkeit etc.

 

In Europa sind etwa die gewerkschaftserfreuten und hoch organisierten (3/4 und mehr der Arbeitnehmer sind gewerkschaftlich organisiert) Dänen[2] vor Isländern und Schweizern Spitzenreiter in der Lebenszufriedenheit, wenn man mal den Ärger mit der und über die Islamistenfrage beiseite lässt. So finden sich z.B. Arbeitslose in Dänemark über doppelt so schnell wieder in Broterwerb als in Deutschland. Was nur mal ein Mitgrund für die Dänen sein dürfte mit der Gesellschaft nicht gar zu unzufrieden zu sein. Die dänische Arbeitslosenquote lag im August 2010 übrigens bei 4,1 %.



[1] Siehe: Eurobarometer; European Values Study; Gallup World Poll; Happy Planet Index; the World Values Survey.

[2] Vgl.: Heuser, Uwe Jean: Humanomics: Die Entdeckung des Menschen in der Wirtschaft. (Frankf./Main, 2008, S. 97ff.)

 

Nun denn, Franzosen haben (2007) sogar Wege vorgestellt, selbst aus Regenfall Energie zu gewinnen. Und zur Effizienzdebatte der kleine Hinweis, dass in den USA (2005) die Summe aller Wäschetrockner sich zu rund 5 % des Stromverbrauchs in den U.S.-Haushalten zusammenaddieren.[1] Und jetzt kommt es: in manchen US-Bundesstaaten gibt es Anti-Wäscheleinen-Gesetze, die quasi zum Trockner nötigen. Die Puritaner stören sich an der Unterwäsche des Nachbarn, bestenfalls über den Zaun gelegt will `man´ es ertragen. Ich frage: wie viel psychische Gestörtheit und groß- und kleingruppale Gehirngewaschenheit kann sich die Menschheit eigentlich wie lange noch leisten[2] Ein klassischer Fall von `Being out of the broadband´. 



[1] Siehe: Residential Energy Consumption Survey (RECS) der U.S. Energy Information Administration (2005; 2001 noch 5,8 %). Andersherum kritisch liegt folgender Artikel von Dirk Asendorpf in der Zeit: Heiße Luft. Wäschetrockner müssen keine Klimakiller sein. Die besten Geräte sind effizienter als konventionelles Trocknen. http://www.zeit.de/2009/38/TS-Waeschetrockner?page=2 ; Siehe auch: http://en.wikipedia.org/wiki/Energy_in_the_United_States .

[2] `Florida, Utah, Maine, Vermont, Colorado and Hawaii have passed laws restricting the rights of housing authorities to stop residents from using clotheslines, and several other states including Pennsylvania are considering similar bills.´ Geoghegan, Tom: The fight against clothes line bans. In BBC News Magazine. (7. Okt. 2010) Über das aktuelle Pro-Clothesline-Movement.  http://www.bbc.co.uk/news/magazine-11417677

 

Das Verstörende ist, wir haben gegenwärtige Interessenlagen, die eben mit den fossilen Energieträgern rechnen, weil die Gewinne mit diesen zu schnell und bei allem getriebenen Erschließungs- und Förderungsaufwand zu einfach zu realisieren sind - egal zu welchen externalisierten Kosten. Jeder will mehr oder weniger nur für sein eigenes Geschäft verantwortlich sein und kann dies faktisch im großen Rahmen ja auch nur; dennoch ... spricht es Bände. Zumal verstörend, weil ja schon seit vierzig Jahren darauf hingewiesen wird, dass regenerative Energiegewinnung eine lohnende Sache sein könnte und dazu eben weit bessere Umweltbilanzen ermöglicht. Man braucht hierzu nur The Club of Rome [1968 gegründet] nennen, um zu verifizieren; auch wenn sich dessen ursprünglichen negativen Ansagen in der von ihm angegebenen Zeit und Weise so nicht verwirklicht haben.

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Deutschland hat sich längst an eine Frau als Kanzlerin gewöhnt. Angela Merkel ist nunmehr mitten in ihrer zweiten Amtszeit. Für sich genommen ganz bestimmt ein gutes Zeichen und Ausdruck der neuen Möglichkeiten für Frauen in Deutschland gesellschaftliche Führungsämter zu bekleiden und verlängert zu behalten. Auch eine Bundespräsidenten wäre 2010 möglich gewesen, wenn es dann nicht doch anders gekommen wäre. Es versteht sich für uns natürlichen Frauenfreunde, Gender-Inspirierte, Limitisten, dass bezüglich einer paritätischen Gleichberechtigung in den Führungsetagen im Land, geschweige denn weltweit, noch viel im Argen und zu tun bleibt, sie mittelfristig noch nicht verwirklich werden wird. Verdeutlicht auch dadurch, dass etwa mit der zwar erfreulichen Ankündigung des Daimler-Konzerns, nicht nur 2011 nach langen 125 Jahren Firmengeschichte die erste Frau in den Daimler-Vorstand zu berufen, sondern auch bis 2020 zunächst anvisiert 20!% der Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. Die Herren-Dominanz bleibt also zunächst bestehen, man wird wohl noch weitere 20-30 Jahre zuwarten müssen, bis endlich Frauen und Männer auch in den Chefetagen in Zahl und Einfluss zu mehr oder weniger gleichen Teilen vorzuweisen sind.[1] Aber, die Dynamik ist vorhanden - immerhin. So sprechen sich z.B. u.a. die deutsche Familienministerin [für allerdings wieder einmal nur eine freiwillige, keine gesetzliche Lösung (`Flexi-Quote´); Stand: 2011] und die EU-Kommission für eine Frauenquote für die Unternehmensspitzen aus. Welche Karriere bewusste alleinerziehende Frau hätte z.B. nicht gerne mehr Zeit für ihren Nachwuchs, ohne auf ihre Aufsichtsratchance zu verzichten? Würde man diesbezüglich [internationale] unternehmensrelevante Verabredungen treffen [soundsoviele Frauen, letztlich 45-55 %, darunter soundsoviele Mütter], ginge es. Man könnte sich eine Absolventen entsprechende Proportionalität vorstellen. Wenn, wie es ist, nachweisbar etwa im IT-Bereich, Maschinenbau und Ingenieursberufen weniger Frauen unter den Hochschulabsolventen zu finden sind, dann sind legitimerweise auch nur dazu proportional viele Frauen in entsprechenden Führungspositionen entsprechender Unternehmen zu erwarten. Aber in allen anderen scheint mir eine vollkommene Parität oder umgekehrte Proportionalität selbstverständlich zu sein. Grundsätzlich wäre mit Paritäts- und Proportionalitätsvorgaben für alle großen gesellschaftlichen Bereiche dem Reden von und über Gleichberechtigung ein umsetzendes Handeln hinzugesetzt. Ein Handeln, welches der Stellung der Frau die Selbstverständlichkeit zuerkennt über die zu viele Männer und Gesellschaften immer noch leichten Fußen hinwegeilen. Vielleicht sind wir in 25 Jahren global dahin gelangt!? Dieserart gehört in die WTO-Verhandlungsrunden.


[1] Das DIW-Managerinnen-Barometer weist für die 200 größten Unternehmen in Deutschland einen Frauenanteil von lediglich 3,2 % in den Vorständen aus. Siehe: DIW Berlin: Pressemitteilung vom 18. 01. 2011. ; Für Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen ist (Okt. 2011) ein Frauenanteil in den deutschen Vorstandsetagen der DAX-Unternehmen von 3,7 %) schlichtweg und mit Recht "einfach unterirdisch". ; Die Deutsche Telekom führte als erstes Dax-30-Unternehmen mit Beschluss vom März 2010 eine weltweite Frauenquote in ihren Unternehmungen ein. 30 Prozent des mittleren und oberen Management sollen bereits bis Anfang 2016 mit Frauen besetzt sein. ; Frankreich hat im Januar 2011 eine 40 % Frauenquote für Vorstände bis 2017 beschlossen. In Norwegen müssen seit 2008 die Aufsichtsräte großer börsennotierter Unternehmen unter Androhung schwerer Strafen bei Nichtbefolgung eine Frauenquote von 40 % einhalten.

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Die US-Amerikaner haben sich ihren ersten afro-amerikanischen Präsidenten namens Barack H. Obama ins Weiße Haus gewählt. Die anfängliche Begeisterung verflog zueiner herben Wahlschlappe in den Zwischenwahlen, die zum Verlust der demokratischen Mehrheit im Repräsentantenhaus geführt hat. Dennoch war seine Wahl ein Vorgang, der damals übrigens auch mir einige Tränen in die Augen trieb. Ein Wahlergebnis, dass für sich allein eine historische Zäsur markiert, ganz unabhängig von einer schließlichen Bilanz der regierenden Obama-Administration. Ohnehin vergisst der Normalbeobachter zu leicht, dass ein US-Präsident kein Alleinentscheider großer Gesetzesvorlagen ist. Wer demnach vom Präsidenten enttäuscht ist, ist vielmehr und meistens von US-Kongress-Verhandlungsvorgängen und Entscheidungsprozessen, Lobbymacht und politischem Geschacher enttäuscht. Wer denn auch dachte, B. Obama könnte sein Wahlprogramm eins zu eins umsetzen, hat von Anfang an falsch gedacht.

Die USA, die aufgrund ihres großen Handelsbilanzdefizits - zuviel Importe, zuwenig Exporte - mit einer eigenen Staatsverschuldung[1] von über 14 Billionen U.S. $, rund 92 % des BIP (2010), konfrontiert sind, laufen auf eine Staatsschuldenkrise zu. Hauptauslandsgläubiger mit über 900 Milliarden U.S. Dollar (Jan. 2011) ist dabei China, gefolgt von Japan mit nicht viel weniger U.S.-Bonds-Anleihen.  Die USA werden dadurch gezwungen sein, ihr militärisches Engagement in der Welt zurückzufahren oder eine hohe Inflation auszulösen, vielleicht beides. Die mittelfristige Kreditwürdigkeit der USA dürfte es schwer haben ihr Tripple-A der drei internationalen Top-Ratingagenturen [Standard & Poor's, Moody's und Fitch] zu behalten, kleinere haben sie schon herabgestuft. So fiel die USA bei der chinesischen Ratingagentur Dagong Global Credit Rating von Double-A auf sogar nur noch A-Plus. Eine Haushaltssanierung mit einer Politik zu erreichen, die auch den Reichen eine Steuererleichterungspolitik zu Gute kommen lässt, wie sie unter Bush und Obama mindestens bis Ende 2012 fortgesetzt wird, scheint widersprüchlich und unplausibel. Während Vermögende sich auf den Dollarverfall vorbereiten können, indem sie Umschichten von Geldvermögen auf Aktien, Immobilien und Edelmetalle, wird es wieder die normalen Leute treffen, die Verarmung der USA hat dabei schon vor Jahrzehnten eingesetzt. In globaler Betrachtung ist aber die Armut in den USA eine verteilungsorganisierte und keine Nettoarmut, weil eigentlich genug zu Verteilendes vorhanden ist. Einfach die Abstände zwischen Arm und Reich pervertiert sind. Eurokrise, Dollarkrise, Weltwährungskrise, Weltausbeutungskrise [siehe: Aufstand der maschinenstürmenden ausgebeuteten Textilarbeiter in Bangladesh, 2010/11; wir kommen auf sie weiter unten zurück], es braut sich was unschönes zusammen, die Weltfinanzkrise 2008/2009 war nur eines dieser Vor-Ereignisse. Damit rückt aber auch die Chance näher, grundsätzlichen systemischen Wandel der kapitalistischen Prämissen politisch-demokratisch zu generieren. Damit rückt andererseits auch die Gefahr der Chaotisierung der globalen Zustände näher. Es bleibt kontingent, also nach zwei Richtungen hin offen, und es kommt auf uns alle an.


[1] U.S.-Schuldenuhr: http://www.brillig.com/debt_clock/ ; Auch prinzipiell interessant, Zahlen sind teils deutlich veraltet und von der tatsächlichen Entwicklung überholt: Seite der Allgemeinen und Integrativen Psychotherapie: http://www.sgipt.org/politpsy/finanz/schuldp/usa/usa0.htm#Schulden-Porträt.

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UNO

Die UN bleibt weiterhin auf dem Kurs zum nächsten Reformgipfel. Sie ist als Institution noch lange nicht das Weltgremium von welchem Idealisten träumen, zu politisch einseitig sind teils ihre Resolutionen, zu unantastbar ihre Vetomächte im Sicherheitsrat, zu sehr werden politische Unrechtssysteme aus strukturellen und verfahrensrechtlichen Gründen von verurteilender Kritik verschont. Aber eben auch nicht immer. Siehe den gewaltigen UN-Konsens gegenüber dem nicht abtreten wollenden Wahlverlierer in der Elfenbeinküste (Herbst/Winter 2010/11).

Wer sich vom letzten großen UN-Summit im September 2005 mehr erhoffte, wurde wieder einmal enttäuscht. Verhandlungsschritte sind meist ein Klein-Klein des Vorankommens oder Ergebnisstagnationen. Bestes Beispiel dafür sind auch die jährlichen Weltklimagipfel. Aber seien wir nicht kleinlich, manches von dem, was z. B. auf jenem Reformgipfel 2005 beschlossen wurde, wie die Errichtung eines Menschenrechtsrats, (47 Mtgl., mehrheitlich afrikanische und asiatische Staatenvertreter) mit Sitz in Genf, zu dem idealerweise nur Staaten der UN (Vereinte Nationen, UNO) zugelassen werden sollten, gewählt von der UN-Vollversammlung, die in ihren Ländern die Menschenrechte nach heutigen höchsten Maßstäben einhalten, könnte noch eine wegweisende Innovation - theoretisch -  auch für andere Bereiche der Vereinten Nationen werden, die sich damit eventuell beginnt von Innen heraus menschenrechts-demokratisch rundumzuerneuern. Angewiesen natürlich auf eine weitergehende weltweite Demokratisierung und Demokratievertiefung, die natürlich auch die Gewichte in der UNO und ihren Gremien verschieben würde, sowie strukturelle und Verfahrensreformen erleichterte [Stichworte hier: Veto-Reform, Sicherheitsraterweiterung, Sicherheitsratverkleinerung bzw./oder/und Sicherheitsratmitgliedsstrukturveränderung qua Aufnahme von Organisationen]. So ist also bezüglich des Menschenrechtsrates sein Fehlstart festzuhalten, denn abgesehen davon, dass der mittlerweile auch nicht mehr neue Menschenrechtsrat politische Interessen[1] vor faktischer Menschenrechtsperspektive setzt, etwa dadurch der Sudan wegen dessen Darfur-Politik nicht ernsthaft verurteilt wurde, wurde auch sonst dem hohe Anspruche an die Erfüllung der Auswahlkriterien für eine Aufnahme in diesen Rat in praxi wahrlich nicht entsprochen. So finden sich in ihm etwa Länder wie Saudi Arabien, Russland, Libyen und China, über welche bekannt ist, dass sie nicht die `höchsten Maßstäbe´ an die Einhaltung der universalen MR in ihrem eigenen Land anlegen.

Fragen des Kulturrelativismus gegenüber den Universalitätsansprüchen der MR sind noch nicht gelöst.

 

[1] `Genocide in Sudan, child slavery and religious persecution in China, mass repression in Zimbabwe and Burma, state-sponsored murder in Syria and Russia -- and, for that matter, suicide bombings by Arab terrorist movements -- will not receive systematic attention from the world body charged with monitoring human rights. That is reserved only for Israel, a democratic country that has been guilty of human rights violations but also has been under sustained assault from terrorists and governments openly committed to its extinction.´ Diehl, Jackson: A Shadow on the Human Rights Movement. In: The Washington Post, 25. 7. 2007) Nach wie vor so betrachtbar.

 

Heutige Weltprojekte, wie die bis 2015/20 laufenden Millennium Development Goals (MDGs) der UN, sind eine Art Vorfeuer (> `Gegenfeuer´ Pierre Bourdieu), von dem, was in den nächsten Jahrzehnten ohnehin immer deutlicher zur internationalen Debatte stehen wird - die vollständige Klärung der Gerechtigkeitsfrage in realita. Spätestens wenn der weltweite (Aus)Bildungs- und Demokratisierungsprozess eine bestimmte Ausprägung erreicht hat, die sich a) auf die Zahl der Demokratien weltweit (ww.); b) auf die Wertigkeit (defekt ... bis konsolidiert) und c) die partizipatorische Tiefe dieser Demokratien gründet (denke an eine [4te], 5te, 6te Demokratisierungswelle und eine 1te, 2te, 3te Vertiefung eines bereits erreichten konsolidierten Demokratisierungs- und Partizipierungsgrades). Da Ausbildungszyklen einer ganzen nachwachsenden Generation Jahrzehnte beanspruchen [Kindergarten, Schulzeit, Lehr- und Hochschulzeit], können wir mindestens noch bis 2030-2040 veranschlagen, bevor erwünschte Bildungsbreite und Bildungsniveauhöhe in den bisher hochprozentig bildungsfernen und damit oft entsprechend demokratiefernen Staaten erreicht sind. Eine uninformierte und bildungsschwache Gesellschaft ist natürlich noch leichter zu manipulieren und zu unterdrücken, als eine bildungsstärkere und desinformierte oder gänzlich einseitig informierte.

Das spannungsgeladene Verhältnis zwischen den beiden Großansprüchen unserer westlichen Gesellschaften: Freiheit und Sicherheit bedarf unserer konzentrierten Aufmerksamkeit. Limitismus betont bei aller Bejahung der Freiheit auch den Aspekt der Gleichheit, der sich materiell bis zu einem würdigen Punkte in den gesellschaftlichen Institutionen und proportionalen Verhältnissen der Gesellschaftsmitglieder zueinander zu manifestieren hat. Heutiges Lohndumping und Abspeisung mit Niedriglöhnen oder zu geringen Mindestlöhnen, Altersarmutsfaktizitäten, gehen völlig daran vorbei. Das höchste einsetzbare Gut eines Menschen ist wie bereits hervorgehoben wurde, zuallererst einmal seine Lebenszeit, und die darf bei aller erst daran anzuschließen habenden berechtigten Differenzierung, aber nach gegenwärtigen laufenden Maßstäben restlos überzogenen verqueren Leistungsbehauptungstiraderei, niemals unwürdig gering veranschlagt werden.

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Demokratie-Entwicklung oder die Frauenrechte sind dennoch in historischer Perspektive erkennbar, aber der Weg ist lang, auch zuweilen ein Hin und Her - und er geht auch in unseren Tagen seinen Gang, bei uns und woanders.

So haben z.B. Frauen in Saudi Arabien seit 2005 das Recht an Kommunalwahlen teilzunehmen. Saudi Arabien, ein Land in welchem es mehr weibliche Professorinnen als männliche Professoren[1]  gibt, gleichzeitig allerdings aber auch das Land, in welchem Frauen immer noch keinen Führerschein machen dürfen, ein Land in welchem die Frauen, die, wie im Juni 2002 geschehen, in ein brennendes Haus, aus dem sie geflüchtet waren, unter Einsatz von Knüppeln der Sittenpolizei zurückgeprügelt wurden, in dem sie dann umkamen - zurückgetrieben, weil sie auf ihrer Flucht unverschleiert waren. Das rechtfertigt kein Kulturrelativismus, wir sind hier nicht auf dem Raumschiff Enterprise, und Saudi Arabien liegt nicht auf einem fremden Planeten, sondern ist Mitglied der UN. Aber auch der Fall eines weiblichen Opfers einer Gruppenvergewaltigung in Saudi Arabien kommt mir in Erinnerung, dass, weil es mit einem nicht verwandten Mann losgezogen war, nun unglaublicherweise, unabhängig der Verurteilung der Vergewaltiger, selbst zu 6 Monaten Haft und 200 Hieben verurteilt worden ist. Dieses macht deutlich, wie viel Weg, unserem nicht Scharia geprägten Rechtsempfinden nach, noch zurückzulegen ist. Immerhin wurde die Frau vom saudischen König nach etwa einem Monat Haft im Dezember 2007 begnadigt; zu laut hat die Weltöffentlichkeit reagiert, sehr gut, aber so einfach ist es auch nicht immer.


[1] `1970 gab es, wenn die staatlichen Angaben stimmen, gerade 313 Studentinnen, jetzt sind es 49.000, plus etwa 100.000 an Frauen-Colleges. 60 Prozent aller saudischen Professoren sind weiblich, auch dies eine Folge der Geschlechtertrennung. Gelegentlich lauschen die Studentinnen männlichen Professoren:  sie sehen sie auf einem Bildschirm, Fragen werden per Telefon zum Männer-Campus übermittelt.´ http://www.charlottewiedemann.de/islamische-laender/saudi-arabien ; Wiedemann, Charlotte: „Ich bin eine Pionierin, insha`allah."  Saudi-Arabien: Die Suche nach einen islamischen Weg zur Emanzipation. In: dies.: „Ihr wisst nichts über uns!“: meine Reisen durch einen unbekannten Islam. (Herder Spectrum, 3012) (Freiburg, 2008, S. 10-33)

 

Das lässt mich an den Journalismus-Studenten Sayed Perwis Kambachsch denken, der von einem afghanischen Gericht in erster Instanz im Januar 2008 zum Tode verurteilt wurde, weil er angeblich [und selbst wenn er !] frauenfreundliche Koraninterpretationen aus dem Internet in Umlauf gebracht hatte. Auch die `mildernde´ endgültige Verurteilung zu 20 Jahren Gefängnis im Oktober 2008, lies den westlichen Beobachter sprachlos. Kambachsch wurde schließlich im Sommer 2009 frei gelassen und hat Afghanistan verlassen. In Erinnerung gerufen soll auch folgender Vorgang um eine englische Lehrerin werden, die im Herbst 2007 mehrere Tage in einem sudanesischen Gefängnis saß, weil sie einem kleinen Jungen erlaubt hatte seinen Teddybären den Namen des Propheten zu geben. Anfangs drohte ihr weit mehr als diese Kurzinternierung. Schließlich noch der Fall des achtjährigen jemenitischen Mädchens, dessen Scheidungswillen (!) von einem jemenitischen Gericht im April 2008 als berechtigt anerkannt worden ist. Diese vier Fälle konfrontieren uns zwar mit für uns westlichen Beobachter heutzutage nicht mehr nachvollziehbaren Rechtsverständnissen, die zur Anklage, bzw. Lebenslage führten, aber dennoch auch mit dem Vermögen solche Urteile und Vorgänge korrigierend zu verändern. Nicht zuletzt die gerichtete Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit dürfte ihren Beitrag hier leisten, geleistet haben und zukünftig zu leisten haben. Wichtig scheint mir zu sein, dass wir diese Vorgänge beobachten, beobachten, wie sie gelöst werden, wichtiger noch, dass sie akzeptierbar gelöst werden. Und dass die Mitglieder der Gesellschaften, in denen diese Vorfälle stattfinden, beobachten, dass ihre Gesellschaft die Fälle so gelöst haben, wie sie schließlich gelöst wurden - mit abschließender Mäßigung, trotz aller Rechtsaufregung im Anbeginn. Über solcher Art Selbst- und Fremdverständnisses kann Annäherung erfolgen, denn was zählt, ist das Ergebnis. Eine Annäherung aus einer oppositionellen Grundkonstellation heraus. Ein Bewegen von zwei Seiten in eine Bandbreite gemeinsamer Verträglichkeit.

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Frauen in hohen Staatsämtern sind auch in der islamischen Welt nicht allzu außergewöhnliche Realität. Der Oman hat eine Touristikministerin und in Dubai finden sich Frauen in hohen Positionen, auch die Handelsministerin ist eine Frau (ab Nov. 2004) aus der Herrscherfamilie. Das muslimische Mauretanien hat seit Sommer 2009 eine Außenministerin sowie weitere 5 Ministerinnen, und auch dem Iran ist seit September 2009 eine weibliche Ministerin nicht mehr fremd. Im afghanischen Kabinett saß bereits 1965 eine Gesundheitsministerin. [1] Hierher gehört ebenso die Nennung der zweimaligen pakistanischen Premierministerin Benazir Bhutto, oder die erste türkische Premierministerin Tansu Çiller (1993 - ´96). Schließlich auch Arwa bint Ahmad, die über Jahrzehnte hinweg bis zu ihrem Tode im Jahr 1138 die sulaiyidische Herrscherin des Jemen war.

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Es gibt natürlich auch Rückschritte und Stagnation, so ist der neuerliche faktische Hidschab-Zwang für Frauen in Gaza erst seit der Machtübernahme der Hamas 2007 durchgesetzt, das Wasserpfeifenverbot für Frauen in der Öffentlichkeit in Gaza dann im Juli 2010. Der unbedingte Wille der radikalen Islamisten und ihrer Sympathisanten, besonders auch die Frau zu kontrollieren und in ihrem Bewegungsradius einzuschränken, kündigt von krudester destruktiver Stagnation und nicht akzeptabler männlicher Selbsterdreistung. In die selbe Richtung weist das wohl Ende 2010 nun auch im somalischen Jowhar, eine von Islamisten kontrollierte Nachbarstadt Mogadischus, eingeführte Verbot des Händeschüttelns zwischen nicht verwandten Männern und Frauen. Über das dortige radikalislamischverhängte Verbot des Musikhörens usw. brauchen wir gar nicht erst differenziert beginnen nachzudenken, bevor wir es mit aller kosmopolitischen Verachtung nur ablehnen können. Wir kennen das alles noch von der menschdrangsalierenden damaligen Taliban-Herrschaft in Afghanistan. Und es steht im diametralen Widerspruch zur UN-Charta und allen Menschenrechtstexten, also der Weltgemeinschaft.

Frauenrechtlerinnen wie die ägyptische Nawal el-Saadawi sind die heutigen Galionsfiguren der Frauenbefreiung und Emanzipation in muslimischen Ländern.

Bilden wir uns aber bitte nicht zu viel auf unseren ach so großen Emanzipationsvorsprung ein, erst ab 1958 [2] durfte eine Frau in der BRD etwa ein eigenes Konto unabhängig eines Letztentscheidungsvorbehaltes seitens des Ehemanns führen oder unabhängig der Erlaubnis ihres Ehemanns eine Arbeitstelle antreten. Allerdings konnte dieser Ehemann bis zum Inkrafttreten des `Ersten Gesetzes zur Reform des Ehe- und Familienrechts´ am 1. Juli 1977 ohne Einverständnisses seiner Ehefrau deren Arbeitsverhältnis kündigen.

Und bilden wir uns auch nicht ein, dass atheistische Fanatismen wie Faschismus, Stalinismus, Maoismus und ihrer Ableger mit ihren Aber- und Abermillionen Opfern, irgend übersteigerten Religionswahn vorzuziehen wären. Beides hat mit einer modernen offenen heutigen, und einer noch mehr wünschenswerten limitistischen morgigen Gesellschaft nichts zu tun.


[1] Vgl. Emadi, Hafizullah: Repression, resistance, and women in Afghanistan. (London, 2002, S. 85)

[2] Gleichberechtigungsgesetz (in Kraft, 1. Juli 1958) BGB §1356: „Die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung. Sie ist berechtigt, erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist.“

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Nun, Demokratieentwicklung ist, wie gesagt, erkennbar, schauen wir uns weiter um, so bekamen Frauen in Kuwait alle politischen Rechte haben (Männer wie Frauen) die Afghanen,  Iraker, Palästinenser gewählt (also zumindest Wahlerfahrung gesammelt). In Ägypten wurde die Wahl zum Präsidenten (2005 + 2010) ein wenig für Gegenkandidaten geöffnet, was allerdings an der Wahlfarce im Kern nichts änderte. Natürlich erfährt die globale Demokratisierung auch Rückschläge, wie etwa Russland, welches im Freedomhouse-Demokratie-Index 2004 auf `not free´ zurückgestuft wurde und bisher (siehe Wahltheater 2007/2008) nicht wieder zurückgefunden hat, oder Weißrusslands `Wahlwitze´ 2006/2010. Sicherlich finden auch weiterhin viele Wahlen statt, die hoch manipuliert sind und der Opposition keinen bis wenig Spielraum lassen, Wahlen mit Wahlergebnissen, deren legitime Gültigkeit nach allen Maßstäben der Transparenz, Fairness und Ehrlichkeit, nicht gegeben ist (Iran 2009, Afghanistan 2010, Myanmar 2010).

Doch insgesamt demokratisiert es sich weltweit durch die Jahrzehnte hindurch - bisher! Fest steht jedenfalls eine ordentliche Erholung und Ausdehnung der Demokratien weltweit nach ihren großen Zusammenbrüchen in der faschistischen Vorkriegsperiode der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Diese Entwicklung verweist auf eine bisher zieloptimierende historische Dynamik. Wir sagen `bisher´, um unsere praxiszugewandte politische Philosophie nicht dem Verdacht auszusetzen, teleologische Schwarmgeisterei zu sein. Es gibt viele Gründe dafür, historische und rein zeitgegenwärtige, der eigenen nationalen als auch weltweit Demokratisierung eine positive Entwicklungsprognose zu stellen; etliche auch dagegen, die erneute schwere Rückschläge möglich erscheinen ließen. Demokratie ist z.B. durch Not, Aggression, einschränkende Gesetzgebungen, die sich etwa gegen die Pressefreiheit richten (Ungarns Mediengesetzreform 2011), auch durch eine möglicherweise immer weiter gehende Überwachung und Einschränkung und Relativierungen der Bürgerrechte im Kontext der Terrorabwehr, in Gefahr.

Limitisten wollen freilich konstruktiv bleiben und an einer sinnvoll geordneteren Welt arbeiten, dass heißt entsprechend die Zukunft milder zu zeichnen, an den Menschen und die Menschheit zu glauben, es einfach nicht aufzugeben der Unvernunft, etwa der Gier, die besseren Wirkargumente, der Macht Kontrolle entgegen zu stellen. Wer bestimmte Grenzziehungen und Grenzveränderungen gegenüber Handlungen vor allem als Schutz versteht und nicht als einsperrendes Moment, der dauert und bleibt gesellschaftsverträglich.

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Kirche und Verhütung

Desgleichen, wenn etwa manch ein katholischer Kardinal, Bischof, Pfarrer und Laie, seine positive Haltung zum Kondomgebrauch, etwa im Kontext von AIDS/HIV und einer weltzugewandteren positiven Sexualmoral, tatsächlich [wieder] unmissverständlich deutlich werden lässt, dann ist auch das ein Beispiel für solche gesellschaftlichen Zeitgeistwandelzeiten, die sich jedoch nicht immer unmittelbar durchsetzen, wovon gleich zu reden sein wird. Papst Benedikt_XVI. und seine Konfessionsfunktionäre gehen de facto dagegen erst einmal erdenwirklichkeitsbezogen absurderweise weitgehend die alten Wege weiter. 

Die Frage, ob zumindest im Kontakt mit AIDS-Kranken Kondome benutzt werden dürften, wird in einer vatikanischen Studie positiv beantwortet. "Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Krankenseelsorge, Kardinal Javier Lozano Barragan, habe dem Papst bereits eine 200 Seiten starke Studie zu dem Thema vorgelegt, berichtet die Zeitung „La Repubblica”. Zunächst soll jetzt die Glaubenskongregation das Schriftstück prüfen." (www.journalmed.de, 21. Nov. 2006) Im Ergebnis lehnte der Papst Benedikt XVI. bei einem Treffen mit afrikanischen Kirchenfürsten im Februar 2007 eine Propagierung der Kondomnutzung aus Gründen der HIV-Prävention in Afrika ab. Seine wirklichkeitsferne Empfehlung blieb dagegen: reine Enthaltsamkeit. Was ist daraus geworden?

Papst Benedikt XVI. hat das Nein seiner Kirche zur künstlichen Empfängnisverhütung anlässlich des aufkommenden vierzigsten Jahrestages der Enzyklika `Humanae vitae´ [verkündet am 25. Juli 1968] im Mai 2008 bestätigt und doch im Herbst 2010 den Gebrauch von Kondomen - überraschenderweise zwar, aber im Wirkradius gering haltend, lediglich in Ausnahmefällen! -, etwa im Verkehr mit einer Prostituierten, zum Schutz vor AIDS, in den Bereich des Vorstellbaren gerückt. Bei aller Enttäuschung  über dieses unbeherzte Herauskommen aus einem irrsinnigen Dogma, hat die katholische Kirche gerade mit diesem kleinen ungenügenden Zugeständnis doch den Initialschritt in für sie zuvor nicht betretbares Terrain unternommen, obwohl sie zu Zeiten des II. Vatikanischen Konzils in den 1960er Jahren eigentlich fast schon so weit gewesen wäre, wenn es nicht das Unfehlbarkeitsdogma des Papstes gegeben hätte. Die Tür zur Vernunft wurde nun endlich entriegelt und ein Lichtspalt der Veränderung tat sich auf. Dieserart Pfadgeschwindigkeit ist jedoch ungenügend, um den brennenden Globalfragen, gerade auch hinsichtlich der Weltbevölkerungsentwicklung, verantwortlich zu begegnen. Vielmehr Dynamik ist von Benedikt nicht mehr zu erwarten, und so werden wir wohl zunächst auf seinen Nachfolger hoffen - dessen Aufgabe dann bereits jetzt schon die leichtere ist.

Nicht vergessen soll werden, dass damals weltweit sehr viele innerhalb wie außerhalb der Kirche wahrlich nicht mit der Aussage der Enzyklika Humanae Vitae, die obendrein tatsächlich eine Minderheitenmeinung im päpstlichen Beratungsgremien repräsentierte, einverstanden waren und sich eine modernere Kircheneinstellung gegenüber der Sexualität und Selbstbestimmung der Gläubigen erhofft hatten. Man hatte eigentlich sogar erwartet, dass die Kirche die Pille bejaht, um so Abtreibungen verhindern und der sich abzeichnenden Weltbevölkerungsexplosion zumindest vernünftig begegnen zu können. Ausdruck fand dieses starke Unbehagen gegenüber dem Machtspruch des Papstes z.B. in Deutschland durch die `Königsteiner Erklärung´ der Mehrheit der deutschen Bischofskonferenz vom August 1968, die in Antwort auf die päpstliche Humanae Vitae Enzyklika die Verhütungsfrage den Eheleuten selbst zur Gewissensentscheidung überließ und damit seither im Dissens mit der römischen Kurie liegt.

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Angesichts ihrer solidarischen Liebe, die diese Kirche auch in die Welt hineinträgt - die vielschichtige, machtfixierte, gewaltträchtige, fatale römische Kirchengeschichte und ihre widerspenstige politische Bockigkeit gegenüber vielem, was wir heute Fortschritt und Befreiung des Menschen nennen, mal außen vor gelassen[1]; auch der Kirche sei das Recht auf Entrohung und werdender Einsicht zugestanden -, und ihren verteilungsgerechten Sozialenzykliken, ist ihre anhaltende (Un)Tat der Verweigerung der Erlaubnis zu künstlicher Verhütung doppelt erschreckend. Es tut mir leid, bei aller Offenheit gegenüber und Sympathie zu allein friedlichen religiösen Motiven, ohne zweiseitige Bandbreiten-Spiritualität[2] fehlt etwas im Menschen. Mit ihrem Standpunkt zu modernen Verhütungsmitteln täuscht sich die Kirche in einer schier unfassbaren Weise! Täuscht sie sich zum Nachteil von lebender und nachkommender Biodiversität und Menschheit. Spirituelles Wohlbefinden bedarf auch einer entsprechenden Lebenssituation auf Erden und kann nicht allein in ein Vertrauen auf ein grandioses Nachirdisches verlegt sein. Da fehlt die Balance. 

Nun, `Jesus´ hat ihnen wohl schon vergeben, aber schüttelt wahrscheinlich ebenso wohl immer wieder den Kopf, wenn er an diesem Thema bei der katholischen Kirche vorbeikommt?! Als Mensch jedenfalls, der selbst fehlbar ist, und gefehlt hat, weniger fehlen wird, schüttelt man/frau den Kopf, und sieht es berechtigterweise nur aus Opferperspektive: Hunger, Armut, Kindersterben, Zerstörung des ökologischen Zusammenhalts nicht zuletzt auch qua Masse in der Welt. Opfer, die einzig dafür belastet werden (z.B. unschuldige, also durch Karma  nicht tangierte Kinder - denn das wäre eine andere Religion - wir kommen darauf zu sprechen), dass andere [Papst et al.] ihr leidstoßendes `Ehrenwort´, Dogma, halten können und sich nicht zu moderieren wissen. Das ist nicht der Weg der Liebe, das ist der Weg des extra Leids! Das ist keine Bandbreite, sondern der Abgrund. Die Täterperspektive der reinen moralischen Lehre ist ein theologisches Konstrukt ohne Rückbindung an die offensichtlichen biosphärischen Bandbreiten, eine Zumutung an alle Beteiligten, die irdische Schöpfung insgesamt.

Nun gut, die päpstliche Unfehlbarkeit in Fragen des Glaubens und der Sitte, die es anscheinend für Papst Paul VI. 1968 zu demonstrieren galt, ist nicht gar so alt. Das Unfehlbarkeitsdogma datiert auf die Bulle Constitutio Pastor aeternus des Papstes Pius IX. vom 18. 7. 1870. Man könnte auf die Idee kommen, es ihm wieder qua Konzil abzusprechen.


[1] Deschner, Karlheinz: Kriminalgeschichte des Christentums. 9 Bd. (Reinbek, 1986 - 2008)

[2] Keine Menschenopfer; keine übermäßige Vereinnahmung der Gesamtnatur nur für eigene Menschen-Zwecke. Eine dem Leben im Hiersein wie einem etwaigen Nachsein gleichwertig verantwortlich zugewandte Richtung des Vertrauensaufbaus, Vielfalts- und konstruktiven Optionenvielfaltserhalts. Die Höllen auf Erden zu beseitigen, und die Paradiese auf Erden allen zugänglich werden zu lassen, ist etwas, was langfristig und nachhaltig nur mit Bandbreiteneinhalt zu generieren ist. Daher ist es nichts weiter als abwegig, wenn man in einer übervollen Welt, vor allem in Ländern mit steigender Bevölkerungszahl, Kinderreichtum predigt und künstliche Verhütung sanktioniert. 

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So trennt sich die moralische Welt, in der man seine abstrakten Werte postuliert, und die materielle Welt, in der Kinder sterben, die nach irdischen gegenwartsrationalen Maßstäben [heutigem Wissen] nichts mit dem Sexualgebaren ihrer Eltern, im Sinne einer Verantwortlichkeit, zu tun haben. Die Moral  aus dem Vatikan ist demnach  unlogisch [reine Dogmalogik], also herzensunlogisch, weil einseitig, und sie ist menschenverachtend, wobei sie doch auch den Menschen liebt (ein ganz trauriges und überflüssiges Paradox, was sich die katholische Kirche meint da weiterhin erlauben zu müssen). Ohne diese eine Doktrin der Kirche, ihre `Kondom-Moral´ (siehe Kinder-Aids) - in Wahrheit ist das indirekter Massenmord -, tja, sorry, nein, nicht sorry - wäre die Kirche auch weiterhin grundlegend zu kritisieren [für ihre Homophobie, ihre autoritären Entscheidungsstrukturen, die Nichtzulassung von Frauen in den Priesterstand, möglicherweise für ihre undurchschaubaren Geschäfte], andererseits doch auch heutzutage für ihr Friedensengagement und die seelsorgerische Arbeit sehr zu loben. 

Wenn etwa, wie eine im Mai 2008 publizierte Studie des CELSAM [Centro Latinoamericano Salud y Mujer] ausweist, dass im katholischen Lateinamerika rund 62 % der 16 - 19-jährigen und ~ 32 % der bis 45-jährigen Frauen künstliche Verhütungsmittel komplett ablehnen, sei es aus Gründen womöglicher Nebenwirkungen, sei es aus religiös motivierten Gründen, so sind eben auch die religiös vermittelten Gründe dafür mitbestimmend. Im Zusammenhang mit der Weltbevölkerungsentwicklung, 215 Millionen eigentlich verhüten wollenden Frauen ohne Zugang zu Verhütungsmitteln, und rund 80 Millionen[1] ungewollten Schwangerschaften pro Jahr, alles andere als eine sinnvolle Entwicklung, denn die Fertilitätsrate [Fruchtbarkeitsrate] liegt auch in den lateinamerikanischen Ländern mit 2,6 Kindern pro Frau leider immer noch deutlich über jenen max. ~ 2,1 welche langfristig die Bevölkerungszahl konstant halten würde.

Die angesprochene CELSAM-Studie zeigt auf, dass die Frauen Kenntnis über das Vorhandensein solcher Mittel haben und zumindest kein grundsätzlicher Mangel an Information über die gängigen Verhütungsmethoden und ihre Gefahren ihr Verhalten bestimmt - im Gegenteil. Wobei natürlich gefragt werden kann, warum gerade in Südamerika die gleiche Information zu unterschiedlichen Handlungsweisen führt, als etwa in Europa. Es stellt sich mir die Frage, was denn die Nebenwirkungen von z.B. Präservativen seien können - sie enthalten krebserregende Stoffe, sog. Nitrosamine, die sich aber mit teureren Ersatzstoffen ersetzen lassen! Man sieht erneut, man kommt von einem ins andere Problem, aber ebenso von einer zur nächsten Lösung.  Die katholische Kirche ist dabei längst nicht der einzige paradoxe Täter. Viele Traditionen in vielen Kulturen und Religionen, die Kinderreichtum als Segen preisen und mit Status belegen, gehören in die Gesamtverträglichkeitsbandbreite zurückgestutzt. Hierzu bedarf es grundlegender struktureller und kultureller Veränderungen. Bandbreiten-Lust.


[1] Zahlen aus dem UN-Weltbevölkerungsbericht 2010 (UNFPA, 2010)

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Die internationale und nationale nicht nur politische Welt ist, wie gesagt, gleich immer, in Bewegung.

Nun, aber was ist sonst? Das neoliberale Diktum  beweist sich teils in den globalen Entwicklungszonen, und stellt sich gleichzeitig in den Armutszonen (Exklusionszonen) in Frage. Beide Zonen überlappen sich auch (etwa mit Slums , oder der Massenarbeitslosigkeit). Aber es wäre zu kurz gefasst, wollte man vergessen, dass eine ganze Reihe weiterer Faktoren  das Bild multikausal mit beeinflussen, dazu im Textverlauf ja immer wieder Ergänzendes. Die Frage ist, welche Entwicklung wird die andere Entwicklung früher oder später abfangen, überlagern, ablösen? Mathematisch: zwei Kurven können sich kreuzen, und wenn sie es tun, was verändert sich? Oder sie können so verlaufen, dass sie sich nur tangieren. Oder sie berühren sich nicht.

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Kommunikations-Gravitationen bauen sich auf.

Es bilden sich Entwicklungen in der Welt ab, die einen Beobachter doch ein bisher unbekanntes Ufer der Zivilisationsbesinnung sehen oder erahnen lassen können. Sicherlich wird (welt)gesellschaftlich an die Wand gefahren werden, wie es täglich abertausende Armutstote schon heute gibt, und die Natur rasant aus ihrer Vielfalt und Balance kippt. Doch könnte es bei dafür notwendigen umfassenden erfolgenden Kurskorrekturen auch nicht zur absoluten Katastrophe in absehbarer Zeit kommen. Vielmehr sozusagen bei einem (welt)gesellschaftlichen `Schleudertrauma´ sein Bewenden haben lassen, ohne einen zu großen langfristig bleibenden Schaden verurdacht zu haben. Bis die begründbare Aussicht darauf, zügig immer weniger verhungern zu lassen, bis es keiner mehr muss, sich werdend bewahrheitet. Ein tatsächliches Ende des Zugriffes auf immer weitere natürliche Lebensräume. Es ist nicht so, dass alles zwingend den Bach runter zu gehen hätte, es bildet sich auch Bewusstsein und institutioneller Aufbau zur Bereinigung und Vermeidung globaler/lokaler/regionaler Verödungsszenarien. Wir dürfen aber ebenso feststellen, dass nichts in trockenen Tüchern ist, ja, der Welt ein Elend, Zerstören und Morden zugemutet wird, auch indirekt durch Ignoranz und systematische Habgier nach Macht, Einfluss, Geld - überall, allerorten. 

Wir können den `globalen Naturholocaust´, ich will es so sagen dürfen, (da sind als erstes die Menschen mit gemeint - die Systematik  liegt im Kommunikation reduzierenden Wegschauen) fortführen oder ihn einstellen, sofern wir uns international einig werden könnten.

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Bandbreiten

Der Autor gibt wie andere die abstrakte Ansicht in die Debatte, dass `alles´ seinen dynamischen Bereich hat. Dass Manches sich aber außerhalb seines ihm zukommenden Bereiches bewegt, zum Nachteil des betroffenen Gesamt-Systems hinsichtlich seiner Optionen und seines Bestandes in der Zeit.

Dass man herausbekommen kann, dass man eben nicht in der `Bandbreite´ ist. Dass man die Bandbreiten zwar oft dynamisch zu verstehen hat, sie aber zum jeweiligen Zeitkontext passend erkennbar sind.

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Es gibt ein empirisches Gekonnt-Haben / Können / Könnten, als auch ein normatives Sollen.

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Und es gibt allgemein die Eigenlogik von Systemen (vom Menschen als psychisches System bis zu funktionalen gesellschaftlichen Steuerungssystemen und Teilsystemen  staatlicher Seite und privatrechtlicher Seite, wie Unternehmen und Organisationen, die sich alle ausbreiten, bis sie auf Irritation und Widerstand treffen. Hierbei hat z.B. der Jurist und Soziologe Niklas Luhmann mit seiner Variante einer allgemeinen, in seinem Falle kommunikationstheoretischen Systemtheorie früh viel Erhellendes vermerkt.

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Wir sollen nicht all das tun, was wir tun können, aber können, was wir sollen

Da mancher sich sein eigenes Recht übertreibt, macht die Gemeinschaft sich ihr Gemeinschaftsrecht. Ohne diesen Akkord würde sich Weniges plündernd auf unserem Planeten verhalten und den Massen zumuten, was ihnen einfällt. 

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Sklaverei, Manchesterkapitalismus, prekäre Lebenssituation aus konjunkturellen Gründen, Verteilungsabsurditäten, Niedriglohnausbeutung - innergesellschaftlich national und global. Die Ansprüche wachsen mit, aber es ist legitim sich in seinen Lebensverhältnissen mit der Umwelt zu vergleichen in der man sich bewegt.

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Rawls inspiriert

In Anlehnung an John Rawls Theorie der Gerechtigkeit könnte man sich leicht vorstellen, man flöge mit einem gigantischen Mehr-Generationen-Raumschiff einen fremden erdgleichen Zivilisations-Planeten mit erdgleicher Bevölkerungszahl und -verteilung an und könnte im Vorfeld bestimmen, ohne irgendetwas über die auf diesem Planeten wohl herrschenden gesellschaftlichen Zustände zu wissen, welche gesellschaftlichen Verhältnisse dort vorzufinden sein müssten, um von einer `wohlgeordneten´ [limitistischen] zivilisationären Situation sprechen zu können. Also eine rein hypothetische Gedankenkonstruktion. Ein Beschreibungsversuch eines  transkulturellen und intergenerationellen Konsenses über eine mögliche einzuhaltende proaktive Bandbreitenorientierung und Bandbreitenlogik (welt)gesellschaftlichen Handelns. Hier wie `dort´!

Dabei darf es den so Regel-Philosophierenden vorher nicht klar sein, an welchem geografischen Ort und in welcher sozialen Situation und Rolle (gleiche Bevölkerungsdichte, gleiche geografischen und klimatischen Bedingungen wie auf Erden vorausgesetzt; mitsamt einer ökologischen Ausgangslage, die stimmig sein muss zu den Vorgaben der Space-Kontraktualisten) sie ihren eigenen Platz auf diesem Neu-Planeten `dann´ einnehmen würden. Die Bandbreite dieser möglichen öko-sozialen Situationen und Rollen wäre logische Resultierende, der noch auf unserem Raumschiff zuvor getroffenen Vorgaben. Diese Grundbedingung ist nicht ganz so transindividualistisch und entpersonalisiert gefasst wie bei Rawls` Schleier der Unwissenheit. Dadurch scheint zwar die Konsensfindung erschwert, aber durch die reduzierte Abstraktheit wird die Ergebnisübertragbarkeit und Anschauung für uns hiesigen, für die dieses hypothetische Konstrukt identifizierende Orientierung geben könnte, vergrößert. Obendrein kann man festlegen, dass diejenigen - wenn sie nicht mehr als ..., ja, 4 % ausmachen - später mit dem Raumschiff weiter fliegen könnten, die dem Verhandlungsergebnis nicht zustimmen wollten.[1] Die Raumfahrer können folglich ruhig wissen wer sie selber sind. Da sie sehr viele sind und quasi alle Schattierungen unserer eigenen heutigen Erdbevölkerung in punkto Fähigkeiten und körperlich-mentaler Konstitution, Kultur, Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Vorlieben, aufweisen, ferner die getroffenen Entscheidungen kornsensuell anfallen sollen - also mit Bandbreitenmehrheit ( sagen wir eben 96 %) - ist dafür gesorgt, dass es nicht zu Entscheidungen gelangt, die quasi das Ergebnis einer sich selbst überschätzenden Majoritätsgruppe sind, die nur zu seltsamen z.B. Minderheiten betreffenden  Regeln gelangen kann, wenn es keine zu niedrig angesetzten Quoren gegen umfassenden Minderheitenschutz gibt. 

 

[1] Hier stellt sich für uns auf Erden die Frage, wie wir den `Nichtwollern´ begegnen. Warum 4 %?

 

Des weiteren kann man davon ausgehen, dass sie eine Welt konzipieren, die ein idealisiertes Abbild unserer hiesigen planetaren Jetztsituationen ist, denn woraus sollten sie sonst schöpfen, als aus der Ihnen bekannten oder überlieferten Weltsituation?! Plausibel anzunehmen ist es, sie eine Welt konstruieren zu sehen, wie sie es bei uns eine in etwa fünfzig bis hundert Jahren sein könnte, wenn, ja wenn sich von heute an konstruktive Entscheidung an konstruktive Entscheidung perlt [sozial, kulturell, politisch, ökologisch, ökonomisch und technologisch] - im Weltmaßstab.

Welchen realen Verhältnissen sie im lebenswirksamen Detail selber ausgesetzt wären, nach Maßgabe ihrer eigenen Bestimmungen über die zu entwickelnden planetaren Gerechtigkeitspflichten + Groß-Freiheiten, bleibt unseren vielen Raumfahrern wie gesagt unbekannt. Ob offensichtlich gut oder offensichtlich weniger gut. Man hat allerdings im Konsens eine Einigung darüber erzielt, was das nun für ein Planet zu sein hätte, bevor man quasi auf diesem hat landen können, um dort nun sozusagen per Losverfahren unter das dortige Volk, die Völker, gemischt zu werden. Völker und Gesellschaften, welche ihre internen wie planetare Gesamtsituation eben ganz so gestaltet hätten, wie die Neuankommenden Raumfahrer es diesen - noch im Raumschiff seiend zuvor zugedichtet hätten.

Man käme in unserer Gruppe der Raumfahrer über die Bejahung und Beanspruchung von differenten Kultursituationen doch zu bestimmten gesamtplanetaren Verregelungen (Menschenrechte, Handelsrechte, politische Rechte/Pflichten + soziale Rechte/Pflichten, ökologische Naturrechte, Technologiepflichten, vielleicht spirituelle Rechte). Gleichzeitig wird durch solche Annäherung an einen Gesamtplaneten jeglicher anthropozentrische [ethnisch, nationalistisch, elitär] verengte Blick erweitert auf den Gesamtrahmen Biosphäre  in ihrer elementaren Wesentlichkeit und Diversität, den es grundsätzlich gilt möglichst balanciert zu halten, weil nur innerhalb dieses Rahmens die Evolution der abgestimmten Vielfalt  als immanenter Eigenwert sich zu entfalten vermag. Diese Menschen im Raumschiff, eine multiethnische und multikulturelle Mannschaft, Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergrund und gelebter kultureller Ausprägung, darunter genauso viele Frauen wie Männer, Alte wie Junge, Kräftige wie Schwächere, Talentierte wie Wenigtalentierte, Nicht Gehandicapte wie mehr oder weniger Gehandicapte, sagen wir, haben es in ihrem idealistischen Tun leichter, als wir hier bei uns im Ist-Zustand des irdischen Seins auf der Erde mit all ihren  versammelten interkulturellen und gesamt-zivilisationären Verwerfungen. Wir können nicht leicht sagen: so sollte es sein und dann ist es auch gleich so eingerichtet. Nein, wir müssen den Weg dahin dazu erst noch angeben und vor allem dann auch noch erst einmal ganz gegangen sein!

Zauberei ist nicht möglich. Nur politische Weichenstellung und dies übernational, aufbauend auf den einzelnen nationalen Bereitschaften, kann es erreichen, im Zuge der nächsten Generationen das zu leisten, was zu leisten wäre, soll es in aller natürlichen (teils auch künstlichen / artefaktuellen) Vielfalt weitergehen können. Das Projekt heißt Anpassung an das allseits konstruktiv Mögliche. Diese Anpassung hat nichts mit Utopie zu tun, sie ist die Bandbreite, innerhalb derer Freiheit möglich ist - für den Menschen und seine biologischen Mitgeschöpfe. Dieses ist der Leitfaden für Institutionen und funktionale Systeme, insofern sie relevant sind! 

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In einer limitistischen Gesellschaft wären die Schlechtestgestellten immer noch so weit abgesichert, dass sie zwar wenig, aber genug hätten, um existieren zu können und nicht vegetieren zu müssen. Dass sie in ihrer Heimatregion würdevoll entlohnte Arbeit hätten, wenn sie sie suchten und dadurch finanziell besser gestellt wären, als die freiwillig nicht arbeiten wollenden Ärmsten und dadurch Schlechtestgestellten, wäre ausgemacht. Nicht arbeiten könnende Menschen können deshalb nicht zu den Schlechtestgestellten gehören. Arbeiten sollen heißt aber nicht etwa eine 80 Stunden-Woche für Hungerlöhne, wie teils für die Textilarbeiter in Bangladesh, sondern eine 20, 30, 40 Wochenstunden, je mehr, je deutlicher natürlich der Gehaltsvorteil, aber man müsste mit 20 Std. die Woche sich schon selbst finanzieren können. 15 Euro netto/Std. in Deutschland (Lebenshaltungskosten: Basisjahr 2010) wären etwa die limitistische Ansage.

In limitistischer Lesart: Verhältnisse, die den Individuen bei aller auch großzügig gestalteten Differenzierung individueller Möglichkeiten doch allgemeine größte Freiheitsrechte und Teilhabe, sowie Chancengerechtigkeit und materielle Sicherheit zukommen lassen. Ferner den Naturraum im Kernbestand räumlich und inhaltlich verpflichtend unverletzt lassen, bei optimierter Ressourcennutzung im Gleichklang mit dem technologischen Fortschritt. Dies bedeutete, um mal eine Angelegenheit willkürlich herauszugreifen, auf solch einem erdgleichen Planeten fossile Brennstoffe  nur so lange als unbedingt nötig im großen Maße zu nutzen, bis regenerative Technik wohlüberlegt und dezentralisiert in kürzesten `Energieketten´[1] übernehmen kann.


[1] Vgl. Hermann Scheer: Solare Weltwirtschaft. (München, 1999, S. 43ff.)

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Demokratie-Entwicklung

Ein Blick ist besonders auch auf die moderne digitale Kommunikationstechnik (ICT) zu verweisen. Diese wird zur Voraussetzung einer sich in langer historischer Linie möglicherweise kontinuierlich weiter vertiefenden globalen Demokratisierung. Die Argumente wiegen zu schwer, um ihr demokratie-vertiefendes Potenzial verleugnen zu können.

Der Debattenbeitrag dieser Schrift ist, es wurde deutlich, eine Kapitalismuskritik. Diese plädiert für einen Bandbreitenkapitalismus, der in einer Demokratie nur über den demokratischen Weg herbeigewählt werden kann. Daher geht es gleichzeitig um Demokratieausdehnung und Demokratievertiefung.

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Stichworte zur digitalen Demokratie: ID-Card und Communicator, E-Demokratie. Drei oder vier parallel operierende Wahlcomputerkonkurrenzsysteme zur Absicherung gegen digitalen Wahlbetrug, denn das Ergebnis muss bei allen, oder dreien von vieren, deckungsgleich, oder doch innerhalb einer Ergebnistoleranz dicht beisammen liegen, um davon ausgehen zu können, dass es zu keiner Ergebnismanipulation gekommen ist.

Die Kandidaten- und Parteienstimmen werden dann mehr zu Abstimmungen über einzelne Ressorts und Einzelentscheidungen.

Den Kritikern der digitalen Demokratie sei gesagt, dass mit einer technisch abgesicherten Mehrfachabsicherung im Rücken schon gefragt werden darf, warum Bankgeschäfte über das Internet abgewickelt werden dürfen, aber für das Wahlgeschäft die gleiche Infrastruktur als zu unsicher deklariert wird. Ich werde darauf zurückkommen.

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Ökonomie

Globale wirtschaftliche Verflechtung ist zu entwickeln und aufzulösen. Je nach Gegenstand. Lange Transportwege schwerer und schnell verderblicher Güter, Güter, für die es keine gesamtbiosphärischen guten Gründe gibt auf lange Reisen zu gehen, sind als Billigtransporte zu vermeiden, wenn vermeidbar, dabei geht es um tendenziellen Regionalismus, Energieeinsparargumente, bzw. um die Erhöhung der Transportkosten proportional zur Entfernung. Welttransportsteuern.

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Richard [Richard J. Douthwaite ist ein engl. Ökonom und der Autor von "The Growth Illusion: How Economic Growth Enriched the Few, Impoverished the Many and Endangered the Planet" 1992; "Short Circuit" 1996; "The Ecology of Money" 1999 und "Before the Wells Run Dry" 2003]  believes we need a change in paradigm. We are already rich, so let's do other things and stop being so competitive! We can end the need for growth if we restructure our economy. Our present economy is based on the fact that nearly all of our money is lent into circulation. If due to a change in circumstances we stop borrowing, the whole economy slows down. We need national and international fair distribution. We could adapt the Contraction and Convergence model to energy. Richard pointed out the inconsistency of the European Central Bank intervening to control inflation caused by high oil prices - surely adherents of the free market economy would leave everything to the market? It's vital that we allow the high oil price signal to permeate the market so that people start looking for alternatives. This intervention over inflation will break the market signalling mechanisms. Higher energy prices will favour local producers. He gave the example of hand crafted fitted kitchens - at present mass producers dominate the market as they are so cheap. As peak oil impacts transportation and processing costs, local producers supplying hand crafted goods will become more viable again. Unfortunately progress on solving climate change and energy crises is blocked by the fear of impact on growth. Should we leave scarce oil and gas supplies to the mercies of the tender market? If we do, the rich will get them. A good government would ration these resources for the benefit of all." (James Lea : The End of Oil - Conference on Peak Oil, Food and the Economy. The CII Hall, London, UK, Tuesday 11 October 2005. http://www.greenliving.co.uk/Articles/theendofoilconfe.html 6 / 2008)

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Ich bin kein Wirtschaftler und muss mich selber in die Ökonomie einorientieren. Aber sicher ist: die Vorstellung der Bandbreiten dürften Ökonomen nahezu verinnerlicht haben. Vielleicht ist es aber gut, dass ich keiner bin, um gedanklich innovativ zu bleiben, weil es eben nicht nur um den funktionalen Handlungs- und Kommunikationsteilbereich Wirtschaft an welchen sich materielle Handlungen anschließen geht, vielmehr um das Gesamtgesellschaftssystem in seinem Selbstverständnis sich selbst, der Welt und der Weltgesellschaft gegenüber. Da nun funktionale Kommunikationssysteme sinnkommunikationsbezogen geschlossene, mit einem dualen Eigencode operierende autopoietische, sich selbstreferenziell reproduzierende Systeme sind, bedarf es, auch wenn es Luhmann anders sieht, doch einer von der Systemumwelt definierten Bewertungshierarchie, einer „allgemeingültigen, für alle Teilsysteme verbindlichen Rangordnung der Funktionen [1]. Nur diese kann die Handlungstragweiten der funktionalen Eigenlogiken bereits im Ansatz, als immer mitlaufende Umweltvorgabe an das jeweilige Funktionssystem, auf gesamtsystemischen Bandbreitenkurs vorabsteuern. Es handelt sich hierbei um das Recht. Und das kodifizierte und nicht fixierte, aber dennoch gültige Recht findet seinen Geburtskanal über das von der Wissenschaft beratene Politische. Es repräsentiert die Ergebnisse von langandauernden unveränderten Handlungsbegebenheiten, Aushandelungsprozessen oder selbstherrlichen autokratischen Entscheidungsvorgängen. Wie dem nun auch sei, Recht setzt den überwölbenden Rahmen für sich selbst und alle anderen funktionalen Systeme. So kann etwa das gesellschaftliche Teilsystem des Sports eine Gerichtsbarkeit generieren und ausüben, diese endet aber in ihrer Zuständigkeit und bricht sich an gesamtgesellschaftlichen Rechtsvorgaben. Desgleichen gilt entsprechend für die anderen funktionalen Teilsysteme. Damit ergibt sich die natürliche Rangfolge: Politik, als Herrschaft über das Recht. Recht setzt die Umwelt der anderen funktionalen Systeme, selbst die Kunst, kann nicht, wie sie vielleicht wollte. Dass auch die Politik an das von ihr gesetzte Recht gebunden bleibt, ist unstrittig, aber sie kann es eben auch verändern oder verwerfen. So etwas wie z.B. unverbrüchliche Verfassungsartikel gibt es wenn nur innerhalb einer entsprechenden Verfassungsordnung. Ein Bestandskriterium für Politik als funktionales Subsystem an sich ist dies nicht. Jegliche Ordnungen können gänzlich zerfallen oder zurückfallen hinter bereits Erreichtem, ohne dass gleichzeitig auch die funktional differenzierten Systemlagen einer so getroffenen Gesellschaft obsolet werden würden.


[1] Luhmann, Niklas: Die Gesellschaft der Gesellschaft. (Frankf./Main, 1997, S. 747f.) ; Die Eigenrationalitäten der (global-operierenden) funktionalen Systeme würden für sich gelassen, jeweils umweltblind, solange einfach ihren Logiken folgen [Wir können `damit´ verdienen, lasst uns verdienen! Wir können unser Tourismus[etc.]-Ding machen, es hindert uns ja niemand!], bis der Umweltdruck dagegen systemirritierend bis systemmodifizierend zu groß wird. Kommt die Irritation zu spät, ist der Schaden bereits geschehen. Daher ist es wichtig, dass dieser Umweltdruck als antizipierender Ausdruck der Systemsymmachie Biosphäre/Menschenrechte vertreten von Agenten der Wissenschaft, Zivilgesellschaft [Kreise schließen sich hier!] und uns Individuen, in Demokratien den Wählern, an die Politik [global/lokal] delegiert wird, um von ihr dann allen Funktionssystemen so straff angelegt zu werden, dass der Biosphären/Menschenrechtsimperativ von ihnen direkt als Grenze der Eigenrationalitätslogik interpretiert werden muss, so dass jegliche Subsystem-Kommunikation daran vorbei nicht anschlussfähig wird; in dem Sinne, dass daraus keine materialisiert-manifestierte Folgen entstehen können. Das bedeutet, dass das Rechtssystem hierarchisches an der Biosphäre und den Menschenrechten orientiertes globales Grundrecht zu sein hat. Ein Recht, an dem sich nicht mit diversem unterschiedlichen Systemeigenlogik durchtränkten Subrecht vorbeigeschlichen werden kann, oder internationale Rechtsharmonisierung in eine gemeinsam geteilte Rechtsbandbreite, also einen Zustand zumindest rechtsähnlicher wenn nicht rechtsidentischer Rechtsausprägungen, unabsehbar vertagt wird.

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Volkswirtschaftliche und Betriebswirtschaftliche Argumente und internationale Interessenlagen in eine und die gleiche Grund-Bandbreite zu bringen ist nicht leicht.

Schlüssel zur Bandbreite wären weltweite Rechts-Harmonisierungen, Transparenz  und verinstitutionalisierte Bandbreitenkontrolle [Gerichte, informelle Medienaufsicht, interdisziplinäre Expertenrunden], Erweiterung der Freiheiten und Mitsprache- und Informationsrechte, Mitentscheidungskompetenzen bis in nicht nur manche seltene Einzelfrage hinein, Subsidiarität, die Relativierung der repräsentativen Demokratie  durch mehr zivilgesellschaftliche und partizipativere Formen kommunikativer Anbindung qua digitaler Mitentscheidung in zumal regional/lokalen Entscheidungsfindungsprozessen. Entirrationalisierung des Eigentumsbegriffes und die unbedingte Bandbreitenverortung seiner Rechtmäßigkeit.

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Ökonomie, Produkte, Konzerne

Alles und Jedes hat seine zeit-und-ortsoptimalen Maximalgrößen im vielfaltsgewahrenden Gleichgewichtszustand mit dem Übrigen. In Zeiten der Globalisierung relativiert sich zwar der lokale Ort, bleibt aber dennoch der universale Ort Erde. Ein Vielfalt bewahrender Gleichgewichtszustand steht vielfaltsbezogen im Unterschied zu Gleichgewichten mit reduzierter oder kläglicher Vielfalt. Es gibt auch Gleichgewichte ohne Vielfalt: ein toter Ozean zum Beispiel. Eine Diktatur mit mund- und handlungstotgehaltener Opposition.

Ein ökonomisch-limitistisch und bewusst dazu gemachter `optimaler´ Gleichgewichtszustand ist einer, der hochkomplex und viele Marktakteure zu einem dynamischen Gesamtmarkt zu integrieren weiß. In welchem Kleinere und Größere nicht per se einen Vor- oder Nachteil gegenüber dem anderen haben müssen. Ein Markt in dem bei den Produkten verlässlich draufsteht, was drinnen ist und zu welchen Bedingungen für Mensch und Umwelt wo in der Welt dafür von wem und wie lange gearbeitet wurde. Man kann das mit Farbtabellen abkürzen.

Die Menschen wollen in vereinfachter und nicht unwahrer Rohbetrachtung der Dinge alle Wunschwaren so günstig und schnell, wie möglich. Aber ist das auch so, egal was sonst noch ist??? Sie wollen es in steigender Zahl, konfrontiert man sie mit Informationen darüber, was die Kehrseiten der günstigen Preise sind, `eigentlich´ nicht zu diesen resultierenden Preisen. Leider agieren wir Menschen jedoch zu sehr nach dem Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn-Prinzip, daher müssten die unteren Preisgrenzen für und Anforderungen an Waren aus dem Ausland politisch-rechtlich vorgegeben sein. Sind sie, was letzteres anbelangt zum Teil auch schon. Im Gleichklang dazu ist es wichtig auch im Inland die Produktionsbedingungen gerade im Lebensmittelbereich in Form von strengeren Auflagen und besseren Kontrollen und Kontroll-Kontrollen upzudaten, sowie die Abkehr von industriellen Massenhaltungsbetrieben zügig voranzutreiben. In logischer Konsequenz werden gewisse Lebensmittel seltener und damit teurer, desgleichen Industrie- und Konsumgüter teurer, aber ebenso steigt die Lebensqualität bei uns und bei den anderen. Selbstverständlich bedarf es dafür auch der anderen limitistischen Anpassungen, von denen hier rauf und runter die Rede ist. Wir sind nicht glücklicher, weil wir uns im Jahr noch 3 T-Shirts mehr kaufen können, das Auto 6 Monate früher, oder weil bei uns jeden Tag Fleisch oder ein Ei auf dem Teller liegt; das ist hirnrissiger Unsinn. Andernfalls und in unseren Zeiten bei uns ist es so verirrt sich der Markt in ein Tiefpreistal zu Kosten letztlich von uns allen hier und überall auf der Welt.

Richtig ist: Menschen wollen konsumieren. Richtig ist: sie wollen möglichst zeitunmittelbar konsumieren und nicht zehn Jahre auf eine Blue-Ray hinsparen müssen. Richtig ist: Es gibt Kinder in Indien, die stolz darauf sind innerhalb eines Jahres umgerechnet 1 Euro und 70 Cent erspart zu haben! 

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In aller Regel stellt sich in einer entsprechenden Umwelt ein dynamisches sich selbst einpendelndes viel-variables Gleichgewicht ein. Es erhält sich, solange diese Gleichgewichtsbewegung [oszillierender Gleichgewichtszustand] nicht (durch Umwelteinflüsse) gestört wird. In Kurzschrift also durch, bezogen auf das jeweilige Gleichgewicht im Kontext zum Gesamtsystem, `destruktive´ Eingaben gestört wird. Zu große und umfassende Eingriffe in Ökosysteme wirken besonders schädlich und können sie restlos zerstören.

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Die bis zu wohl rund 25.000 täglich an Hunger und seinen Folgen vorzeitig versterbenden jungen Menschen lebten, als sie noch lebten, außerhalb einer ihre Existenz sichernden infrastrukturellen und verteilungsstrukturellen Bandbreite, außerhalb des möglichen Minimal-Gleichgewichtes.

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Zu große und umfassende Strukturen in der ökonomischen Welt wirken bei Versagen besonders schädlich. Seien es nun `systemrelevante Banken´, die man nicht in Insolvenz gehen lassen will/kann/meint nicht zu können, seien es zu große Futtermittelhersteller, die zu viele Einzelbetriebe beliefern [siehe den deutschen Dioxinskandal 2010/11], und sie damit alle abhängig von diesem und dessen Produktqualität werden lassen; seien es die großen Megaketten, die den Kleinhandel zerstören. Seien es die Oligopole der deutschen Energiewirtschaft, die den regenerativen Wandel und Preiswettbewerb zu ungunsten der Verbraucher verhindern, bzw. verschleppen. Exemplarisch etwa ebenso das hier zu kritisierende globale Mega-Konzerne-System.

Daher gibt es etwa Konzerne (z.B. Holz-, Saatgut-, Energiekonzerne), die allein durch ihre vielfaltsgleichgewichtsstörende Größe nicht nur eine demokratietheoretisch fragwürdige ökonomisch-soziale  Macht darstellen, da sie, ohne dazu legitimiert zu sein, allein mittels ihrer Verhandlungsmacht ganze Staaten und Bevölkerungsschichten zu bestimmten Politiken nötigen können. Beispiele: ...

Konzerne, die zumindest global zu wenig in ihrer Macht kontrolliert sind. Konzerne, welche angesichts ihrer Kapital-Macht zu unnachhaltig und geringfügig verpflichtet werden/sind, ihrer Macht entsprechendes zu leisten - etwa im Ersatz für `unproduktive´ Werbekampagnen, globale Sozial-, Friedens- und Umwelt-Projektunterstützung zu leisten, oder etwa als Ausbilder. Nicht zuletzt an eine an die Wertschöpfung gekoppelte Verpflichtung gegenüber der Weltgesellschaft ist zu denken. An ein Weltsteuerrecht, als ausgleichendes Moment im Spannungsfeld von Produktivität, Rationalisierung, Ökologie und sozialer Verantwortung. An würdige Löhne für die Arbeiter und Arbeiterinnen in den Schwellen- und Entwicklungsländern [und bei uns], gerade weil der Lohnkostenanteil dort noch so gering ist. Wir rationalisieren und verausbeuten uns sonst noch in Grund und Boden (globalisiertes transnationales soziales Steuerkonzept).

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Die Frage stellt sich, wie wir differenzieren, welche Gleichgewichtsvorstellung wir haben, auf welchem Niveau wir unsere Gleichgewichte vorfinden wollen, wo arbeiten wir mit und wo ohne oder undifferenziert mit welchen Mustern, Formen, Ziel-Bandbreiten und Verantwortlichkeitszuschreibungen?

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Um einmal kurz weit hinein in eine der möglichen Zukünfte zu schauen: in einer hochzivilisierten und befriedeten Welt des Jahres 2300 mit, konstruktiv gedacht, vielleicht durch pure zwanglose Bevölkerungspolitik ohne Katastrophen überraschend erzielten nur noch 2 Mrd. Menschen auf Erden, ist für den einzelnen Menschen materiell ein ganz anderes Leben möglich, als es heute und in naher Zukunft mit 7 - 10 Mrd. und mehr Menschen auch nur ansatzweise sinnvoll möglich wäre. Jedem Chinesen und Inder und Europäer, Amerikaner, Afrikaner etwa ein Auto und jährliche Flugreisen etc., wäre das Aus für den Menschen in seiner Biosphäre. So kann es diese Art Weg nicht geben, sondern der Rückzug in die Bandbreite des Verträglichen steht der Menschheit bevor - auf eine konstruktive oder auf eine destruktive Weise. Wir werden mit unserem Verhalten mitentscheiden, was in den nächsten 300 Jahren passiert, aber dass auf globaler Ebene etwas passiert, ist sonnenklar und heutige Entscheidungen bergen weltzugewandt große Relevanz. Ein gewisses Paradox liegt darin, dass sich empirisch nachweisbar durch Bildungsprozesse, Emanzipationsprozesse der Frauen und Konsummöglichkeiten Bevölkerungsabbau quasi von selbst einstellt, der dann erst erweiterte Bildungs- und Konsummöglichkeiten sowie erweiterte Selbstentfaltung, idealerweise aller Einzelmenschen, ressourcenverträglich werden ließe.

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Nun, ein Hauptantrieb dieses Textmosaiks ist der Gedanke, dass die sinnvollsten Grenzen, Möglichkeitsräume, Bandbreiten, Handlungsfenster, Entfaltungsareale  aufzufinden sind, bzw. bereits seit langem in ihren Prinzipien erkenntnisstark aufgefunden vorliegen; zumal, wo nicht, man sich mit ihrer Auffindung konstruktiv beschäftigt, und das positiv gefundene und postulierte Jeweilige dann politisch, gesellschaftlich und global-kulturell entsprechend beherzt zur (welt)gesellschaftlichen Anwendung bringend vertritt, auf dass man sich an diesem konsequent zu orientieren weiß, sobald man sich auf dieses als Systemzielvorraussetzung eingeschwungen hat. Alles Weiter-Gehen-Können ist die Anpassung selbst.

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In einer Gesellschaft, in der etwa 200 Bohrmaschinen in 100 Stadthäusern aus rein kapitalistischer Logik noch zu wenige sind, bleibt weiterhin viel für ein Bandbreitendenken zu erreichen und Bandbreiten zu modifizieren, die da so offensichtlich zu voluminös interpretiert werden.

Die Umsetzung des bekannten Slogans `Nutzen statt Besitzen´ führte natürlich zu ressourcensparenden gesellschaftlichen Handeln und gesellschaftlicher Ausprägung, aber eben auch zu wirtschaftlichen Produktionsverkleinerungen in den fertigenden Industrien. Es entstünden andererseits Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor, z.B. in Form von weitverbreiteten Werkzeugleihstellen [Werkzeugkiosk]. Fragen der Bequemlichkeit stellen sich. ... Im Grunde dürfte aber gelten, dass z.B. der Gang zur Videothek nicht als Negativum betrachtet wurde, also gerne gegangen wurde und noch wird, obwohl es nach und nach natürlich mittlerweile schon bequemere Arten gibt, etwa Filme mietweise einfach zu Hause downzuloaden. Videotheken sind so betrachtet ein unweigerliches Auslaufmodell, solange es so etwas wie ein Internet gibt. Werkzeugkioske dagegen ein Zukunftsmodell. Allerdings wird es noch ein langes Weilchen dauern, bis sich hier die Trendwende, ja, die gesetzlichen Regelungen einstellen werden.

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Mietprodukte müssten sehr viel günstiger angeboten werden, als es heute der Fall ist, und als Kaufware, die gegenüber heutigen Preisen deutlich im Preis zu steigen hätte und zusätzlich an Losentscheide gekoppelt bliebe, oder einfach in bestimmten Segmenten am Besten ganz außer Mode kommen sollte.

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Klimawandel

Taschen voll und gierig nenne ich es an anderem Orte in Versen. Taschen voll ist ok, aber gierig - also immer größere Taschen und fehlgeleiteter Stolz -, das heizt den Planeten auf und entzweit den sozialen Zusammenhang. Nach relativ aktuellen und soweit weiterhin gültigen, auch auf Analysen antarktischer Eisproben beruhenden Klima-Prognosen, wird es bevor es anders wird, wohl richtig warm: im Weltmittel 2 bis vielleicht sogar 6 - gar 8 Grad (hallo! Eisbär Ade usw.) wärmer; noch in diesem Jahrhundert. (vgl. Geophysical Research Letters, 26. Mai 2006) Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) nennt 1,1 bis 6,4 Grad.[1] Man kann nur hoffen, dass sich die Wissenschaft wieder einmal täuscht. Allerdings sprechen die beobachtbaren globalen Tauvorgänge und Temperaturzonenverlagerungen eine andere Sprache. Angesichts der empirischen Datenlage – etwa die laut NASA's Goddard Institute for Space Studies (GISS) in New York global wärmsten Jahre seit 1880 in aufsteigender Folge: 1998, 2002, 2003, 2006, 2007, 2009, 2005 und 2010 - und der Langfristaussichten ist es alles andere als unerheblich, ob und zu welchen Teilen dieses Klimageschehen mit menschlichem Handeln/Nichthandeln zu erklären ist. Gewaltige Veränderungen sind im Gange und rollen auf uns zu! Steuerung/Gegensteuerung ist überhaupt ja dann nur möglich, wenn die anthropogenen Treibhausemissionen tatsächlich diese großen Wirkungen mit verursachen. Und selbst wenn sie es prozentual doch `nur´ zu kleinen Teilen tun sollten, könnten gerade sie fassüberlaufend verantwortlich sein für Schwellenwertüberschreitungen, die zu katastrophalen Folgen für unser Weltklima führen könnten. Was wir tun können, müssten wir dementsprechend tun, die jährlichen Weltklimakonferenzen sind Ausdruck dafür.

Wir sind die Menschheit, wenn auch nur ein Teil. Aber der Teil hat die gleichen Grundbedürfnisse. Wir dürfen also sinnvoll von sozusagen Allen reden.


[1] Intergovernmental Panel on Climate Change: IPCC Fourth Assessment Report - Working Group I Report on "The Physical Science Basis. (2007) Je nach Entwicklung der Klimapolitik wird von höheren oder niedrigeren Werten bis 2100 ausgegangen. ; NASA Pressemitteilung: Research Finds 2010 Tied for Warmest Year on Record. (Washington, 12. Januar 2011) ; Siehe auch: http://data.giss.nasa.gov/gistemp/ .

Der bereits eingesetzt habende und von klima-wissenschaftlicher Seite so gut wie überhaupt nicht mehr in Frage gestellte globale Klimawandel an sich birgt in seinen globalen Klimafolgen gewaltige politische Konsequenzen, nicht nur für die AOSIS-Staaten [The Alliance of Small Island States], dass es ein Elend ist zuzusehen, wie heute, nach wie vor, wie seit Jahrzehnten, wenn auch schon in immerhin deutlich abnehmender Stärke, immer noch die Weltaufmerksamkeits-Potentiale zu sehr in völligen Regenbogen-Irrelevanzen oder nationalen, ethnischen und kulturellen Eigendünkel verschüttet werden; von eben der täglichen nationalen und internationalen Macht-, Medien- und Interessen- Politik.

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Es hilft nur die Informationsfrequenzen, Info-Intervalle zu erhöhen und die internationale Abstimmung und Demokratisierung zielschnell voranzutreiben. Dies gelingt wiederum allein durch Anwendung der bereits vorhandenen Kommunikationsinfrastrukturen unter einem, in weltweit ausreichenden Maße, veränderten und angemessenen Prioritätsverständnis. Ohne die Massenmedien wird es schwer sein, Gegenaufmerksamkeiten in nötiger Kommunikationsfrequenzstärke aufzubauen, um Handlungs-, Umstrukturierungs-, Kooperations- und besonders auch Verzichtsbereitschaften (Bandbreitenbereitschaft) zu evozieren. Allerdings sehen es die Entscheidungsträger etwa in den Fernseh- und Rundfunkanstalten weltweit anders und halten den Sendeanteil der uns geistig einfach nur zumüllenden Sendungen fern jeder verantwortlichen Bandbreite zu hoch. Ablenkung, Zerstreunung, Albernheit, Comedie, etc, sind wichtig, aber Aufklärungsangebote und Informationsverbreitungkampagnen ebenso. Wir brauchen keine durch leere Sendeinhalte geförderte sich vergrößernde Bildungslücke zwischen Wissenden und Unwissenden, wir benötigen informierte Massen an Menschen, die wissen was zu tun wäre, von ihnen selbst und von der Gesellschaft insgesamt. Aber dieses Wissen muss sie erreichen können. Und kann sie nur über Massenmedien erreichen. Heute wird es diesen Massen viel zu leicht gemacht, auf Wegschauen zu zappen und desinteressiert zu verharren. Was weltweit in den Medien abläuft, ist ein Klein- und Zurückhalten der eigentlich notwendigen Debatten und Klarstellungen. Alles kommt vor, aber das Wesentliche viel zu selten. Gerade auch in demokratischer und neu-wirtschaftlicher Hinsicht ein fataler Fehler, denn sich selbst künstlich dumm haltende Wähler und Konsumenten, wählen auch entsprechend. Entsprechend verzögern sich limitistische Politikentscheidungen und Innovationen. Limitismus bedeutet auch eine gewandelte, zielorientierte Bandbreitenunterhaltung, die aktiviert und nicht passiviert. Der Staat darf seine Bürger und die Einwohner seines Landes nicht zu sehr den Werbeinteressen und Beschwichtigungsakteuren des Wegschauens überlassen. Sondern muss klare Zeitanforderungen an alle Sender geben, global/lokal relevante Information zu verbreiten. Spartensender, wo sie nicht auf Verbreitung gesellschaftlich relevanter Information spezialisiert sind, sind kontraproduktiv. Jeder Sender sollte verpflichtet sein zumindest ein Drittel, besser die Hälfte seiner Sendezeit mitzutun, die Bevölkerung konstruktiv aufzuklären, um ihre Bereitschaft und Bedürfnis für und nach limitistischen Wandel zu erwecken. Wer jetzt meint, das wäre manipulativ, dem sage ich: alles ist manipulativ und man kann sich nur entscheiden in welche Richtung es denn nun weisen soll. In eine stetig zunehmende Vernebelung der eigentlich zu Wachheit bereiten Geister oder eben hin zu verantwortungsbewussten und kritischen Menschen, die dann wissen, was (welt)gesellschaftlich sinnvoll und was zerstörerisch ist.

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Zahlreiche, v. a. maßgebende Anlässe zur Neubewertung stellen sich von selbst ein: Umweltveränderung, Technikrevolution, Erkenntnisgrade wissenschaftlich-empirischer sowie normativ-moralischer Art.

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Will man sich jedoch an den `erkannten´ Gleichgewichten orientieren, darf dabei die eigene Existenz nicht gefährdet sein. So macht z.B. nicht nur die kontraproduktive, nur Eigeninteressen gelenkte [Über]Macht der Riesenkonzerne mit ihren Gewinn-Imperativen die Erdurwälder zunichte, auch der einzelne Bauer in seiner existentiellen unmittelbaren Not ist unerbittlich, will er selbst doch mit Recht erst einmal überleben. Wer kann auch anderes als ihm dieses zuzugestehen oder von solchem Unmögliches einfordern!?

Das heißt also, dass es in Umgestaltung der Weltgemeinschaft zu vielerlei verteilungsfairen und existenzsichernden Umverteilungen/Neuorganisationen gelangen muss, will diese vielkulturige gegenwärtige noch unfertige Erd-Gemeinschaft - mit ihren wüsten Ungerechtigkeiten und, unabhängig dieser gewiss moralischen Kategorie, ihrer an Effizienz und rational-proportionaler Abgestimmtheit [Koordination] ermangelnder Weltsituation - dieser Gesamtlage `heilsam´ begegnen.

Nicht der Einzelne vermag das also, aber ganze Gesellschaften und Gesellschaftsverbünde. Eine emanzipierte Weltgesellschaft könnte es: sich anpassen.

Sie müssen es! Es bleibt ihnen unter konstruktivem Vorzeichen betrachtet, d. h. in den nächsten und zugleich entferntesten Zeithorizont hinein gedacht, keine andere Möglichkeit, um bunt zu überleben. Daher ist es auch besser früher in diesen Wandel einzusteigen. Aber was sollen wir nun darüber sinnen, die praktische Seite sieht nun mal zeitintensiver aus. Heute zählt.

Eine Weltbevölkerung zu stabilisieren und dann deutlich, ohne Repression, zurückzuführen, die Umstellung auf eine globale dezentral-regenerative Energiewirtschaft, oder alleine nur den Weltfrieden zu verwirklichen und institutionell abzusichern, benötigt viel Zeit - Generationen. Die Dinge, nachdem die notwendigen gesellschaftspolitischen Entscheidungen gefallen sind, benötigen klarerweise Zeit.

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Bei allem nötigen Pragmatismus, es dürfte schon ein visionärer Pragmatismus sein. Ein visionärer Pragmatismus beschleunigt, weil er sich durch klares Ziel einiges an Verzögerung und Umweg erspart, insofern ist er eine konsequentere Form des `Vorans´.

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Leben im Konsumnebel. Konsum soll bleiben, aber der Nebel sich verziehen. LIM will keinen anarcho-primitiven anti-zivilisationsgerichteten Diskurs füttern, sondern die Menschen unideologisch weltweit satt sehen. Eine Bandbreiten eingerichtete Konsumgesellschaft, ja Wettbewerbsgesellschaft kann das leisten, wohl so gut oder besser wie eine andere auf ernährungssichernde Bandbreiten eingerichtete Gesellschaftsordnung. Satte Menschen sind natürlich noch keine freie Menschen.

Es bedarf Sinn-motivierten Konsums, Sinn-motivierter Technik, etc., ja, allgemein Sinn-gerechtfertigten Fortschritts, mitunter auch in Form sinnvoller Rücknahme. Am Unsinn, also nicht Bandbreiten angelagerten Sinnbehauptungen, ichsüchtigen Sinnfeiern, gilt es zu sparen, auch wenn ein Rest von diesem `Unsinn´ zum allgemeinen – aber dann innerhalb der Verträglichkeitsbandbreiten - Wettbewerbs- und Konkurrenzspiel, als eben auch Amüsement durchaus dazugehört; in kleinerer Bandbreite, niedrigerer Frequenz, seltenerer Kommunikation, als gesellschaftliches Schmiermittel, und nicht nur allzu leicht und all zu durchdringend und offensichtlich ununterbrochen gesellschaftsweit. Wir hatten das gerade mit der Kritik an unseren audiovisuell sendenden Massenmedien.

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Eine perfekte Welt - un mondo perfetto - ist eine Traumwelt. Eine weit gerechtere Gesellschaft ist dagegen kein Trugbild, vielmehr möglich, ohne Zweifel langfristig ansteuerbar, dabei ohne Gewähr des Ankommens, die Zukunft bleibt kontingent, aber immerhin, ohne Sonderkatastrophe einfach durch bestimmte Entscheidungssetzungen und Umsetzungen fraglos und kausal-logisch erreichbar. Sie ist poly-rational begründbar und erstrebenswert. Ihr entgegenstehendes vermeintlich unlösbares Problem bleibt bis auf weiteres die hyperfragmentierte Welt der globalen sozialen Asymmetrien, der politisch-ökonomischen Machtungleichgewichte und ökonomischen sowie kulturellen Interessenkonkurrenzen und Konfliktlagen. Gegen eine bessere Welt stehen einfach Menschen, die nicht wollen und Macht haben, nichts weiter!!! Können könnten wir!

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Unsere Erd-Zivilisation kann auch den goldenen Bandbreiten gerecht werden, wenn sie es trotz ihrer Heterogenität denn kulturell/politisch will, vorher nicht. Und von selbst stellt sich die Verbesserung nicht ein. Um sie muss konstruktiv gerungen werden. Sicher wird die Transitionsphase der Ausgestaltung und internationalen Implementierung Schwierigkeiten mit sich bringen, was aber nur der Preis für eine dann optimiertere globale Situation ist.

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Gesellschaften können sich anpassen, indem sie schlicht die Vernunftlinien des jeweiligen Gegenstandes einhalten, die sie erkannt haben, gleichzeitig stets auf der Suche nach ihnen sind, immer möglichst zügig darauf zuarbeiten diese zu erreichen und einzuhalten, sobald sie sie erkannt haben. Sie sich nicht durch die Fragmentierungen und Differenzierungen in der Welt von den prinzipiell normativ bejahten und empirisch unterfütterten Prämissen anzustrebender Welt- und Mitmenschenbehandlung abbringen lassen. Und sie können es nur dann, wenn sie sich gegenseitig lassen! Die Konkurrenzpolitik der [meist] `starken´ Männer innerhalb der Staatenwelt, die einfach archaisch bleiben und persönlichen Macht- und Vermögenszielen frönen, wirkt katastrophal. Aufmerksamkeitspotentiale werden vergeudet, Ressourcen verschleudert. Die Dumpfheit einer dumpf gehaltenen, oft freiwillig dumpf bleiben wollenden, oft, aber nicht nur unterdrückten und einseitig informierten Masse steht ebenso für eine alte unterzugehen habende Welt.

Wie soll das funktionieren, da doch beim sog. `Abbremsen auf Bandbreite´ und einer konzeptionellen politischen Ausrichtung auf diese, etwa in einer Welt aufstrebender Energie und Ressourcen hungriger Industrien [1], keiner langsamer machen möchte, könnte im eigenen Wirtschaftsraum doch Rezession drohen [überall], will man doch die Menschen aus der Überarmut herausholen [China]!? Beides offensichtlich legitime Gründe! Aber eben nicht zu jedem Preis, nicht zum Preis der Zerstörung unserer globalen Lebensgrundlagen. Wir müssen Hinterfragen auf welche Art wir als Menschheit - wenn es das gibt, noch wird ja die Menschheit als ganze nicht gefragt - Wirtschaften wachsen lassen wollen, schnell und dreckig oder langsamer und sauber. Wir müssen fragen, ob wir, nur weil wir nicht anders verteilen wollen, die falschen Produkte und zu viele von diesen produzieren [Zu große Ressourcen verbrauchende Fahrzeuge etwa, bei der Produktion, im Unterhalt und der  Recyclingverarbeitung. Militärgüter, Einwegbesteck etc.], nur um einer Rezession zu entgehen.


[1] Etwa China als mittlerweile 2-größter globaler Erd(öl)verbraucher nach den USA.

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Auch China fällt damit auf, seinen neuen Reichtum sehr ungleich verteilt zu haben, auch wenn dutzende von Millionen Menschen in China aus tiefster Armut herausgekommen sind.

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Geht es uns um den ganzen Planeten Erde, dann geht es nur über den voranzutreibenden eingeschlagenen Weg einer globalen Verinstitutionalisierung und der kompromisslosen globalen Befriedung existenzieller Katastrophen-Situationen, die täglich die Opfergruben füllen. Zivilgesellschaftspolitik muss die globale Machtpolitik in ihre Grenzen weisen. Die Zivilgesellschaften müssen versuchen ihre Unterdrücker loszuwerden und demokratischen Wandel herbeizuführen. Dabei ist die konstruktive Seite der Zivilgesellschaft gemeint, nicht z.B. die National Rifle Association in den USA, die in Wildwestmanier etwa für freien Waffenbesitz der Bürger eintritt. Die [im Beginn durchaus Facebook und Twitter getriggerten] unideologischen Revolutionen der jungen Generation in Tunesien und Ägypten 2011 eröffneten die lang erhoffte Chance auf wirklichen demokratischen Neuanfang in diesen Ländern. Wie tief und umfassend der Regimewandel und die Demokratisierung nach der Flucht des tunesischen und dem Rücktritt des ägyptischen Präsidenten sein wird, bleibt noch unklar. Die zugesagten freien und fairen Wahlen und deren Vorbereitungen werden zum ersten Prüfstein im Prozess des Werdens der neuen Ordnung sein.

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TV

Die Verhältnisse in den Staaten (Regierungsform, Wirtschaftsform und wirtschaftlichen Kennziffern, Sozialstruktur, Sozialpolitik) und das Gesamtverhältnis (etwa Welthandelsrecht, ILO-Standards, allg. Völkerrecht und Völkerrechtsbeteiligung der Staaten), das von außen in die Staaten hineinwirkt, muss betrachtet und mit aller wesentlichen Information in nötiger Kommunikationsfrequenz (Welt-Medien) adressiert werden - an uns selbst und unsere Institutionen, sowie an die Menschen in  den anderen Ländern.

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Wo sind die nationalen und internationalen  TV-Kanäle und Sendungen für (welt)zivilgesellschaftliche Bürgerdebatte auch auf allen Kanälen: `Phönix 2.0´!? Ja, es gibt UN-Sender, etc., und Open Source Education Angebote. Es gibt aber auch Staatenzensur des Internets in China, Iran, zuweilen in der Türkei ...

Wer also Zugang zu einem nichtzensierten Internetzugang hat und sich Zeit dazu nimmt, kann schon heute ein immenses Informations- und Bildungsprogramm abrufen, so er beispielsweise der englischen u.a. Sprachen mächtig ist.

Konferenzen, Experten-Diskussionen, sind das Eine, es sind die Elitenrunden unserer Zeit. Interessant sind jedoch auch wissenschaftlich beratene, korrigierte, unterstützte Laienrunden.

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Handlungsspielraum

Der System-, Evolutions- und Feldgedanke ist in seinen Grundprinzipien ein zugänglicher Gedankenhort: Innen, Außen, Draußen, Aus!, Grenze, Markierung, Bandbreite, Feldstärke, möglich/unmöglich, Naturgesetze – Beobachter, Grundgrößen, Selektion, Information und Kommunikation. Dieses kann verstanden und in die eigene Lebenswelt schablonenhaft eingefügt werden.

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Blüte

Alles Können und Wollen findet seine äußerste [Entwicklungs-/Entfaltungs-]Grenze in der `Blüte´. Nun blühen z.B. unterschiedliche Pflanzenarten in unterschiedlichen Zyklen, Häufigkeiten, örtlichen und zeitlichen Ausdehnungen. Es gibt wohl auch ganzjährige tropische Dauerblüher. Die Aufrechterhaltung des Zyklus und die möglichst volle Ausschöpfung (die gesamte natürliche Bandbreite) einer vorliegenden reinen Blühphase ist dabei das Interesse des/der Wesen/s. Darin sind sie in ihren eigenen wesenhaften Systemanliegen alle gleich. Alle suchen sozusagen das `Licht´, den für sie besten Ort an Lebensbedingungen, um diese Nische ganz auszufüllen. Ihren Strand zur geistigen/körperlichen Eiablage. Existieren an solchem Orte oder in einem solchen Umfeld der Möglichkeiten ist erreichbarstes Wohlbefinden, geistiges Aufblühen, Erfüllungsmoment des Lebens. Ich unterstelle allen Wesen insoweit Bewusstsein, dass sie die Differenzen zwischen unterschiedlichen Qualitäten der Selbstwahrnehmung erfassen und ihre Selbstäußerung danach ausrichten. Eine Fliege wird schon oft wissen, warum sie nach rechts oder links abbiegen will und abbiegen wird.

Entwicklung ohne Blüte, Sein ohne Blüteplatz und/oder die Hoffnung auf ihn, ist letztlich vorzeitiger Abbruch, ein Nichterreichen, gewissermaßen unnötig, endlose Depression, sinnfrei – wofür?! Telos als Pera - das Ziel als die Vollendung [pera - Grenze / peratos - jenseitig] (vgl. den Telos- und Grenzgedanken bei Aristoteles).

Flora und Fauna, Jetzt-Menschen (einst der einzelne Ur-Mensch, die Horde) und die Kommunikationsräume, die Systeme der Gegenwartsgesellschaften, sind darauf angelegt, das eigene Anliegen auf eigenmöglich optimalste Weise zu verwirklichen. Und dieses ganz im Rahmen der eigenen Wahrnehmung und des eigenen Entfaltungs-Vorhabens.

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Ich versuche über diesen Text zu kommunizieren, Information zu streuen, den werdenden Text sich selbst im Prozess des Schreibens finden zu lassen, `Leerstellen´ unseres Geistes  zu generieren, diese mit einem Sinn für LIM zu behauchen und nur ein geltungswürdiges Dogma zu setzen: Leben ist das Streben nach der umfassendsten Blühphase. Selbst wenn es für uns einzelnen wohl nur ein Durchgangsweg ohne Wiederkehr sein mag. Man selber davon womöglich nichts hat, außer die Gewissheit, dass man es getan hat - geblüht hat, einen womöglichen Sinn erfüllt hat.

Stören wir das Sein, Werden und Vergehen des Lebens nicht in seinem Willen zur Bandbreite auf Zeit seiner Gleichgewichtsperioden.

Doch was ist Blüte? Etwas, dessen die Bienenvölker nicht entbehren können! Der nährende Erfolg! Die Möglichkeit der Weitergabe, ein echtes Ziel, das Ziel: Entwicklung, das Halten eines vermeintlich nicht hinterfragbaren Rhythmusses, eine ewige Etappe.

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Ist der Kosmos, dann will er auch was. Und da Bewegung ist, ist Unterschied, ist auch der Kosmos. Seine Quintessenz könnte wohl sein: er ist ein improvisiertes Theaterstück, und er/es will `es´ ganz durchgespielt erleben.

Wie die Blüte aussieht, bleibt verborgen, bis man die Pflanze blühend kennt.

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Wichtig ist dabei, um es metaphorisch und klassisch zu sagen: Bäume wachsen nicht in den Himmel, sondern finden ihre Maximalgröße im Rahmen des Wachstums des Waldes von dem sie Teil sind oder freistehend als Solitaire, ohne Ausnahme! Eine ganze Reihe von Faktoren wie: Wind, Eigengewicht, Nährstoffangebot, Genom, sorgen für einen Maximalwachstumspunkt, über welchen hinaus es in Höhe und Breite für die biologischen Einheiten nicht geht.

Ein gesunder alter Wald besteht auch aus vielen alten großen Bäumen.

Solitärpflanzen nun finden allen Platz und erhalten idealerweise am meisten Licht, bescheiden sich dennoch in ihrer Ausdehnung asymptotisch, dass heißt, ihr Höhen- und Breitenwachstum kann mit seinem windgegriffenen Ast- und Blattwerk über eine bestimmte Größe (je nach Baumart) nicht hinaus gelangen. Mathematiker berechnen dies mit ihren Formeln oder suchen sie. Dem gesunden Menschenverstand liegt zumindest auch dies klar und einsichtig vor Augen.

Die Wirtschaftswissenschaft beschreibt nun wiederum mit ihren Formeln und Spieltheorien sozusagen den (globalen) Wirtschaftsbaum.

Der Ökonomie geht es um Wachstum, im Sinne von Profitraten.

Wer Wachstum predigt, kann nur die quantitative Bandbreite möglichen Wachstums meinen. Ein qualitatives Wachstum, das sich an seinen Grenzen asymptotisch, gegen Null laufend, verhält; so wäre eine gesunde Problemlagen bereinigte Wirtschaftssituation beschrieben. Strohfeuerwachstum ist dagegen das Gegenteil einer nachhaltigen Wachstumsphase. Die Strohfeuermetapher gewinnt ihre Plausibilität, wenn man sich klar macht, dass der Mensch innerhalb weniger Jahrhunderte, vor allem im Laufe des Anthropozäns seit etwa 1800, es geschafft hat, sich an den Rand der Selbstvernichtung gebracht zu haben, über Unwissenheit und unreflektiertes Wucherwachstum als Art und im Ressourcenzugriff.

Der Umbau des Schiffs auf See, um dieses bekannte Bild mal zu verwenden, verdeutlich es auch. Kurz: die Flotte wird nicht mehr vergrößert, nur qualitativ verbessert; eher und langfristig sicherlich verkleinert und alles auf Fahrt. Gehen wir also von rund 9,5 Mrd. Menschen im Jahre 2075 aus und überlegen wir uns heute schon, wie wir dann global eingerichtet sein müssten, um uns vor dem zivilisationären Kollaps zu bewahren. Wenn wir bis dahin nicht aufgewacht sind und auf Bandbreitenkapitalismus und Demokratie der Wollenden geschaltet haben, sehe ich für unsere Urenkel Chaos und den Rückfall in ein globales Raubritterzeitalter mit modernen Waffen in einer erst einmal verwüsteten Welt. Ich weiß, wir wollen es nicht mehr hören, aber es nutzt ja nichts!

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Für Wachstum von Unternehmensketten könnte gelten; 75 Filialen und Schluss! Punkt.

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Wir als Menschheit begreifen uns, bildlich gesprochen, noch nicht ausreichend genug als kronen-gleichgewichts-wachsenden Baum, dessen Institutionenstamm allein, der für Stabilität steht, noch Jahresringe [Komplexität] hinzugewinnen sollte,  als zusätzlichen `jährlichen´ Möglichkeits-Raumgewinn (Strukturgewinn; mehr technische, medizinische, demokratische, lebensgestalterische Möglichkeiten), aber welcher ansonsten seine ausbreitungsbezogene Optimalgröße bereits erreicht hat, sozusagen vergrößert sich der Schattenbereich um den Baum herum nicht mehr. Und weil ja noch 2,5 Milliarden Menschen hinzukommend zu erwarten sind, so dürfte im Grunde dennoch auch diese höhere Anzahl mit nicht mehr, sondern müsste mit weniger Gesamtverbrauchsmasse an Ressourcen, Raum und belastender Energiegewinnung auskommen müssen, als es heute der Fall ist, um langfristig das gesamte biosphärische System-Dual: Klimasystem und globales Ökoverbundssystem, nicht gänzlich zu kippen.

Zur Vorstellungskonkretisierung seien hier ruhig Hinweise auf besondere Bäume gegeben. a) Den im August 2006 entdeckten Küsten-Redwood-Baum, der derweil eine Lebendhöhe von 115 erreicht. [Aufgrund seiner Außergewöhnlichkeit hat man ihm den Namen `Hyperion´ gegeben. Hyperion ist ein Titan der griechischen Mythologie, der Sohn von möglicherweise Gaia und Uranos. Hyperion, der `Darüberhinausgehende´ ist ferner auch der genannte Vater des Sonnengottes Helios, der Mondgöttin Selene und der Morgenröte Eos]  b) Jenen um noch mal knapp 20 Meter höheren Eukalyptus in Australien, welcher vor rund 200 Jahren gefällt wurde. c) Einer der ältesten gegenwärtig noch lebenden bekannten Bäume der Welt, ist eine rund 9550 Jahre (!) alte schwedische Fichte, von welcher die Welt im Frühling 2008 erfahren hat. Aber auch die Dattelpalmensamen, die nach über 1900 Jahren wieder angefangen haben auszukeimen. Alle diese Daten markieren sozusagen Baumgrenzen.

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Globale Bevölkerung

Die Menschheit, nun, ist kein Baum, gut, aber wäre sie ein Baum, um im Bild zu bleiben, wäre dieser Baum - ich sehe es so - 2 bis dreimal größer als der größte reale einer gewählten Art. Kurz, es gäbe sie als Baum dieser Größenordnung gar nicht. Gut, die Menschheit gibt es, woran liegt es? Es liegt daran, dass man die reale von der reell sinnvollen Tragfähigkeit der Erde [carrying capacity] für Menschen unterscheiden kann. Der Gedanke der sinnvollen und angemessenen Tragfähigkeit unseres Planeten für Menschen [Stichworte: Überbevölkerung, Naturverbrauch, Bevölkerungsoptimum] ist schon öfters bearbeitet worden. Nehmen wir Johann Peter Süßmilch in seinem 1741 in Berlin publizierten Buch `Die göttliche Ordnung in den Veränderungen des menschlichen Geschlechts, aus der Geburt, Tod und Fortpflanzung desselben erwiesen´. Süßmilch prägte den Begriff der Tragfähigkeit und gab diese für die gesamte Erde mit modern anmutenden 8 - 13 Milliarden Menschen an.

Die Überbevölkerungswissenschaftler Gretchen Daily (UC Berkeley), Paul R. und seine Frau Anne H. Ehrlich (Stanford University) sehen ein Optimum bei 1,5 - 2 Milliarden Menschen gegeben.[1]

 

[1] Daily, Gretchen C. (UC Berkeley)/Ehrlich, Anne H. und Paul R. (Stanford University): Optimum Human Population Size. (Population and Environment: A Journal of Interdisciplinary Studies. Bd. 15, Issue 6) (Human Sciences Press, Inc., Juli 1994) http://dieoff.org/page99.htm ; Ehrlich, Anne H. und Paul R.: The Dominant Animal. Human Evolution and the Environment. (Island Press, Washington, 2008)

Arthur H. Westing [*1928; US-Ökologe und hochangesehener Experte in Fragen etwa der Gefahren der chemischen Kriegsführung; UN-Berater > SIPRI und PRIO/Oslo] gab die Tragfähigkeit der Erde mit landbezogenen optimalen maximalen 2 - 3,1 Milliarden Menschen an; heißt also besser: noch weniger von uns.[1] Andere Bevölkerungstheoretiker nennen Zahlen von über 100 Milliarden (z.B. Colin Clark, 1967), aber das braucht uns nicht zu interessieren, es ist praktisch absurd.

Ich pflichte Westing, Daily und den Ehrlichs direkt und intuitiv bei. Dass man vorrechnen kann, dass weit mehr Menschen versorgt werden können und könnten, hat damit nichts zu tun. Ja, wirft die Frage auf: wofür und für wie lange und mit welchen Konsequenzen für uns und unsere Mitgeschöpfe? Derzeit wächst die Erdbevölkerung wöchentlich um die Bevölkerung von abgerundet 1,5 Millionenstädten, pro Stunde rund 10.000 zusätzlichen Menschen, trotz der Abgänge der Verstorbenen  - ein gnadenloser Wahnsinn. Wollen wir in Legebatterien leben, nur weil es eben ginge? Wollen wir einen an Menschen übervollen und sonst an Großtieren in freier Wildbahn geleerten oder einen gesunden vielfaltsvollen Erdball? Wollen wir für alle Individuen, dass sie sich auch entfalten können, oder Not und Überlebenskampf für immer mehr und mehr von uns? Nein, ganz bestimmt nicht.


[1] Westing, Arthur H.: A World in Balance. (Environmental Conservation; Bd. 8, Issue 3, S. 177-183) (Cambridge, 1981) ; Auch interessant: `In 1970, when worldwide greenhouse gas emissions had just begun to transgress the sustainable capacity of the atmosphere, the world population was about 3.7 billion; today it’s about 6.9 billion — an increase of 86 percent. In that same period, worldwide emissions from fossil fuels rose from about 14 billion tons to an estimated 29 billion tons — an increase of 107 percent.´ Westing, Arthur H.: Overpopulation and Climate Change. In: The New York Times, 17. Februar 2010) ; Absurd: Clark, Colin: Population Growth and Land Use. (London, 1967) Er sah das Maximum bei 157 Milliarden Menschen bei einem Lebensstandard, wie er im damaligen Japan vorzufinden war. Und da die Japaner Mitte der 1960er Jahre nicht die unterste Linie hinsichtlich des Lebensstandards repräsentierten ... aber brechen wir hier ab.

Es geht nicht um Maximum, sondern um Optimum. Die Tragfähigkeitsfrage ist eine vielvariable Angelegenheit und kann als eine Funktion verstanden werden, die es erlaubt mehr oder weniger Menschen als erträglich anzusehen, je nach Variablengewichtung. Nur, darüber kann kaum Zweifel bestehen: weniger ist hier mehr. Langfristig sollten wir auf alle Fälle weniger werden, viel weniger – es brächte nur Vorteile für im Grunde alle Menschen, wenn gleichzeitig Kapitalismus zu sozial-ökologischen Bandbreitenkapitalismus evolviert.

Es ist kein Mythos, dass wir ein Überbevölkerungsproblem haben, sondern ein Fakt, dass mehr Menschen mehr Ressourcen verbrauchen/beanspruchen und das im Umkehrschluss weniger Menschen weniger Ressourcen verbrauchen/beanspruchen werden. Effizienzsteigerungen können nicht grenzenlos sein. Das bedeutet, es ist eher möglich allen Menschen einen hohen materiellen Lebensstandard zukommen zu lassen, mit allen technischen Bequemlichkeiten und Komfort, wenn es denn insgesamt deutlich weniger Menschen sind, eben nur noch eine oder zwei Milliarden. Bis es dahin kommt, vergehen konstruktiv gedacht allerdings laut den Vereinigten Nationen zumindest noch 200 Jahre. In der Zwischenzeit werden die Menschen in den heutigen reichen Ländern absehbar mit weniger auskommen müssen, als es heute noch der Fall ist. Und die Ärmsten mit mehr als heute der Fall ist. Wenn diese weniger Menschen es sich dann dereinst auch noch so eingerichtet haben, dass sie sich optimiert in einem Nachhaltigkeitsmodus mit der Natur befinden und hoch naturverträglich in ihrer Umwelt leben, umso besser. Die Rückführung der Weltbevölkerung auf ein kleineres Mengenmaß kann nur sinnvoll sein und nicht schlecht, wenn es auf moderate Art und mit Einsicht geschieht. Weniger Menschen, die zudem die ökologischen Herausforderung vorbildlich angehen, bedeuten doppelt weniger Druck auf die globalen Ökosysteme. Jeder Mensch, der in unseren Zeiten nicht geboren wird, ist quantitativ betrachtet ein Geschenk an alle anderen Menschen. Das gilt im globalen Betracht, regional und lokal fokussiert relativiert es sich zwar, nur grundsätzlich ist es erstrebenswert Bevölkerungen in allen Staaten abzubauen, nur die Geschwindigkeit dieses Abbaus ist mit Bedacht zu wählen. Andererseits kann man aber auch nicht von anderen verlangen, was man selbst nicht will, etwa den Verzicht auf Kinder im großen Stil. Einen Bevölkerungsrückgang zu erreichen, ohne ein zu großes demografisches Problem dadurch zu bekommen, dass es zu viele nicht mehr aktivierbare Alte und zu wenige Junge gibt, ist die Bandbreite, die es zu treffen gilt.

Das nicht zu leugnende Problem der Überbevölkerung darf selbstverständlich nicht in Menschenhass und Zynismus führen, denn es geht nicht um die Lebenden, diese haben zweifelsfrei ein nicht zu bestreitendes Daseinsrecht – sie sind hier, wie man selbst da ist, normalhin namenlos für alle anderen. Ihnen allen will man gerecht gegenüber sein und ihnen alle legitimen Lebenschancen zukommen lassen. Es geht um die noch nicht Geborenen und darum, dass diese sich Zeit damit lassen auf unserer Erde zu erscheinen – zu ihrem eigenen und unserem Wohle. Dies zu erreichen bedarf eines Bündels an Maßnahmen und kulturellen und politischen Ausrichtungen. Zuvorderst stehen dabei die Selbstbestimmungsrechte und Gleichberechtigung der Frauen [empowerment], die Überwindung der globalen Armut, die sehr stark auch mit der täglich nachgeboren werdenden zusätzlichen Menschenmasse zu tun hat, wenn auch nicht allein.

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Nun, es hat sich erfreulicherweise in den letzten Jahrzehnten global und einzelstaatlich bei uns und woanders vieles verändert, nicht nur die Weltgeburtenrate, die von ungefähr 5.0 im Jahre 1960 auf rund 2,59 Kinder pro Frau im Jahre 2005 (CIA-Factbook 2006) gesunken ist. In 95 von 225 im CIA-Factbook aufgelisteten Ländern lag diese Fertility Rate [Fruchtbarkeitsrate] 2010 teils sehr deutlich unter 2,0 und damit unter dem Reproduktionswert 2,1, welcher eine Bevölkerung langfristig auf einem gleichen Niveau halten würde [Bestandserhaltungsniveau]. Liegt die Fruchtbarkeitsrate darunter, verringert sich die Bevölkerung zumindest langfristig. In 95 Ländern sind wir also in globalen Betracht schon auf einem absolut richtigen Weg. Demographische Verwerfungen können durch Migration ausgeglichen werden, ein Grund mehr dafür allen Menschen Zugang zu Bildung und Ausbildung zukommen zu lassen, um sie auch bei uns einsetzen zu können – aber das ist jetzt einfach national, bzw. regional und z.B. europäisch gedacht. Unsere (deutsche/europäische) Bevölkerung konstant halten zu wollen ist dagegen kein sinnvoller Gedanke. Es ist gut, langsam, aber auch nicht zu unzügig, gerade in stark Ressourcen verbrauchen Gesellschaften Bevölkerung abzubauen. Man darf feststellen, die Erfolge bezüglich der Weltgeburtenrate sind Ergebnis durchaus von stetig zunehmender Ausbreitung und Intensivierung der Frauenrechte, Folge auch von steigenden Alphabetisierungsraten, Lebensstandarderhöhung, Verhütungsmitteln und zunehmender Kommunikations-Vernetzung u.v.a. Auch die Wahrnehmung der Weltbevölkerungsfrage als ein zentrales Kernproblem der Menschheit überhaupt ist zu benennen.

Wird die Entwicklung die Armut überwinden und die Erdbevölkerung  im kreativen Handeln ihren Wohlstand mehren und ihre Überbevölkerung abbauen, wie wir es in den Wohlstandszonen der Welt und sich entwickelnden Ländern deutlich oder tendenziell seit langem sehen können, dass die Geburtenrate  sinkt oder sich stabilisiert?

Die UN-Weltbevölkerungs-Prognosen  flachen sich ab und man geht von nicht mehr als 9,2 Mrd. Menschen aus (mittlere Prognose), entkommen wir der 10 Mrd.-Masse? Wenn uns kein Himmels-Stein auf den Kopf fällt und kein [entweder natürlicher oder biosynthetischer] Virus oder Super-Hot-Spot  ausbricht, sonstige katastrophalen Sonderereignisse stattfinden, könnte die Menschheit mit Schrammen an der Artenvielfalt  durch das 21. Jahrhundert kommen. Was ausgestorben ist, könnten wir dann eventuell genetisch reanimieren. Und alles, was wir noch erhalten könnten, sollten wir erhalten. Das 22. Jh. könnte dann das erste Jahrhundert mit starken globalen Bevölkerungsrückgang werden. Andererseits: warum warten und nicht schon qua geburtenfreier Jahrgänge und anderer global abgestimmter Maßnahmen in unserem Jahrhundert diesen Weg beschreiten?! Niemand kann behaupten, es ginge nicht. Die Wahrheit ist: man will sich nicht verständigen und hat eine verquere Sicht auf Fragen der Elternschaft und Freiheit. Hinzu kommt grundsätzlich die im Kontext Kirche und Verhütung bereits angesprochene enorme Zahl der ungewollten weltweiten jährlichen Schwangerschaften.[1]



[1] `85 Millionen der jährlich 208 Millionen Schwangerschaften weltweit sind ungewollt. 75 Millionen davon allein in Entwicklungsländern.´ (Deutsche Stiftung Weltbevölkerung [DSW] Homepage, FAQ am 21. Januar 2011. http://www.weltbevoelkerung.de/info-service/faqs2.shtml?navanchor=1010042

Prämissen sind: die notwendig zügigste Abwendung von einer etwa die Biosphäre belastenden Technik, Forschung, die Abkehr von einem kontraproduktiven Weltsozialaufbau, oder biosphär untauglichen kulturellen Ansagen, wie dem Seid-fruchtbar-und-mehret-euch, als auch: sollen doch die anderen Kinder haben und Eltern sein, ich will nur mich, überhaupt zählt nur meine persönliche Lebenszeit. Zu tiefe Fertilitätsraten sind ebenso eine Herausforderung für bevölkerungspolitisches Handeln und Lassen, wie es solcherart zu hohe Ziffern sind. Nur trifft es dort eine Gesellschaft und hier alle Gesellschaften zugleich oder indirekt sukzessive (nach und nach).

Wenn man von einer eigentlichen idealen Tragfähigkeit unseres Planeten für maximal 2 Mrd. Menschen ausgeht, und wir diese Ansage mit den für 2050 von der UNO prognostizierten 7,7 bis 11,1 Mrd. Menschen vergleichen, dann wird klar, dass wir konfrontiert werden. Meeresüberfischung, Wasserknappheit, Rohstoffknappheit, Bodendegradierung, Umweltflüchtlinge, Klimawandel, die gesteigerte Gefahr globaler Infektionskrankheiten, Biodiversitätsverlust, Kriegs- und Unterdrückungsgefahr, alles verschärft oder überhaupt in die Realität getreten, weil wir aus der Bandbreite fallen: mit Bevölkerung, Ressourcenverbrauch, Umweltbelastung, Mobilitätswahn.

Es ist einfach wesentlich unsere globale Bevölkerung abzubauen. Es stellt sich die Frage, in welcher Geschwindigkeit, und ob wir mit diesem Vorhaben warten können, bis wohl spätestens im 22. Jahrhundert die globale Bevölkerungskurve bei günstiger Entwicklung von sich aus zu sinken beginnt. Ich bin der Meinung, wir sollten die Überbevölkerungsfrage global und offensiv angehen. Dazu unten mehr.

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Man sollte klar bedenken, wiederholen wir auch dieses, dass eine kleinere Gesellschaft bei gleichem Lebensstandard und gleich ausgeschöpften Effizienz- und Einsparpotentialen, weniger Ressourcen verbraucht. Wenn also das Effizienzpotential, die Frugalität [Verzicht], der regenerative Umbau und die kleinere Bevölkerung zusammengenommen werden können, weiten sich die Möglichkeiten für alle dann lebenden Menschen.

Die sog. Total Fertility Rate ist in Deutschland mit 1,41+ Kindern pro Frau (2009), etwas über 1,36+ Kindern pro Frau (2005), 1,6 (2010), zu niedrig, um bevölkerungsstabil zu bleiben, bzw. möglicherweise nicht zu schnell abzufallen – etwas, das zu debattieren bleibt -, deshalb ist Deutschland ein Einwanderungsland. Im Rahmen gegenwärtiger Rahmenstellungen, liegt es im deutschen Interesse nicht zu schnell Bevölkerung zu verlieren, aber sollten wir nicht wirklich weniger werden? Ich denke schon.

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Auch bei stabilem Bevölkerungsbild stellte sich aus Gerechtigkeitsgründen heraus die Aufgabe, unsere Rechts- und Sozialsysteme und Erwerbsstrukturen zu modifizieren.

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Perspektive: natürlicher Abbau der Erdbevölkerung per sinkender weltweiter Fertilitätsrate gut unter die Reproduktionsrate. Laut UN-Langzeitprojektion[1] (2004) kann sich der `Menschenüberschuss´ bis zum Jahre 2300 um rund 80 % auf dann 2,31 Milliarden Individuen sanft abbauen oder auf 36,4 hochschnellen. Ich denke: glatt zwei Milliarden - lassen wir mal bei diesem Zeitraum die pseudogenauen Nachkommastellen weg - können uns gerne mehr als genug sein. Nichtsdestoweniger, die kommenden 150 Jahre werden wahrlich keine leichte, bzw. ressourcenreiche Zeit darstellen, zumindest nicht für die überwiegende Mehrzahl der Menschen. Die Hungeraufstände in z.B. Haiti, Mexiko und vielen anderen Ländern der Jahre ab 2007, gegen überhöhte Lebensmittelpreise in Algerien und Tunesien etc. (2010), sind da wahrscheinlich nur erste Vorzeichen.

 

[1] United Nations: World Population to 2300. (New York, 2004, S. 12) `A fifth scenario is added by simply extending the constant fertility scenario […] at its level in 1995-2000. This scenario produces an unrealistic, and almost unimaginable world population of 134 trillion [auf Deutsch: 134 Billionen] by 2300.´ (S. 10)

 

Heute sind wir 7 Milliarden Menschen und die UNO geht, wie gesagt, in ihrer günstigsten Langzeitprojektionen davon aus, dass diese Zahl zwar noch in diesem Jahrhundert auf maximal fast 10 Milliarden steigen wird, bevor eine Stabilisierung erfolgt und diese dann in einen Umkehrprozess übergeht, bis dann jedoch nach dem Jahre 2300 auf Erden ausreichend nur noch zwei Milliarden Menschen leben werden. Dieser mutige und erfreuliche Varianten-UN-Blick in die Zukunft soll uns jetzt nicht großartig weiter beschäftigen, aber die Frage stellt sich schon: birgt diese Aussicht nicht etwas tröstliches? Ich denke Ja, das tut sie.

Ebenso tröstlich ist der philosophische Hinweis, dass dies alles letztendlich eine Weltsicht beschreibt, die der eigentlichen Realität hinter den Dingen wohl nicht gerecht wird. Dennoch, nehmen wir diese Außenwelt, diesen Weltrahmen, als bearbeitenswertes Phänomen an, dann gibt es viel zu tun und besonders viel auch Anlass den Kopf zu schütteln vor lauter Absurditäten in den uns bekannten eingerichteten Menschenweltverhältnissen.

Was der Mensch in der Natur als Grundregel erkennt, ist auch seine Grundregel, will er bestehen.  

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Pflanzen

Der einzelne Baum ist sich seiner wohl selbst gewahr und berührungssensitiv, tonwellensensibel, temperaturfühlend, lernfähig, erinnerungsbegabt. Er deutet Lichtverhältnisse auf vielfältige Art. Ein Baum eines Waldes kann über Duftstoffkommunikation mit anderen Waldbäumen Information austauschen, z.B. über Fressfeinde, um die Nachbarbäume zu animieren diese mit Duftstoffen abzuwehren, oder deren Feinde anzulocken.

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Wachstum, Kultur, Institutionen, Bandbreiten

Will eine Gesellschaft wachsen, dann kann es ab einem bestimmten Punkt nicht mehr um ein materielles Mehr und Größer, Schneller, Weiter und Öfter gehen, sondern um Weitergabe und den löblichen Teil eines zeitgerechten Luxus, bzw. ideelles Wachstum, Wachstum an angewandtem Wissen, gesellschaftlicher Fairness, Spiritualität. Nur verträgliches Wachstum ist legitimes Wachstum. Es gibt auch fragwürdiges Wachstum. So schlägt ja positiv zu BIP-Buche, wenn Leute krank sind und das Gesundheitssystem in Anspruch nehmen. Soweit so gut, doch wenn sie aufgrund von Hektik und Stress der modernen Gesellschaft erkranken, wird dieser Art generiertes Wachstum fragwürdig.

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Ich bin kein Luxusfeind. Aber die Verhältnisse entscheiden die Relationen und folglich den Pro-Contra-Kurs doch sehr stark. Wer sich großen Luxus leisten kann, kann sich auch eine Luxussteuer leisten. Luxushappen sollten dagegen ohne solche Steuer zu haben sein. Und es bedarf einer Debatte und Entscheidungen darüber, was eigentlich Luxus ist. Wo fängt er an?

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Alles entsteht, alles vergeht. Irgendwann wird der letzte Strafzettel geschrieben, der letzte Kuss verschenkt worden sein. Nichts neues mehr unter den Sternen für uns. Unsere Institutionen, die Art und Weise der Einrichtungen der menschlichen Dinge und Angelegenheiten, Menschenwerke, die Artefakte und Kulturprodukte, sind ihrem Wesen und Herkommen nach Welt-Phänomene, die dem Wandel und der Vergänglichkeit unterliegen. Entsprechend haben sie ihren Möglichkeitsbereich, ihre Zeit der Evolution. Es kann zur Bandbreitenausschöpfung gelangen oder zu Sackgassen, vorzeitig beendenden Bereichsüberschreitungen oder Entwicklungsmöglichkeiten, sowie auslassenden Unterschreitungen einer nicht genutzten Bandbreite, je nach Handlungs- und Vorfallsgestaltung der jeweiligen Menschheitsangelegenheiten.

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Wir haben in weiten Teilen der Welt in den letzten 60 Jahren die sinnvollen Bandbreiten verlassen, zu einer Zeit, als noch mehr möglich schien als heute, die Selbstbeobachtung noch eine andere, die weltumspannende Katastrophe des Zweiten Weltkrieges in nächster Erinnerung und der Entwicklungsgedanke[1] [Modernisierungstheorien der 1950er Jahre] für die Welt allgemein ein unbelasteter und `optimistischer´ war. Diesen Optimismus kann man auch heute gebrauchen, aber durch die geballte globale Herausforderungslage ist es wahrscheinlich leichter gegen in anzuargumentieren, als es damals der Fall gewesen sein dürfte.[2] Andererseits wurden in den 1950/60/70/80/90/2000er Jahren überhaupt wesentliche Bandbreitenentdeckungen, bzw. die Dringlichkeitsstufe eines Phänomens [Klimawandel] in Form von auftauchenden Erkenntnissen und den sich daraus ergebenden Fragen und Beantwortungswegen erst gemacht: die A-Bombenfrage, DDT-Frage, Weltbevölkerungsfrage, Ozonschichtfrage, Biodiversitätsfrage, Klimawandelfrage, Bodenerosionsfrage, Meeresüberfischungsfrage, Meeresverschmutzungsfrage, die äußerst bedrohliche Frage des auf den arktischen Meeresböden und in den Permafrostböden frostgebundenen und sich durch Meeres- und Klimaerwärmung freisetzenden Methans, etc. Die Grunderkenntnis ist die der erstmals in der Menschheitsgeschichte aufgetauchten realen Möglichkeit einer globalen und nicht nur regionalen Selbstvernichtung von Zivilisation und Ökosystem. Dieses Bewusstsein ist erste Voraussetzung für den globalen soziokulturellen Wandel.


[1] `… we must embark on a bold new program for making the benefits of our scientific advances and industrial progress available for the improvement and growth of underdeveloped areas. More than half the people of the world are living in conditions approaching misery. Their food is inadequate. They are victims of disease. Their economic life is primitive and stagnant. Their poverty is a handicap and a threat both to them and to more prosperous areas. For the first time in history, humanity possesses the knowledge and the skill to relieve the suffering of these peopleAuszug aus der Inauguraladresse von US-Präsident Harry S. Truman vom 20. Januar 1949. Laut UN World Population Prospects, the 2008 Revision (erschienen im März 2009), lebten 1950 2,59 Milliarden Menschen. 

[2] Ridley, Matt: The Rationalist Optimist. How Prosperity Evolves. (New York, 2010); Ridley bleibt unbeeindruckt der globalen Herausforderungen ein Menschheitsoptimist und führt viele positiven Entwicklungen an. Eine sozioökonomisch-liberale helle Weltsicht, die den Klimawandel als eine nicht zu dramatische Entwicklung vorhersagt.

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Die Natur sowie unsere eigenen derzeitigen Institutionen-Muster [bes. bezüglich unserer Ressourcen-Nutzungsweise] können unseren heutigen weltweit zunehmenden [mehr und weniger legitimen] Anspruchbedarf so (!) nicht dauerhaft befriedigen. Wir erleben gerade die Fortsetzungen der uralten Umverteilungsdiskussionen. Wir erleben gerade, wie zwei Milliardenvölker, China und Indien, ihren Teil eines möglichen Wohlstandes für sich verwirklichen. Allen Erdenmenschen das materielle Äquivalent dessen zu eröffnen, was die Mehrheit von uns [Deutschen z.B.] schon hat - und ein Recht darauf zu haben meint -, ist illusorisch und wahrlich nicht wünschenswert, weil es all den Platz raubt, den wir alle, allgemein gesprochen - man schaue nur auf die Mehrheit der Walfreunde weltweit - nicht hergeben wollten, würde man uns einzeln dazu befragen.

Die Frage des Lebensstandard steht an! Wie richten wir uns zusammen mit den anderen (idealerweise allen Staaten) ein? Die Scientific Community, z.B. das Politikfeld der Internationalen Beziehungen et al., liefert Begründungsmaterial und Analyse für und über die notwendigen internationalen Verinstitutionalisierungen auf den Weg hin in und dann innerhalb dieser entlang der Bandbreiten.

Die einen haben einen zerstörerisch niedrigen bis gar keinen Lebensstandard. Die anderen, die gesellschaftlichen Hochplateaus, die [wohlhabenden] Bezieher von Kapitaleinkünften, aber unabdingbar auch die sog. Mitte der frei oder abhängig Erwerbstätigen übertreiben ihren materiell-dinglichen Konsum, bzw. registrieren kaum, was sie tatsächlich haben, wenn sie es haben, und steigen immer wieder nur neu verzögernd auf naturgerechtes und weltfaires Verhalten in ihrem Sozial- und Konsumverhalten um. Groß-Jeep fahren in Städten ist noch immer in, obwohl es biosphärisch und limitistisch so etwas von out ist, geradezu asozial. Und schon wieder habe ich Freunde verloren; bei VW, Audi, Porsche, BMW, Volvo usw.!

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Lernen ist möglich so lange Leben möglich ist. Die Bandbreite des kollektiv Erlernbaren jedoch öffnet oder verschließt sich, je nach Zeitpunkt und Art der Vorteilsgenerierung des Lernprozesses. So kann der Zeitpunkt zwar theoretisch stimmen, aber der Vorteil bleibt aus. Die individuelle Motivation des Lernens bleibt die Belohnung, der ideelle und/oder materielle Gewinn und Vorteil, die Schmerzvermeidung. Und höhere Kosten oder einfach nur Verzichtsaufforderungen als Konsequenz eines Lernprozesses scheinen wenig attraktiv zu sein.

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Warum etwa also heute schon auf regenerative Energiegewinnung in voller Bandbreite setzen, wenn doch der materielle Jetzt-Vorteil heute mit der herkömmlichen fossilen Ressourcennutzung schneller gegeben ist? Langfristige Szenarien der Vorteilsgenerierung unterliegen mittel- und kurzfristigen Gewinnperspektiven - das Lernen bleibt aus, bzw. tut sich schwerer, braucht länger für die Erreichung identischer Erkenntnis- und Umsetzungsniveaus. Mittlerweile scheint die Information durchgedrungen und angekommen zu sein, blockiert und gebremst wird dennoch noch von zu vielen Akteuren.

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Steigen etwa die Preise der fossilen Energieträger, relativieren sich die Kosten für die Regenerativen, bis sie selbst die günstigeren geworden sind. Nun wird das längst Erlernbare allgemein angeeignet und angewandt. Insofern ist der drastische Rückgang der Rohölpreise im Zuge der Weltfinanzkrise und der daran anschließenden globalen Rezession nach dem Hoch im Sommer 2008 gewissermaßen auch bedauerlich. Außer Zweifel werden sie früher oder später die bisherigen Höchstpreise vom Juli 2008 übersteigen, auf den dahin Weg haben sie sich wieder gemacht.

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Der Vorteil ebnet den Weg! Frage: was ist für uns kollektiver Vorteil, was Scheinvorteil, was reine Ego- und Kleingruppenparty? Fassbar wird es über die Gesamtbandbreite des Zeithorizontes, also die simultane Betrachtung und Balancierung der Bandbreite der Betrachtungslogiken der Kurz-, Mittel-, Langfristigkeit. Das sind sozusagen drei Kurven in einem Koordinatensystem des Nutzens und der Zeit. Schneller Nutzen steigt schneller + fällt schneller,  plus negativer Nebenfolgen. Mittelfristige Nutzenkurve: schnelle oder langsamere Nutzengenerierung, kann auch schnell fallen, plus negativer Nebeneffekte. Langfristige Kurve: langsamer oder zügiger Anstieg bis in die  Bandbreite der Langfristigkeit, Nutzen ist nachhaltig gegeben bis zum endzeitlichen maximal liegenden Abbruchspunkt - Nebenfolge lassen sich ohne Gesamtschaden ausgleichen.

Satz 9: Keine klar unnötigen und keine zu hohen Hypotheken auf die Zukunft, mag so eine Hart-Gummi-Devise sein.

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Information

Information, mehr als Wiederholungsdaten, ist etwas, dass sich von Anderem unterscheidet (sonst wäre es keine Information) und im günstigen Falle hilft, die Zukunft offen zu halten, nicht potentiell verengt, oder auch nur belastet. Was sollte der allgemeine Sinn von Information sonst sein, wenn nicht Blüte zu ermöglichen! Wofür Aufbruch, wenn es nie auch um mögliche Vollendung ginge?! 13,7 Mrd. Jahre Weltaufbau, so hochplausibel und empirisch gestützt die Wissenschaft, Sonnensystembildung, Erdevolution für einen anthropologisch verursachten Ökogau?! Dem Weltall mag es egal sein, der Menschheit kann es das nicht. Aber das sage man den Erdenbewohnern, sie werden dazu eine Meinung haben.

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Information und Fehlinformation (ihre Wandlungen) sind also von einander zu unterscheiden. Fehlinformation ohne Glück verhindert Blüte, Information macht sie möglich, wenn sie kommuniziert wird, wenn sie sich ganz entfalten kann.

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Beispiel Rad: heute gibt es vielleicht noch verstreute Überbleibsel indigener Restvölker (Urvölker), die das Rad nicht nutzen, oder selbst nicht kennen. Diese Information hat sich ansonsten biosphärenweit umspannend und allgemein in der geistigen-, technischen Entwicklung des menschlichen Geistes durchgesetzt. Erst das Rad lies das Zahnrad denken und mit Zahnrädern kann man mechanisch einiges erreichen. Interessant hierbei, dass die geometrische Figur eines Kreises nicht direkt auf`s Rad schließen lässt.

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So hat es den Charakter einer Fehlinformation, wenn jeder einzelne Erwachsene unter den gegenwärtig rund 7 Mrd. Menschen ein eigenes Auto fahren sollte, wie es den weltweiten Autokonzernen am liebsten wäre - und selbst dann hätten sie nicht genug. Ich schreibe nicht gegen das Auto, aber gegen zu viele davon, selbst bei sauberster Technik während aller Produktionsschritten sowie im Gebrauch.

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Information kann kommuniziert werden, wird erst durch den Kommunikationsakt zur solchen. Abgerufene Daten sind Information. Information ist an Beobachtung gebunden. Was nicht beobachtet wird, kann keine Information sein.

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Kulturgeschichte, hochkomplexe Gesellschaftsfigurationen und Technikumwälzungen, internationale Zusammenarbeit, sind die Folge von sich schneller oder langsamer wandelnden Informations-Strömen.

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Bandbreiten

Ich behaupte, dass die Bandbreiten des nachhaltigen Seins und der Fairness, nicht eingehalten werden können, wenn immer wieder bevorzugt nur ein Teilausschnitt [oder eine Systemlogik] eben dieser hervorgehoben wird, aber im Gegenzug über gewisse Gleichgewichte und Fairnessgrundbedingungen mit reduzierter Frequenz nachgesonnen wird und diese in Folge vernachlässigend behandelt werden. So überlagert und durchwirkt derzeit der Modus Ökonomie den `Raum´ von anderen Bandbreitenebenen, mit der Folge, dass diese ungerechtfertigter Weise in ihrer natürlichen Bandbreitenentfaltung reduziert werden.

Alles, was uns unsere Welterkenntnis bisher gezeigt hat, hat auch mit Grenze zu tun, Grenzraum, Bandbreite des Wissens und Könnens, Transformationen, Prozess zur Blüte, Vergänglichkeit. Denken wir nach, über Grenzen, Kommunikation, Information und Institutionen, die Freiheit, die sich als Bandbreiten-Freiheit zeigt [Nicht alles geht; keine grenzenlose Toleranz gegenüber der Intoleranz; meine Freiheit kann dir nicht gehören.], die Biosphäre, das einfache Leben und das hochzivilisatorische Leben der Konsumwelt und der Massen-Kommunikation, Säkularismus und Fundamentalismus.

So komme ich selbstverständlich auch mit Kapitalismus-Kritik und dem Angebot zu seiner prinzipiellen Modifikation, denn mir scheint ein Bandbreiten-Kapitalismus böte Chance auf eine Art der Fairness, die unabdingbar ist, will man bandbreiten-gerecht sein, und nicht partikular/lokal-teilgerecht. Sicherlich ist dem Begriff der Fairness selbst noch eine Definition zuzuordnen, um Missverständnisse zu vermeiden. Fair ist, was nicht willkürlich ist. Fair ist nicht unbedingt der Schiedsrichter, aber die Institution des Schiedsrichters und seiner Kontrolle. Eine Gesellschaft kann ohne entsprechende Institutionen keine fairgerechte sein. Fair ist: einem Menschen nicht die Würde zu nehmen, weder mental noch materiell. Jemanden ohne guten und hinlänglichen Grund wehrlos zu machen und so zu halten, kann nicht fair sein. Menschen allein aus Verteilungsgründen grundsätzliche Freiheiten und Möglichkeiten nicht offen zu halten (existenziell-materielle Sicherheit ohne Not, Bildung, Arbeitsplatz, Zugang zu Kultur, Freizeit, Gesundheitswesen) ist fairnessfrei.

...

Grundsätzliches/Theorie/Lesbarkeit

Da es nun wenig sinnvoll ist LIM von vornherein allein in einer Art Formelsprache darzustellen und dann zu erwarten, dass nun verstehbar sei, was das Bandbreiten-Paradigma sagen möchte, und was es alles nicht meint, verwende ich schon einige Zeit darauf, vieles in Breite und Tiefe erläuternd vorzustellen; was letztlich die zentrale Aufgabe ist, ohne jedoch in eine zu sehr akademisch aufbereitete empirisch-historische Analyse zu geraten und ideentheoretisch unplatziert zu weitgehend zu zerlegen. Mit einfachen Worten, ohne zu viel rein theoriesprachliches Elfenbeinturmgeschnitze. Aber auch nicht ganz ohne, immerhin ist es ein Buch für die Straße und alle Etagen. Limitismus geht uns alle an. Und wenn nicht, ich schreibe es mit Lust auch nur für mich selber.

Man käme mit wissenschaftlicher Akrobatik bezüglich der Pfadabhängigkeiten und der Sinninhalte unserer Kern-Begriffe leicht vom Hundertsten ins Tausendste, ließe man sich zu sehr darauf ein. Im Ergebnis jedenfalls vergrößerten sich die zu erwartenden Summen nicht, allein bunter und differenzierter stellte sich das Dargestellte publik – und schließlich würden einige es immer noch mal mit mehr oder weniger Argument anders sehen wollen. Allein schon, weil der Mensch auch ein Widerspruchswesen ist, nicht wahr?

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Kommunikation

In dem Maße, in welchem gesellschaftliche Kommunikationen `feuern´, bauen sie (ein) hegemoniale(s) Kommunikationsfeld(er) auf / salopp: Informationsströme bilden Gedankengravitationsfelder (stabilen Zeitgeist) des sozialen Raumes (als zumindest soziologischer Terminus verstanden).

Diese `Felder´ halten die Gesellschaft stabil, verhindern aber teils entscheidend ihr schnelles Lernen. So liegen zwischen Olympe de Gouges (1748 – 1793 enthauptet), Verkünderin der politischen Menschenrechte der Frauen, über John Stewart Mill, die Suffragettenbewegung (Frauenwahlrechtbewegung) bis zum Wahlrecht für Frauen in Deutschland z.B. rund 130 Jahre (in der Schweiz rund 180 Jahre - 1971; in Liechtenstein 1984). Information allein macht demnach keinen Sommer, wenn die Verhältnisse, Ideengravitationen dagegen ecken.

Es geht um Kommunikations-Frequenz, unterschiedliche innergesellschaftliche Interessenlagen, Medienzugang und Mittelverteilung.

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Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer - ein Spruch mit einer großen Gültigkeitsbandbreite. Der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt - ist auch so ein Satz. Ein Spatz in der Hand, im Gegensatz zur Taube auf dem Dach. Wege gehen, die langfristig gangbar sind. Diese Sätze markieren alle die Grenzen des auf sie bezogenen Bandbreitenraumes.

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Sklaverei

Ein weiteres Beispiel hierzu sei die Meinungs-Information des athenischen Sophisten und Vorsokratikers Alkidamas (um 400 v. Chr.): `Menschen sind nach der Natur frei, die Natur macht keine Sklaven´. 2000 Jahre später wird Portugal (mariner Handel 1452) seinen Sklavenhandel erst aufnehmen. Papst Pius II. erlaubt Sklavenhandel (1459) und wiederum erst über 300 Jahre vergehen, bis Vermont (1776) als erster der späteren US-Bundesstaaten die Sklaverei verbieten wird, Aufhebung der Sklaverei in den frz. Kolonien (1794), Verbot der Sklaverei in Dänemark (1803), das atlantische Sklavenhandelsverbot Englands (1807), Aufgabe des Sklavenhandels (Einfuhr neuer Sklaven) in den USA (1808), Verurteilung des Sklavenhandels in der Bundesakte des Dt. Bundes (8. 6. 1815). Wenn man über heutige Sklaverei und Menschenhandel spricht, kann man den Sudan, den weltweiten Frauenhandel oder die quasi Versklavung zur Kinderarbeit in vielen Teilen unserer Menschen-Welt nennen, usw., usf. Man kann auch über Lohnsklaverei reden. Vielerlei Verhältnis lassen die Menschen entblößt und rechtlos wie einen römischen Sklaven. Kaiser Claudius (41 - 54 n. Chr.) stellt zumindest das Töten von kranken und gebrechlichen Sklaven dem Mord gleich. Wir wollen hier gar nicht näher hinschauen, es sollte allgemein verdeutlichen und hat es wohl. Verhältnisse und die dazu gehörigen Vorstellungswelten verändern sich, aber es bedarf zuweilen Jahrtausende. Gut, diese Zeit haben wir nur, wenn uns z.B. die globale Hunger-, Armuts- und sonstigen gegenwärtigen Unrechtsituationen egal sein sollten.

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Kommunikationsgravitation

Gedankengravitationsfelder (Kultur, Religion, Zeitgeist, Moral, Ethik, Recht; in kristallisierter Form: Vorschrift, Satzung, Gesetz, Verfahren), Traditionen, nicht durchgesetzte Rechtsordnungen und geltendes, waltendes Recht, stabilisieren und destabilisieren die sozialen und materiellen Verhältnisse und Anteiligkeiten. Machtverhältnisse, Rechtsverhältnisse, ökonomische Verhältnisse, Moralverhältnisse, egal welche! Man kann sich ihnen nicht entziehen, ohne Folgen daraus zu tragen. Und sie selbst haben ihre jeweiligen bedingten und unbedingten Konsequenzen.

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Gesellschaftliches Informationsmanagement kann sich als weitgehend einseitig gefiltertes und verwaltetes Monopol/Oligopol in autoritären Gesellschaftszuständen darstellen (z.B. in theokratischen Ordnungen, diktaturartigen Regimen, allg. illiberalen Gesellschaftssystemen). Oder Information ist möglichst vermeintlich  freifließend, wie in den (westlichen) liberalen, also grundrechtfundierten Demokratien. Doch ist es so? Auch in Demokratien liegt in Dingen der jeweilig vorliegenden Geheimhaltungs-Parameter, verwaltete und zurückgehaltene Information vor. Bzw. finden sich zeitgeistabhängige, verhältnisspiegelnde Filterungen, sprich Begünstigung oder Blockierung, allerorten, besonders in den Massenmedien; sie sind alltäglich. Eine subtile Form der Blockade stellt ja auch der Häufigkeitsgrad einer Info dar, die Informationsfrequenz. So wird in unseren Medien zwar fast `alles´ gesagt und berichtet, aber teils nicht in der Häufigkeit, die die eigentliche Dringlichkeit wiederspiegelt. Z.B. die Dringlichkeit der Fairness. Dass es etwa absolut entwürdigende Niedriglöhne überhaupt geben muss, wird nicht angezweifelt und hinterfragt. Stattdessen werden Mindestlohndiskussionen geführt, die so oder so mit fairer Entlohnung nicht viel zu tun haben, sondern lediglich puren Ausdruck eines ökonomischen Imperativs einer nicht bandbreitengelagerten vorlimitistischen Machtordnung abbilden. Eine Gesellschaftsordnung die sich in der Lage sieht, Leute, die arbeiten, bzw. arbeiten wollen, abzuspeisen! So wird, ich wiederhole, in unseren Medien also zwar fast `alles´ angesprochen, aber dennoch zu zeitgeisthörig, mittels Verhäufung oder Verrarung von Information und Meinung. Mit der Folge von einseitig klein-zirkulären und nach außen blockierten Informationsflüssen innerhalb von Gruppen und gesellschaftlichen Systemen (Teilbereichen) etwa der Wissenschaft. Das gesellschaftliche Alternativprogramm schafft es kaum einmal raus in die weite Medien-Öffentlichkeit.

Ein neutraler, freier, gleichberechtigter Informationsfluss, bleibt bis auf weiteres noch ein Ziel. Wer diesen bereits verwirklicht wähnt, spricht von einer Fata Morgana. Zensur in offensichtlicher und verschleierter Form findet, politisch gesteuert oder implizit, soweit ich das überschaue, in allen Gesellschaften, zumal ihren klassisch-modernen Medien [Radio, TV, Zeitschriften] statt. Das Aufkommen des Internets hilft nun als aktives Instrument bei der Überwindung einer tendenziell passiven Ausgeliefertheit gegenüber dem begrenzten Informationsangebot, bzw. der interessengeleiteten Frequenzlastigkeit besonders von TV-Programmen. Selbst Sender wie Arte, Phoenix und 3Sat, bringen der Frequenz nach zu urteilen kein explizit bandbreitenkapitalistisches Sympathie-Programm. Im Internetzeitalter kann man darauf antwortend selbstgeleitet und gezielt, mit vergleichbar wenig Mühen und Mitteleinsatz, Informationskanälen nachgehen, die nicht Ausdruck des hegemonialen Zeitgeistes, stattdessen die Akzidenzien eines möglicherweise kommenden Epochengeistes sind. Zugänge über Bücher und Bibliotheken, die als Expertenmetier zu kennzeichnen waren, verbreitern sich, demokratisieren sich, und ermöglichen dadurch Frequenzsteigerung jeglicher Informationskanäle, damit auch jener der plausibleren Argumente, tatsächlichen Fakten und unhintergehbaren Daten.[1]



[1] Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns. ...

Es ist interessant im Fernsehen bei uns permanent die tatsächlich `Besserverdienenden mit Arbeitsplatz´ über Kürzungen aller Orten philosophieren und bestenfalls und immerhin darüber betroffen reden zu sehen, bei gut gefüllten eigenen Kassen.

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Wie leben wir heute, wie früher - etwa im Mittelalter, wie um die vorletzte Jahrhundertwende -, wie lebt die Erdbevölkerung insgesamt? Im Mittelalter konnte man uns Menschen quasi noch alles vormachen und einreden, heute wird das immer weniger möglich, zumindest solange bestimmte Informationskanäle pluralistisch, offen und breit gehalten werden.

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Agenda 2010

Die im Frühjahr 2003 und darüber hinaus bis in die Gegenwart hinein geführte Debatte und Folgedebatte zwischen der SPD[-Linken], Linken, Grünen, den Gewerkschaften, den Kirchen, und anderen gesellschaftlichen Gruppen, mit der damaligen umsetzenden Rot-Grünen und den darauffolgenden Bundesregierungen um die Reform des Sozialsystems und des Arbeitsmarktes, der Agenda 2010 und nachfolgendem Reformkurs, der Schröder/Fischer-Regierung etc., ist ein gutes Beispiel für relative Bandbreiten-Blindheit.

Dass Deutschland sinkende Arbeitslosenzahlen [Statistik + Zahlen!!!] und sich nach der Weltfinanzkrise zügig erholt hat, wird zwar als Ergebnis guter Politik angepriesen. Zur Entlastung, der durch den demographischen Faktor, und die zunehmend dysfunktionaler geratenden  herrschenden innergesellschaftlichen Verteilungskriterien voranschreitend  überlasteteren Sozialsysteme, werden wohl aber gerade einseitig Lohnschwache und Arbeitslose, die sozial Schwachen herangezogen. Etwa über den Ausbau des Niedriglohnsektors [1], Veränderungen der Zumutbarkeitskriterien für Arbeitslose zur Aufnahme einer neuen Erwerbstätigkeit, die Leiharbeitsliberalisierung, die Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe bei geringerer, also kürzer befristeten Leistungsgewährung des Arbeitslosengeldes 1, Aufweichung des Kündigungsschutzes, Leistungsbeschneidung der gesetzlichen Krankenversicherung und neue Zuzahlungspflichten zu ihren Leistungen, Umwandlung regulärer Arbeitsplätze in Zeitarbeitsverhältnisse, lohngedrücktes Subunternehmertum, lohngedrückte Scheinselbständigkeit und lohngedrückte geringfügige Beschäftigung [geringfügig Beschäftige – 6,8 Mio.. im Sept. 2008 - davon ~ 5/7 ausschließlich, 2/7 als zusätzlichen Nebenjob]), ohne im gleichen Zug an anderer, bessergestellter Stelle gleiches zu wollen; - ah, die eigenen Töpfe, die Lobby, der Gruppenzwang, eine internationale bisher noch dominierende neoliberale Agenda, die Einseitigkeit, das Machtprinzip und die Gier!   

 

[1] In Deutschland arbeiteten 2008 laut dem Institut für Arbeit und Qualifikation der Uni Duisburg-Essen  20,7 % der Beschäftigten im Niedriglohnbereich, d.h. sie verdienten weniger als zwei Drittel des mittleren Stundenlohns. 1995 waren es erst rund 14,7 %.

Ein Großteil der Bevölkerung nimmt wahr, dass ihre Eliten sich leider nicht satt genug verdienen können, so dass man es ihnen doch ankreiden kann, doch sie selbst unter materiellen und mentalen Stress gesetzt wird und nach Stand der Dinge wohl weiterhin werden wird. Kurz, dass die sogenannte ökonomisch heilbringende Globalisierung zu sozialdarwinistische Züge annimmt und die bereits national und hemisphär [EU] erreichten Verwirklichungen gesellschaftlicher Fairness untergraben werden.

Eine Mehrheit hat weder Vertrauen in die Regelungskompetenzausübung der Regierung, noch die der Opposition. Nach einer im Dezember 2009 veröffentlichten repräsentativen Studie des Bremer Forschungsinstituts Nextpractice im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hatten zum Befragungszeitpunkt rund 70 Prozent der Befragten nur wenig Vertrauen in die Entscheidungskompetenz von Politikern, Wirtschaftsakteuren und die sozialen Sicherungssysteme im Kontext der Globalisierung und sozialen Gerechtigkeit. Das Ansehen der Politik ist beschädigt. Die Menschen haben das Gefühl einseitiger Willkür und inkompetenter Politik, die immer mehr das Fairness-Ruder aus den Händen zu verlieren scheint, gegenüber einer verabsolutierten weltwirtschaftlichen angeblich alternativlosen Sachzwanglogik der Eliten, die allein auf nicht geleisteten internationalen Verständigungen und daraus resultierend mangelnder Politikharmonierung, Kohärenz, Koordination aufbaut. Staaten treten gegen Staaten an, Standort- und Wettbewerbsschlachten anstatt Steuerharmonisierung, Existenzmaximum-Entscheidungen, Konzernwachstumslimitierungen, internationale Finanzaufsichtsinstitutionen, entheuchelte internationale Demokratisierungspolitik, eben keine großen Geschäfte mit ihre Bevölkerungen unterdrückenden Staaten.

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Konzerne spielen, unter dreister Inanspruchnahme des an gewissen Stellen ins Absurde geratenen Steuerrechts [z.B. der Verzicht der Brennstoffsteuer für AKW-Betreiber], die einen gegen die anderen aus. Auch Lohn- und beginnendes Sozialdumping sind die Folge. Der alte Spruch von den Gewinnen, die privatisiert und den Verlusten, die sozialisiert werden, scheint allgegenwärtig unter Beweis gestellt zu werden.  Diese lebenswirklich zu einseitigen Tendenzen sind allein symbolisch falsch und haben mit Arbeitsplatzgenerierung wenig bedeutend zu tun. Im Gegenteil, dieser Wirtschaftslauf, und Geldrun, liegt außerhalb funktionaler Bandbreite, sonst wäre die Stimmung ganz eine andere und Langzeitarbeitslosigkeit und entwürdigende Löhne nicht gegeben. Pyramidale Geschäftsmodelle [z.B. die Kreditblase auf dem US-Immobilienmarktes, die zur Weltfinanzkrise 2008/9 geführt hat] in der Finanz- und Realwirtschaft führen im Verbindung mit Rationalisierung und Produktivitätssteigerungen zu weniger Jobs, bzw. einer wachsenden Menge immer schlechter bezahlter Jobs (Lohndumping, Billiglohnsektor, übertriebenen Hochverdienst), die immer weniger ein würdiges Teilnehmen an der Gesellschaft materiell ermöglichen.

Mangelnde Phantasie, unangebrachte staatliche und gesellschaftliche `Elternstrenge´, gegenüber ihren Kindern, den Arbeitslosen? Es ist in vielerlei Hinsicht nichts weiter als die voranschreitende Exklusion der Dauer-Exkludierten zum Vorteil der Inkludierten, auf Kosten der allgemeinen Stimmung, aufgrund wachsender Unsicherheiten und der Reduzierung von Einstiegschancen. Die Bestreitung des eigenen oder familiären Lebensunterhaltes, die Vorsorge fürs Alter und die Absicherung vor den allgemeinen Lebensrisiken, die Kosten der Solidarität (Transfers), die Beteiligung an nationalen staatlichen Gemeinschaftsaufgaben, und internationalen Unterstützungsprogrammen, sind allesamt vom Lohn  mit zu bestreiten. Da wird es schnell finanziell eng, und man muss sich neu organisieren, um nicht finanziell ins Seitenaus zu geraten. Grundannahme hierbei ist, dass dies alles halb so schlimm wäre, und die neue Bescheidenheit angenommen werden würde, hätte man nur das Gefühl, dass es gerecht zuginge, könnte man Arbeit finden, wenn man sie sucht, Arbeit zu einem zwar niedrigen, aber gleichwohl fairen Lohn. Das Verlangen eines Mindestlohnes wird ja und wurde lange in Deutschland von Teilen als Meucheltat an der Konjunktur, zumal des Arbeitsmarktes, gebrandmarkt. Als sähe man nicht die Ausuferung der Gewinn-, Preis- und Verdienstmargen. So ist es, der `Teufel´ packt nach wie vor seinen Mist vornehmlich auf die größeren Haufen (ein Gravitationsgesetz auch hier, dem man immerhin künstlich Grenzen setzen könnte). Das Einstreichen von Vorteilen, z.B. Boni welcher Größenordnung und Ausgestaltung auch immer, gerät immer mehr zu einer Angelegenheit einer Großgruppe zuungunsten einer anderen Großgruppe, die gleichwohl die Minderheit bildet – die bereits so apostrophierten Überflüssigen und sich nicht wehrenden. Handeln wir hier nicht, wird es sich weiter zuspitzen. Dass die Binnennachfrage am allerwenigsten davon profitiert, wenn sich Kapital, Geldmittel, einseitig lagern, hört man nicht oft genug.

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Wie wäre es mal mit einer Produktivitätsgrenznutzen-Analyse. Hat die an manchem Ort bereits eingesetzte automatische Supermarktkasse einen tatsächlichen gesellschaftlichen Netto-Sinn oder letztlich Netto-Arbeitsplatzabbau zur Folge?!

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Arbeit

Man braucht nur bei uns in Deutschland in die Innenpolitik und auf das Millionenheer von knapp über 3 Millionen (Dez. 2010) offiziell gemeldeten Arbeitslosen zu schauen (Rückgang von über 4,5 Mio. Arbeitslosen [SGB III § 16] im Mai 2006), davon 890.000 Langzeitarbeitslose (Nov. 2010) [gem. SGB III § 18 Arbeitslose, die ein Jahr oder länger arbeitslos sind > SGB III. - 3. Sozialgesetzbuch], um gleich zu erkennen, dass solch Wandel-Unterfangen zäh und mühselig, aber eben auch möglich ist, bzw. einen Zahlenzauber und Definitionstricksereien repräsentiert und letztlich erst eine Veränderung der Arbeitsverteilung und Vergütungsprämissen sowie der demographische Wandel durchgreifende positive Veränderung auf dem Arbeitsmarkt erwarten lassen.

Bezüglich der Arbeitslosigkeit gilt, dass, abgesehen von einer hier nicht zu diskutierenden geringfügigen Sockelarbeitslosigkeit, in einer Bandbreitengesellschaft Arbeitslosigkeiten von Arbeitswilligen die Dauer einer Quartalslänge nicht überschreiten könnte und die Arbeitenden einen würdigen Lohn erhielten, der etwa nach heutigen Maßstäben gerechnet bei Vollzeit, besser noch annähernd Vollzeit, zumindest netto 1500 Euro zu betragen hätte. Darauf wird noch näher einzugehen sein. Niedrigeres arbeitsfreies Grundeinkommen und Einstiegsgehälter flankieren hier.

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Jetzt ist ironisch gesagt endgültig klar: die Arbeitslosen sind, weil einige von ihnen tatsächlich `selbst´ Schuld sind, `alle´ selbst Schuld - semantisch ist es genau das, was zu oft vermittelt wird. Die Wahrheit ist eine stetig wachsende oder verharrende, oder fragwürdig gesenkte, auf jeden Fall zu hohe Arbeitslosigkeit seit über drei Jahrzehnten, zu all den gesellschaftlichen Kosten, die sie mit sich bringt (Staatsverschuldung, hohe Arbeitskosten wegen hohen Arbeitsnebenkosten, geleerte öffentliche Kassen, Frustration und Depression auf Seiten der Arbeitslosen, Verarmung von Gesellschaftsteilen, überdurchschnittliche Verschuldungsproblematik von Arbeitslosen, Bildungsgräben). Arbeitslose heute sind die (Un)Täter und machen der Gesellschaft das Leben schwer. Sozialdarwinistisches Denken, das alleinlassende `Selbstschuld´ aus eigener Schwäche bei Versagen. Hinter jedem sozial-ökonomischen und privatem Versagen eines Individuums steht seine biographische Geschichte und diese ist in einem breiten Sinne zu verstehen. Jeder Mensch repräsentiert eine individuelle Summe nicht selbst verantworteter sozialer und biologisch-genetischer Vorbedingungen, Zufällen, plus der eigenen Entscheidungskaskaden, die in der Regel mit ersteren im Zusammenhang stehen. Damit soll nicht eine Aufgabe des Prinzips der Selbstverantwortlichkeit und Schuldzurechenbarkeit vorbereitet werden, lediglich der Überheblichkeit und Borniertheit von `glücklicheren´ Exemplaren Mensch Mäßigung in ihrem Urteilen anempfohlen sein. Der (Übergangs-)Raum zwischen Freiheit und Determinismus ist schmaler, als viele wahrhaben wollen. Diese neurologisch-genetisch-sozialräumlichen Hinweise sollen hier erst einmal genügen.

Eine kalt-elitäre Ideologie des: Ich-bin-genetisch-und-sozial-im-Recht-haben-sie-halt-Pech-sollen-sie-Brot-und-Wasser-zu-sich-nehmen, erfährt so über die Hintertür Einlass. Wer für die bestehenden Verhältnisse zu schwach, zu dumm, zu alt, zu anders  ist, darf gehen - mit Recht, und zu erwarten hat er nicht viel oder nichts außer einen Resttransfer. Es schüttelt einen bei diesen Sätzen.

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Über die internationalen und gesellschaftlichen Verhältnisse - Verteilungen - wird nicht vernünftig mit Bandbreitensinn entschieden, sondern die Partikularinteressen reißen die `Vorfahrt´ an sich. So entscheiden etwa sehr gut bezahlte Richter, aus der Anschauung heraus etwa einen sicheren Arbeitsplatz zu haben, über Leute ohne solche Gewissheiten. So ist beispielsweise die zumindest normalhin sichere sozio-ökonomische Perspektive eines Beamten auf die eigene Gesellschaft eine andere, als die all derer, die um ihren Arbeitsplatz und eine ausreichende Altersversorgung fürchten müssen. Allein daraus eröffnet sich bereits eine Diskrepanz und soziale Schieflage, die zu einseitigen Zumutungen führt.

Um Solidaritätshavarien, Fairnessaussparungen, die weltweit vielen Menschen die Möglichkeiten nehmen, einen teilnehmenden Platz einzunehmen, oder auch nur satt zu werden, wird verdrängend vorbeigeschaut, herumgeredet und herumentschieden. Es wird gemogelt, überspielt und sich gedrückt. Der Vorteil soll der eigene bleiben! Sich in das materielle Leben anderer hineinversetzt wird reichlich wenig. Davon kann man ausgehen, wenn man sich z.B. die Höhe der bereits geltenden Mindestlöhne anschaut und den Kampf um diese überhaupt betrachtet. Der Aufschub des Selbstverständlichen! Der Vorteil soll der eigene bleiben! Das ist weltweit ähnlich und gerade die Vielhaber [natürlich nicht alle; es gibt erfreuliche Gegenbeispiele und Initiativen] tun sich schwer - innergesellschaftlich, wie international. Das System ist dynamisch, Besseres bleibt erreichbar. Ein tragfähiger Kompromiss der Gesamtinteressen liegt noch nicht in politischer Sichtweite und verbleibt derweilen im zwischenfinalen Idealistenvorfeld abschätzig so genannter Sozialromantiker. Noch soll global mehr oder weniger gehungert, verhungert, ausgeraubt, unterdrückt, erniedrigt, entwürdigt, zugemutet, sich auf anderen ausgeruht werden, die Verteilungsmodelle so weiter geführt werden wie bisher; anders will ich es gerade nicht sagen. Deshalb liegt es nach wie vor an uns, jene Politik zu erwählen, die auf Dauer in die Bandbreite des Sinnvollen führt.

Derzeit und durch die Jahrhunderte hindurch formieren und formierten sich die Gedanken, Räume und Strukturen, in denen dann mehr demokratisch legitimierte Verteilungs-Entscheidungen fallen konnten/können. Die demokratischen Revolutionskämpfe in den arabischen Ländern (2011) gehören genauso dazu.

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Faire Umverteilung (nicht Gleichmacherei) im globalen Sinne wird noch lange nicht in voller Bandbreite nicht nur en vogue, sondern durchgesetzt sein - ganz und gar nicht, im Gegenteil. Wir erleben weiterhin weltweiten Finanz-Exzess [1] und ein dem Elend und der Armut überlassenes Milliardenheer an Individuen. Dass man sich nicht täusche: Exzess ist auch, wenn etwa ein Lottojackpot in Italien im Sommer 2009 146,9 Millionen € betragen konnte und von einem einzigen Gewinner abgeräumt wurde – mal ganz unabhängig davon, was dieser nun damit angestellt hat. Oder zu erwähnen ist die gigantische Ablösesumme von 94 Millionen Euro, die Real Madrid 2009 für den Superstar Cristiano Ronaldo bereit war hinzublättern. Dass überhaupt etwa ein Manager Klaus Esser (Mannesmann-Deal [F Freispruch > Revision > Einstellung gegen 1,5 Millionen Euro Geldzahlung]) es ethisch in Ordnung gefunden hat, an einer `Übernahmeschlacht zwischen Mannesmann und Vodafone im Jahre 2000 30 Mio. DM für sich einzuheimsen, ist bemerkenswert. Oder der Arcandor Manager Karl-Gerhard Eick (2009) trotz Insolvenzphase des Unternehmens nach nur sechs Monaten in leitender Funktion aus Vertragserfüllungsgründen 15 Millionen Euro Abfindung überhaupt meinte einstreichen zu können. 

Hank McKinnell, der ehemalige CEO [chief executive officer] des US-Pharmakonzern Pfizer [2008 mit 86.600 Angestellten], erhielt 2006 nach 5 Jahren auf dem Chefsessel rund 200 Millionen US-Dollar für seinen Ruhestand [in Form von Pensionen, Aktienoptionen u. a. Vergütungen]. Mit 50 Millionen Euro, Deutschlands höchste Abfindung soweit, erhielt im Sommer 2009 der Porsche Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking. In Mode gekommen ist jetzt das Spenden eines Teils (1/4, 1/3, 1/2) solcher Summen.

Nun, sparen wir uns weitere Namensnennungen. Es gibt derer viele weitere. Millionenabfindungen haben jedenfalls allgemein mit Limitismus nichts zu tun und können nur in Ausnahmefällen und ohne offensichtliche Proportionslosigkeit als legitim vorgestellt werden. Millionenabfindungen, die gestiftet werden müssen, hingegen sehr wohl.

Diese alle stehen überdeutlich für die gesellschafts-symptomatische Entgleisung unserer Bandbreitenlosigkeit! 

Das verbreitete Prinzip der `Goldenen Handschläge´ ist nur innerhalb einer Bandbreite akzeptabel. Allem Anderen gehört weltweit ein Riegel vorgeschoben. Aber auch in der Mitte wird zu viel Einkommen erwartet, keiner will es hören.



[1] Der `Hedge-Fonds-Manager John Paulson soll nach amerikanischen Medienberichten im Jahr 2010 sein Privatvermögen um 5 Milliarden Dollar vermehrt haben.´ (FAZ.NET, 29. Januar 2011)

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Und es ist richtig festzustellen, es gibt nicht die eine Entscheidung zur globalen und nationalen Fairness, ohne internationale Verständigung (zw. Menschen mit Interessen und unterschiedlichem kulturellen Background) über die Angleichung bestimmter Rechtsverhältnisse, die den Staaten-Standort-Wettbewerb, ökonomisch-kulturell, weltverträglich, gesellschaftsverträglich, zu organisieren allein in der Lage sein wird. Zu groß sind noch die Unterschiede. Dennoch braucht es Prinzip und Grenze heute und deutliche Ankündigung für das langfristige Morgen. Und richtig ist auch der Hinweis, dass in den letzten Jahrzehnten immer mehr Voraussetzungen und Ansätze im internationalen Miteinander geschaffen wurden, die es auch plausibel werden lassen zu behaupten: `Eine andere Welt ist möglich´ (Attac) [Association pour une Taxation des Transactions financières pour l`Aide aux Citoyens - gegründet am 3. Juni 1998 in Frankreich (international ab 11. - 12. Dez. 1998)]. Ursprünglich als Forum für die Tobinsteuer gedacht, avancierte diese international agierende Nichtregierungsorganisation zu einer Art globalisierungskritischer Dachbewegung. Attac strebt eine Welt `ohne hierarchische Strukturen oder eine geographische Zentrale´ an. Das Primärziel ist die demokratische Kontrolle der (intern.) Finanzmärkte und ihrer Institutionen [IWF, Weltbank, globale Finanzaufsicht, Weltsteuern] und allgemein die faire Ausgestaltung der Globalisierung.

`Eine andere Welt ist möglich´ (Attac) - RICHTIG ! Mehr nicht, weniger nicht. Nur Attac ist im Grunde auch noch zu leise!

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Demokratie global, Weltbank

Eine klare Grundweltregel für den globalen Demokratie-Einstieg: einem Staat, der sich umfassend demokratisiert, oder im Sinne Rawls ein `achtbares Volk´ darstellt, werden sämtliche Schulden erlassen, bzw. unter ein zinsfreies Moratorium gestellt. [Übersicht der existierenden Demokratien, Halbdemokratien und autokratischen Gesellschaftssysteme bietet der jährliche Freedom House Bericht (The Annual Survey of Political Rights & Civil Liberties. New York). "Zum Zweck zusammenfassender Information konstruiert Freedom House 7er-Skalen der politischen Rechte (political rights index) und Bürgerrechte (civil rights  index). Mitunter werden beide Indizes getrennt ausgewertet, bisweilen werden sie zu einem Freihheitsindex addiert. Dieser Index reicht von 2 bis 14. `2´ bedeutet gesicherte umfassende politische Rechte und Bürgerrechte." Schmidt, Manfred G.: Demokratietheorien. Opladen 20003, S. 408ff.]. Derzeit unterstützt die Weltbank zwar sich demokratisieren wollende Länder, die zugleich ihre Gesellschaft nach zeitgemäß-kapitalistischen Maßgaben formen, mit z.B. Krediten. Aber wesentlich wäre hier eine eindeutige Grundweltregel. Diese Regel müsste weltweit so bekannt sein, wie es etwa der amtierende Fußballweltmeister ist. Das kostet natürlich auch unser Geld. Es könnten Mittel aufgestockt werden, über Einsparungen, Effizienzrevolution, regional-hemisphären Teilzusammenlegungen weltweiten Militärs. Richtig: `könnten´.

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Ist die Welt demokratisiert oder eben im Sinne John Rawls ein Sammelsurium achtbarer Völker geworden, kann der UNO tatsächlich ein legitimiertes und global akzeptiertes umfassendes oberstes Gewaltmonopol nach bestimmten Völkerrechtsregeln zugestanden werden, dem sich zumindest dann alle alten Vetomächten nicht entziehen könnten, ohne in entlarvende Selbstwidersprüche zu geraten. Überhaupt würden Reformen der UNO zu einer durchwegs demokratischeren Institution erleichtert, da man ja eine funktionale Institution der Durchführung und Verantwortlichkeit braucht, man sich aber keiner Institution unterwerfen würde, die nicht aus demokratietheoretischer Perspektive heraus betrachtet überzeugte.[F]

Die USA, China, die EU und die anderen staatlichen und nicht-staatlichen Blue Chips [Großakteure] der Weltpolitik werden in den kommenden Jahrzehnten zu entscheiden haben, ob sie ihre Verfassungen, bzw. Selbstordnungen, als subsidiäres Element in eine demokratisierte Globalgemeinschaft einbringen werden. Etwas heute noch wenig Erwartbares und sich dennoch gleichzeitig gleichwohl qua sich fortschreibenden Völkerrecht doch Ankündigendes. Supranationale Regelsysteme schließen ja nicht Aufgabe der nationalen Unabhängigkeit in allen Bereichen mit ein.

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Militärausgaben

Wir verschwenden derzeit enorme Mittel- (laut dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI und dessen Yearbook 2011 gingen 2010 1,630 Billionen US-$ in die weltweiten Militärhaushalten (2009 1,531). Davon entfallen allein 698 Mrd. $ auf die USA. Eine nominale Erhöhung um rund 50 % seit 2000!) und Aufmerksamkeitsressourcen (in den Medien), die `wir´ nicht nur eigentlich für die immensen sozialen und biosphären Fragen sinnvoller Einsetzen könnten, wenn `sie´ es schon nicht tun.

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Satz 10: Eine Grundregel: Autokratische Systeme, die sich zu liberalen Demokratien wandeln und sich in einem ersten Schritt zur Hälfte in Truppen und Etat entmilitarisieren, erhalten Mittel der Weltgemeinschaft.

So gewinnen sie 2-fach: durch finanzielle Umschichtung im Innern und Mittel zur Entschuldung etc. von Außen. Die Weltgemeinschaft kann diese Mittel aus der Senkung ihrer eigenen Verteidigungshaushalte und/oder aus internationalen Teilzusammenlegung von Streitkräften gewinnen.  Hierüber muss man sich auf eine kurz- bis langfristige Transitionsphase verständigen - 15 bis 30 Jahre!? Das heißt, dass man sich von Arbeitsplätzen in der Rüstungsindustrie verabschieden müsste. Z.B. durch Verzicht auf Neueinstellungen ab heute.

Ob Mächte, wie, allen voran, die USA, ob China u.a. auf ihre militärische Souveränität soweit verzichten, dass sie zumindest ihre Verteidigungshaushalte in eine Friedensbandbreite zurückschrauben oder gar Souveränitäten ganz abgeben, darf aus heutiger Warte selbstverständlich klar bezweifelt werden. Dass die kleinen Staaten eher bereit wären zu solch einem globalen Schritt beizutragen, ist dagegen eher wahrscheinlich.

Und wieder einmal zeigt sich, dass es gerade der größeren Macht schwerer fällt von ihrer Über-Macht zu lassen. Schwer ist es in die Bandbreite zurückzukehren, schwer ist es von Macht zu lassen. Der Mensch, das Unvernunfttier.

Was nun allerdings wiederum die Großmächte und die atomaren Mächte eher willig werden lässt, doch in eine weltweite militärische Union mit einzusteigen, ist die Tatsache, dass statt aggressiver Staaten, die organisierte internationale Kriminalität oder kriegerische Kleingruppen, ja, durchgeknallte Einzelne in Terrormanier zu Bedrohung werden, denen bestenfalls Spezialkräfte (Weltinnenpolizei) beikommen könnten, nicht aber Millionenheere. Eine gemeinsame Strategie gegen die internationale organisierte Kriminalität und ein Ende staatsgedeckter krimineller Machenschaften verschaffen den Gesellschaften nötige Befriedung und nicht die Aufrechterhaltung von Staatengegnerschaften. Zu diesem Ziele ist es unerlässlich die globale Demokratisierung voranzutreiben.

Was gewönne die Staatenfamilie nicht alles an neuen Handlungsmöglichkeiten, wenn sie von den mittlerweile mehr als 1630 Mrd. US-$, die 2010 in die weltweiten Verteidigungshaushalte geflossen sind, stattdessen davon z.B. $ 600 Mrd. für Bildung, Entwicklung, regenerativen Umbau, die Frauen, Kultur usw. hätte ausgeben können !

Jeder in dieser Richtung abgeschlossene und ratifizierte internationale Vertrag brächte die Verteilungsfrage der globalen Fairness auf ein höheres Mittel-Niveau materieller  Problemlösungsfähigkeit.

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Das finanz- und wirtschaftspolitisch dominierte gesellschaftliche Selbstverständnis der konsolidierten Demokratien bedarf ebenso bestimmter systemischer Mechanismen zur Selbstorientierung, Außenanschlussfähigkeit, biosozialen Balancierung, die ihnen einen globalverträglichen gespürten Vorteil geben oder zu geben vermöchten. Gerade die westlichen Demokratien weisen hohe Militärausgaben auf. Das auffällige ins militärische verschobene Ungleichgewicht im Rahmen der Proportionsfindungsanalyse der Staatsausgaben zwingt zur Neuausrichtung. Die Verkleinerungspolitik etwa der Bundeswehr sind zu begrüßen, aber reiche