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Homo-Globalensis & LIMITISMUS / Pera - die Grenze

 Bandbreitenkapitalismuss 

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http://bundesrecht.juris.de/index.html + http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen.html 

Bandbreitendenken als politische Denkstruktur 

Vom ökonomischen `Existenzmaximum´ und über das Vertrauen in die kosmischen Entfernungen als Hausgut des Lebens für das Wissen um die global/lokal-funktionalen Bandbreiten und die kommunikativen Strukturen in kollektiven wie privaten Handlungskontexten    schön und gut,  ...   

` Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir [Zitat aus Immanuel Kants "Kritik der praktischen Vernunft" 1788, zu finden am Anfang des Beschluss] Auch Grabinschrift Kants (1724 - 1804) in Königsberg.

Ja, ein sehr berühmtes Zitat und wird immer wieder kommentiert.

Diese beiden Richtungen mögen für Kant, anders als für andere, etwa für mich, möglicherweise unterschiedliches bedeutet haben, so empfinde ich doch angesichts der schieren unendlich anmutenden Größe und Ausdehnung des Universums, zwar meine Kleinheit und vermeintliche Unbedeutendheit. So hat es aber auch einen Moment für sich, der mich oder auch einen anderen Beobachter dieser Unermesslichkeit eine Art Vertrauen empfinden lässt. Denn was, frage ich, soll man sich fürchten, angesichts dieser Ausdehnung? Da liegt es eher im Bereich einer rationalen Annahme sich keine unnützen Gedanken zu machen und sich gut aufgehoben zu wähnen an einem Orte, um den sich dann wiederum zu kümmern wäre, entsprechend der Verantwortungslogik für den Handlungsort [Erde] im Rahmen der Grenzen des Handlungsortes. Der Standpunkt: was geht mich die Welt an, wird verworfen. Die Kläranlagen laufen und  müssen laufen. Wer sich da, trotz allem Wissen darum, desinteressiert zeigt, ist gesellschaftlich nicht ernst zu nehmen und kann nicht sinnvoll mitreden, muss schlimmstenfalls sogar von der Gesellschaft abgewehrt und in seinem Tun unterbunden werden. Gesellschaft muss sich organisieren um bestimmte Infrastrukturen aufbauen und aufrechterhalten zu können. So können sich nicht etwa die rund 82 Millionen Einwohner Deutschlands in der Natur körperliche Erleichterung verschaffen oder ihren Müll aufs Geratewohl in den Straßen verteilen etc. ... Nun, entgegen der vermeintlichen Unbedeutendheit angesichts des Alls, die Degradierung zum unbedeutend Sandkorn, hat man nach Innen doch moralisch die Oberhand und alle Größe - wenn man denn diese wahr zunehmen gedenkt und man sich nicht vom eigenen Gehirn austricksen lässt, d.h., seine Entscheidungen nicht auf Affekte gründet, vielmehr seine Affekte gegen die gewählten ethischen Grundprinzipien abwägt, und nur solche Entscheidungen passieren lässt, zur Ausführung gelangen lässt, die diesem genügen. Man kann natürlich auch moralisch-ethisch ein Sandkorn bleiben, dessen einziger Unnutz in seinem störenden Einflusse auf die Reibungslosigkeit des moralischen Weltvorankommens besteht. Sandkorn verwehe oder sammle dich auf Spielwiesen zum Strande, aber halte dich aus der Mitentscheidung heraus - oder wandle dich.

Erdkruste > Lithosphäre (Gestein) / Hydrosphäre (Wasser)  / Atmosphäre > Biosphäre > Soziosphäre > Infosphäre & Kommunikation

Bandbreitensinn + die Selbst-Reinigung des Kapitalismus  

... es geht hier also auch um Kapitalismuskritik und die Rolle der Zivilgesellschaft(en), des Staates, sowie der Staatenwelt.

- Echopolitik und evolutionäre Tiefenstruktur -

der Grün/Blaue Bereich ///

by  TedinSkiebe@web.de 

 

Für Leopold, Valéry, Willy + Noelo  &  Ingalls    Inhalt     Thema   

     Über das nicht-private Maß des Möglichen + den Sinn des Ganzen  (http://www.limitismus.de  Stand: 6 / 2010)  

 


 I.    Inhalt     Thema    

! Um die Verlinkung nutzen zu können sollte die Seite gegebenenfalls separat neu geöffnet werden: www.limitismus.de

Zum Hinweis: die kontinuierlichen Ergänzungen und Veränderungen werden teils jeweils für eine Zeit rot dargestellt, verwandeln sich dann blau und gehen in zunächst abschließender erster Runde schließlich, schwarz, mittig gesetzt und in größerer Schrift gehalten, in den Text ein, so dass man den Gang der Arbeit ein wenig beobachten und kritisieren kann. Hinweise zur zweiten Runde, wenn es soweit ist. Mögliche Fremdbeiträge sowie Zitate sind zumeist lila gefärbt. Einige hellgrüne Stellen wandern kontinuierlich durch den Text und markieren die Passagen an denen ich gerade war oder bin oder außer Zweifel normalhin erneut einzusetzen gedenke. Verlinkung zum leichteren Verständnis.


Kapitel: StartInhalt  . Thema  . Limitismus . Begriffsgeschichte . 1. Einleitung . Limits . Politologie*. Kommunikation . Begriff . 5 . Relevanzsystem I. . L. als Theorie . int. Krisenherde . Menschheit . Kapitalismuskritik . Grenzen . L. & Moral . 12 . Biosphärenpolitik . Generationenpolitik . Bandbreitenkapitalismus . Online-Demokratie . Arbeitsvolumen . Existenzmaximum . Zusammensicht . Goldene Balancen . Roots . PLOS-Projekt* . Ergebnis . Fußnoten  //  Oneliner   * zusätzl. Glied.

Im Vorfelde : Dieser Text bedarf natürlich Überarbeitung, gründlicher Umstrukturierung und Ergänzung. Er ist im Stadium der Ansammlung. Der Autor weiß, dass er teils undeutlich, teils redundant einherschreibt. Meine jedoch auch, eine Richtung gewählt zu haben, mit welcher zumindest ich mich selbst zunehmend gut zu identifizieren meine. Wie weit der Autor in der Lage ist, diese Gedankenkost werden zu lassen, kann derzeit nicht gesagt werden. Bin guten Mutes, außer Frage. Sagen kann ich, dass ich daran weiterarbeiten werde. Zuallererst : Viel, aber längst nicht nur Wiederholendes wird sich finden, manches wird länger unklar bleiben; es ist teils notwendig ein Versuch des Schreibens im Nebel. Ich meine zwar, bzw. die möglichen und dann genannten Neu-Text liefernden Mitautoren meinen insgesamt richtig zu liegen, aber es kann nicht behauptet werden, dass sich unser Limitismus auch für jeden Letzten ersichtlich trefflich begründen ließe. Wer sich nun also nicht an dem Vorbereitungscharakter des Textes stören möchte, wird und kann ihn als Steinbruch oder Mosaik lesen - oder, falls eben nicht, besser erst mal gar nicht :-)

Die hier von mir gewählte Sprache, soll in erster Linie mich selbst zufrieden gestimmt halten. Denn denke ich, mich selbst zu verstehen, mag es sich ergeben, dass mich auch andere, einige von diesen zumindest [mögliche Sinn-Multiplikatoren also], ebenfalls leicht oder leichter nachvollziehen können. Dieser Text ist offen, lässt hoffen, und befindet sich in Dauerkorrektur! Ich schreibe nicht, weil ich der Zampano bin. Nein, ich habe Fehler und ermangele manchem Vermögen, kann nicht immer zufriedenstellend jeden hyperkomplexen Informationsfaden ganz aufrollen, noch mich leicht zu sehr in teils auch wichtige Details begeben. Werde mal näher, mal mit mehr Abstand betrachten. Einzig, will auch nicht nur schauen und mich verwundert geben. Drum geht das Bemühen meines gemochten durchschnittlichen Denkvermögens dahin, eine Haltung zu verdeutlichen und meinem Sinnen und Denk-Gefühlen zu versuchen passende Worte zu verleihen.

Nun richtig, das Geschriebene wird regelmäßig erweitert, redigiert, zusammengekürzt  und fortgesetzt. So bleibt zwar bis auf Weiteres noch viel vermeintlich wirrer und ungeordneter Stoff enthalten. Unsinn- und Redundanzverdacht bleiben, wie man schon jetzt mitbekommt, berechtigt. Lachen Sie ruhig; aber dieses Viertel-Chaos dient doch dazu, Gedanken zu sammeln, zu ordnen und miteinander in Bezüge zu setzen. Ein loser Orientierungsfaden wird die Gesamtarbeit dabei hoffentlich durchziehen. Jede(r) geneigte Leser(in) kann auf seine/ihre Kosten kommen. Des weiteren ist jeder kritische Geist eingeladen, Textbeiträge zum hier vertretenen Limitismus-Paradigma beizusteuern. Und schließlich nun ist zu sagen: es ist nicht leicht, gegen herrschende Interessen und allgemeine Wunschvorstellungen anzuschreiben, aber mit dieser Schrift soll es versucht sein. Und ich bleibe derweil im Verdacht, ein Angeirrter zu sein. Wer das meint, soll meinen!

Wäre die Welt schon ein wenig anders eingerichtet, wäre es für mich leichter zu schweigen. Da sie es nicht ist, versuche ich mich politisch zu äußern. Auf die Weise, wie ich es tue und es vermag; denn so ist es authentisch. Sicherlich spielt Forschungsneugier eine große Rolle. Ich bin neugierig auf die anhand von Daten und Überlegungen vorgestellte Beobachtung der Entwicklung der Gesellschaft(en) in beiden Zeitrichtungen. Evolutionärer Optimismus (Position der konstruktiven Veränderbarkeit durch Einsicht) ist meine Feder, sonst würde ich schweigen. Wo kein Sinn möglich ist, ist auch keine Handlung notwendig. Das textliche Bemühen stellt somit eine kleine Dienstleistung an uns Menschen dar - sozusagen.

Nichts ist trauriger, als irgendwann resümieren zu müssen, nicht versucht zu haben, was man versuchen wollte und hätte versuchen können. Seine Stimme einzubringen, auch wenn sie überhört werden sollte. Ich äußere mich, weil ich, bei allen vielen hier eingesetzten Sätzen, die mir gefallen mögen, hoffe, doch aber auch einige hervorzubringen, einige so zu sagen, dass sie für Leser ganz Information und deutliche Anregung sein können, keine Wiederholung. Und wenn Wiederholung (das inhaltlich Meiste hier ist zweifelsfrei Bündelung von mehr oder weniger Bekanntem. Wiederholung ist auch didaktisches Mittel. `Repetitio est mater studiorum´ - Wiederholung ist die Mutter der Studien [Cassiodorus]), dann als Einstieg zu eben diesem anvisierten PLUS, das mir auch der LIM zu sein scheint. Lediglich Seiten füllen ist nicht mein Anliegen. Sie gehören einfach dazu, sonst könnte ich gar nichts sagen.

Könnte man es mit Liedern tun, auch dieses wollte ich wagen. Z.B. oldsong.mp3 (soft) oder single soul.mp3 (not so soft)

So soll der Text die Vorstellung eben eines bestimmten Denkens geben, genährt an der eigenen und fremder Beobachtung der Welt und (Welt)-Gesellschaft(en). Sein Gesamtsinn zeigt sich im Gesamtbetracht der Arbeit. Sonst wäre es zu einfach, für die, an die ich mich, neben allen anderen, im Besonderen wende - die Gesellschaftswissenschaften. Denn es werden neben den leichter zu verstehenden limitistischen Grundprinzipien Konkretisierungen vorgebracht für Institutionen, Gesetze und Verfahren, Alltagsleben und Freizeit.

Wer nun denn etwas mit freundlicher Sprache, Gesellschaftsanalyse und politischer Philosophie anfangen kann, wer den Planeten mag, der Schöpfung nicht misstrauen möchte: für den schreibe ich. Und für alle, die es nach der Lektüre selber klarer und begabter formulieren könnten. Inspiriere ich diese allein, ohne vielleicht hier und dort auch genügend akademisch hoffähig meine Thesen und Analysen selbst dargebracht zu haben - bis auf weiteres -, dann ist dennoch das Ziel konstruktiv zu sein erreicht, und ich kann an das Nächste und zurück zur Vertiefung.

Um abzutragen, trage ich auf.


Kapitel: StartInhalt  . Thema  .Limitismus . Begriffsgeschichte . 1. Einleitung . Limits . Politologie*. Kommunikation . Begriff . 5 . Relevanzsystem I. . L. als Theorie . int. Krisenherde . Menschheit . Kapitalismuskritik . Grenzen . L. & Moral . 12 . Biosphärenpolitik . Generationenpolitik . Bandbreitenkapitalismus . Online-Demokratie . Arbeitsvolumen . Existenzmaximum . Zusammensicht . Goldene Balancen . Roots . PLOS-Projekt* . Ergebnis . Fußnoten  //  Oneliner   * zusätzl. Glied.

Kapitel 1

Limitismus / Limitism / Limitisme / Limitismo

Begriffe sind noch keine Theorien, aber bei vorhandenem Sinn-Potential deren Kristallisationskerne. Begriffe können methodisch verwendet werden. Wenn durch einen Begriff möglichst punktgenauer Informations-Output und plausible Anschlussfähigkeit geleistet wird, ist er als vorläufig tragfähig zu erachten. Mann kann ihn mit Weiterungen verknüpfen und Hypothesen bilden. Man kann ihn zunächst nutzen zur Zeiteinsparung. Denn mit seiner Definition und weiten Verbreitung ist bekannt, was er deutlich meint und was er nicht meint. Er ist in Vermittlung eine umfassend angereicherte Kommunikations-Markierung. Eine Differenz. Eine komprimierte Idee. Ein Hafen: Ziel und Ausgangspunkt, sowie Schutzort und Ruheplatz. So wird bei verstandenen Begriffen auch die implizite und theoretisch dargestellte Gewichtung der inkludierten Inhalte automatisch als mitgedacht erfasst. Auf der Ebene des Begriffes mit ihm und an ihm arbeiten ist seine Einladung. Die Aussagekraft liegt auch in seiner Unmissverständlichkeit ohne Zeitverzug. Er dient der Debatte und lebt und belebt intellektuell mit seinem Gebrauche und seiner Wirkung. Er ist eine gedankliche Weichenstellung. Was ein Begriff aufweist, über das kann man kommunizieren. Was kommuniziert werden kann, kann wirksame Folgen haben. Was nicht terminologisch zusammengefasst wird, kann nicht optimal im Zusammenhang verstanden werden, sondern bedarf zusätzlicher ans Begriffs-Wort gestellter näherer attributiv-semantischer Ergänzungen. Insofern bringen Entwicklungen Begriffe hervor. Der LIM–Begriff ist erst einmal eine Vereinfachung durch Zusammenfassung, eine Komplexität reduzierende Bündelung an Aussagen, ein Richtungshinweis. Ein Diskursangebot.

LIM-Definition im Kontext der Differenz: Reichtum/Armut

LIM ist ein Versuchsbegriff, das Angebot zu einem Leitbegriff für ein gesellschaftliches, korporatives + privatrechtliches Handeln, welches sich in den besonders systemhomogenen Kontexten der liberalen Staaten der OECD–Welt (im Kern die reichen Industriestaaten) und der im Anschluss daran zu nennenden WTO-Ebene (World Trade Organization umfasst über dreiviertel aller Staaten [152 von 192]), an einer wohldefinierten, im ökologisch-biosphärischen Sinne nachhaltigen, rein regenerativen Wirtschaftsweise einer besonderen Form einer ("sozial-globalen") grünen Marktwirtschaft orientiert // einer Art sozial-ökologischem Bandbreitenkapitalismus. [Die Zielvorstellung hier] Der Bandbreitenkapitalismus / Limitismus lässt das individualisierte und globalisierte + bejahte kapitalistische Gewinnstreben nur innerhalb einer neu und teils erstmalig zu bestimmenden `Bandbreite´, eben innerhalb eines Limits – aktiv fördernd gelten.  Sog. Grenzverletzungen aus der Bandbreite heraus, also Überschreitungen eines wohldefinierten, durchaus historisch und örtlich variierenden, in der (welt)gesellschaftlichen Debatte zu findenden Quantums an jeweiligen Dingen und Rechten jeglicher privaten oder sonstigen juristischen Personen, werden nach bestimmten Mechanismen (internationales Privatrecht > Erbrecht / intern. Kartellrecht / allg. Vermögensübertragungsrechte / Stiftungswesen ...) regelnd fiskalisch abgeschöpft. Nach Regeln, die noch aufzustellen sind. Diese Mittel werden dann an anderer globaler Stelle systemisch konstruktiv-distributiv freigesetzt. Dabei sind ein Zweckgebundenheitsprinzip aber auch die Partizipationsrechte des `limitistischen Lassers´ (etwa der Erblasser im Vorfelde oder der/die Erbe/n ex post) an der Redistribution vorstellbar + prinzipiell mit zu definierenden Einschränkungen begrüßenswert. Konkret könnte dies in welt-institutioneller Ausformung „eines biosphärisch-sozialen Markt-, Menschen-, Eigentums- und Völkerrechts“, konkret im internationalen Privatrecht zur Bildung eines internationalen Stiftungswesens der Zusammenarbeit und Entwicklung etc. münden. Stichwort hier: internationale Gesetzesharmonisierungen in den entsprechenden Feldern. Limitismus ist die Absage an Hyperarmut (und nur diese) + replikatorischen Hyperreichtum (und nur diesen, bzw. vor allem erst einmal das replikatorische Moment an diesem) aus vornehmlich spieltheoretisch-logischen gesamt(welt)gesellschaftlichen Gründen heraus. Moralisch-ethische und naturrechtliche Argumentationsunterstützung bleibt dabei einzusetzen gleichauf legitim. Es geht um fühlende Wesen. Jeder hat, oder sollte sie haben: Rechte und Pflichten.

Der in der liberalen Tradition wurzelnde kapitalismus- und gesellschaftstheoretische politische Versuchsbegriff Limitismus stellt eine Kapitalismuskritik dar..., es geht ihm um ... Bandbreitensinn /  Frequenz- und Felddenken / Kommunikations-Gravitationen, Zeitgeistgravitation + Massenmedien [... also wie oft taucht bestimmtes Denken, tauchen bestimmte Gedanken im Gesellschaftsfeld auf?], allgemein auch zentral um Demokratieentwicklung.

`Metaphern haben jedoch mit Interpretationen die Eigenschaft gemeinsam,
dass sie weder wahr noch falsch sind; sie sind lediglich entweder
nützlich, nutzlos oder irreführend
(Heinz v. Foerster *1911 - 2002 / Grandseigneur der Kybernetik) 

Hoffe entsprechend mit dem hier vorgestellten Bandbreitendenken + Bandbreitenkapitalismus nicht in die Irre zu führen.

Kybernetik   >  Hypertext-Lexikon    

  LIM bedeutet etwa z.B. die Befürwortung eines in der Regel in der Höhe begrenzten maximalen legitimen persönlichen Startkapitals.  Materiell begründetes gesellschaftliches Prestige [Distinktion] definiert sich im LIM ab einem Punkt X nicht mehr über die Anzahl der Millionen oder - immer häufiger und absurderweise - Milliarden an $- oder z.B. -Eigenvermögen, sondern in der Anwendungsbereitschaft, diese Mittel nachvollziehbar konstruktiv an jeweiligen Orten tätig werden zu lassen. Kultureller Applaus den Taten + weniger dem Haben. Vermögenshalbierer wanted ! Bandbreitenverteilungs-Paradigma. Hinter den innergesellschaftlichen und vor allem auch weltweiten so sinnwidrigen, weil kontraproduktiven, wahrscheinlich insgesamt kontraproduktiven Verteilungsauswüchsen liegt der liberal-neuzeitliche, wissenschaftsgewandelte und technikgetriebene, kapitalistische Großepochen-Geist. Nicht, dass man einem Einzelnen, einer Einzelnen, einer Gruppe, nicht gönnen würde. Das politisch instrumentalisierte angeblich mundtot machende Neid-Argument gegen die vermeintlichen Sozialneider trifft einen Limitisten in keinster Weise. Ich sehe mich als solchen, und bin nicht neidisch - schon gar nicht auf Höchstsummen. Limitisten sind nicht neidisch, wir sind entsetzt über die Gier der Zigfachsatten. Und wären diese kapitalistischen Akkumulationsstaus, so nenne ich es mal, nicht gesamtgesellschaftlich und globalgesellschaftlich wahrscheinlich nachweislich in ihrer Wirkung suboptimal, könnte es einem tatsächlich egal sein. Diesen Nachweis der Suboptimalität von Vermögensabsurditäten, aber auch Einkommensauswüchsen in kleinerer Münze, ist anzusteuerndes Ziel dieser Schrift und meiner Eigenarbeit auf diesem Gebiet.

Etwas Offensichtliches in eine empirisch fundierte Beweisform zu bringen kann schwer sein. Man nehme die Quadratur des Kreises. Jeder, der aus einem Seil, welches in Kreisform gelegt, nun ein flächeninhaltsgleiches Quadrat bilden möchte, weiß, dass es, qua Seillegung, geht, aber wie nur mit Lineal und Zirkel [unmöglich] bewerkstelligen? Und das war ja die Aufgabe der antiken Geometer. [Der dt. Mathematiker Ferdinand v. Lindemann hat den Beweis der Unmöglichkeit solch eines Vorhabens dann 1882 erbringen können, bekannt als Lindemann-Weierstraß Theorem. Karl Weierstraß, glaube ich, hat damals als erster Lindemanns Beweis überprüft und für richtig erklärt. David Hilbert legt relativ bald darauf einen vereinfachten Beweis nach.] Nun, um in diesem Bild zu bleiben, der Kapitalismus à la mode, der zeitgenössische Kapitalismus, verlangt einen nobelpreisreifen Beweis dafür, dass er in seiner sozial entkoppelten Grenzenlosigkeit zu kleineren nachhaltigen Gesamtgewinnen führt, bevor er sich freiwillig wandeln lässt - Bandbreitenkapitalismus wird. Der Markt nun löst allein ohne Rahmensteuerung jeweils nur ungenügend. Ohne Spielregeln kein Spiel. Ohne chancenfaire Regeln kein faires Spiel. Damit gilt schon mal, dass, egal wie frei man Kapitalismus haben und denken möchte, es schon immer auch um seine Zähmung, sein Zaumzeug und die ihn beherrschende politische Zügelkraft zu gehen hat. Also handelt es sich um eine politisch-kulturelle Frage, ob wir eine LIM-Gesellschaftsordnung etablieren. Die Ökonomie ist dabei Argumentgeber.

  Mittelanhäufung und Kapital-Übertragbarkeit brauchen nach limitistischer Auffassung ihren systemisch ausgereiftesten Rahmen um (welt)gesellschaftlichen Fairnessbehauptungen gerecht werden zu können. Die Annäherung des zeitgenössischen Kapitalismus, des Nach-Oben-Prinzipiell-Offenens, ist mir da zu ungenau. Ist einem limitistischen Bandbreitendenken axiomatisch zu ungenau. Kapital-Anhäufungswettbewerbe schaden ohne gesellschaftlich-redistributive Rückverankerung dem Allgemeinwohl in materieller sowie mentaler Weise, und schadet der Biosphäre - wahrscheinlich bis offensichtlich. Dennoch, man darf sich nicht vertun, LIM betreibt keine Gleichmacherei, sondern bespricht und zielt auf einen balancierten Rahmen.

Systemfrage !

Stichwort: Existenzmaximum / Einkommenskappung / Erbmaximum / Stiftungspflicht

These : Reichtum ist zu begrenzen, gleiches gilt für die Armut und Chancenlosigkeit. Einkommensdisparitäten sind in die rechten Proportionen zurückzuführen. Sie, die Angeführten, also die Einkommensungleichgewichte, sind zu begrenzen [nach oben, nach unten] wie auch die politische Macht in den Demokratien eindeutig begrenzt ist und begrenzt wurde. Wie auch die Freiheit des Individuums zu handeln durch die Rechtsordnung relativiert/limitiert wird. Eine Nichtbegrenzung führt zu suboptimaler ökonomischer gesamt(welt)gesellschaftlichen Entwicklung und moralisch-ethischen Desaster.

Satz 1: Gesellschaftliche Armut ist langfristig nicht durch gesellschaftlichen Reichtum an anderer Stelle zu rechtfertigen.

Satz 2: Ein eigentlich auf limitistisch legitime Weise weiterwachsender privater Superreichtum fängt da an, wo der Staat ohne Schulden dasteht, bzw. eine definierte Schuldengrenze [F] [Verhältnis der kumulierten Staatsschulden zum BIP] nicht überschreitet. Und dann gibt es ja noch die Staatenwelt. Da es etwa unter den nunmehr 34 OECD-Staaten außer Australien, Estland und Luxemburg keine gibt, die eine Staatsschuldquote haben, die unter 20 % des BIPs liegt [Deutschland 73 % 2009], ist es an der Zeit, Vermögenssteigerungen und -verlagerungen, die allein vorhandenem Superreichtum mehren, mit einem Moratorium zu belegen, bzw. diesem Verwendungsverpflichtungen aufzuerlegen. Kein Superreicher wird aus der Kategorie Superreichtum herausfallen, aber reicher wird er erst mal nicht mehr, denn wem nützt es?! Mehr noch, wem alles schadet es?!!

Es wird deutlich, was für ein politischer Verteilungs- und Begrenzungskampf, was für eine politische Verteilungs- und Begrenzungsdebatte auf internationaler Ebene vor uns liegt. Was Limitisten vor haben ist allerdings nicht utopisch – und man darf sich das auch nicht einreden lassen. Es bedarf demokratisch erzielter Entscheidungen in vielen Ländern, mehr nicht, aber auch nicht weniger. Schuldenfreie Staaten finden sich kaum. In Krisenzeiten, wenn sich der Staat verschuldet, sollte privater Reichtum nicht zulässig über einen Punkt x hinauswachsen können. (Keynes – antizyklische ... Surplus)

Satz 3: Superreichtum, man kann auch sagen Hyperreichtum [im Sinne von: über ein sinnvolles Maß an Reichtum hinaus gehend] kann logisch kein Geburtsfund, Geburtsrecht, sein - Unübertragbarkeitsprinzip. Ist er jedoch ein Geburtsfund, wird also als solcher als legitim erachtet, spricht daraus die Willkürlichkeit oder eine unschlüssige und nicht hinterfragbare Karma-Logik - dazu die Vokabel: Begründbarkeitsprinzip. Was nicht mittels nachvollziehbarer Plausibilität begründet werden kann, kann auch keine Geltung für sich beanspruchen.

Satz 4: Mit der Debatte darüber kann man in jedem Lande beginnen, um es in den internationalen Raum hineinzutragen. 

Satz 5:  Was für die politische Macht gilt, gilt auch für die ökonomische Macht. Konzerngrößen und Bankengrößen müssen begrenzt werden.

`Das Gerechte ist ungewiss´ [Ralf Dahrendorf: `Die Deutsche Frage´ 7. 10. 1965 im SDR] Gut, aber: Das Ungerechte ist offensichtlich ! Kann man heute klipp und klar sagen.

Aus gesamtbiosphärischer Sicht: solange noch irgend jemand in der Welt verhungert, hat es auch damit zu tun, dass Eine/r, der/die es sich hätte leicht leisten können (in den betroffenen Staaten selber oder international), keine Zahlung getätigt hat, sich nicht ausreichend eingesetzt hat. Zuerst schaue ich da auf die Staatenfamilie selbst, dann aber auch schon gleich auf die Hundertmillionen-€[$...]-Millionäre + die derzeit weltweit mehr als 1000 Milliardäre (ein mehr als gefährlicher Unsinn!).

Die Staaten dabei haben selbst Schulden! Und die haben sie auch, weil ihnen nicht wirklich vergolten wird, was sie als Friedens- und Gestaltungsrahmen leisten und an Vorlage geben - Frieden (idealerweise), Infrastruktur, Bildung, Rechtssicherheit etc. - alles idealerweise. 

Staaten haben Schulden, weil sie es zulassen Schulden zu generieren. Weil sie sich selber ein fragwürdiges Steuer- und Finanzrecht geschrieben haben. Weil sie in Steuerwettbewerben mit anderen Staaten um die Ansiedelung von Unternehmen liegen; und in Folge mit richtigen, zumindest nachvollziehbaren Gründen von solchen potentiell `wandernden´ Firmen weniger Steuerleistungen meinen einfordern glauben zu können, als kassen-optimalerweise von Nöten wäre. Weil sie aufgrund eben einer ungenügenden internationalen Harmonisierungspolitik, als auch mangelnder nationaler Wirtschafts-, Einkommens- und Arbeitsverteilungspolitik `den´ Staatssäckel mit den von ihm aufzubringenden Transferleistungen überbelasten. Weil sie von der Staatenfamilie nicht wert-fair beziffert werden. Auch weil sie korrupt sind. Weil sie teure Kriege führen oder Rüstung betreiben. Weil ein international vernetztes kurzfristiges Kapitalrendite-ist-Alles-Denken vor nachhaltiger Logik und, ja, naturrechtlicher Anständigkeit gesetzt wird. Eine naturrechtliche Anständigkeit, die den umweltverbundenen Menschen ins Zentrum stellt und nicht das Kapital.

Der bekannte gewerkschaftsnahe aber auch über die Parteigrenzen[1] hinweg bejahte Sinninhalt darüber, dass die Ökonomie für den Menschen da zu sein habe und nicht der Mensch für die Ökonomie auszubeuten wäre, also Ökonomie kein Selbstzweck darstelle, sondern dem Wohle der Gesamt(welt)gesellschaft zu dienen habe, fasst es bündig zusammen. Zu ergänzen bleibt immer nur, dass zum Wohle außer Frage auch eine intakte Umwelt und Freiheit hinzuzurechnen sind.



[1] Sozusagen ein wirtschaftspolitischer Grundsatz der Sozialen Marktwirtschaft.

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`Ich bin nun überzeugt, dass der höchste Akt der Vernunft, der, indem sie alle Ideen umfasst, ein ästhetischer Akt ist und dass Wahrheit und Güte nur in der Schönheit verschwistert sind. Der Philosoph muss ebensoviel ästhetische Kraft besitzen als der Dichter.´ (Aus dem erst von Franz Rosenzweig um 1917 `Das älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus´ genannten zwei Seiten in höchstwahrscheinlich Hegels Handschrift; möglicherweise hat Hegel hier Schelling oder Hölderlin zu Papier gebracht - man weiß es nicht! Jedenfalls studierten alle drei einige wenige Jahre gemeinsam am evangelischen Tübinger Stift. Hegel und Hölderlin zwischen 1788 - ´93. Der 15-Jährige Schelling kam 1790 hinzu. )

Man muss ein Gespür für die Dinge haben, entwickeln, um den Dingen so nah wie möglich sein zu können.

Kapitel 2  Metaphysik Wille und Welt

Kosmos + Sein

Was der Kosmos vorhat, weiß ich nicht, doch als System gedacht, wird er meiner Meinung nach wohl daran sein, sich zu verwirklichen, was immer das zunächst heißen mag. Und wir sind jeder einzelne Teil davon, was immer Kosmos ist. Das scheint mir keine Frage des Glaubens zu sein! Dieses Phänomen Kosmos dürfte entsprechend unterwegs sein, einen möglichst umfassenden Entwicklungsgang zu durchleben. Wer an diesem Prozess zweifelt, ist in meinen Augen ein Ignorant.

Vielleicht aber ist das individuelle Leben `nur´ oder auch eine Veranstaltung der persönlichen Entwicklung vor dem Hintergrund reiner Staffage - ein Purgatorium, ein Spiel von metaphysischen Wesen, bei eigener Vorabzustimmung oder ohne eine solche, eine reine Illusion (Sanskrit: maya - die Illusion) mit Sinnblitzen erhellt oder ohne Sinn, ein Blindwurf, ein Paradies der Minderheit durchwebt mit dem Leid der anderen. 

Doch im Leben kann man sich und andere treffen - und man trifft und trifft leider/zum Glück nicht - nicht wahr! Den Gedanken, dass man sich nur selber träfe, ohne es zu wissen, lehne ich, so unbeweisbar dieser bleibt, ab. Ich reduziere meine Mitmenschen und sonstigen Mitwesen nicht, ich bin nicht alleine, keiner in irdischer Bandbreite ist es nach räumlich-materialistischer Lesart und faktischer Realität der Außenwelt. Wenn Lebensgrundlage [kosmische/s/r Urprinzip/Urbewusstheit/Urwollen/Urdrang] durch ... na? ... sagen wir, ein selbstgesetztes Prisma ihrerselbst gegangen und sich qua bewusstem oder unbewusstem Akt dadurch aufgefächert hat, ist jeglicher Solipsismus-Gedanke im Hier-Sein obsolet geworden - man ist konfrontiert und hat sich auseinanderzusetzen, zu reagieren, auf ein vielenteils recht unsteuerbares Von-Außen. Der Tropfen ist eben nicht das Meer. Er kann einen Unterschied machen, ja, und das Fass zum überlaufen bringen oder durch seine Nichtexistenz dieses davor bewahren. Das Meer ist das Meer, es steigt und fällt und verdampft, und wird dann in einigen Jahrhundertmillionen Jahren einmal gewesen sein.

So gibt es die Welt der Vielfalt, Verschiedenheiten und Vielen, mit all ihrem [Schein-]Sinn und [Schein-]Unsinn. Sie hat ihre Verhältnisse. Und es ist empirisch schlüssig sich einzumischen, wo man kann, um `dem´ Sinn zu entsprechen oder einem Scheinsinn zu widersprechen und, wo möglich, Bereinigung zu wagen. 

Am Unsinn stapeln sich die Opfer. Und Unsinn lässt zu früh enden.

Es mag zwar seinen Punkt haben, wo sich alle Geister [Bewusstheiten] treffen und ihr Wunsch nach gegenseitiger Unterscheidung sich flux auflöst, um vielleicht als singuläre Gemeinschaftsenergie einem neuen Kosmos einzuhauchen, in dem sie sich dann erneut versuchen werden, in all ihren Unterscheidungen einen äußersten Blühgarten zu errichten, in Überwindung jener Sandburgentreter, zu welchen sich immer wieder bestimmte Teile [der Teile] selbst reduzieren. Wer war nicht schon bekloppt im Leben? Neben der blinden Zerstörungswut und des Zerstörungswerkes aus zweifelhaften Gründen heraus, etwa Gewinnsucht, gibt es den konstruktiven Prozess des Ab- und Umbaues.

Ohne Ziel keine bewusste Richtung. Ohne Richtungslust keine Zielmöglichkeit. 

In den Dimensionen irdischer Vielfalt ist es destruktiv, danach zu leben ohne Ziel zu sein, weil es Aufmerksamkeiten reduziert ohne einen besseren Beweis [ohne mehr Plausibilität] antreten zu können, dass Tun und Unterlassen einerlei sei. Ohne Disziplin an rechter Stelle bleibt nur Stagnation und Rückfall, vorzeitige Vernichtung, weniger Chance auf Wunder. `Wunder´ sind zwar oft `umsonst´, aber nicht alle sind es! Und die verpatzt man dann. 

Maya, alles Illusion, auch dieser Gedanke bleibt unbewiesen, aber ist nicht zu ignorieren. Ich finde allerdings, dass er der weniger konstruktive Gedanke ist, denn er erklärt die Sinnlosigkeit der Gesamtveranstaltung Erde in Bezug auf den Einzelnen und seine Bereitschaft am Ganzen zu wirken. Die Frage stellt sich, weshalb man für die atomare Abrüstung oder die universellen Menschenrechte eintreten sollte, wenn es doch für die Gewinnung des eigene Heils ausreicht im eigenen Leben klar zu kommen, ohne zu hinterfragen, was das eigene Tun und Unterlassen für Leute auf der anderen Seite des Globus, oder in der selben Stadt, für Folgen in sich trägt? Man spätestens dann zynisch und desinteressiert werden könnte, sobald man die Welt als unwichtig erachtet, mit sinnlosen Traumcharakter behaftet. Es ist bequem sich darauf nicht einzulassen, man könnte ja darauf kommen, dass man selbst dazu beiträgt, dass gewisse Dinge sich so langsam entwickeln oder gar ausbleiben. 

Ist man auch nur Sternenstaub, bleibt selbstzufriedene Skepsis und Relativierung (`ich kann mir Relativieren und Skepsis leisten´ - mein Kühlschrank ist voll usw.) doch ein Hohn, mehr noch davon, wenn sie schon vor einem dauernden Versuch mitzutun das eigene Gewissen zu entlasten `hat´ - der innere Reflex der Verneinung, das Mich-geht-es-nichts-an und das Ich-habe-damit-nichts-zu-tun. Es wäre fade und trägt einzig der tristen Vereinzelung Nahrung zu; wenn auch nicht bemerkbar für einen selbst (denkt der Bergkönig und die Bergkönigin). Sich auf die Vermutung zu berufen, das irdische Dasein sei ohne kollektiven Belang, das Nachbarland zu weit weg, der Verwandte nur in der eigenen Not verstrickt, gerät zur sozialdarwinistischen Menschenverachtung. Irgendwo muss man sich ja entscheiden, ob man zuschaut, wenn Milliarden von Menschen einfach so verdorren. Man hält so eine Ansicht ja nur aus, wenn man sich als etwas besseres und kalt wähnt, sonst wäre Mensch Mensch, und man hölfe und förderte frei heraus. Gut, jedem kann man nicht helfen, wer hilft dem Nächsten? Was tust du für die kommende Semantik, den heraufziehenden Zeitgeist, von dem noch nicht klar ist, ob er Einsicht oder weiterhin Bandbreiten verfehlende Absicht postulieren wird, ohne Sinn für den unnötigen Kampf der anderen bleibt oder sich der Logik und Fairness öffnet?

Weltuninteressiertheit vergrößert das Leid innerhalb dieses Traumes – wenn es denn ein Traum ist.

Gleichwohl,  Ignoranten / Narren braucht es  auch im Rahmen der Vielfalt, sie haben ihren bestimmten Sinn. Wenn auch Illusion, so doch sinnbehaftet. Die Tiefenstruktur des Seins hat auch sie ermöglicht - sie sind und sie sind sinnvoll. Nur, wo sind sie es nicht mehr, wann (zeitlich) sind sie es nicht mehr? `Ein freundlich Narr zur rechten Stund macht schwarz zu weiß und weiß zu bunt´. Allein, sie dürfen nicht für uns politisch verantwortlich sein, ihre gesellschaftliche Macht muss umhegt, klar eingebunden und im Zweifel begrenzt sein. Muss, wenn wir weiter wollen zur umfassenden Entfaltung unserer Welt-Zivilisation(en). Ansonsten ist `muss´ Apfelmus ;-). Was will, das muss und wird, wenn es kann.

Leben  ist damit, eingebettet in den Vorgang Kosmos, sprich, des für uns relevanten und erkannten Teiles einer gemutmaßten umfassenderen Realität. Eine Folge an Sinnproduktionen hin zur unterstellten maximalen Entfaltung des Ganzen. Auch wenn er, der Sinn, nicht deutlich hervortritt und in der Tiefenstruktur geborgen bleibt (z.B. mögliche tatsächliche Karma-Vorgänge;  z.B. noch eine Runde tiefer im Vorgeschöpflichen). Vieles wohl leicht Unsinn genannt werden dürfte, was so passiert; bei einem selbst zuweilen und in der `äußeren´ Welt. Nun, auch Spaß ist sinnig, sonst ist er keiner. Das nur nebenbei! Doch eine Art Pest-Party schützt vorm Ende nicht. Sie zu früh anzusetzen ist eine Unsinnstat. Wenn mehr zu tun bleibt als Vogel-Strauß zu mimen, soll man tun.

Destruktivität jedoch nun, die sich verhindern ließe, jedoch nicht verhindert wird, ist kein Sinnprodukt, sie ist Unsinn und verhindert Entfaltung und kann zumindest als ein Umweg gekennzeichnet werden. Ich tue es, selbst wenn dieser Umweg als solcher nicht in allen Fällen wahr genommen werden kann. Destruktivität (die nicht konstruktive Verwandlung des einen in das andere, sondern eine Zerstörung ohne Plan und vor allem mit Opfern) ist etwas, dass aufhält und im günstigen Falle nur Zeit kostet, im ungünstigen die Entwicklung vorzeitig völlig abbrechen lässt, ohne die Möglichkeit eines Neuansatzes - das Aus. 

Gibt es genug Zeit für Sinnproduktion, kann aus Unsinn, `Rauschen´ (das Nicht-Wissen und Nicht-Erkennen, auch das Ignorieren, oder die sinnlose Wiederholung unter den Wiederholungen / Redundanz) aus geringsten Anlässen Information werden - auch Ignoranz hat ihre Grenze. 

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LIM beschreibt die Welt als Binnenraum gegebener und möglicher Erkenntnis. Außerhalb der Erkenntnis und -fähigkeit liegt all das, worüber sich nichts sagen lässt, bis es als Neu-Erkenntnis in die Welt, in den Kontext- und Kommunikationsraum (zurück)tritt, wenn es zuweilen so ist. Unsere Welt-Veranstaltung in einem durch Grenzen (begrifflichen Kontext – was wir wissen können, ist Kontextwissen, Relation, empirisch bewährte oder geteilte Vermutung) markierten Zeit-Raum-Materie-Gedanken-Gefüge, in begrenzten Lebensräumen mit begrenzten Ressourcen, bei begrenzter Selbstverwirklichungen der Vielen in den Menschengesellschaften, ist Gegenstand und das Produkt unserer Wahrnehmungs-Interpretationen und deren privat-individuellen und (welt-)gesellschaftlichen institutionell ausgestalteten Beantwortungen. Wir erklären uns mittels empirischer und theoretischer Methode allgemein soweit die Welt, wie wir es vermögen. Wissenschaft ist in ihrem Bestand die Einigung auf Empirisches und die Sympathie mit dem Logisch-Theoretischen, aus welchem sich immer wieder auch wiederum neu-empirische Möglichkeiten ergeben. Wissenschaft ist natürlich auch der (Blind)Versuch auf Neues hin.

Nun, wichtig ist, dass man/wir innerhalb dieser bisher erzielten Einigung an Weltverständnis (wie etwas funktionieren kann) im materiellem und technischem Sinne, tatsächlich von einer Erde und ihren Menschen in ihren Gesellschaften sinnvoll reden kann/können.

Die Welt für eine Illusion zu erklären, hieße dagegen: sie nicht recht haben zu wollen, zumindest sich nicht um sie entschieden meinen mitkümmern zu brauchen. Bei einer Illusion ist es immerhin egal, ob ich mich darauf einlasse oder nicht, es wäre einerlei, da eine Illusion im nächsten Moment oder endlich schließlich auch gut eine andere sein könnte. 

Eine un-/willkürliche Weltverdichtung zu Raum und Zeit gebundener Wirklichkeit des Mesokosmos, der menschlichen ur-natürlichen Wahrnehmungs- und Lebensbandbreite, auf einem Planeten dessen äußere und innere Verhältnisse wiederum in den Bandbreiten für Leben (... Sonnenabstand; Sonnen- und Planetendaten, Erdachse, andere Planeten, einen Masse reichen Mond) liegen, die das uns bekannte Leben auf der Erde hervorgebracht haben. So leben wir als Menschen unsere Lebensspanne auf Erden. Das lässt sich von den Lebenden sagen - ich erwarte in dieser Frage den geringsten Widerspruch. Ich nenne dies die `große Wahrheit´. Die kleine Wahrheit hingegen kann nur jeder für sich selbst entdecken, sie bleibt Privatsache. Man findet seinen Sinn oder leidet an Sinnlosigkeit. Und doch, das private Leben bleibt gebunden auch an kollektive Vorgänge und Tatsachen, die außerhalb eigener Entscheidungen entstanden oder am entstehen sind. Wer aussteigt, der ist darauf angewiesen die dies ermöglichenden Verhältnisse vorzufinden.

Dass die Welt einen Sinn birgt oder Sinngedanke trägt, ist ziemlich das gleiche wie, dass ein Mensch für sich selbst Sinn erschafft und zumindest erstrebt. Niemand kann auf Dauer in sinnlosen Verhältnissen leben und bleibt auf Strukturen angewiesen, die eine sinnvolle Organisation überhaupt erst möglich werden lassen können. 

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Gesellschaften nun können sinnvollerweise nur in Wirklichkeitsräumen gedacht werden, denen man eine grundsätzliche räumliche und zeitliche Tatsächlichkeit zuerkennt. Ein etwaiger radikaler Konstruktivismus, der meint alles auflösen zu können und Unterschiede zu weitgehend als Sache des individuellen sozialisierten Bewusstseins behandelt, ohne auch über die theoriefreie konkrete Luft zu sprechen, die man atmet, versteigt sich, weil Entscheidungen, z.B. unterschiedliche politische Entscheidungen und deren praktisch-konkrete Folgen, auch an der Luft erkennbare Unterschiede hervorrufen, die man (gesellschaftlich) zuträglich oder abträglich finden kann bzw. muss.  Man labt und stößt sich an dieser Welt. Wir als Gesellschaften können uns in ihr auf unterschiedliche Weisen einrichten, wobei jede Weise ihren eigenen Zeithorizont an Möglichkeiten aufweist - längerfristig, langfristig und längstfristig -, selbst wenn dieser Horizont  noch nicht zu beobachten ist. 

Nur weil wir Welt hier als tatsächlich erfassen, kann man nicht für den Bereich über den man nun gar nichts weiß (das Nachleben und Vorleben, wenn es das gibt) behaupten wollen, dieser sei ohne zumindest potentielle Einwirkung und Bereich. Man kann ohne Anhaltspunkt und Phänomen von Gleichem nur auf Gleiches vermuten. 

Wenn wir also hier auf Erden erleben können, wie Naturbalancen sich darstellen, dann sehen wir: je nach klimatischer Möglichkeit, sich eine Artenvielfalt und Fülle ergeben - möglichst gefüllte Muster, genutzte Räume in Vielfalt. Dies scheint das Harmonische, Balancierende zu sein. Was diese Muster unnötig vernichtet, kann nicht richtig sein, also kann es auch nicht im transzendentalen Sinne richtig sein. Bei Nichtwissen, gilt eben nur das Gleichheitsprinzip. Wir kennen es auch im Recht als: in dubio pro reo (im Zweifel für den Sachverhalt/Angeklagten). Die Unschuldsvermutung bleibt bestehen. `Gott´ als Platzhalter für einen gedachten tatsächlich prä-existierenden Sinn anzusehen, wie auch als Personalisierung für das Unbekannte in allen Bereichen, wenn es denn auftaucht, kann ja auch nicht sinnvoll kritisiert werden, wenn denn daraus keine Zwangsumstände und Bedrückungen für andere resultieren. Sollen sie ihre Feste feiern und im `Glauben´ beisammen sein, sich aber nicht besser oder näher an der `Wahrheit´ oder ausgewählter fühlen. Das wäre alles aggressiv – nichts weiter! Nun also, dieses wegzukürzen ist logisch nicht legitim. Es spielt mit hinein, aber man kann nicht damit jonglieren. Es aber zu missbrauchen für eigene Zwecke, dass ist zweifelsfrei Menschentum, nichts weiter. Insofern ist Religionskritikern wie Voltaire, dem Baron d`Holbach, Ludwig Feuerbach und wie sie alle hießen und heißen natürlich beizupflichten. Was man wirklich überwinden muss, ist der subtile und gar offene Kampf zwischen den Konfessionen. Und die Unterdrückung des Menschen durch Angstschürung qua willkürlich deutender Konfession.

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Die Selbsterhaltungshypothese ist auch auf die größte Entität (Einheit), den Kosmos an sich und für sich, anzuwenden! Also wird die Welt einen Sinn haben, zu dem man beitragen kann, welchem man aber auch schaden hinzufügen kann. Allgemein könnte entsprechend sinnvoll sein: wenn ich nicht weiß, wie ich es besser machen kann, dann mache ich so weiter oder lasse es bis zur nächsten Idee. Und wenn's welt-vernünftig ist, dann bitte los.

Wie entscheidet sich, dass etwas `welt-vernünftig´ ist? Die Frage soll uns weiter beschäftigen. Wenn es Bewusstsein gibt (etwa das menschliche B.), welches sich fragt: was Bewusstsein ist, dann mag es auch ein Bewusstsein geben, das sich fragt, wie es wäre noch weniger davon zu wissen, was Bewusstsein ist. Zwischen beiden sich vergessen und sich finden wollenden Bewusstseinspolen entfaltet sich die Welt nicht nur die der Philosophen.

Wille kann stehen für: Sklaverei, Ypern[1] und Auschwitz[2]. Als Deutschem fallen mir diese beiden ein. Ebenso wie für Menschenliebe, Völkerfreundschaft, ökonomische und soziale Fairness, Naturverbundenheit, Kunstwerke.

Unnötige Destruktivität ist eine Destruktivität aufgrund destruktiver Entscheidungen. Diese schaffen Unterschiede, die keinem notwendigen Sachzwang folgen, sondern reiner Willkür. Solcherart Entscheidungen repräsentieren einen negativen Willen. Destruktivität schafft im Falle überzeugender Sachzwänge Zumutungen ohne faire Entschädigungen.

Wille manifestiert sich zwischen den beiden Seins-Polen des Vergehens und Entstehens. Der Mensch, die Menschheit, die Menschheit mit und gegen den Menschen, die Natur. Sie trägt es mit in der Hand, dass sie sich potentiell schneller oder langsamer selbst vernichten kann, eine Welt zumindest mit allen Folgen vorzeitig veröden lassen könnte. Aber ebenso gut könnte die Weltgesellschaft die sozial-ökologische Kurve zu bewältigen wissen, und dann auch noch durch etwa gebündeltes Zivilisationspotential einer kosmischen Katastrophe, wie es ebenso etwa ein drohender Einschlag eines Allkörpers wäre, technisch entgehen. Könnte ! Vielleicht `ist´ der Jetztmensch gerade dafür da?! Ein Sinn wäre es. Keiner weiß es. Man sucht sich plausible Gründe aus und lebt, denkt und glaubt danach.

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Wenn ein/das Anfangswesen [wenn es ein solches gibt] nach der Grundsituation [wenn es eine solche gibt] wäre, es alles wüsste, aber nichts weiter wollte, dann entstünde und verginge seinerseits nichts weiter und es blieben dieserseits doch mehr als abspulende Abläufe in ihren chaotischen, sich umoganisierenden [evolvierenden], selbst- stabilisierenden, endlichen, offenen und nicht offenen Weiterungen. Es gölte auch, wenn dieses Subjekt nur beobachten wollte. [Wofür, da es alles wüsste?! Alles zu wissen bedeutet eben nur Bandbreitenwissen. Einem höchsten Wesen absprechen zu wollen, sozusagen `zwischen-überrascht´ sein zu können, wäre vermessen. Erwähnen wir mal den Gottesgedanken. Gott hat ihm entsprechend alle Rechte, ergo auch das Recht nicht zu wissen. Zuschauen, beobachten könnte demnach für solchen Beobachter reizvoll sein - zumindest so reizvoll, wie man einen Film finden kann, der einem sehr gefällt, den man immer mal wieder gerne sieht, aber der einem vom Plot her nicht mehr überraschen wird. Ein Film, der zu gleichen Ergebnissen führt, obwohl die Schauspieler an bestimmten Filmstellen, quasi chaotisch unvorhersehbar, mal von rechts, mal von links ins Bild kommen, andere Texte sprechen, unterschiedliche Kleider tragen, Geschehen in unterschiedlicher Plot-Chronologie sich darstellt, doch immer ins absehbar gleiche Ergebnis läuft.]

Nur wenn sich was beobachtet fühlt, wähnt oder vollends beobachtet weiß, reagiert es womöglich/wahrscheinlich mehr oder weniger auf dieses Beobachtet-werden. Beobachtung als Einwirkung. Siehe z.B. Heisenbergsche Unschärferelation.

Da nun niemand genaues weiß, aber viel gemeint, gefühlt und gewähnt wird, ist es tatsächlich so, dass dieses gedachte Anfangswesen einwirkt, ob es nun gerade noch beobachtet oder schon nicht einmal mehr dieses, ob es existent ist, war, sein wird oder nicht. Kurz: solange es gedacht werden kann, gibt es dieses höchste Wesen dergestalt wie gerade eben angedeutet.

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  Unterhalb der Metaphysik gibt es keine Metaphysik. Es gibt für soziale Organisations-Systeme nur die natura naturata [die geschaffene Natur], die Welt ist und fordert Entscheidungen ab. Wir sind hier und kommunizieren über das Hier-sein + Hier-Sein, die Transzendenz ist Privatsache/Kollektivsache, sie beruhigt persönlich mit unterschiedlichen Erfolg, aber regelt nicht verlässlich den Weltalltagssteuerungsbedarf, das was täglich, minütlich, sekündlich routiniert verwaltet, organisiert, spontan entschieden werden sein will, ob da ein einzelnes Subjekt welttheoretisch zustimmen möchte oder nicht. 

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Funktionsträger gehen, Masken fallen, sich funktional  tendenziell selbstorganisierende hochkomplexe differenzierte Gesellschaftssysteme richten sich aus und tun ihres, um zu bleiben, um zu sein, um zu größter Ausdehnung, größt möglichen Einfluss zu gelangen. 

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Der Welt genauso viel Sinn wie Unsinn zuzusprechen ist unvernünftig anzunehmen (sinnentleerter Dualismus: mir kann es nur gut gehen, weil es mir schlecht ging usw.), einzig ihr unabhängigen Sinn zu zugestehen ist vernünftig (es kann einem gut gehen, ob es einem nun schlecht ging oder nicht) und vollständig logisch, denn der schein-gleichberechtigte Gedanke, dass die Welt nichts wert wäre, trägt nicht zu ihrem Fortbestehen bei. Aber die gesunde `Vernunft´ tut alles in ihrem Rahmen, fortbestehen zu können und gegebene Optionen auszuschöpfen.

Das allgemein Vernünftige ist also erkennbar, als dasjenige, das die weiteste mögliche Zukunft unter den wahrscheinlich aktual geringsten Risiken vorweisen kann; nicht die potentiell geringsten Risiken. Da wäre etwa z.B. die Atomkraft, die kann schief gehen, aber was soll an dezentralisierter regenerativen Energiegewinnung im großen Maßstabe schief gehen können, außer dass wir ihr Potential nicht vollständig zu nutzen verstehen? Also ist sie, die regenerative Energiegewinnung, die vernünftigere Art der Energiegewinnung und -verteilung, weil sie nicht gleichzeitig das Risiko (bzw. überhaupt Risiko einer Großkatastrophe) mitliefert, unter ihr zu leiden oder zu zerstören. Ich wüsste nicht, weshalb wir überhaupt noch, wenn nicht an wenigen ausgewählten Orten - aus einstweilen legitimen Forschungsgründen - Kernenergie betreiben oder denken sollten; das kommt auch mir schlichtweg unvernünftig vor. Genauso wie es nur gut sein kann, den noch rund 10.200 atomare Sprengköpfe  zählenden hohen Risikoberg weiter einzuschrumpfen. Ganz so, wie es das `Treaty on the Non-Proliferation of Nuclear Weapons´ (Atomwaffensperrvertrag von 1968, in Kraft seit 1970 und mittlerweile (2009) von 188 [Austritt von Nordkorea 2003]) ja auch vorsieht. Was nutzen mir Wahrscheinlichkeiten, wenn es passiert, aber was nicht passieren kann, dass passiert auch nicht, da brauche ich dann keine Wahrscheinlichkeiten.

Es gibt also keine a-ethische auf das räumlich-zeitliche Ganze verzichtende Vernunft, wohl aber den vereinzelten Willen von Individuen, Logik a-ethisch zu handhaben. Vernunftsegmente, Teilvernünfte, sind in der Bandbreite der globalen Obervernunft zu halten.

Es mag historisch wesentliche Gründe für den Bau der Atombombe gegeben haben, aber es gibt jetzt wesentliche Gründe, das nukleare Unternehmen auf die kleinst-sinnvollste Marge zurück zu führen. Sie liegt außerhalb der Bandbreite für weit gestreute Anwendung. Aber das ist nur ein Beispiel eines auch limitistischen Vernunft-Verständnisses. Die Logik des Lebens und die Vermeidung der Selbstgefahr.  

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Welt

Nun beginnt der Bau der irdischen Welt. Da türmt sie sich auf in ihrer Vielfalt Komplexität der Lebensformen - mehrmals unbetrachtet und vergeht. Verweht im Wandel der Veränderungen. Durchläuft, so wissenschaftet es sich in unseren Tagen, Entfaltungsperioden und Katastrophen. Massensterben. Erholt sich wieder. Gefriert zu Teilen, um sich erneut zu erwärmen. Dann ist das Homo-Wesen schon eingetreten, hineingesetzt ins Weltenbild, dieses unglaubliche lebendige vielgestaltige Großgemälde. Schon immer ein Wunder, auch für den menschwerdenden Vor-Verstand. Wunder ist das, was interessant ist. Der Eintritt des [Selbst/selbst-] reflektierenden Beobachters. Die Früh-Menschheit ist noch der VorUrMensch, Hordenwesen, fluchttierisch Stein- und Ästewerfer. Epochen noch gewaltige Wetterepisoden. Historie, Jahrhunderttausende bereits vergangen, wird Heimstatt erst des Wiederholungsklanges, der kultivierten Ich-Betonung, des Eigennamens, der zunehmenden Ding- und Gegenstandsbezeichnungen, der Du-Anrede, der Aufregung über das Weltgeschehen: `dort draußen in der Wildnis, Schritte nur von hier´. Immer weiter wächst der nützlich als auch schlicht selbsterfreuende Fund an Weltbeschreibungsvokabular und handtuendes Fertigen. Das Sein wächst tief ins Gestern, ins mythologische noch weit entferntere Urvorgestern des All-Anbeginns, wächst auch in die Zukunft hinein, weit voraus über die bloß kommende Saison. Träume werden zu Tag-und-Wach-Geschichten, geraten zu Handlungsplänen und gelangen zur Umsetzung. Empirie hilft dabei und bestätigt und zeigt Wege auf – überraschenderweise, absehbarerweise. Ideen kein seltenes Wunder mehr für Manche. Das ist unser Platz, nicht nur unsere Vorsicht und die schnelle Abwehrreaktion. Erste Muster werden zur Erkenntnis, die tradiert zu Fundament der Folgenden wird.

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Tiere spielen, haben Spaß, nicht anders kennt es der Mensch, wie hart auch sein Metier. Solche Spielpausen braucht jedes Wesen, um durchhalten zu können - in Kälte, Trockenheit und Bedrohung und Nichtwissen. Unter entspannteren klimatischen und allgemein gesicherten Versorgungs-Verhältnissen lebte es sich entsprechend beschwingter und das Wort- und Dingspielen fand mehr Möglichkeiten sich zu kultivieren. Und das Resultat zeigt sich als lohnender Fund und eine Artefakt getriebene Ergebniswelt.

Später dann erwacht der Mythos zu voller Pracht. Und dann, Zentren bilden sich, ein Lob [nicht nur] der agrarisch motivierten Sesshaftigkeit. Der Sprung zum arbeitsteiligen Ort, in die sich entfaltende Grammatik, aus der Mündlichkeit in die Schriftlichkeit hinein, in die Technikinnovationen und Welteinnehmungen. Der Aufgang der Weltgeschichte, Großreiche und Großkriege. Der Mensch wird von Wahn und Idee und dem alltäglichen Bedürfnissen getrieben. Und nur zu oft bleibt bei vielen Menschenwesen die Unsicherheit, ob der Antworten auf die letzten und die ersten Fragen.



[1] Deutschland beginnt Gaskrieg am 22.4.1915 an der Front von Ypern (Westflandern in Belgien). Fritz Haber hat das Chlorgas, später Senfgas, das auch über die Haut wirkt, entwickelt; 100.000 Tote.

[2]  Wer sich vor Augen führen möchte was in deutschen Konzentrationslagern los war, sollte z.B. Eugen Kogon : `Der "SS-Staat"´ (1946) lesen.

Kapitel 3

Einleitung

„Hat man sich nicht ringsum vom Meere umgeben gesehen, so hat man keinen Begriff von Welt und von seinem Verhältnis zur Welt. Als Landschaftszeichner hat mir diese große, simple Linie ganz neue Gedanken gegeben." (Goethe über seine Überfahrt nach Palermo, Italienische Reise)

Synchronisierung der weltgesellschaftlichen Subsysteme auf das biosphärische Obersystem / Annäherungen an die Grenzen - Evolution als Sinnweg

LIM - ist eine Vernunftform, ist Bandbreitenrationalität, die die differenzierten [vgl. den Abschied der einen Großvernunft in der Moderne und Postmoderne, etwa Lyotards Aussage vom Ende der großen Erzählungen, usw.] einzelnen Vernunftformen versucht zu integrieren, solange diese nicht gegen die postulierte Bandbreitenvernunft verstoßen. Also es geht um Bandbreitenvernunft. Insofern tut es mir aber auch nicht leid, erneut, nunmehr als pluralismus-offene Variante, eine überwölbende Grundidee einzubringen. Man kann ja ruhig der Meinung sein, dass es sich dabei nun wieder um eine Meta-Erzählung handeln soll. Denn [bildlich] führen auch die Wege nach Rom, so bedürfen sie doch alle der Richtung, darin sind sie alle gleich. Wer nach Rom will, muss die entsprechende Richtung nehmen. Wer will, der muss. `Wer will, der tut.´ (P. Dreidoppel) Und wie man sich nun den Weg legt und gestaltet, sei der pluralen Freiheit weitgehend überlassen. Auch Umwegrechte sind dabei vorstellbar? Gut, aber: Umweg darf nicht zum Irrweg werden, es müssten schon Bandbreitenwege sein. Zielführend und Grenzen beachtend.

Wenn die Zivilisationsfamilie bunt und gesund bleiben/werden möchte, muss sie die Grenzeinhaltungslogik affirmieren. In Jedem und Allem, außer im Geiste, denn dort gilt [wie im Traume] die Möglichkeit der Ungebundenheit/Grenzenlosigkeit/Zauberwelt. Egomanische und sonstige überzogene partikularistische Zweck-Rationalitäten ohne Bandbreitenbezug fallen aus dem freien Entfaltungsraume heraus, werden zur Un-Norm, zum Unsinn, zur gesellschaftlichen Kontraproduktivität und sind daher nur bedingt tolerierbar. Können nur als Modellvorstellung einen Zweck erfüllen – den der Abschreckung. Über die Schwierigkeiten der Filterung solcher Un-Rationalitäten wird zu verhandeln/entscheiden sein - teils von Fall zu Fall, in offensichtlicheren Fällen in subsumierender Form. Immerhin dürfte selbstredend sein, dass etwa die rein Ich-bezogene grenzenlose Maximierungs-Rationalität eines idealtypischerweise niemals ersattenden Homo oeconomicus mit einer dagegen gesetzt kollektiv-fokussierenden Verteilungs- und auf Dauer angelegten, Generationen übergreifenden Erhaltungsrationalität zu einem Ausgleich gebracht werden muss.

Es geht also um Rationalitäten im Bandbreitendenken, um eine Grenzeinhaltungslogik. Solch eine Grenzeinhaltungslogik verweist darauf, dass Grenzen vorhanden sind. Das ist sicherlich und offensichtlich kein neuer Menschheitsgedanke, man denke nur an Aristoteles, oder Buddhas Denken des mittleren Weges. Umgekehrt ist ja auch der Unendlichkeitsgedanke eine der Menschheit lange vertraute Gedankenfigur. Nehmen wir dazu das Beispiel des Nikolaus von Kues [1401 - ´64], der, man staune, den zu seiner Zeit noch nicht geborenen Kopernikus [1473 - ´43] in dessen Heliozentrismus quasi gedanklich schon vorab-verwerfend, von der Unendlichkeit des Universums und nicht zählbaren Sonnengestirnen ausging.

Nun, im Irdischen gilt jedoch das Prinzip Grenze, wir kommen um Pera, griechisch: die Grenze, nicht herum. Alles hat Pera. Terra und Pera, gehören zusammen. Alles in solche gesetzt sein will, soll es dem Gesamtsystem nicht zum Schaden gereichen. Grenze und Grenzraum sind eins. Alles in der Welt, wird erst existent, indem es sich von allem anderen abgrenzt. Grenze und Sein gehören zusammen. Das Sein ist die Grenzziehung, der Aus- und Einschluss. Grenzverletzung ist der erste Schritt zur Auflösung des oder eines Seinszusammenhanges. Das Nichtsein ist das Uneingegrenzte. Die Bandbreitenlogik ist eine grenzbezogene Rationalität, eine Verantwortungsrationalität. Es findet sich, wiederhole ich das nur beständig, kein dinglich-räumlich-zeitlich-materieller Bereich ohne eine solche. Alles Entsprechende muss daher Grenze haben und hat sie entsprechend. Alles in proportionale solche gesetzt sein will, soll es dem beeinflussbaren Gesamtsystem nicht zur Einschränkung gereichen. Derzeit ist das für die Menschheit relevante, sprich beeinflussbare Gesamtsystem: der Erdball und seine nähere interplanetarische Umgebung. Grenze und Grenzraum ist eins. Alles wird erst, indem es sich allem anderen gegenüber abgrenzt. Grenze und Sein geht in eins.

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LIM wird hier im erweiterten Sinne verstanden als eine praktische politische Philosophie und ein bandbreitendefinierter Lebensstilpluralismus, der eine [offene, sprich chancenfaire Zugangs-freie] Stratifikation [hierarchische Schichtung/also keine materielle Gleichmacherei - abgesehen des Rechts und der Pflicht in der `Bandbreite´ des zu bestimmenden Proportional-Zulässigen und Fair-Notwendigen zu bleiben] bejaht und die Gesamtbreite versucht möglichst `immer´ mitzudenken - also faktisch bei Entscheidungen nicht nur nebensächlich als Beiwerk mitveranschlagt. Das Mitdenken macht es aus. Den Bandbreitengedanken gilt es mitzudenken und als durchgängigen, stets mitlaufenden Entscheidungsmaßstab zu verstehen, der nicht leichthin, ja eigentlich gar nicht ohne Höchstargument umgangen werden kann. Da die Gesamtbreite, zumindest materiell-räumlich verstanden, gleich die gesamte Biosphäre meinen muss, um authentisch zu bleiben, ist und sucht LIM letztlich vom Ansatz her den globalen Diskurs, und für globale Fragen globale Entscheidungen. Damit ist gemeint, dass dieses dynamische Grenzen-Paradigma als praktische [also im Sinne seiner Umsetzbarkeit] politische Philosophie durchaus von einzelnen Gesellschaften auf die globale Agenda gesetzt werden muss, um überhaupt Chancen zu seiner idealerweise globalen Implementation zu generieren.

Limitismus z. B. als Bandbreitenkapitalismus innerhalb eines Landes - in einer sich fortsetzend weiter gestaltenden und vertiefenden Globalisierung in allen ihren polykontexturalen Bezügen und Weiterungen - meinen verwirklichen zu können, ist, für nationale Massengesellschaften gedacht, ein absurdes Unterfangen. Auch wenn das Ideal einer parallelen ww. Implementierung ebenso absurd zu sein scheint, ist doch ein Beginn in hemisphären [bzw. politisch zusammenarbeitenden] Großräumen ein weitaus plausibleres Einstiegsszenario. LIM zielt also mindestens auf einen vorangehenden Wandel in den reichsten und relativ `freiesten´ demokratischen Gesellschaften. Einen Vorteil gibt es schon mal: in Demokratien bedarf es zum Wandel keiner 100 %-Mehrheiten oder eines Jas eines oligarchischen Machtmonopols. Ferner werden die verfassungsrechtlichen Kernrechtsgüter [Selbstentfaltungs- und Eigentumskontexte] nicht verworfen, vielmehr allein im Bandbreitengeist interpretiert und entsprechen hemmend oder fördernd definiert.

LIM ist kein allein auf liberale Staaten bezogenes Denken. Etwa die ökologischen Grenzen und Ressourcengrenzen bestimmen die Realitäten unabhängig von der jeweiligen Staatsform und Wirtschaftsstruktur eines Staates.

Doch sind die liberalen `Staatsverwandten´ seine eigentliche Ausgangsbasis, mit Betonung auf die europäischen Verhältnisse und unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Politik. Er konzentriert sich zuerst darauf in deren systemischen Steuerungsstrukturen Ansatzpunkte für ein limitistisches Webe-Werk aufzutun. LIM möchte zunächst der teils fragwürdigen Innenstruktur des gängigen Liberalismus-Kapitalismus-Modells erfrischend beikommen, um dann mit teil-gewandelten Aussagen, den Rest der Welt miteinzubeziehen.

Der Begriff Bandbreite enthält das Wort [den Sinninhalt] der `Breite´ und verweist damit auf einen Bereich, der gefüllt/gestaltet werden kann, denn in eine Breite passt Schmaleres. Diese(s)/r Bandbreitenbereich/Schneise/Freiraum/Toleranz/Kulanz/Möglichkeitsfenster/legitimes Handlungsfeld [Spielplatz/Beschäftigungsort] ist der Austragungsort [engl.: venue] differenzierter Lebensstile und der zulässigen stratifikatorisch-hierarchischen Unterschiede einer offenen, sozial mobilen (Welt)Gesellschaftsfiguration. Und in systemtheoretischer Semantik formuliert geht es um eine `limitistische´ [auf den Sinninhalt eines ` limitistischen´ Grenzen-Paradigma ausgerichtet] Reduktion der Komplexität aller Kommunikationen innerhalb der und zwischen den differenzierten funktionalen Gesellschaftssystemen, auf biosphärische Bandbreitenvernunft. Die Frage der Weltbevölkerung ist eine zentrale, meiner Meinung nach sogar die zentrale Frage überhaupt.

LIM ist also ein zu entwickelnder Sinn [Bandbreitensinn], eine Kommunikations- und Entscheidungsregel. Weniger relevant ist dagegen, was ein einzelnes machtloses/kleinmächtiges psychisches System, sprich der `[un]normale´ Einzelne ohne die Anderen tut und denkt oder für sich gegen die Zeittendenzen meint destruktiv tun und entscheiden zu können/müssen/sollen.

Es geht um politische Mehrheiten, nicht um das Füllen von Fässern ohne Boden. Genauso wie man nicht `Alles´ wissen kann, kann man nicht jeden überzeugen. Und es ist nicht einmal notwendig in einer Demokratie einzelne bestimmte Personen zu überzeugen. Es reicht völlig aus `einfach nur´ hinter ein Politikvorhaben, einer Idee, eine ausreichende und hinreichende aktive politische Mehrheit zu versammeln. Natürlich ist es angesichts des herrschenden Wahlrechts nicht ganz so einfach, da ja nicht allein über eine einzige Idee abgestimmt wird, vielmehr bei den großen Wahlen vor allem ein Gesamtpaket [Wahlprogramm] zur Wahl steht. Das wiederum macht es schwieriger ein einzelnes großes umfassendes Vorhaben umzusetzen und leichter es politisch zu torpedieren. Aber dem Prinzip nach bietet die Demokratie die Möglichkeit Ideen bottom-up per Mehrheiten durchzusetzen, so nicht grundsätzliche unveränderliche Verfassungsbestimmungen dagegen sprechen sollten. Die institutionenpolitische gesellschaftliche Vorarbeit ist mit diesem Rahmen gegeben.

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Es bedarf somit normativer Systemkorrektive. 

Methode : LIM versucht den goldenen Schnitt des Reichtums zu beschreiben und zu begründen, indem er sagt: LIM ist sozial-ökologischer Bandbreitenkapitalismus unter der Prämisse der Menschenrechte und eines wert-fairen Welthandels. Hieraus folgt, dass es nicht um LIM in allein einem Land, oder einer zu kleinen Staatengruppe gehen kann. Das wäre nur der klassische und vieldiskutierte Sinninhalt eines katastrophalen Standortnachteils für diese. Sondern dass er ein möglichst transnationales Bandbreiten-Kapitalismusregime auf transhemisphärer Staatenbasis/Gemeinschaftsbasis zur Vorraussetzung hat.

LIM kann nur in tolerant-pluralistischen und weitgehend markt-offenen Gesellschaftsstrukturen funktionieren, in denen ab einem gewissen Punkte bei Vermögensakkumulationen nicht nur Transparenz oberstes Gebot ist [vgl. Schweden, dass z. B. kein Steuergeheimnis kennt], sondern auch die gesellschaftspolitische und individuell-mentale Einsicht, dass alles einer Grenze bedarf - wir hatten das und werden es oft wiederholen -, was nicht nur einen selbst betrifft. In globaler Verabredung könnte die Steuerpflicht zu bestimmten Prozent-Teilen territorial an den Geburtsort gebunden bleiben [Minimum].

Alles, wie nun eben immer wieder mal zu sagen wäre und ist, hat Grenze, außer Fantasie und Gedankenwerke. Etwa die Lust zur Macht, der Gedanke verliebt zu sein - man ist tatsächlich grenzenlos verliebt oder eben nicht so ganz, bzw. gar nicht, nehme ich mal an. Die Eingrenzung auf einen tolerant-pluralistischen und weitgehend markt-offenen Gesellschaftstypus begründet sich damit, dass eine Bandbreitengesellschaft eine möglichst freie Gesellschaft sein soll. Nur in freien Gesellschaften kommt es zu produktiven allgemeinen Entfaltungs-Motivationen bei der Bevölkerung [Innovationsfreudigkeit - Wobei zu vermerken ist, dass Innovation an sich wahrlich nicht automatisch als etwas positives zu verstehen ist. -; Individualisierung], wie sie sich anderorts in geschlossenen Gesellschaften (im Sinne z.B. Poppers) nicht in dieser quantitativ-qualitativen Ausprägung ergeben.

Versucht werden soll eine analytisch-theoretische Auseinandersetzung mit den geistesgeschichtlichen Wurzeln des LIM. Ferner eine kleine Abhandlung über diesen; und ein Postulat zu seiner theoretisch-praktischen zukunfts-morgigen Einbindung in eine sich zunehmend mehr institutionell durchorganisierenden Weltgesellschaft hinein. Eine Wegbeschreibung, die ihre Grundlage durch das Phänomen einer stofflich-ökonomischen wie politisch sachthemenbezogenen, sowie auf beschleunigender Digitalisierung mitberuhender entgrenzenden Globalisierung erhält. Dieses in einer Zeit von partieller politischer Denationalisierung (bzw. Staaten-Co-Operation). Von der Utopie (hier: der Nicht-[mögliche]-Ort) zur Atopie (griech.: Ortlosigkeit / hier verstanden als ein Nicht-Ort der möglich ist, aber noch nicht da ist), zum Topos (griech.: Ort) der biosphärischen und weltgesellschaftlichen Balancen. Die Verhinderung und Überwindung realer Dystopien, die nicht funktionierenden Orte / die gegenutopischen Unorte.

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Thema ist die (politische) Kommunikation. Das ist nicht neu, ihres wegen suche und nenne ich Anschlusswege. Der Anschluss ist der Weg, Fortgang und Ausweg. Ihres wegen bin ich bereit mich oft zu irren, ihres wegen lohnt es am Ball zu bleiben. Echte Kommunikation ist Informationsaustausch zu einer Entwicklung oder einer anderen - wiederum liegt es an der Kommunikation, in welche Richtung wir es tun, bzw. was sagt unsere  Welterkenntnis selbst? Wir brauchen diese ja im Prinzip nur regelmäßig als Update in unsere Institutionen einzubringen und wären schon mal kollektiv erheitert, so sich daraus positive Weiterungen ergäben. Dieser Kommunikationsversuch richtet sich also an die gesamte Bandbreite der Leserschaft.

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Worum es Leuten wie mir und hunderten von Millionen anderen Menschen in etwa geht, ist sehr weitgehend oben in der Definition enthalten. Um Fairness + fair competition worldwide, um endlich auf breitester Front gewandeltes Denken - welches sich in gewandelten Begriffen sowie gewandelten Anwendungen und Verhältnissen Ausdruck verleiht.

Das hier Dargestellte soll Begründung sein, liefern, und auf sonstig Arten erleichtern, die Gesellschaft mit vielleicht klarerem Sinn zu verstehen, um ihr bewusst zuzumuten und abzuverlangen. Das gesellschaftliche Mittel dazu sind nach auch meiner Vorstellung die sich weiterentwickelnden und weiter ausbreitenden demokratischen Ideen und Rechte (auch Pflichten).

Dass die Demokratie in ihren heutigen Formen selbst kritisch in Frage gestellt werden kann, sei nicht widersprochen. Aber sie bietet gleichdem doch die Möglichkeiten sich selbst zu kurieren, wo sie an innerer Kraft und Durchsetzungsfähigkeit zu ermangeln scheint, sich selbst zu erneuern. Die Schlüssel zu friedlichem gesellschaftlichen Wandel liegen sicherlich im Wahlrecht, in der Bildungs-, Medien- sowie Verteilungspolitik (Arbeit + Vermögen), als vor allem dann auch entscheidend in internationalen bis globalen Vertragswerken.

Da der Aufhänger dieser Schrift ja die Zielrichtung hat, überzogener Akkumulation sinnvoll widersprechend zu begegnen, verdeutliche ich mit dem Bild des Kuchenessers und der Zuschauenden ... Sollen alle ein Stück bekommen, wird keiner etwas zu schmecken habe, da angesichts des knappen Gutes nicht genug zu verteilen ist - von einem Krümmel hat kein Gaumen etwas. Aber es gibt ja die Zeit und allein daher nicht nur einen Kuchen in der Zeit ...

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In unseren Tagen: des Klimawandels, der Weltüberbevölkerung, des Atomuhren-Zeitalters, der digitalen Informationsverarbeitung und –übertragung, der (ökonomischen) Globalisierung [Internationalisierung von Produktion und Finanzwirtschaft], der europäischen Integration, der Medialisierung, der Einrichtung immer weiterer Nationalstaaten, Demokratien, Regime und Internationalen Organisationen, der zunehmenden internationalen Menschenrechts-Debatte, der UNO, des Internets, der Zitronenduftsauberkeit, der Kybernetik, der funktionalen Denationalisierung, der ideologischen Renationalisierung und parallel dazu laufenden Kosmopolitisierung der globalisierten Eliten, der Biogenetik, der Nanotechnik, der KI-Forschung, der Astro- und Quantenphysik, des Ökologiegedankens allgemein, der Neuen-Computer Kunst, des vielfältigen internationalen Terrorismus, der asymmetrischen Kriege, der Zivilgesellschaft(en), der Individualisierung, der Arbeitslosigkeit, des Renditewahns, der teilüberstandenen Weltfinanzkrise und globaler Rezession (2009), des globalen Youth Bulge, in Tagen von teils erbärmlichsten Weltzuständen für Menschen und Natur - nicht überall, aber vieler Orts in nicht hinnehmbarer Weise, milliardenfach -, erlebt das Phänomen Grenze seit nunmehr einigen Jahrzehnten eine ausgesprochene Konjunktur. Die Menschheit gerät an ihre Grenzen. Wobei heute weniger das räumlich trennende ihrer Funktion im Blickpunkt steht, als die grenzüberschreitenden ökonomischen Verkehrsbeziehungen, globalen Wissenstransfers, der Zugriff auf globale Umweltdaten, und allgemeiner: vermittelnde vielgestaltigste intra-hemisphäre und globale Kommunikationen.

Des weiteren ist überhaupt der Begriff Grenze ein ur-menschlicher Topos und zieht sich durch im Grunde alles menschliche Tun und Denken. Immer ist etwas neu zu justieren und auszuhandeln, herauszufinden. In Allem ist nicht alles möglich, alles hat seine kulturell-technische historische/ahistorische theoretische und praktische Grenze, wenn es auf Zeit angelegt ist.

In einer Unendlichkeit sieht es dann logisch anders aus. Grenze, jedenfalls ist u.a. zentral gesetzt im Bereich der Organismusforschung[F] (Membran), Wirtschaftstheorie, Medizin, Umweltschutz, Steuerrecht, usw., und Systemtheorie (System/Umwelt) in ihren Varianten, die hier nicht erörtert werden können, aber auf welche begrifflich zugegriffen wird, wenn es  z.B. um Gesellschafts-Beschreibungen, logische Argumente und abstrakte Analogien geht. Grundsätzlich werden und wurden die verwendeten Begriffe in ihrer hier gültigen Weise im Textverlauf, wenn nicht unmittelbar, so doch mittelbar [> Glossar] definiert, wo sie nicht übernommen werden.

Limitismus (LIM) trägt sie, die Grenze, programmatisch im Wort, er sucht die methodische Auseinandersetzung und Einigung mit ihr, je nach behandelter Frage. Er stellt `SIE´ in den Fokus und an ihr sollten die Dinge und Entscheidungen bemessen werden, bevor sie für den Individualismus in der Lebenswelt [siehe besonders: Edmund Husserl; Alfred Schütz; Jürgen Habermas] freigestellt werden, der sich auch etwa über einen zunächst förderlichen ökonomischen und politischen Wettbewerb darstellt. LIM ist erst einmal die normative Ermunterung, sich universell um Grenzen zu kümmern: sie aktiv zu zu finden, zu benennen, zu beobachten/überprüfen und deutlich aktiv handelnd zu bewahren und einzuhalten. Den `sinnvollsten Handlungs-, Eingreif- und Zugriffsraum für menschliche Handlungen´ global zu benennen und entsprechend dann die so im Umkehrschluss gefundenen Gebiete, Areale, Regionen als unmissverständliche Taburäume gegen zerstörende oder auch nur belastende zivilisatorische Anrührung auszuweisen. Ziel ist es Grenzen zu fixieren, die langfristig zu wahren bleiben. Internationale Ausgleichszahlungen müssen zur Gewährleistung fließen.

Dass nun hier auch die Grenzen der Gültigkeit + sinnvollen Berechtigung auftauchen, markiert die gestiegene Welterkenntnis der menschlichen Gattung.

Dabei geht es primär um jene verinstitutionalisierten Steuerungskonstrukte, wie sie Gesellschaften auf sich selbst national und mit anderen international einrichten und anwenden. Gleichauf zu nennen sind die unabdingbaren biosphärischen Voraussetzungen zu diesen Konstrukten [erst der Himmel selbst zeigt uns auf, die wir ihn unterschieden haben, dass es ihn gibt, dass er Kontext ist, dass von ihm auszugehen ist und mit ihm gerechnet werden muss]

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Zu der prinzipiellen rein philosophischen Vermutung auf ein Ende – und sei es auch noch was anderes als das - gibt uns die moderne Naturwissenschaft in ihrer Sprache nun bestimmte Hinweise auf ein durchaus mögliches vorzeitiges Ende von (Welt-)Gesellschaft (All-Körpereinschlag, Supervulkanismus, Pandemien, nukleare Selbstzerstörung, Klimawandel ...).

Die Ökologische Frage z.B. ist ja kein Märchen, man braucht sich nur in die entsprechenden UN-Berichte hineinzulesen [F], dann weiß man, was weltweit auch los ist, nur worüber im welt-sinnlosen Maße gesellschaftlich zu sehr geschwiegen wird, indem man es zwar bespricht, aber schleifen lässt, sozusagen in zu geringer Wiederholungs- und Vertiefungsfrequenz konstruktiv-informativ in den gesellschaftlichen Raum hineinträgt. Eine Grundgleichung der Quantentheorie : E = h – besagt: Je höher die Frequenz v einer Welle, desto mehr Energie E besitzt sie.

Konstruktiv besagt hierbei, dass es nicht sinnvoll ist, die Weltlagen in aller Düsterheit aufzuzeigen, ohne starke Elemente der Aufhellung durch Handlungsvorschläge und Konzeptdarstellung einer Bandbreitensteuerung aufzuzeigen, welche die Problemgebirgsketten zu glätten vermag. Tut man dieses nicht, kommt es beim Rezipienten zu Überlastungserscheinung, welche sich in seiner Abstumpfung gegenüber dem Thema deutlich werden lässt. Was wir aber nun überhaupt nicht bezwecken wollen, ist eine Erhöhung der gegenwärtigen Ignoranzwerte.Um eine Ahnung davon zu entwickeln wie lange es dauern kann, bis etwas in den Zeitgeist hineinsickert, sei auf die Milgramschen Experimente und dessen Wiederholungsversuche runde 40 Jahre später verwiesen. Hatte Stanley Milgram damals etwa 80 % der Probanden als potentielle Folterknechte auf Befehl ermittelt, so waren es vor kurzem in einer Vergleichsstudie rund 70 %. will sagen, dass wir es mit einer Mehrheit zu tun haben, die gewisse seelisch-geistige Bildungsprozesse noch nicht durchlaufen haben und entsprechend die Gesellschaft großenteils ausmachen und entsprechend auch aufhalten. ...

Will man nicht oder liegt es in der Struktur der Sache selbst, dass Entwicklungen längere Zeit in Anspruch nehmen, als einem lieb sein dürfte? Es liegt in der gegenwärtigen Natur der Kommunikationswege und subsystemischen Kommunikationsfähigkeit, dass Zeit schlicht verplätschert und vielleicht zuviel davon – auf Kosten von wem und was und bis auf wann?

Unstrittig ist, dass die derzeitige Lebensflora und –fauna eindeutig durch menschliches Sich-Einrichten mitbestimmt wird. Nicht nur Lurche, Frösche, Bienenvölker, Korallen, Wale und Tigerpopulationen

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Erkenntnisfrage und Interesse

Es gilt es an den gesellschaftlichen Konstrukten zu arbeiten. Grenzen zu definieren und miteinander verbundene Oasen und Oasenbrücken (Biotopverbünde) [F] und natürliche Taburäume zusätzlich zu setzten und zu garantieren. Der Punkt naturverträglichen maximalen Zugriffs auf die Natur ist erreicht und teilweise bereits deutlich überschritten. Wir [die Menschen der Menschheit] müssen entweder pro Person weniger `nehmen´ [wo genommen wird], Ressource verbrauchen/aufbrauchen, oder müssten an Personen, Weltbevölkerung, weniger werden. Mögliche Wege konstruktiver Art dazu sollen später Gegenstand der Darstellung sein.

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Ökonomie

Es würde sich glatt auch gesamt-ökonomisch lohnen, sich hier auf dem Planeten noch gelungener miteinander zu verständigen. Dazu bedarf es aber der Fairness. Nullsummenspiele können nicht die Lösung sein. Win-Win-Ansätze allein können den globalen Herausforderungen gerecht werden. Ein Win für die Menschheit und ein Win für die Natur.

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Sich optimiert global verständigen und damit der uns vor-, bei- und nachgeschalteten Evolution ermöglichen, da mit ihrem Vielfalts- und, allgemeiner gesprochen, Komplexitätsaufbau weiter zumachen, wo sie gerade mit den Wesen, auch uns, dem - im negativen oder konstruktiven Sinne - hochkulturentwickelnden Menschen, ist. Die gegenwärtige Artenvielfalt und breit gestreute globale Lebensgrundlage zu zerstören, und das dann wertfrei als Evolutionsresultat zu beschreiben, wäre zwar richtig, aber widerspräche doch dem in den Evolutionsbegriff angesichts bisheriger Weltentwicklung legitimerweise hineinzuprojizierenden und empirisch auffindbaren Befund eines Weltkomplexitätsaufbaus als unbewusst/bewusste Zielrichtung des Evolutionsphänomens.

Personifizierte man den Evolutionsprozess, ließe sich gut z.B. von einer Malerin sprechen, die sich nur wünscht, dass ihr nicht die Farben ausgehen mögen, sodass sie malen könne. Und dass man ihr nicht das Bild zerstöre, denn an diesem würde sie gerne weiterwerken, auch wenn sie auch ein Neues zu malen verstünde, genau so gerne, im Falle des Falles.

An uns Menschen gerichtet langt es Altbekanntes wiederholend mitzuteilen, dass wir uns nur selbst schädigen, indem wir den evolutionären Ast auf welchen wir sitzen besägen. In gewisser Weise sind wir selbst die Kutscher der Evolution.

Evolution als subjektfreien, sozusagen blindtreibenden Prozess zu beschreiben, mag legitim sein. Die Erkenntnis, dass das Bestangepasste morgen schon an einer sich verändernden Umwelt zum schlechter angepassten Wesen werden kann, steht nicht gegen die bisher wohl gültige Sichtweise, dass die biologische Evolution, welche massensterbigen Haken sie auch in ihrer bisherigen Naturgeschichte geschlagen hat, doch zu Vielfalt und Wesen geführt hat, die mehr und mehr Reflektionsfähigkeit aufgebaut haben, mehr und mehr Handlungsoptionsräume für sich gewonnen und vielfältigstes Einwirkungspotential auf ihre Umwelt/Welt hervorgebracht haben. Menschen-Gesellschaften, die, wie die außermenschliche Natur ein evolutionäres Zwischenergebnis innerhalb der Evolution selbst darstellt, auch Evolutionsprodukte sind, verkomplexieren sich über voranschreitende Arbeitsteilung, technischen Fortschritt und funktionale institutionelle Differenzierung in den Modi der Kooperation, Konkurrenz und Indifferenz (Gleichgültigkeit).

Stabilisierung durch Komplexitätsreduktion ...

Hier scheint schon schnell wieder durch, dass es sich ohne Politik nicht wird regeln lassen können. Ohne internationale Abstimmungen und Verlässlichkeiten wird es nicht funktionieren können, der Evolution unseren Weg offen zu halten.

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Generationenpolitik

Diese Welt ist also die Alltagswelt; die technisch-zivilisatorisch-politisch sich evolvierenden Lebenswirklichkeits-Felder im Wirklichkeitsfeld, welches immer auch ein teilunbewusstes Feld sein muss, sonst wäre es in dieser hier gerade verfolgten Logik nicht mehr. ...

Man lernt nie aus, aber man kommt weiter im Reich der Möglichkeiten und zu dem, was noch zu entdecken wäre. Ob wirklich, kann man nicht wissen. Aber um anzukommen muss man weitergehen, und um zu bleiben, muss man bleiben können / weitergehen können. Wer will, der muss! Wir hatten das ja schon.Fühlen wir uns also erinnert.

Wer tatsächlich Generationenpolitik machen möchte, der muss heute auf Veränderung drängen und versuchen konstruktiv die Systeme zu irritieren, perturbieren, zu verpflichten. Und überhaupt erst einmal einen Überblick gewinnen, welche politisch-weltgesellschaftlichen Strukturen sich bisher gebildet haben und an welchen tausend Punkten mit neuem Paradigma anzusetzen wäre. Welche Technik zur Verfügung steht und welches Denken nicht dazu beitragen kann, auf sozial-ökologisch-biosphärische Fragen plausible Antworten zu liefern.

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Verstanden werden kann es im Sinne George Spencer-Browns marked/unmarked space. [F] Man kann mit Kommunikationsvollzug nichts einseitig bezeichnen. Zielt z.B. die Frage auf eine sozial-ökologisch-biosphärische Ausgestaltung einer ökonomisch forcierten Globalisierung. Mit dem marked space [F] (z.B. definierte neoliberale globale Wirtschaftspolitik), stellt sich der unmarked space (die nicht absehbaren Folgen z.B. einer neoliberalen globalen Wirtschaftspolitik) ein. 

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Es ist die Zweiseitigkeit der Bewusstseinsfrage und des Handlungsraumes. Es ist nur zu oft keine scharfe Grenze, vielmehr ein Grenzfeld des Überganges und der Möglichkeiten.

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Diese Welt ist ! Wer sie sich egal sein lässt, wer meint, es kommt auf gar nichts an außerhalb des privaten Radius, handelt potentiell unlogisch. Denn er könnte sich irren. Und sicherlich suboptimal, denn etwas lässt sich allermeist tun. Was mir egal ist, behandele ich nicht mit der Achtsamkeit, die es vielleicht bedürfte. Sollte diese Person sich nicht geirrt haben und bliebe dennoch Achtsam, kann man ihr zumindest nichts vorwerfen und sie sich selbst auch nicht, denn letzte Antworten bietet einem das Leben zumindest nicht als vorzeitigen Beweis. 

Letztlich bleibt es eine Glaubens- und Bewertungsfrage. Aber können wir uns als kollektive Gemeinschaft leisten Ignoranz walten zu lassen – über einen Punkt des Unerträglichen hinaus? Natürlich nicht, nicht zuviel davon.

Irgendwas ist jedoch mit der `Außenwelt´ unserer `Realität´. Was sie auch sei, solange man in ihr lebt ist sie materiell nicht von heute auf morgen konstruktiv änderbar. Destruktiv zerstörbar, etwa durch nukleare Katastrophe oder einen ominösen gefallenen Allstein, wäre sie allerdings von heute auf morgen – dies nur als Hinweis. Die Umsetzung gewandelter Einsichten bedarf der Zeit, mit Ausnahme der nötigen Normsetzungen, die kann man zügig implementieren, wenn man denn politisch wollte. Es gibt Dinge, die sich mit einem Federstrich ändern lassen, etwa Gesetze, und es gibt Dinge, deren Wandel sich über Jahrhunderte, ja Jahrtausende, zieht, etwa die Weltbevölkerungsentwicklung, etwa der Verbrauch nicht erneuerbarer Energieträger, etwa der Aufbau einer gesellschaftlichen Infrastruktur, etwa die Wandlung nicht entscheidungsfertiger politischer Verhandlungsprozesse in Entscheidungen per Federstrich, usw. Schnell geht es nur im Hinblick auf und nach einem erfolgten katastrophalen Ereignisses.

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Was sind zig Tausende verschiedene Äpfelsorten, Reis oder Schmetterlingsarten wann wert? Was ist das Natürliche, wenn man künstlich genauso könnte? Fragen, die  beschäftigen können. Gerade weil es normalhin schwieriger ist etwas aufzubauen und zu erhalten, scheint mir axiomatische Weltregel zu sein: konstruktiv zu sein.  Das Destruktive stellt sich von selbst ein, in seinen  naturhaft unvermeidbaren irdischen, gar kosmischen Formen. Ihm nachgeben ist natürliche Schwäche + überwindbare Unvernunft oder beursachtet in krimineller Härte.

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Je nach innen vollzogenen Differenzierungen, Umweltbeobachtungen und Umwelteinflüssen (etwa neue Börsengesetze, neue Regeln  der internationalen Finanz- und Bankenaufsicht, Flutkatastrophe, diplomatische Krisen) sortiert sich das Kommunikations-Impuls-betroffene System, das Informations-getroffene (Gesellschafts-)System, nun gegebenenfalls aus sich selbst heraus. Es organisiert sich um, indem es die Impulsursache versucht zu adressieren/integrieren – auch negativ durch Fehleinschätzung -, bzw. sich selbst versucht auf die neue Grenzwesentlichkeit hin auszurichten. Man denke nur an die sich verschärfende Anti-Terrorgesetzgebung im Anschluss an den 11. September 2001, auch an die Akte von Montreal[F], oder die neue Öltankerpolitiken der Europäer nach der Öl-Katastrophe vor der spanischen Atlantikküste im Nov. 2002 [F]. Oder im privaten Bereich, an den Fall der eigenen Kündigung aus oder des persönlichen Wiedereintritts in das Erwerbsleben, usw. Ohne Impulse oder bei zu schwachen Impulsen passiert gar nichts, die Gesellschaft hat sozusagen ihre eigenen variierenden `Aktionspotentiale´. (Jeder Mensch hat diese.) Und sie bedarf meist der Wiederholungen, bis sie schlüssig und umfassend reagiert. Übertragungsmittel sind die Kommunikationsmedien [Kollektiverfahrung, Ausdruck, Worte, Papyrus, IT, Internet]. Gedanken-Gravitationen bauen sich über auftretende Kommunikations-Häufigkeiten im Entscheidungszentrum und über die Intensität des Informationsstromes zum Entscheidungszentrum hin auf.

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Das, was stattfindet, findet wesentlich im Rahmen seiner selbst statt, in der Bandbreite des (Sub-)Gesamtsystems: des auf dem Planeten Erde Selbstbewusstsein hervorbringenden Sonnensystems / Kosmos ... Pluriversum  in einem - 'Kosmen´? Götter? Seele? Ich beobachte, dass ich mich mit anderen als auf einem Planeten, in einem Grenzbereich, lebend selbst beobachte - das Ganze unter den bekannten/unbekannten Prämissen  und Erkenntnis-Evolutionen der Naturgesetze. 

Differenz  ist durch Grenze  definiert. Grenze kann ein Übergangsfeld sein oder trennscharf vorliegen.

Welt ist ohne Grenzen nicht vorstellbar, sie wird erst durch sie, die den Unterschied  macht. 

Alles hat Grenze, außer Fantasie und Gedankenwerke und scheinbar die Möglichkeit Vermögen zu akkumulieren und Armut zuzulassen! Daher mein Verdacht, dass gerade dieses nicht tragfähig ist und in Übereinstimmung mit der biosphärischen Grundstruktur, an die auch die funktionalen Systeme (etwa Recht, Sport, Medien, Erziehung, Religion, Wirtschaft, Politik, Kultur ...) und Menscheninstitutionen anbinden müssen, da sie sie zur Voraussetzung haben. Das heißt, dass diese auf Grenzen basierende Struktur übertragen werden müsste auf unser Handeln, auch mittels bestimmter jeweils neu zu definierender materieller Vermögensbandbreiten. Die Grenzen des Reichtums (Macht) und die Grenzen der Armut (Ohnmacht) bestimmen mit den Gang der Geschichte. So verstanden kleidet sich LIM in ein naturrechtliches Gewand.

Gesellschaften stabilisieren oder gefährden sich durch jene Grenzen, die sie sich oder/und anderen setzen oder setzen möchten. LIM ist Bandbreitenkunde und Grenzensinnverständnis. Das eine zielt nach innen, das andere ins Subsystem-Außen zur für uns soweit maßgeblichen (System-)Grenze: Erdball Erde.

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Wenn wir Menschen verstehen, sind wir auch bereit, manches Vorstellungsstübchen neu einzurichten. Es ist leicht der Mehrheit das Schlechte zu unterstellen. Ja, vom Menschen allgemein nicht sonderlich begeistert zu sein, ist leicht, wenn man sich allein einmal die Zustände in der Massentierhaltung vor Augen führt oder schaut, wie die Massenarbeitslosigkeit und der Prekarismus in unserer Gesellschaft zu immer kälteren und womöglich gewaltbereiteren Verhältnissen führt. Es könnte auch alles schlimmer sein, natürlich, ist es aber nicht. Und dies ist ja kein Argument dafür, den Ist-Zustand gut zu heißen. Und es ist schlimmer, wenn man sein Augenmerk etwa auf andere Weltgegenden richtet, etwa nach Subsahara Afrika, in den Sudan, nach Somalia, Irak, Afghanistan, den Nahen Osten, oder auch einfach mal in bestimmte Viertel und Straßenzüge, Wohnungen gleich in der Nähe hineinschaut.

Zumindest sind die Polizeiliche Kriminalstatistiken (PKS) seit 1995 [Polizeiliche Kriminalstatistiken seit 1997]  Quellen, die uns aufzeigen, dass die Zahl der Gewaltdelikte gestiegen ist, 2005 um 0,8 %, 2006 erneut um 1,2 %. Mit der Ausnahme des Jahres 1998, in welchem die Zahl der Gewaltdelikte um 0,1 % gesunken ist, steigt diese Rate seit 1995 ununterbrochen mit Höchstmarken von 8,9 % (1995), 5,5 % (1996), 4,8 % (2002) und 3,5 % (2004). Und das Delikt der gefährlichen Körperverletzung stieg bei jugendlichen Gewalttätern 2007 um 6,3 %. Es weht in Deutschland ein rauerer Wind als noch vor 15 Jahren. Dass die Zahlen schwerer und gefährlicher Körperverletzung anscheinend und entgegen der im PKS aufgrund neuer statistischer Verfahren vorgelegten Zahl von ~ Plus 9 % doch eher leicht rückläufig gewesen sind, stimmt natürlich positiv. Dass sich dagegen heute z.B. Autos et al. schwerer stehlen lassen, was zumal professionelle Autodiebe allerdings nicht von ihrer Beschäftigungsart abhält, denn die Zahl der Fahrzeugentwendungen stieg 2009 z.B. in Berlin um über 38 %, in Brandenburg um über 30 %, in Sachsen um rund 32 %. Wenn auch insgesamt die Kriminalstatistik 2009 mit knapp über 6 Millionen Delikten einen etwa 1,2-prozentigen Rückgang gegenüber 2008 in der Summe aller Deliktsbereiche ausweist, also die Statistik Positives zu vermelden hat, sollte man gegen die anhaltend zu Hohe Gewaltbereitschaft [allein schon die PKS 2008 weist genau 72.904 Fälle - sog. Hellfeld - gefährlicher und schwerer Körperverletzungen im öffentlichen Raum aus] nicht ablenkend gegenrechnen oder klein-relativieren, bzw. mangels ideal-realer Datenlage in welche Richtung auch immer vernebeln dürfen.

Satz 6: Gradmesser einer freien und befriedeten Gesellschaft ist zuerst einmal die körperliche und mentale Unversehrtheit des Einzelnen.

Wenn hinter diesen Zahlen vor allem auch eine gestiegene Anzeigebereitschaft steht, wäre das zu begrüßen. Rund 90 % der in den jährlichen PKSs aggregierten Zahlen beruhen auf getätigten Strafanzeigen. Wie die Wirklichkeit in realiter aussieht, ist entsprechend noch mal etwas mehr oder weniger anderes.

„Unter der Annahme, das (fast) jeder Wohnungseinbruch, (fast) jeder Raubüberfall und (fast) jeder Kfz-Diebstahl der Polizei zur Kenntnis gegeben wird, lässt sich schlussfolgern, dass diese Zahlen der PKS der Deliktswirklichkeit einigermaßen entsprechen. [...] Hingegen ist insbesondere bei Deliktsbereichen, die besondere Emotionen wecken, die häufig in Näheverhältnissen  zwischen Täter und Opfer vorkommen und/oder wegen ihrer angenommenen "Aktualität" besonders in der öffentlichen Diskussion stehen, die Anzeigemotivation so labil, dass die Schlussfolgerung von Zahlen der PKS und deren Veränderung auf die Wirklichkeit nicht zulässig erscheint. Dies betrifft vor allem die Körperverletzungen und damit den Großteil der Gewaltdelikte, insbesondere die „Jugendgewalt", Sexualdelikte, Kindesmisshandlung, aber auch Betrug (insbesondere Betrug im Internet) und überhaupt Computerdelinquenz.“ [Prof. Dr. Henning Ernst Müller im: beck-blog.de, 16. 6. 2009]

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Die Gegenwärtige internationale und nationale Politikarena ist wie immer in Bewegung.

Und nicht nur diese Arena in ihren Bereichen, auch die Wissenschaftsarena, -arenen sind es. [Das Panta rhei - `alles fließt´ des Vorsokratikers Heraklit (~ 540 - 480 v. d. Z. oder v. Chr., beides recht) fällt mir hierzu ein, und auch sein `Wer in denselben Fluss hinabsteigt, dem strömt stets anderes Wasser zu´. Schon Heraklit hat die Dinge als werdend prozesshaft verstanden.] So die Wissenschaftler an der Stanford University, etwa. Sie verweisen im Mai 2005 auf ein enormes Potential der global einsetzbaren Windkraft, die allein sogar den weltweiten Energiebedarf decken könnte. Ähnliche Hinweise gibt es selbstverständlich auch über die direkten solaren Energiepotentiale, die in den geografischen Sonnenbreiten unserer Erde aufzutun wären. Da fragt man sich übrigens tatsächlich, warum etwa der französische Staatspräsident in die Saharastaaten AKWs zu Energiegewinnung verkaufen möchte. Völliges bandbreitenenthobenes Vorhaben aus reinem ökonomischen Durst. Wenn sich Solarkraft anbietet, dann doch wohl in der nordafrikanischen Region. Nun gut, mir geht es nicht darum Sarkozy vorzuführen, aber in diesem Punkt ist er betriebsblind. Nun, zum Potential der Windkraft zurückkommend: vertikale Windräder oder die klassischen - allein mit Wind scheint vieles möglich. Das Schöne ist, es klang an: wir haben  Wasser, Sonne, Erdwärme, Gezeiten, Effizienzpotentiale, Regen ... noch dazu! Ja, Franzosen haben Wege vorgestellt selbst aus Regenfall Energie zu gewinnen. Zur Effizienz der kleine Hinweis, dass in den USA die Summe aller Wäschetrockner sich zu wohl über 5 % des US-Stromverbrauchs zusammenaddieren. Und jetzt kommt es: in vielen US-Bundesstaaten gibt es Anti-Wäscheleinen-Gesetze, die quasi zum Trockner zwingen. Die Puritaner stören sich an der Unterwäsche des Nachbarn. Ich frage: wie viel psychische Gestörtheit kann sich die Menschheit eigentlich wie lange noch leisten? Ein klassischer Fall von `Being out of the broadband´. Das Verstörende ist, wir haben gegenwärtige Interessenlagen, die eben mit den fossilen Energieträgern rechnen, weil die Gewinne mit diesen noch schnell und einfach zu erwirtschaften sind - egal zu welchen externalisierten Kosten. Jeder will mehr oder weniger nur für sein eigenes Geschäft verantwortlich sein und kann dies faktisch im großen Rahmen ja auch nur; dennoch ... spricht es Bände. Zumal ja schon seit vierzig Jahren darauf hingewiesen wird, dass regenerative Energiegewinnung eine lohnende Sache sein könnte und dazu eben weit bessere Umweltbilanzen ermöglicht. Man braucht hierzu nur The Club of Rome [1968 gegründet] nennen, um zu verifizieren; auch wenn sich dessen ursprünglichen negativen Ansagen in der von ihm angegebenen Zeit und Weise so nicht verwirklicht haben.

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Deutschland hat sich unter einer Kanzlerin längst an eine Frau in diesem Amt gewöhnt, und Angela Merkel ist nun in ihrer zweiten Amtszeit. Die US-Amerikaner haben sich ihren ersten afro-amerikanischen Präsidenten namens Barack H. Obama ins Weiße Haus gewählt. Ein Vorgang, der übrigens auch mir einige Tränen in die Augen trieb. Ein Wahlergebnis, dass für sich allein schon eine historische Zäsur markiert, ganz unabhängig von einer schließlichen Bilanz der regierenden Obama-Administration.

Kritik: Canada-U.S. Oil Pipeline.

UNO

Die UN bleibt weiterhin auf dem Kurs zum nächsten Reformgipfel. Wer sich vom letzten großen solchen im September 2005 mehr erhoffte, war wieder einmal enttäuscht. Aber seien wir nicht kleinlich, manches von dem, was z. B. dort beschlossen wurde, wie die Errichtung eines Menschenrechtsrats, (47 Mtgl. im Aug. 2009) mit Sitz in Genf, zu dem idealerweise nur Staaten der UN (Vereinte Nationen, UNO) zugelassen werden sollen, die in ihren Ländern die Menschenrechte nach heutigen höchsten Maßstäben einhalten, könnte noch eine wegweisende Innovation  auch für andere Bereiche der Vereinten Nationen werden, die sich damit eventuell beginnt von Innen heraus menschenrechts-demokratisch rundumzuerneuern. An anderer Stelle mehr dazu (siehe z.B. UN-Reform). Allerdings ist festzuhalten, dass, abgesehen davon, dass der Menschenrechtsrat politische Interessen vor faktischer Menschenrechtsperspektive setzt, etwa dadurch der Sudan wegen dessen Darfur-Politik nicht verurteilt wurde, auch sonst dem hohe Anspruche an die Erfüllung der Auswahlkriterien für eine Aufnahme in diesen Rat in praxi nicht entsprochen wird. So finden sich in ihm etwa Länder wie Saudi Arabien, Russland, Algerien und China, über welche nun mal bekannt ist, dass sie nicht die `höchsten Maßstäbe´ an die Einhaltung der universalen MR in ihrem eigenen Land anlegen. Fragen des Kulturrelativismus gegenüber den Universalitätsansprüchen der MR sind noch nicht gelöst.

Heutige Weltprojekte, wie die bis 2015/20 laufenden Millennium Development Goals (MDGs) der UN, sind eine Art Vorfeuer (> `Gegenfeuer´ Pierre Bourdieu), von dem, was in den nächsten Jahrzehnten ohnehin immer deutlicher zur internationalen Debatte stehen wird - die vollständige Klärung der Gerechtigkeitsfrage in praxi. Spätestens wenn der weltweite Demokratisierungsprozess eine bestimmte Ausprägung erreicht hat, die sich a) auf die Zahl der Demokratien weltweit (ww.); b) auf die Wertigkeit (defekt ... bis konsolidiert) und c) die partizipatorische Tiefe dieser Demokratien gründet (denke an eine [4te], 5te, 6te Demokratisierungswelle und eine 1te, 2te, 3te Vertiefung eines bereits erreichten konsolidierten Demokratisierungs- und Partizipierungsgrades). Andererseits ist die Demokratie auch in Gefahr, etwa durch eine möglicherweise immer weiter gehende Überwachung der Bürger im Kontext der Terrorabwehr. ...

Das spannungsgeladene Verhältnis zwischen den beiden Großansprüchen unserer westlichen Gesellschaften: Freiheit und Sicherheit bedarf unserer konzentrierten Aufmerksamkeit.

Demokratie-Entwicklung ist dennoch in historischer Perspektive erkennbar, aber der Weg ist lang. So haben z.B. Frauen in Saudi Arabien seit 2005 das Recht an Kommunalwahlen teilzunehmen. So ist Saudi Arabien ein Land in welchem es mehr weibliche Professorinnen als männliche Professoren gibt, allerdings aber gleichzeitig auch das Land, in welchem Frauen immer noch keinen Führerschein machen dürfen, ein Land in welchem die Frauen, die, wie im Juni 2002 geschehen, in ein brennendes Haus, aus dem sie geflüchtet waren, unter Einsatz von Knüppeln zurückgeprügelt wurden, in dem sie dann umkamen - zurückgetrieben, weil sie auf ihrer Flucht unverschleiert waren. Aber auch der Fall eines weiblichen Opfers einer Gruppenvergewaltigung in Saudi Arabien kommt mir in Erinnerung, dass, weil es mit einem nicht verwandten Mann losgezogen war, nun unglaublicherweise, unabhängig der Verurteilung der Vergewaltiger, selbst zu 6 Monaten Haft und 200 Hieben verurteilt worden ist, und macht deutlich, wie viel Weg, unserem nicht Scharia geprägten Rechtsempfinden nach, noch zurückzulegen ist. Immerhin wurde die Frau vom saudischen König nach etwa einem Monat Haft im Dezember 2007 begnadigt.

Der Oman hat eine Touristikministerin und in Dubai finden sich Frauen in hohen Positionen, auch die Handelsministerin ist eine Frau (ab Nov. 2004) aus der Herrscherfamilie. Das muslimische Mauretanien hat seit Sommer 2009 eine Außenministerin sowie weitere 5 Ministerinnen und auch dem Iran ist seit September 2009 eine weibliche Ministerin nicht mehr fremd. Es gibt natürlich auch Rückschritte, so ist der neuerliche faktische Hidschab-Zwang in Gaza erst seit der Machtübernahme der Hamas 2007 durchgesetzt.

... Frauenkorso in Saudi Arabien für das Recht auf den Erwerb des Führerscheines (1992). Bilden wir uns aber bitte nicht zu viel auf unseren ach so großen Emanzipationsvorsprung ein, erst ab 1957 durfte eine Frau in Deutschland etwa ein eigenes Konto führen ...

Das lässt mich an den Journalismus-Studenten Sayed Perwis Kambachsch denken, der von einem afghanischen Gericht in erster Instanz im Januar 2008 zum Tode verurteilt wurde, weil er angeblich [und selbst wenn er !] frauenfreundliche Koraninterpretation aus dem Internet in Umlauf gebracht hatte. Auch die `mildernde´ endgültige Verurteilung zu 20 Jahren Gefängnis im Oktober 2008, lässt den westlichen Beobachter sprachlos. In Erinnerung gerufen soll auch folgender Vorgang um eine englische Lehrerin werden, die im Herbst 2007 mehrere Tage in einem sudanesischen Gefängnis saß, weil sie einem kleinen Jungen erlaubt hatte seinen Teddybären den Namen des Propheten zu geben. Anfangs drohte ihr weit mehr als diese Kurzinternierung. Schließlich noch der Fall des achtjährigen jemenitischen Mädchens, dessen Scheidungswillen (!) von einem jemenitischen Gericht im April 2008 als berechtigt anerkannt worden ist. Diese vier Fälle konfrontieren uns zwar mit für uns nicht nachvollziehbaren Rechtsverständnissen, die zur Anklage, bzw. Lebenslage führten, aber dennoch, zumindest in dreien dieser Fälle bisher, auch mit dem Vermögen solche Urteile und Vorgänge korrigierend zu verändern. Nicht zuletzt die gerichtete Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit dürfte ihren Beitrag hier leisten, geleistet haben und zukünftig zu leisten haben. Wichtig scheint mir zu sein, dass wir diese Vorgänge beobachten, wie sie gelöst werden, wichtiger noch, dass sie akzeptierbar gelöst werden. Und dass die Mitglieder der Gesellschaften, in denen diese Vorfälle stattfinden, beobachten, dass ihre Gesellschaft die Fälle so gelöst haben, wie sie schließlich gelöst wurden - mit abschließender Milde, trotz aller Rechtsaufregung im Anbeginn. Über solcher Art Selbst- und Fremdverständnisses kann Annäherung erfolgen, denn was zählt, ist das Ergebnis. Eine Annäherung aus einer oppositionellen Grundkonstellation heraus. Ein Bewegen von zwei Seiten in eine Bandbreite gemeinsamer Verträglichkeit.

Nun, Demokratieentwicklung ist, wie gesagt, erkennbar, schauen wir uns weiter um, so bekamen Frauen in Kuwait  alle politischen Rechte;  haben (Männer wie Frauen) die Afghanen  Iraker, Palästinenser gewählt (also Wahlerfahrung gesammelt). In Ägypten  wurde die Wahl zum Präsidenten (2005) ein wenig für Gegenkandidaten geöffnet, und und und. Natürlich erfährt die globale Demokratisierung auch Rückschläge, wie etwa Russland, welches im  Freedomhouse-Demokratie-Index 2004 auf  `not free´ zurückgestuft wurde und bisher (siehe Wahlfarcen 2007/2008) nicht wieder zurückgefunden hat, oder Weißrusslands `Wahlwitz´ im März 2006. Doch  insgesamt demokratisiert es sich ww. durch die Jahrzehnte hindurch - bisher! Fest steht jedenfalls eine ordentliche Erholung und Ausdehnung der Demokratien ww. nach ihren großen Zusammenbrüchen in der faschistischen Vorkriegsperiode der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Diese Liste jedenfalls verweist auf eine bisher zieloptimierende historische Dynamik. Wir sagen `bisher´, um unsere praxiszugewandte politische Philosophie nicht dem Verdacht auszusetzen, teleologische Schwarmgeisterei zu sein. Es gibt viele Gründe dafür, historische und rein zeitgegenwärtige, der eigenen nationalen als auch ww. Demokratisierung eine positive Entwicklungsprognose zu stellen; etliche auch dagegen, die erneute schwere Rückschläge möglich erscheinen ließen.

Limitisten wollen freilich konstruktiv bleiben und an einer sinnvoll geordneteren Welt arbeiten, dass heißt entsprechend die Zukunft milder zu zeichnen, an den Menschen und die Menschheit zu glauben, es einfach nicht aufzugeben der Unvernunft, etwa der Gier, die besseren Wirkargumente entgegen zu stellen. Wer bestimmte Grenzen vor allem als Schutz versteht und nicht als einsperrendes Moment, der dauert und bleibt gesellschaftsverträglich.

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Desgleichen, wenn etwa manch ein katholischer Kardinal neuerdings seine Haltung zum Kondomgebrauch, etwa im Kontext von AIDS/HIV und einer weltzugewandteren positiven Sexualmoral, tatsächlich neu justiert, dann ist auch das ein Beispiel für solche gesellschaftlichen Zeitgeistflüsse, von denen viel zu reden sein wird. Papst Benedikt_XVI. und die Mehrheit dieser Konfessionsfunktionäre gehen dagegen erst einmal absurderweise die alten Wege weiter. So hat Papst Benedikt XVI. das Nein seiner Kirche zur künstlichen Empfängnisverhütung anlässlich des aufkommenden vierzigsten Jahrestages der Enzyklika `Humanae vitae´ [verkündet am 25. Juli 1968] im Mai 2008 bestätigt.

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Angesichts ihrer solidarischen Liebe, die sie auch in die Welt hineinträgt, und ihren verteilungsgerechten Sozialenzykliken, ist ihre (Un)Tat doppelt erschreckend. Es tut mir leid, bei aller Offenheit gegenüber und Sympathie zu religiösen Motiven, hier täuscht sich die Kirche in einer schier unfassbaren Weise! Nun, Jesus hat ihnen wohl schon vergeben, aber schüttelt wohl ebenso wohl immer wieder den Kopf, wenn er an diesem Thema bei der katholischen Kirche vorbeikommt?! Als Mensch jedenfalls, der selbst fehlbar ist, und gefehlt hat, fehlen wird, schüttelt man/frau den Kopf, und sieht es berechtigterweise nur aus Opferperspektive. Opfer, die einzig dafür belastet werden (unschuldige, also durch Karma  nicht tangierte Kinder - denn das wäre eine andere Religion - wir kommen darauf zu sprechen), dass andere [Papst et al.] ihr leidstoßendes `Ehrenwort´ halten können und sich nicht zu moderieren wissen. Das ist nicht der Weg der Liebe, das ist der Weg des extra Leids aus der eigenen Küche! Das ist keine Bandbreite, sondern der Abgrund.

Die Frage, ob zumindest im Kontakt mit AIDS-Kranken Kondome benutzt werden dürften, wird in einer vatikanischen Studie positiv beantwortet. Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Krankenseelsorge, Kardinal Javier Lozano Barragan, habe dem Papst bereits eine 200 Seiten starke Studie zu dem Thema vorgelegt, berichtet die Zeitung „La Repubblica”. Zunächst soll jetzt die Glaubenskongregation das Schriftstück prüfen. (www.journalmed.de, 21. Nov. 2006) Jedenfalls lehnte der Papst Benedikt XVI. bei einem Treffen mit afrikanischen Kirchenfürsten im Februar 2007 eine Propagierung der Kondomnutzung aus Gründen der HIV-Prävention in Afrika ab. Seine Empfehlung ist und bleibt dagegen: reine Enthaltsamkeit. Was ist daraus geworden?

Nun gut, die päpstliche Unfehlbarkeit in Fragen des Glaubens und der Sitte ist nicht gar so alt. Das Unfehlbarkeitsdogma datiert auf die Bulle Constitutio Pastor aeternus des Papstes Pius IX. vom 18. 7. 1870. Man könnte auf die Idee kommen, es ihm wieder qua Konzil abzusprechen.

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So trennt sich die moralische Welt, in der man seine abstrakten Werte postuliert, und die materielle Welt, in der Kinder sterben, die nach gegenwartsrationalen Maßstäben [heutigem Wissen] nichts mit dem Sexualgebaren ihrer Eltern, im Sinne einer Verantwortlichkeit, zu tun haben. Die Moral  aus dem Vatikan ist also unlogisch [reine Dogmalogik], also herzensunlogisch, weil einseitig, und sie ist menschenverachtend, wobei sie doch den Menschen liebt (ein ganz trauriges und überflüssiges Paradox, was sich da die katholische Kirche meint sich weiterhin erlauben zu müssen). Ohne diese eine Doktrin der Kirche, ihre Kondom-Moral (siehe Kinder-Aids) - in Wahrheit ist das indirekter Massenmord -, tja, sorry. - wäre die Kirche nicht allzu sehr zu kritisieren, vielmehr doch auch sehr zu loben. Wenn etwa, wie eine im Mai 2008 publizierte Studie des CELSAM [Centro Latinoamericano Salud y Mujer] ausweist, dass im katholischen Lateinamerika rund 62 % der 16 - 19-jährigen und ~ 32 % der bis 45-jährigen Frauen künstliche Verhütungsmittel komplett ablehnen, sei es aus Gründen womöglicher Nebenwirkungen, sei es aus religiös motivierten Gründen, so sind eben auch die religiös vermittelte Gründe dafür mitbestimmend. Die Studie zeigt auch, dass die Frauen Kenntnis über das Vorhandensein solcher Mittel haben und zumindest kein grundsätzlicher Mangel an Information über die gängigen Verhütungsmethoden und ihre Gefahren ihr Verhalten bestimmt - im Gegenteil. Wobei natürlich gefragt werden kann, warum gerade in Südamerika die gleiche Information zu unterschiedlichen Handlungsweisen führt, als etwa in Europa. Es stellt sich mir die Frage, was denn die Nebenwirkungen von z.B. Präservativen seien können - sie enthalten krebserregende Stoffe, sog. Nitrosamine, die sich aber mit teureren Ersatzstoffen ersetzen lassen! Man sieht erneut, man kommt von einem ins andere Problem, aber ebenso von einer zur nächsten Lösung.  Die katholische Kirche ist dabei längst nicht der einzige paradoxe Täter.

Nun, angesichts der Weltbevölkerungsentwicklung, und 80 Millionen eigentlich ungewollten Schwangerschaften pro Jahr, alles andere als eine sinnvolle Entwicklung, denn die Fertilitätsrate liegt in den lateinamerikanischen Ländern mit 2,6 Kindern pro Frau leider immer noch deutlich über jenen max. ~ 2,1 welche langfristig die Bevölkerungszahl konstant halten würde.

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Nun, aber was ist sonst? Das neoliberale Diktum  beweist sich teils in den globalen Entwicklungszonen, und stellt sich gleichzeitig in den Armutszonen (Exklusionszonen) in Frage. Beide Zonen überlappen sich auch (etwa mit Slums , oder der Massenlangzeitarbeitslosigkeit). Aber es wäre zu kurz gefasst, wollte man vergessen, dass eine ganze Reihe weiterer Faktoren  das Bild multikausal beeinflussen, dazu im Textverlauf immer wieder Ergänzendes. Die Frage ist, welche Entwicklung wird die andere Entwicklung früher oder später abfangen? Mathematisch: zwei Kurven können sich kreuzen, und wenn sie es tun, was verändert sich? Oder sie können so verlaufen, dass sie sich nur tangieren.

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Die internationale politische Welt ist, wie gesagt, gleich immer, in Bewegung.

Kommunikations-Gravitationen bauen sich auf.

Damit bilden sich Entwicklungen in der Welt ab, die einen Beobachter doch ein Ufer der Zivilisationsbesinnung sehen lassen können. Sicherlich wird an die Wand gefahren werden, wie es täglich abertausende Armutstote schon heute gibt, und die Natur rasant aus ihrer Vielfalt kippt. Doch könnte es sozusagen bei einem gesellschaftlichen `Schleudertrauma´ sein Bewenden haben, ohne bleibenden Schaden, also die begründbare Aussicht zügig immer weniger verhungern zu lassen, bis es keiner mehr muss, sich werdend bewahrheiten.

Bandbreiten

Der Autor gibt wie andere die abstrakte Ansicht in die Debatte, dass `alles´ seinen dynamischen Bereich hat. Dass Manches sich aber außerhalb seines ihm zukommenden Bereiches bewegt, zum Nachteil des betroffenen Gesamt-Systems hinsichtlich seiner Optionen.

Dass man herausbekommen kann, dass man eben nicht in der `Bandbreite´ ist.

Es gibt ein empirisches Gekonnt-Haben / Können / Könnten, als auch ein normatives Sollen.

Und es gibt allgemein die Eigenlogik von Systemen (vom Menschen als psychisches System bis zu funktionalen gesellschaftlichen Steuerungssystemen staatlicher Seite und privatrechtlicher Seite, wie Unternehmen und Organisationen, die sich alle ausbreiten, bis sie auf Irritation und Widerstand treffen. Hierbei hat z.B. der Jurist und Soziologe Niklas Luhmann mit seiner Variante einer allgemeinen Systemtheorie früh viel Erhellendes vermerkt.

Wir sollen nicht all das tun, was wir tun können, aber können, was wir sollen. 

Da mancher sich sein eigenes Recht übertreibt, macht die Gemeinschaft sich ihr Gemeinschaftsrecht. Ohne diesen Akkord würde sich Weniges plündernd auf unserem Planeten verhalten und den Massen zumuten, was ihnen einfällt. 

Sklaverei, Manchesterkapitalismus, prekäre Lebenssituation aus konjunkturellen Gründen, Verteilungsabsurditäten - innergesellschaftlich und global.

Es ist nicht so, dass alles den Bach runter ginge, es bildet sich auch Bewusstsein und institutioneller Aufbau zur Bereinigung und Vermeidung globaler Verödungsszenarien. Wir dürfen aber ebenso feststellen, dass nichts in trockenen Tüchern ist, ja der Welt ein Elend und Morden zugemutet wird, auch indirekt durch Ignoranz und systematische Habgier nach Macht, Einfluss, Geld - überall in der Welt. 

Bzw. alles ist ganz anders.

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Wir können den `globalen Naturholocaust´ (da sind als erstes die Menschen mit gemeint - die Systematik  liegt im Kommunikation reduzierenden Wegschauen) fortführen oder ihn einstellen, sofern wir uns international einig werden könnten.

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Man braucht nur bei uns in D in die Innenpolitik und auf das Millionenheer von knapp unter 3 Millionen (Okt. 2008) offiziell gemeldeten Arbeitslosen zu schauen (Rückgang von über 4,5 Mio. Arbeitslosen [SGB III § 16] im Mai 2006), davon zumindest ~ 1,6 Mio. Langzeitarbeitslose [gem. SGB III § 18 Arbeitslose, die ein Jahr oder länger arbeitslos sind > SGB III. - 3. Sozialgesetzbuch], um gleich zu erkennen, dass solch Wandel-Unterfangen zäh und mühselig aber eben auch möglich ist, bzw. einen Zahlenzauber und Definitionstricksereien repräsentieren und letztlich erst eine Veränderung der Arbeitsverteilung durchgreifende Veränderung erwarten lässt. Wobei natürlich die Weltfinanzkrise 2008/9 und die Rezession in ihrem Gefolge ... die Arbeitslosenzahlen haben wieder deutlich anwachsen lassen.

Bezüglich der Arbeitslosigkeit gilt, dass, abgesehen von einer hier nicht zu diskutierenden geringfügigen Sockelarbeitslosigkeit, in einer Bandbreitengesellschaft Arbeitslosigkeiten die Dauer einer Quartalslänge nicht überschreiten könnte. Darauf wird noch näher einzugehen sein. > Grundeinkommen.

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Des weiteren ist hier besonders auch auf die moderne digitale Kommunikationstechnik (ICT) zu verweisen. Diese wird zur Voraussetzung einer sich in langer historischer Linie möglicherweise kontinuierlich weiter vertiefenden globalen Demokratisierung. Die Argumente wiegen zu schwer, um ihr demokratie-vertiefendes Potenzial zu verleugnen.

Und der Debattenbeitrag dieser Schrift ist, es wurde deutlich, eine Kapitalismuskritik. Und ich plädiere für einen Bandbreitenkapitalismus.

Ich bin kein Wirtschaftler und muss mich selber in die Ökonomie einorientieren. Aber sicher ist: die Vorstellung der Bandbreiten dürften Ökonomen nahezu verinnerlicht haben. Vielleicht ist es aber gut, dass ich keiner bin, um gedanklich innovativ zu bleiben, weil es eben nicht nur um den funktionalen Teilbereich Wirtschaft geht, vielmehr um die Gesamtgesellschaft in ihrem Selbstverständnis sich selbst und der Weltgesellschaft  gegenüber.

Volkswirtschaftliche und Betriebswirtschaftliche Argumente und internationale Interessenlagen in eine und die gleiche Bandbreite zu bringen ist nicht leicht.

Schlüssel zur Bandbreite wären weltweite Rechts-Harmonisierungen, Transparenz  und verinstitutionalisierte Bandbreitenkontrolle [Gerichte, informelle Medienaufsicht], Erweiterung der Freiheiten und Mitsprache- und Informationsrechte, Mitentscheidungskompetenzen bis in nicht nur manche Einzelfrage hinein, Subsidiarität, die Relativierung der repräsentativen Demokratie  durch mehr zivilgesellschaftliche und partizipativere  Formen kommunikativer Anbindung qua digitaler Mitentscheidung in zumal regional/lokalen Entscheidungsfindungsprozessen.

Stichworte zur digitalen Demokratie: ID-Card und Communicator, E-Demokratie. Drei oder vier parallel operierende Wahlcomputerkonkurrenzsysteme zur Absicherung gegen digitalen Wahlbetrug, denn das Ergebnis muss bei allen, oder dreien von vieren, innerhalb einer Ergebnistoleranz dicht beisammen liegen, um davon ausgehen zu können, dass es zu keiner Ergebnismanipulation gekommen ist.

Die Kandidaten- und Parteienstimmen werden dann mehr zu Abstimmungen über einzelne Ressorts und Einzelentscheidungen.

Den Kritikern der digitalen Demokratie sei gesagt, dass mit einer Mehrfachabsicherung im Rücken schon gefragt werden darf, warum Bankgeschäfte über das Internet abgewickelt werden dürfen, aber für das Wahlgeschäft die gleiche Infrastruktur als zu unsicher deklariert wird. Ich werde darauf zurückkommen.

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In Anlehnung an John Rawls Theorie der Gerechtigkeit könnte man sich leicht vorstellen, man flöge mit einem gigantischen Mehr-Generationen-Raumschiff einen fremden erdgleichen Zivilisations-Planeten mit erdgleicher Bevölkerungszahl und -verteilung an und könnte im Vorfeld bestimmen, ohne irgendetwas über die auf diesem Planeten wohl herrschenden gesellschaftlichen Zustände zu wissen, welche gesellschaftlichen Verhältnisse dort vorzufinden sein müssten, um von einer `wohlgeordneten´ zivilisationären Situation sprechen zu können. Also eine rein hypothetische Gedankenkonstruktion.

In limitistischer Lesart: Verhältnisse, die den Individuen  größte Freiheitsrechte zukommen lassen und den Naturraum im Kernbestand räumlich und inhaltlich unverletzt lassen, bei optimierter Ressourcennutzung im Gleichklang mit dem technologischen Fortschritt. Dies bedeutete etwa auf solch einem erdgleichen Planeten, fossile Brennstoffe  nur so lange als unbedingt nötig im großen Maße zu nutzen, bis regenerative Technik wohlüberlegt und dezentralisiert in kürzesten Energieketten´ [F] übernehmen kann. Dabei darf es den so Regel-Philosophierenden vorher nicht klar sein, an welchem geografischen Ort und in welcher sozialen Situation (gleiche Bevölkerungsdichte, gleiche geografischen und klimatischen Bedingungen wie auf Erden vorausgesetzt) sie ihren eigenen Platz auf diesem Neu-Planeten einnehmen würden Diese Vorgabe ist nicht ganz so transindividualistisch und entpersonalisiert gefasst in wie bei Rawls` Schleier der Unwissenheit. Die Raumfahrer wissen wer sie selber sind. Da sie aber sehr viele sind und damit quasi alle Schattierungen unserer eigenen heutigen Erdbevölkerung punkto Fähigkeiten und körperlich-mentale Konstitution, Alter aufweisen, ferner die getroffenen Entscheidungen konsensuell anfallen sollen - also mit Bandbreitenmehrheit (mit sagen wir 95 %) - ist dafür gesorgt, dass es nicht zu Entscheidungen gelangt, die quasi das Ergebnis einer sich selbst überschätzenden Majoritätsgruppe sind, die nur zu seltsamen Regeln gelangen kann, wenn es keinen zusätzlichen Minderheitenschutz gibt. Des weiteren kann man davon ausgehen, dass sie eine Welt konzipieren, die ein idealisiertes Abbild unserer hiesigen planetaren Jetztsituationen ist, denn woraus sollten sie sonst schöpfen, als aus der Ihnen bekannten oder überlieferten Weltsituation?! Plausibel anzunehmen ist es, sie eine Welt konstruieren zu sehen, wie sie es bei uns eine etwa in fünfzig Jahren sein könnte, wenn, ja wenn sich von heute an konstruktive Entscheidung an konstruktive Entscheidung perlt [sozial, politisch, ökologisch, ökonomisch und technologisch] - im Weltmaßstab.

Also, welchen realen Verhältnissen sie im lebenswirksamen Detail selber ausgesetzt wären, nach Maßgabe ihrer eigenen Bestimmungen über die zu entwickelnden planetaren Gerechtigkeitspflichten + Freiheiten, bleibt unseren vielen Raumfahrern wie gesagt unbekannt. Man hat allerdings im Konsens eine Einigung darüber erzielt, was das nun für ein Planet zu sein hätte, bevor man quasi auf diesem hat landen können, um dort nun sozusagen per Losverfahren unter das dortige Volk, die Völker gemischt zu werden. Völker und Gesellschaften, welche ihre planetare Gesamtsituation eben ganz so gestaltet hätten, wie die Neuankommenden Raumfahrer es diesen - noch im Raumschiff seiend zuvor zugedichtet hätten.

Man käme in unserer Gruppe der Raumfahrer über die Bejahung und Beanspruchung von differenten Kultursituationen doch zu bestimmten gesamtplanetaren Verregelungen (Menschenrechte, Handelsrechte, politische Rechte/Pflichten + soziale Rechte/Pflichten, Naturrechte, Technologiepflichten, vielleicht spirituelle Rechte). Gleichzeitig wird durch solche Annäherung an einen Gesamtplaneten jeglicher anthropozentrische [ethnisch, nationalistisch, elitär] verengte Blick erweitert auf den Gesamtrahmen Biosphäre  in ihrer elementaren Wesentlichkeit und Diversität, den es grundsätzlich gilt möglichst balanciert zu halten, weil nur innerhalb dieses Rahmens die Evolution der abgestimmten Vielfalt  als immanenter Eigenwert sich zu entfalten vermag. Diese Menschen im Raumschiff, eine multiethnische und multikulturelle Mannschaft, Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergrund und gelebter kultureller Ausprägung, darunter genauso viele Frauen wie Männer, Alte wie Junge, Kräftige wie Schwächere, Talentierte wie Wenigtalentierte, Nicht Gehandicapte wie mehr oder weniger Gehandicapte, sagen wir, haben es in ihrem idealistischen Tun leichter, als wir hier bei uns im Ist-Zustand des irdischen Seins auf der Erde mit all ihren  versammelten interkulturellen und gesamt-zivilisationären Verwerfungen. Wir können nicht leicht sagen: so sollte es sein und dann ist es auch gleich so eingerichtet. Nein, wir müssen den Weg dahin dazu erst noch angeben und vor allem dann auch noch erst einmal ganz gegangen sein!

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 Zauberei ist nicht möglich. Nur politische Weichenstellung und dies übernational, aufbauend auf den einzelnen nationalen Bereitschaften, kann es erreichen, im Zuge der nächsten Generationen das zu leisten, was zu leisten wäre, soll es in aller natürlichen (teils auch künstlichen / artefaktuellen) Vielfalt weitergehen können. Das Projekt heißt Anpassung an das  allseits konstruktiv Mögliche. Diese Anpassung hat nichts mit Utopie zu tun, sie ist die Bandbreite, innerhalb derer Freiheit möglich ist - für den Menschen und seine biologischen Mitgeschöpfe, aber auch für Institutionen, Systeme! - exemplarisch etwa das hier zu kritisierende globale Mega-Konzernesystem.

Alles und jedes hat seine zeit-optimalen Maximalgrößen im Gleichgewichtszustand mit dem Übrigen. In aller Regel ein dynamisches sich selbst einpendelndes viel-variables Gleichgewicht, solange diese Gleichgewichtsbewegung nicht (durch Umwelteinflüsse) gestört wird. In Kurzschrift also durch, bezogen auf das jeweilige Gleichgewicht im Kontext zum Gesamtsystem, `destruktive´ Eingaben. Daher gibt es etwa Konzerne (z.B. Holz-, Saatgut-, Energiekonzerne), die allein durch ihre vielfaltsgleichgewichtsstörende Größe eine demokratietheoretisch fragwürdige ökonomisch-soziale  Macht darstellen, da sie, ohne dazu legitimiert zu sein, allein mittels ihrer Verhandlungsmacht ganze Staaten und Bevölkerungsschichten zu bestimmten Politiken nötigen können. Beispiele: ...

Konzerne, die zumindest global zu wenig in ihrer Macht kontrolliert sind. Konzerne, welche angesichts ihrer Kapital-Macht zu unnachhaltig und geringfügig verpflichtet werden/sind, ihrer Macht entsprechendes zu leisten - etwa im Ersatz für unproduktive Werbekampagnen, globale Sozial-, Friedens- und Umwelt-Projektunterstützung zu leisten, oder etwa als Ausbilder. Nicht zuletzt an eine an die Wertschöpfung gekoppelte Verpflichtung gegenüber der Weltgesellschaft ist zu denken, an ein Weltsteuerrecht, als ausgleichendes Moment im Spannungsfeld von Produktivität, Rationalisierung, Ökologie und sozialer Verantwortung. Wir rationalisieren uns sonst noch in Grund und Boden (globalisiertes transnationales soziales Steuerkonzept).

Und bei einer lapidaren Kritik von Mega-Konzernen bleibt es im Verlaufe des Textes nicht stehen. Die bis zu wohl rund 25.000 täglich an Hunger und seinen Folgen vorzeitig versterbenden jungen Menschen lebten, als sie noch lebten, außerhalb einer ihre Existenz sichernden Bandbreite, außerhalb des möglichen Minimal-Gleichgewichtes. 

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Die Frage stellt sich, wie wir differenzieren, welche Gleichgewichtsvorstellung wir haben, wo arbeiten wir mit und wo ohne oder undifferenziert mit welchen Mustern, Formen, Ziel-Bandbreiten und Verantwortlichkeitszuschreibungen?

Um einmal kurz weit hinein in eine der möglichen Zukünfte zu schauen: in einer hochzivilisierten und befriedeten Welt des Jahres 2300 mit, konstruktiv gedacht, vielleicht durch pure zwanglose Bevölkerungspolitik ohne Katastrophen überraschend erzielten nur noch 2 Mrd. Menschen auf Erden, ist für den einzelnen Menschen materiell ein ganz anderes Leben möglich, als es heute und in naher Zukunft mit 7 - 10 Mrd. und mehr Menschen auch nur ansatzweise sinnvoll möglich wäre. Jedem Chinesen und Inder und Europäer, Amerikaner, Afrikaner etwa ein Auto und jährliche Flugreisen und und und, wäre das Aus für den Menschen in seiner Biosphäre. So kann es diese Art Weg nicht sein, sondern der Rückzug in die Bandbreite des Verträglichen steht der Menschheit bevor - auf eine konstruktive oder auf eine destruktive Weise. Wir werden mit unserem Verhalten mitentscheiden, was in den nächsten 300 Jahren passiert, aber dass auf globaler Ebene etwas passiert, ist sonnenklar und heutige Entscheidungen bergen weltzugewandt große Relevanz. Ein gewisses Paradox ist es, dass sich empirisch nachweisbar durch Bildungsprozesse und Konsummöglichkeiten Bevölkerungsabbau quasi von selbst einstellt, der dann erst erweiterte Bildungs- und Konsummöglichkeiten sowie erweiterte Selbstentfaltung, idealerweise aller Einzelmenschen, ressourcenverträglich werden ließe.

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Finanzspekulation und Klimawandel sind ...

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Nun, ein Hauptantrieb dieses Textmosaiks ist der Gedanke, dass die sinnvollsten Grenzen + Möglichkeitsräume/Bandbreiten/Handlungsfenster/Entfaltungsareale aufzufinden sind, bzw. bereits seit langem in ihren Prinzipien erkenntnisstark aufgefunden vorliegen; zumal, wo nicht, man sich mit ihrer Auffindung konstruktiv beschäftigt, und das positiv gefundene und postulierte Jeweilige dann politisch, gesellschaftlich und global-kulturell entsprechend beherzt zur (welt)gesellschaftlichen Anwendung bringend vertritt, auf dass man sich an diesem konsequent zu orientieren weiß, sobald man sich auf dieses als Systemziel eingeschwungen hat. Alles Weiter-Gehen-Können ist die Anpassung selbst.

Und in einer Gesellschaft, in der etwa 200 Bohrmaschinen in 100 Stadthäusern aus rein kapitalistischer Logik noch zu wenige sind, bleibt weiterhin viel für ein Bandbreitendenken zu erreichen und Bandbreiten zu modifizieren, die da so offensichtlich zu voluminös interpretiert werden.

Die Umsetzung des bekannten Slogans `Nutzen statt Besitzen´ führte natürlich zu ressourcensparenden gesellschaftlichen Handeln und gesellschaftlicher Ausprägung, aber eben auch zu wirtschaftlichen Produktionsverkleinerungen in den fertigenden Industrien. Es entstünden andererseits Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor, z.B. in Form von weitverbreiteten Werkzeugleihstellen [Werkzeugkiosk]. Fragen der Bequemlichkeit stellen sich. ... Im Grunde dürfte aber gelten, dass z.B. der Gang zur Videothek nicht als Negativum betrachtet wurde, also gerne gegangen wurde und noch wird, obwohl es nach und nach natürlich mittlerweile schon bequemere Arten gibt, etwa Filme mietweise einfach zu Hause downzuladen. Videotheken sind so betrachtet ein Auslaufmodell. Werkzeugkioske dagegen ein Zukunftsmodell. Allerdings wird es noch ein Weilchen dauern, bis sich hier die Trendwende, ja, die gesetzlichen Regelungen einstellen werden.

Mietprodukte müssten sehr viel günstiger angeboten werden als heute und als Kaufware, die gegenüber heutigen Preisen deutlich im Preis zu steigen hätte und zusätzlich an Losentscheide gekoppelt bliebe oder einfach in bestimmten Segmenten am Besten ganz außer Mode kommen sollte.

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Taschen voll und gierig nenne ich es in meinen Versen. Taschen voll ist ok, aber gierig - also immer größere Taschen und fehlgeleiteter Stolz -, das heizt den Planeten auf und entzweit den sozialen Zusammenhang. Nach relativ aktuellen und soweit weiterhin gültigen, auf Analysen antarktischer Eisproben beruhenden Klima-Prognosen, wird es bevor es anders wird, wohl richtig warm: im Weltmittel 2 bis vielleicht sogar 6 - gar 8 Grad (hallo! Eisbär Ade usw.) wärmer; noch in diesem Jahrhundert. (vgl. Geophysical Research Letters, 26. Mai 2006) Man kann nur hoffen, dass die Wissenschaft sich wieder einmal täuscht. Angesichts dieser Aussichten ist es nicht völlig unerheblich, ob dieser Klimawandel mit primär menschlichem Handeln zu erklären ist - gewaltige Veränderungen rollen auf uns zu ! Was wir tun können müssten wir tun. Wir sind die Menschheit, wenn auch nur ein Teil. Aber der Teil hat die gleichen Grundbedürfnisse. Wir dürfen also sinnvoll von sozusagen Allen reden.

 Der bereits eingesetzt habende und von klima-wissenschaftlicher Seite so gut wie überhaupt nicht mehr in Frage gestellte globale Klimawandel birgt in seinen globalen Klimafolgen auch solch gewaltige politische Konsequenzen, nicht nur für die AOSIS-Staaten [The Alliance of Small Island States], dass es ein Elend ist zuzusehen, wie heute, nach wie vor, wie seit Jahrzehnten, wenn auch schon in immerhin deutlich abnehmender Stärke, immer noch die Weltaufmerksamkeits-Potentiale zu sehr in Irrelevanzentien und nationalen oder ethnischen und kulturellen Eigendünkel verschüttet werden; von eben der täglichen nationalen und internationalen Macht-, Medien- und Interessen- Politik.

Hier hilft nur die Informationsfrequenzen, Info-Intervalle zu erhöhen und die internationale Abstimmung und Demokratisierung zielschnell voranzutreiben. Dies gelingt wiederum allein durch Anwendung der bereits vorhandenen Kommunikationsinfrastrukturen unter einem, in weltweit ausreichenden Maße, veränderten und angemessenen Prioritätsverständnis. Ohne die Massenmedien wird es schwer sein, Gegenaufmerksamkeiten in nötiger Kommunikationsfrequenzstärke aufzubauen, um Handlungs-, Umstrukturierungs-, Kooperations- und besonders auch Verzichtsbereitschaften (Bandbreitenbereitschaft) zu evozieren.

 Zahlreiche, v. a. maßgebende Anlässe zu Neubewertung stellen sich von selbst ein (Umweltveränderung / Technikrevolution / Erkenntnisgrade wissenschaftlich-empirischer sowie normativ-moralischer Art).

 Will man sich jedoch an den `erkannten´ Gleichgewichten orientieren, darf dabei die eigene Existenz nicht gefährdet sein, sonst kann man nur sehen, wo man selber bleibt - so macht z.B. nicht nur die kontraproduktive, nur Eigeninteressen gelenkte [Über]Macht der Riesenkonzerne mit ihren Gewinn-Imperativen die Erdurwälder zunichte, auch der einzelne Bauer in seiner existentiellen unmittelbaren Not ist unerbittlich, will er selbst doch mit Recht erst einmal überleben. Wer kann auch anderes als dieses ihm zugestehen oder von solchem einfordern!?

Das heißt also, dass es in Umgestaltung der Weltgemeinschaft zu vielerlei verteilungsfairen und existenzsichernden Umverteilungen/Neuorganisationen gelangen muss, will diese vielkulturige gegenwärtige noch unfertige Erd-Gemeinschaft - mit ihren wüsten Ungerechtigkeiten und, unabhängig dieser gewiss moralischen Kategorie, ihrer an Effizienz und rational-proportionaler Abgestimmtheit [Koordination] ermangelnder Weltsituation - dieser Gesamtlage `heilsam´ begegnen.

Nicht der Einzelne vermag das also, aber ganze Gesellschaften und Gesellschaftsverbünde. Eine emanzipierte Weltgesellschaft könnte es: sich anpassen.

Sie müssen es, es bleibt ihnen unter konstruktivem Vorzeichen betrachtet, d. h. in den nächsten und zugleich entferntesten Zeithorizont hinein gedacht, keine andere Möglichkeit. Daher ist es auch besser früher in diesen Wandel einzusteigen. Aber was sollen wir nun darüber sinnen, die praktische Seite sieht nun mal zeitintensiver aus.

Eine Weltbevölkerung zu stabilisieren und dann deutlich, ohne Repression, zurückzuführen, die Umstellung auf eine globale dezentral-regenerative Energiewirtschaft, oder alleine nur den Weltfrieden zu verwirklichen und institutionell abzusichern, benötigt viel Zeit - Generationen. Die Dinge benötigen klarerweise Zeit. Dennoch könnten, um plastisch zu bleiben, etwa sämtliche Tankstellen innerhalb von 10 Jahren mit .... ausgerüstet haben.

Bei allem nötigen Pragmatismus, es dürfte schon ein visionärer Pragmatismus sein. Ein visionärer Pragmatismus beschleunigt, weil er sich durch klares Ziel einiges an Verzögerung und Umweg erspart, insofern ist er eine konsequentere Form des `Vorans´. (Ich komme auch darauf zurück)

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Leben im Konsumnebel. Konsum soll bleiben, aber der Nebel sich verziehen. LIM will kein anarcho-primitiven anti-zivilisationsgerichteten Diskurs füttern, sondern die Menschen unideologisch weltweit satt sehen. Eine Bandbreiten eingerichtete Konsumgesellschaft, ja Wettbewerbsgesellschaft kann das leisten, wohl so gut oder besser wie eine andere Bandbreiten eingerichtete Gesellschaftsordnung. [Manchmal langt feine Rhetorik, um etwas zu verdeutlichen, ich weiß] Es bedarf Sinn-motivierten Konsums, Sinn-motivierter Technik, ja, allgemein Sinn-gerechtfertigten Fortschritts. Am Unsinn gilt es zu sparen, auch wenn ein Rest von diesem zum allgemeinen Amüsement durchaus dazugehört - in kleinerer Bandbreite, niedrigerer Frequenz, seltenerer Kommunikation, und nicht nur allzu leicht und all zu offensichtlich gesellschaftsweit. Eine perfekte Welt ist eine Traumwelt. Eine weit gerechtere Gesellschaft ist dagegen kein Trugbild, vielmehr möglich, poly-rational begründbar und erstrebenswert.

Unsere Erd-Zivilisation kann auch den Bandbreiten gerecht werden, wenn sie es denn kulturell/politisch will. Sicher wird die Phase der Ausgestaltung und internationalen Implementierung Schwierigkeiten mit sich bringen, was aber nur der Preis ist für eine dann optimiertere globale Situation.

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Gesellschaften können sich anpassen, indem sie schlicht die Bandbreiten des jeweiligen Gegenstandes einhalten, die sie erkannt haben, und möglichst zügig darauf zuarbeiten diese einzuhalten, sobald sie sie erkannt haben. Und sie können es nur dann, wenn man sie lässt! Wie soll das gehen, da doch bei einem sog. `Abbremsen auf Bandbreite´, etwa in einer Welt der aufstrebenden Energie und Ressourcen hungrigen Industrien [F China mittlerweile der 2-größte Erd(öl)verbraucher nach den USA], keiner langsamer machen möchte, könnte doch der Nachbar schon der Schnellere sein und im eigenen Wirtschaftsraum die Rezession drohen!? Geht es um den ganzen Planeten Erde, dann geht es nur über den eingeschlagenen Weg der globalen Verinstitutionalisierung und der globalen Befriedung existenzieller Katastrophen-Situationen, die täglich die Opfergruben füllen. Ja, ich weiß, wir haben Somalia, Sudan, Irak, Afghanistan und wie sie alle heißen. Wir haben aber auch ...

Also die Verhältnisse in den Staaten (Regierungsform, Wirtschaftsform und wirtschaftlichen Kennziffern, Sozialstruktur, Sozialpolitik) und das Gesamtverhältnis (etwa Welthandelsrecht, ILO-Standards, allg. Völkerrecht und Völkerrechtsbeteiligung der Staaten.), das von außen in die Staaten hineinwirkt, muss betrachtet und mit aller wesentlichen Information in nötiger Kommunikationsfrequenz (Welt-Medien) adressiert werden - an uns selbst und unsere Institutionen, sowie an die anderen Länder. Wo sind die nationalen und internationalen  TV-Kanäle für (welt)zivilgesellschaftliche Bürgerdebatte: `Phönix 2.0´!? Gut, es gibt UN-Sender und Open Source Education Angebote ... Wer also Zugang zu einen nichtzensierten Internetzugang hat und Zeit hat, kann schon heute ein immensen Bildungsprogramm zuführen, so er beispielsweise der englischen oder deutschen u.a. Sprachen mächtig ist.

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TV

Konferenzen sind das Eine, es sind die Elitenrunden unserer Zeit. Interessant sind jedoch auch wissenschaftlich beratene, korrigierte, unterstützte Laienrunden ...

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"Richard [Richard J. Douthwaite ist ein engl. Ökonom und der Autor von "The Growth Illusion: How Economic Growth Enriched the Few, Impoverished the Many and Endangered the Planet" 1992; "Short Circuit" 1996; "The Ecology of Money" 1999 und "Before the Wells Run Dry" 2003]  believes we need a change in paradigm. We are already rich, so let's do other things and stop being so competitive! We can end the need for growth if we restructure our economy. Our present economy is based on the fact that nearly all of our money is lent into circulation. If due to a change in circumstances we stop borrowing, the whole economy slows down. We need national and international fair distribution. We could adapt the Contraction and Convergence model to energy. Richard pointed out the inconsistency of the European Central Bank intervening to control inflation caused by high oil prices - surely adherents of the free market economy would leave everything to the market? It's vital that we allow the high oil price signal to permeate the market so that people start looking for alternatives. This intervention over inflation will break the market signalling mechanisms. Higher energy prices will favour local producers. He gave the example of hand crafted fitted kitchens - at present mass producers dominate the market as they are so cheap. As peak oil impacts transportation and processing costs, local producers supplying hand crafted goods will become more viable again. Unfortunately progress on solving climate change and energy crises is blocked by the fear of impact on growth. Should we leave scarce oil and gas supplies to the mercies of the tender market? If we do, the rich will get them. A good government would ration these resources for the benefit of all." (James Lea : The End of Oil - Conference on Peak Oil, Food and the Economy. The CII Hall, London, UK, Tuesday 11 October 2005. http://www.greenliving.co.uk/Articles/theendofoilconfe.html 6 / 2008)

Handlungsspielraum

Der System-, Evolutions- und Feldgedanke ist in seinen Grundprinzipien ein zugänglicher Gedankenhort: (Innen/Außen/Draußen/Aus!/Grenze/Markierung/Bandbreite/Feldstärke/Naturgesetze - Beobachter/Grundgrößen/Selektion/ Information und Kommunikation), und kann deshalb verstanden und in die eigene Lebenswelt schablonenhaft eingefügt werden.

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Blüte

Alles Können und Wollen findet seine äußerste [Entwicklungs-/Entfaltungs-] Grenze in der `Blüte´. Nun blühen z.B. unterschiedliche Pflanzenarten in unterschiedlichen Zyklen, Häufigkeiten, örtlichen und zeitlichen Ausdehnungen. Es gibt wohl auch ganzjährige tropische Dauerblüher. Die Aufrechterhaltung des Zyklus und die möglichst volle Ausschöpfung (die gesamte natürliche Bandbreite) einer vorliegenden reinen Blühphase ist dabei das Interesse des/der Wesen/s. Darin sind sie in ihren eigenen wesenhaften Systemanliegen alle gleich. Entwicklung ohne Blüte ist letztlich vorzeitiger Abbruch, ein Nichterreichen. Telos als Pera - das Ziel als die Vollendung [pera - Grenze / peratos - jenseitig] (vgl. den Telos- und Grenzgedanken bei Aristoteles).

Flora und Fauna, Jetzt-Menschen (einst der einzelne Ur-Mensch) und die Kommunikationsräume, die Systeme der Gegenwartsgesellschaften, sind darauf angelegt, das eigene Anliegen auf eigenmöglich optimalste Weise zu verwirklichen. Und dieses ganz im Rahmen der eigenen Wahrnehmung und des eigenen Entfaltungs-Vorhabens.

Wichtig ist dabei, um es metaphorisch und klassisch zu sagen: Bäume wachsen nicht in den Himmel, sondern finden ihre Maximalgröße im Rahmen des Wachstums des Waldes von dem sie Teil sind oder freistehend als Solitaire, ohne Ausnahme! Eine ganze Reihe von Faktoren wie: Wind, Eigengewicht, Nährstoffangebot, Genom, sorgen für einen Maximalwachstumspunkt, über welchen hinaus es in Höhe und Breite für die biologischen Einheiten nicht geht.

Ein gesunder alter Wald besteht auch aus vielen alten großen Bäumen.

Solitaire nun finden allen Platz und erhalten idealerweise am meisten Licht, bescheiden sich dennoch in ihrer Ausdehnung asymptotisch, dass heißt, ihr Höhen- und Breitenwachstum kann mit seinem windgegriffenen Ast- und Blattwerk über eine bestimmte Größe (je nach Baumart) nicht hinaus gelangen. Mathematiker berechnen dies mit ihren Formeln oder suchen sie. Dem gesunden Menschenverstand liegt zumindest auch dies klar und einsichtig vor Augen.

Die Wirtschaftswissenschaft beschreibt nun wiederum mit ihren Formeln und Spieltheorien sozusagen den (globalen) Wirtschaftsbaum.

Der Ökonomie geht es um Wachstum, im Sinne von Profitraten.

Wer Wachstum predigt, kann nur die Bandbreite des Wachstum meinen. Ein qualitatives Wachstum, das sich an seinen Grenzen asymptotisch, quantitativ gegen Null laufend, verhält; so wäre eine gesunde Problemlagen bereinigte Wirtschaftssituation beschrieben. ...

Der Umbau des Schiffs auf See, um dieses bekannte Bild mal zu verwenden, verdeutlich es auch. Kurz: die Flotte wird nicht mehr vergrößert, nur qualitativ verbessert; eher und langfristig sicherlich verkleinert und alles auf Fahrt. Für Unternehmensketten könnte gelten; 75 Filialen und Schluss! Punkt.

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Wir als Menschheit begreifen uns, bildlich gesprochen, noch nicht ausreichend genug als kronen-gleichgewichts-wachsenden Baum, dessen Institutionenstamm allein, der für Stabilität steht, noch Jahresringe [Komplexität] hinzugewinnen sollte, als zusätzlichen `jährlichen´ Raumgewinn (Strukturgewinn), aber welcher ansonsten seine Optimalgröße bereits erreicht hat. Zur Vorstellungskonkretisierung seien hier ruhig Hinweise auf besondere Bäume gegeben. a) Den im August 2006 entdeckten Küsten-Redwood-Baum, der derweil eine Lebendhöhe von 115 erreicht. [Aufgrund seiner Außergewöhnlichkeit hat man ihm den Namen `Hyperion´ gegeben. Hyperion ist ein Titan der griechischen Mythologie, der Sohn von möglicherweise Gaia und Uranos. Hyperion, der `Darüberhinausgehende´ ist ferner auch der genannte Vater des Sonnengottes Helios, der Mondgöttin Selene und der Morgenröte Eos] b) Jenen um noch mal knapp 20 Meter höheren Eukalyptus in Australien, welcher vor rund 200 Jahren gefällt wurde. c) Den ältesten gegenwärtig noch lebenden bekannten Baum der Welt, der eine rund 9550 Jahre (!) alte schwedische Fichte ist und von welchem die Welt im Frühling 2008 erfahren hat. Aber auch die Dattelpalmensamen, die nach über 1900 Jahren wieder angefangen haben auszukeimen. Alle diese Daten markieren sozusagen Baumgrenzen.

Die Menschheit, nun, ist kein Baum, gut, aber wäre sie ein Baum, um im Bild zu bleiben, wäre dieser Baum - ich sehe es so - 2 bis dreimal größer als der größte reale einer gewählten Art. Kurz, es gäbe sie als Baum dieser Größe gar nicht. Gut, die Menschheit gibt es, woran liegt es? Es liegt daran, dass man über die reale und reelle Tragfähigkeit der Erde für Menschen unterschiedlicher Ansicht sein kann. Nehmen wir Johann Peter Süßmilch in seinem 1741 in Berlin publizierten Buch `Die göttliche Ordnung in den Veränderungen des menschlichen Geschlechts, aus der Geburt, Tod und Fortpflanzung desselben erwiesen´. Süßmilch prägte den Begriff der Tragfähigkeit und gab diese für die gesamte Erde mit modern anmutenden 8 - 13 Milliarden Menschen an.

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Globale Bevölkerung

Arthur H. Westing [US-Ökologe > SIPRI und PRIO/Oslo] gab die Tragfähigkeit der Erde mit optimalen maximal 2 Milliarden Menschen an.

Der Gedanke der sinnvollen und angemessenen Tragfähigkeit der Erde für Menschen [Stichworte: Überbevölkerung, Naturverbrauch] ist schon öfters bearbeitet worden ... [F]

Die Überbevölkerungswissenschaftler Paul R. und seine Frau Anne H. Ehrlich (Stanford University) sehen solch Optimum wohl auch noch bei 4 Milliarden Menschen gegeben ...[F - siehe auch Gretchen Daily ...]

Darin pflichte ich besonders Westing direkt und intuitiv bei. Dass man vorrechnen kann, dass weit mehr Menschen versorgt werden können und könnten, hat damit nichts zu tun. Ja, wirft die Frage auf: zu welchen Preis. Wollen wir in Legebatterien leben, nur weil es eben ginge? Wollen wir einen an Menschen übervollen oder einen gesunden vielfaltsvollen Erdball?

Es geht nicht um Maximum sondern um Optimum. Die Tragfähigkeitsfrage ist eine vielvariable Angelegenheit und kann als eine Funktion verstanden werden, die es erlaubt mehr oder weniger Menschen als erträglich anzusehen, je nach Variablengewichtung. Nur, darüber kann kaum Zweifel bestehen: weniger ist hier mehr.

Es ist kein Mythos, dass wir ein Überbevölkerungsproblem haben, sondern ein Fakt, dass mehr Menschen mehr Ressourcen verbrauchen/beanspruchen und das im Umkehrschluss weniger Menschen weniger Ressourcen verbrauchen/beanspruchen werden. Wenn diese weniger Menschen es auch noch so eingerichtet haben, dass sie sich optimiert in einem Nachhaltigkeitsmodus mit der Natur befinden und hoch naturverträglich in ihrer Umwelt eingerichtet haben, umso besser. Die Rückführung der Weltbevölkerung auf ein kleineres Mengenmaß kann nur gut sein und nicht schlecht, wenn es auf moderate Art und konstruktive Weise geschieht. Weniger Menschen, die zudem die ökologischen Herausforderung vorbildlich angehen, bedeuten doppelt weniger Druck auf die globalen Ökosysteme.

Das nicht zu leugnende Problem der Überbevölkerung darf selbstverständlich nicht in Menschenhass führen, denn es geht nicht um die Lebenden, diese haben zweifelsfrei ein nicht zu bestreitendes Daseinsrecht – sie sind hier, wie man selbst da ist. Ihnen allen muss man gerecht gegenüber sein und ihnen alle legitimen Lebenschancen zukommen lassen. Es geht um die noch nicht Geborenen und darum, dass diese sich Zeit damit lassen auf unserer Erde zu erscheinen – zu ihrem eigenen und unserem Wohle. Dies zu erreichen bedarf eines Bündels an Maßnahmen und kulturellen und politischen Ausrichtungen. Zuvorderst stehen dabei die Selbstbestimmungsrechte und Gleichberechtigung der Frauen [empowerment], die Überwindung der globalen Armut, die sehr stark auch mit der täglich nachgeboren werdenden zusätzlichen Menschenmasse zu tun hat, wenn auch nicht allein.

Weltbevölkerung

Nun, es hat sich in den letzten Jahrzehnten global und einzelstaatlich bei uns und woanders vieles verändert, nicht nur die Weltgeburtenrate, die von ungefähr 5.0 im Jahre 1960 auf rund 2,59 Kinder pro Frau im Jahre 2005 (CIA-Factbook 2006)gesunken ist. Nicht nur Folge stetig zunehmender Ausbreitung und Intensivierung der Frauenrechte, nicht nur die Folge steigender Alphabetisierungsraten und zunehmender Kommunikations-Vernetzung u.v.a. 

Wird die Entwicklung die Armut überwinden und die Erdbevölkerung  im kreativen Handeln ihren Wohlstand mehren und ihre Überbevölkerung abbauen, wie wir es in den Wohlstandszonen der Welt und sich entwickelnden Ländern deutlich oder tendenziell seit langem sehen können, dass die Geburtenrate  sinkt oder sich stabilisiert?

Die UN-Weltbevölkerungs-Prognosen  flachen sich ab und man geht von nicht mehr als 9,2 Mrd. Menschen aus (mittlere Prognose), entkommen wir der 10 Mrd.-Masse? Wenn uns kein Himmels-Stein auf den Kopf fällt und kein [entweder natürlicher oder biosynthetischer] Virus oder Super-Hot-Spot  ausbricht, sonstige katastrophalen Sonderereignisse stattfinden, könnte die Menschheit mit Schrammen an der Artenvielfalt  durch das 21. Jahrhundert kommen. Was ausgestorben ist, können wir dann eventuell genetisch reanimieren. Und alles, was wir noch erhalten könnten, sollten wir erhalten.

Bevölkerungswachstum in der Welt und in Deutschland

Prämisse ist die notwendig zügigste Abwendung von einer etwa die Biosphäre belastenden Technik, Forschung, einem kontraproduktiven Weltsozialaufbau, oder biosphär untauglichen kulturellen Ansagen, wie dem Seid-fruchtbar-und-mehret-euch, als auch: sollen doch die anderen Kinder haben und Eltern sein, ich will nur mich. Zu tiefe Fertilitätsraten sind ebenso eine Herausforderung für bevölkerungspolitisches Handeln und Lassen, wie es solcherart zu hohe Ziffern sind.

Wenn, wie ich weiter oben schon erwähnt habe, Dr. Arthur H. Westing, u.a. ehemaliger Direktor des UNEP-Peace, Security, and Environment Project, in einer Studie (Oslo, 1990) von der eigentlichen Tragfähigkeit unseres Planeten für 2 Mrd. Menschen spricht, und wir diese Ansage mit den für 2050 von der UNO prognostizierten 7,7 bis 11,1 Mrd. Menschen vergleichen, dann relativiert sich für die einzelnen Punkte dieser Bandbreite der Sinn. Ist es nicht besser langfristig Bevölkerung natürlich abzubauen, ohne in eine für das Sozialgefüge gefährliche Lage einer Überalterung zu kommen?! Natürlich ist es so. Es stellt sich die Frage, in welcher Geschwindigkeit, und ob z.B. Deutschland mit diesem Vorhaben warten kann, bis wohl spätestens im 22. Jahrhundert die globale Bevölkerungskurve bei günstiger Entwicklung zu sinken beginnt.

Man sollte klar bedenken, dass eine kleinere Gesellschaft bei gleichem Lebensstandard weniger Ressourcen verbraucht. Nun, im Rahmen gegenwärtiger Rahmenstellungen, liegt es im deutschen Interesse nicht zu schnell Bevölkerung zu verlieren, aber sollten wir nicht wirklich weniger werden? Ich denke schon.

Die sog. Total Fertility Rate ist in Deutschland mit 1,41 Kindern pro Frau (2009), etwas über 1,36 Kindern pro Frau (2005), zu niedrig, um bevölkerungsstabil zu bleiben, bzw. möglicherweise nicht zu schnell abzufallen – etwas, das zu debattieren bleibt -, deshalb ist Deutschland ein Einwanderungsland. Aber auch bei stabilem Bevölkerungsbild stellte sich aus Markt- und Gerechtigkeitsgründen heraus die Aufgabe, unsere Rechts- und Sozialsysteme und Erwerbsstrukturen zu modifizieren.

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Perspektive: natürlicher Abbau der Erdbevölkerung per sinkender weltweiter Fertilitätsrate gut unter die Reproduktionsrate. Laut UN-Studie [F] kann sich der `Menschenüberschuss´ bis zum Jahre 2300 um rund 80 % auf dann 2 Milliarden Individuen sanft abbauen. Ich denke auch: 2 Milliarden können uns gerne genug sein - auch weniger. Nichtsdestoweniger, die kommenden 150 Jahre werden wahrlich keine leichte Zeit darstellen, zumindest nicht für die überwiegende Mehrzahl der Menschen. Die Hungeraufstände in z.B. Haiti und Mexiko des Jahres 2007 sind da wahrscheinlich nur ein Vorzeichen.

Sicher, heute sind wir rund 7 Milliarden Menschen und die UNO geht, wie gesagt, in einer ihrer günstigen Langzeitprojektionen davon aus, dass diese Zahl zwar noch in diesem Jahrhundert auf maximal fast 10 Milliarden steigen wird, bevor eine Stabilisierung erfolgt und diese dann in einen Umkehrprozess übergeht, bis dann jedoch im Jahre 2300 auf Erden ausreichend 2 Milliarden Menschen leben werden. Dieser mutige UN-Blick in die Zukunft soll uns jetzt nicht großartig weiter beschäftigen, aber die Frage stellt sich schon: birgt diese Aussicht nicht etwas tröstliches? Ich denke Ja, das tut sie.

Ebenso tröstlich ist der philosophische Hinweis, dass dies alles letztendlich eine Weltsicht beschreibt, die der eigentlichen Realität hinter den Dingen wohl nicht gerecht wird. Nun, nehmen wir diese Außenwelt, diesen Weltrahmen aber als bearbeitenswertes Phänomen an, dann gibt es viel zu tun und besonders viel auch Anlass den Kopf zu schütteln vor lauter Absurditäten in den uns bekannten eingerichteten Menschenweltverhältnissen.

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Was der Mensch in der Natur als Grundregel erkennt, ist auch seine Grundregel, will er bestehen. Das einzelne Blatt, jedenfalls, kann nur über Kommunikation mit anderen Blättern [bzw. Beobachtung] die Begrenzung des räumlichen Wachstumseffektes als Tatsache erkennen oder indirekt über Beobachtung seiner räumlichen Winkelverhältnisse zu seiner Umwelt im Kontext sonstiger empirischer Erfahrung Rückschlüsse ziehen. Will eine Gesellschaft wachsen, dann kann es ab einem bestimmten Punkt nicht mehr um ein materielles Mehr und Größer, Schneller, Weiter und Öfter gehen, sondern um Weitergabe und den löblichen Teil eines zeitgerechten Luxus.

Ich bin kein Luxusfeind. Aber die Verhältnisse entscheiden den Pro-Contra-Kurs doch sehr stark.

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Unsere Institutionen, die Art und Weise der Einrichtungen der menschlichen Dinge und Angelegenheiten, Menschenwerke, die Artefakte und Kulturprodukte, sind ihrem Wesen und Herkommen nach Welt-Phänomene, die dem Wandel und der Vergänglichkeit unterliegen. Entsprechend haben sie ihren Möglichkeitsbereich. Dieser lässt sich auch als Funktion beschreiben. So kann es zur Bandbreitenausschöpfung gelangen oder zu vorzeitig beendenden Überschreitungen oder Entwicklungsmöglichkeiten, sowie auslassenden Unterschreitungen einer nicht genutzten Bandbreite, je nach Handlungs- und Vorfallsgestaltung der jeweiligen Menschheitsangelegenheiten.

Wir haben in weiten Teilen der Welt in den letzten 60 Jahren die sinnvollen Bandbreiten verlassen, zu einer Zeit, als noch mehr möglich schien als heute, die Selbstbeobachtung noch eine andere,  die weltweite Katastrophe des Zweiten Weltkrieges in nächster Erinnerung und der Entwicklungsgedanke [F] für die Welt allgemein ein `optimistischer´ war. 

Die Natur sowie unsere eigenen derzeitigen Institutionen-Muster [bes. bezüglich unserer Ressourcen-Nutzungsweise] können unseren heutigen weltweit zunehmenden [mehr und weniger legitimen] Anspruchbedarf so (!)nicht dauerhaft befriedigen. Wir erleben gerade die Anfänge der Umverteilungsdiskussion. Wir erleben gerade, wie zwei Milliardenvölker, China und Indien, ihren Teil eines möglichen Wohlstandes für sich verwirklichen. Allen Erdenmenschen das materielle Äquivalent dessen zu eröffnen, was die Mehrheit von uns [Deutschen z.B.] schon hat - und ein Recht darauf zu haben meint -, ist illusorisch und wahrlich nicht wünschenswert, weil es all den Platz raubt, den wir alle, allgemein gesprochen - man schaue nur auf die Mehrheit der Walfreunde weltweit - nicht hergeben wollten, würde man uns einzeln dazu befragen.

Die Frage des Lebensstandard steht an! Wie richten wir uns zusammen mit den anderen (idealerweise allen Staaten) ein? Die Scientific Community, z.B. das Politikfeld der Internationalen Beziehungen et al. liefern Begründungsmaterial und Analyse für und über die notwendigen internationalen Verinstitutionalisierungen auf den Weg hin in und dann innerhalb dieser entlang der Bandbreiten.

Die einen haben einen zerstörerisch niedrigen bis gar keinen Lebensstandard. Die anderen, die gesellschaftlichen Hochplateaus, die [wohlhabenden] Bezieher von Kapitaleinkünften, aber unabdingbar auch die sog. Mitte der frei oder abhängig Erwerbstätigen übertreiben ihren materiell-dinglichen Konsum, bzw. registrieren kaum, was sie tatsächlich haben, wenn sie es haben, und steigen immer wieder nur neu verzögernd auf naturgerechtes und weltfaires Verhalten in ihrem Sozial- und Konsumverhalten um.

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Lernen ist möglich so lange Leben möglich ist. Die Bandbreite des kollektiv Erlernbaren jedoch öffnet oder verschließt sich, je nach Zeitpunkt und Art der Vorteilsgenerierung des Lernprozesses. So kann der Zeitpunkt zwar theoretisch stimmen, aber der Vorteil bleibt aus. Die individuelle Motivation des Lernens bleibt die Belohnung, der ideelle und/oder materielle Gewinn und Vorteil, die Schmerzvermeidung. Und höhere Kosten oder einfach nur Verzichtsaufforderungen als Konsequenz eines Lernprozesses scheinen wenig attraktiv zu sein.

Warum etwa also heute schon auf regenerative Energiegewinnung in voller Bandbreite setzen, wenn doch der materielle Jetzt-Vorteil heute mit der herkömmlichen fossilen Ressourcennutzung schneller gegeben ist? Langfristige Szenarien der Vorteilsgenerierung unterliegen mittel- und kurzfristigen Gewinnperspektiven - das Lernen bleibt aus, bzw. tut sich schwerer, braucht länger für die Erreichung identischer Erkenntnis- und Umsetzungsniveaus.

Steigen etwa die Preise der fossilen Energieträger, relativieren sich die Kosten für die Regenerativen, bis sie selbst die günstigeren geworden sind. Nun wird das längst Erlernbare allgemein angeeignet und angewandt. Insofern ist der drastische Rückgang der Energiepreise im Zuge der Weltfinanzkrise und der daran anschließenden globalen Rezession nach dem Hoch im Sommer 2008 gewissermaßen auch bedauerlich.

Der Vorteil ebnet den Weg! Frage: was ist für uns kollektiver Vorteil, was Scheinvorteil, was reine Ego- und Kleingruppenparty? Fassbar wird es über die Gesamtbandbreite des Zeithorizontes, also die simultane Betrachtung und Balancierung der Bandbreite der Betrachtungslogiken der Kurz-, Mittel-, Langfristigkeit. Das sind sozusagen drei Kurven in einem Koordinatensystem des Nutzens und der Zeit. Schneller Nutzen steigt schneller + fällt schneller,  plus negativer Nebenfolgen. Mittelfristige Nutzenkurve: schnelle oder langsamere Nutzengenerierung, kann auch schnell fallen, plus negativer Nebeneffekte. Langfristige Kurve: langsamer oder zügiger Anstieg bis in die  Bandbreite der Langfristigkeit, Nutzen ist nachhaltig gegeben bis zum endzeitlichen maximal liegenden Abbruchspunkt - Nebenfolge lassen sich ohne Gesamtschaden ausgleichen.

Keine unnötigen und keine zu hohen Hypotheken auf die Zukunft, mag so eine Devise sein.

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Information, mehr als Wiederholungsdaten, ist etwas, dass sich von Anderem unterscheidet (sonst wäre es keine Information) und im günstigen Falle hilft, die Zukunft offen zu halten, nicht potentiell verengt, oder auch nur belastet. Was sollte der allgemeine Sinn von Information sonst sein, wenn nicht Blüte zu ermöglichen! Wofür Aufbruch, wenn es nie auch um mögliche Vollendung ginge?! 13,7 Mrd. Jahre Weltaufbau, so hochplausibel und empirisch gestützt die Wissenschaft, Sonnensystembildung, Erdevolution für einen anthropologisch verursachten Ökogau?! Dem Weltall mag es egal sein, der Menschheit kann es das nicht. Aber das sage man den Erdenbewohnern, sie werden dazu eine Meinung haben.

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Information und Fehlinformation (ihre Wandlungen) sind also von einander zu unterscheiden. Fehlinformation verhindert Blüte, Information macht sie möglich, wenn sie kommuniziert wird, wenn sie sich ganz entfalten kann.

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Beispiel Rad: heute gibt es vielleicht noch verstreute Überbleibsel indigener Restvölker (Urvölker), die das Rad nicht nutzen, oder selbst nicht kennen. Diese Information hat sich ansonsten biosphärenweit umspannend und allgemein in der geistigen-, technischen Entwicklung des menschlichen Geistes durchgesetzt. Erst das Rad lies das Zahnrad denken und mit Zahnrädern kann man mechanisch einiges erreichen. Interessant hierbei, dass die geometrische Figur eines Kreises nicht direkt auf`s Rad schließen lässt.

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Auto

Nichtsdestoweniger hat es den Charakter einer Fehlinformation, wenn jeder einzelne der gegenwärtig rund 7 Mrd. Menschen ein eigenes Auto fahren sollte, wie es den weltweiten Autokonzernen am liebsten wäre - und selbst dann hätten sie nicht genug. Ich schreibe nicht gegen das Auto, aber gegen zu viele davon, selbst bei sauberster Technik während aller Produktionsschritten sowie im Gebrauch.

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Information kann kommuniziert werden, wird erst durch den Kommunikationsakt zur solchen. Abgerufene Daten sind Information. Information ist an Beobachtung gebunden. Was nicht beobachtet wird kann keine Information sein. Kulturgeschichte, hochkomplexe Gesellschaftsfigurationen und Technikumwälzungen, internationale Zusammenarbeit, sind die Folge von sich schneller oder langsamer wandelnden Informations-Strömen.

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Blühen

Ich versuche über diesen Text zu kommunizieren, Information zu streuen, den werdenden Text sich selbst im Prozess des Schreibens finden zu lassen, Leerstellen unseres Geistes  zu generieren, diese mit einem Sinn für LIM zu behauchen und nur ein geltungswürdiges Dogma zu setzen: Leben ist das Streben nach der umfassendsten Blühphase. Selbst wenn es für uns einzelnen wohl nur ein Durchgangsweg ohne Wiederkehr sein mag. Man selber davon womöglich nichts hat, außer die Gewissheit, dass man es getan hat - geblüht hat, einen womöglichen Sinn erfüllt hat.

Stören wir das Sein, Werden und Vergehen des Lebens nicht in seinem Willen zur Bandbreite auf Zeit seiner Gleichgewichtsperioden.

Doch was ist Blüte? Etwas, dessen die Bienenvölker nicht entbehren können! Der nährende Erfolg! Die Möglichkeit der Weitergabe, ein echtes Ziel, das Ziel: Entwicklung, das Halten eines vermeintlich nicht hinterfragbaren Rhythmusses, eine ewige Etappe.

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Kosmos

Ist der Kosmos, dann will er auch was. Und da Bewegung ist, ist Unterschied, ist auch der Kosmos. Seine Quintessenz könnte wohl sein: er ist ein improvisiertes Theaterstück, und er/es will `es´ ganz durchgespielt erleben.

Wie die Blüte aussieht, bleibt verborgen, bis man die Pflanze blühend kennt.

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Bandbreiten

Ich behaupte, dass die Bandbreiten des nachhaltigen Seins und der Fairness, nicht eingehalten werden können, wenn immer wieder bevorzugt nur ein Teilausschnitt [oder eine Systemlogik] eben dieser hervorgehoben wird, aber im Gegenzug über gewisse Gleichgewichte mit reduzierter Frequenz nachgesonnen wird. So überlagert und durchwirkt derzeit der Modus Ökonomie den `Raum´ von anderen Bandbreitenebenen, mit der Folge, dass diese ungerechtfertigter Weise in ihrer natürlichen Bandbreitenentfaltung reduziert werden.

Alles, was unsere Welterkenntnis uns bisher gezeigt hat, hat auch mit Grenze zu tun, Grenzraum, Bandbreite des Wissens und Könnens, Transformationen, Prozess zur Blüte, Vergänglichkeit. Denken wir nach, über Grenzen, Kommunikation, Information und Institutionen, die Freiheit, die sich als Bandbreiten-Freiheit zeigt, die Biosphäre, das einfache Leben und das hochzivilisatorische Leben der Konsumwelt und der Massen-Kommunikation. 

So komme ich selbstverständlich, wie es die Definition schon hergab, auch mit Kapitalismus-Kritik, denn mir scheint ein Bandbreiten-Kapitalismus böte Chance auf eine Art der Fairness, die unabdingbar ist, will man bandbreiten-gerecht sein, und nicht partikular-teilgerecht. Sicherlich ist dem Begriff der Fairness selbst noch eine Definition zuzuordnen, um Missverständnisse zu vermeiden.

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Grundsätzliches/Theorie

Da es nun wenig sinnvoll ist LIM von vornherein in einer Art Formelsprache darzustellen und dann zu erwarten, dass nun verstehbar sei, was das Bandbreiten-Paradigma sagen möchte, und was es alles nicht meint, verwende ich schon einige Zeit darauf vieles in Breite und Tiefe erläuternd vorzustellen; was letztlich die zentrale Aufgabe ist, ohne jedoch an dieser Stelle zu früh in eine empirisch-historische Analyse zu geraten und ideentheoretisch unplatziert zu weitgehend zu zerlegen. Man käme auch mit den Sinninhalten unserer Kern-Begriffe, vom Hundersten ins Tausendste, ließe man sich zu sehr darauf ein - im Ergebnis jedenfalls vergrößerten sich die zu erwartenden Summen nicht, allein bunter und differenzierter stellte sich das Dargestellte publik – und schließlich würden einige es immer noch mal mit mehr oder weniger Argument anders sehen wollen. Allein schon, weil der Mensch auch ein Widerspruchswesen ist, nicht wahr?

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Kommunikation

In dem Maße in welchem gesellschaftliche Kommunikationen `feuern´, bauen sie (ein) hegemoniale(s) Kommunikationsfeld(er) auf / salopp: Informationsströme bilden Gedankengravitationsfelder (stabilen Zeitgeist) des sozialen Raumes  (als zumindest soziologischer Terminus verstanden)

Diese `Felder´ halten die Gesellschaft stabil, verhindern aber teils entscheidend ihr schnelles Lernen. So liegen zwischen Olympe de Gouges (1748  – 1793 enthauptet), Verkünderin der politischen Menschenrechte der Frauen, über John Stewart  Mill, die Suffragettenbewegung (Frauenwahlrechtbewegung) bis zum Wahlrecht für Frauen in Deutschland z.B. rund 130 Jahre (in der Schweiz rund 180 Jahre - 1971). Information allein macht demnach keinen Sommer, wenn die Verhältnisse, Ideengravitationen dagegen ecken. 

Es geht um Kommunikations-Frequenz, gesellschaftliche Interessen und die gesellschaftliche Mittelverteilung

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Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer - ein Spruch mit einer großen Gültigkeitsbandbreite. Der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt - ist auch so ein Satz. Ein Spatz in der Hand, im Gegensatz zur Taube auf dem Dach. Wege gehen, die langfristig gangbar sind. Diese Sätze markieren alle die Grenzen des auf sie bezogenen Bandbreitenraumes. 

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Sklaverei

Ein weiteres Beispiel hierzu sei die Meinungs-Information des athenischen Sophisten und Vorsokratikers Alkidamas (um 400 v. Chr.): `Menschen sind nach der Natur frei, die Natur macht keine Sklaven´. 2000 Jahre später wird Portugal (mariner Handel 1452) seinen Sklavenhandel erst aufnehmen. Papst Pius II. erlaubt Sklavenhandel (1459) und wiederum erst über 300 Jahre vergehen bis Vermont (1776) als erster der späteren US-Bundesstaaten die Sklaverei verbieten wird, Aufhebung der Sklaverei in den frz. Kolonien (1794), Verbot der Sklaverei in Dänemark (1803), das atlantische Sklavenhandelsverbot Englands (1807), Aufgabe des Sklavenhandels (Einfuhr neuer Sklaven) in den USA (1808), Verurteilung des Sklavenhandels in der Bundesakte des Dt. Bundes (8. 6. 1815). Wenn man über heutige Sklaverei und Menschenhandel spricht, kann man den Sudan, den weltweiten Frauenhandel oder die quasi Versklavung zur Kinderarbeit in vielen Teilen unserer Menschen-Welt nennen, usw., usf. Vielerlei Verhältnis lassen die Menschen entblößt und rechtlos wie einen römischen Sklaven. Kaiser Claudius (41 - 54 n. Chr.) stellt zumindest das Töten von kranken und gebrechlichen Sklaven dem Mord gleich. Wir wollen hier gar nicht näher hinschauen, es sollte allgemein verdeutlichen und hat es wohl. Verhältnisse und die dazu gehörigen Vorstellungswelten verändern sich, aber es bedarf zuweilen Jahrtausende. Gut diese Zeit haben wir nur, wenn uns z.B. die globale Hunger-, Armuts- und sonstigen gegenwärtigen Unrechtsituationen egal sein sollten.

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Gedankengravitationsfelder (Religion, Kultur, Zeitgeist), Traditionen, nicht durchgesetzte Rechtsordnungen und geltendes, waltendes Recht, stabilisieren die sozialen und materiellen Verhältnisse und Anteiligkeiten. Machtverhältnisse, Rechtsverhältnisse, ökonomische Verhältnisse, Moralverhältnisse, egal welche! Man kann sich ihnen nicht entziehen, ohne Folgen daraus zu tragen. 

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Information liegt vor als weitgehend einseitig gefiltertes und verwaltetes Monopol in autoritären Gesellschaftszuständen z.B. in theokratischen Ordnungen, diktaturartigen Regimen, allg. illiberalen Gesellschaftssystemen). Oder Information ist möglichst vermeintlich  freifließend, wie in den (westlichen) Demokratien. Doch ist es so? Auch in Demokratien liegt in Dingen der jeweilig vorliegenden Geheimhaltungs-Parameter, verwaltete Information vor. Bzw. finden sich zeitgeistabhängige Filterungen, sprich Begünstigung oder Blockierung, allerorten, besonders in den Medien, sie sind alltäglich. Eine subtile Form der Blockade stellt ja auch der Häufigkeitsgrad einer Info dar. So wird zwar fast `alles´ gesagt und berichtet, aber teils nicht in der Häufigkeit, die die Dringlichkeit wiederspiegelt. Mit der Folge von einseitig klein-zirkulären und nach außen blockierten Informationsflüssen innerhalb von Gruppen und gesellschaftlichen Systemen (Teilbereichen) etwa der Wissenschaft. Ein neutraler freier, gleichberechtigter  Informationsfluss  bleibt bis auf weiteres  noch ein Ziel. Wer diesen bereits verwirklicht wähnt, spricht von einer Fata Morgana. Es ist interessant im Fernsehen bei uns permanent die tatsächlich `Besserverdienenden mit Arbeitsplatz´ über Kürzungen aller Orten philosophieren und bestenfalls und immerhin darüber betroffen reden zu sehen, bei gut gefüllten eigenen Kassen. Ich meine, wie leben wir heute, wie früher - etwa im Mittelalter, wie um die vorletzte Jahrhundertwende - , wie lebt die Erdbevölkerung insgesamt?

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Die im Frühjahr 2003 und darüber hinaus bis in die Gegenwart hinein geführte Debatte und Folgedebatte zwischen der SPD[-Linken], Linken, Grünen, den Gewerkschaften, den Kirchen, und anderen gesellschaftlichen Gruppen, mit der damaligen umsetzenden Rot-Grünen und den darauffolgenden Bundesregierungen  um  die Reform des Sozialsystems und des Arbeitsmarktes, der Agenda 2010 und nachfolgendem Reformkurs der Schröder/Fischer Regierung etc., ist ein gutes Beispiel für relative Bandbreiten-Blindheit. 

Zur Entlastung, der durch den demographischen Faktor, und die zunehmend dysfunktionaler geratenden  herrschenden innergesellschaftlichen Verteilungskriterien voranschreitend  überlasteteren Sozialsysteme, werden wohl gerade die Arbeitslosen und sozial Schwachen herangezogen (etwa über Veränderungen der Zumutbarkeitskriterien für Arbeitslose zur Aufnahme einer neuen Arbeit, und Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe bei geringerer, also kürzer befristeter Leistungsgewährung, Aufweichung des Kündigungsschutz, Leistungsbeschneidung bei der gesetzlichen Krankenkasse und neue Zuzahlungspflichten zu ihren Leistungen, Umwandlung regulärer Arbeitsplätze in Zeitarbeitsverhältnisse, Subunternehmertum und geringfügige Beschäftigung [geringfügig Beschäftige – 6,8 Mio. im Sept. 2008 - davon ~ 5/7 ausschließlich, 2/7 als zusätzlichen Nebenjob]), ohne im gleichen Zug an anderer, bessergestellter, Stelle gleiches zu wollen - ah, die eigenen Töpfe, die Lobby, der Gruppenzwang, eine internationale noch dominierende neoliberale Agenda

Ein Großteil der Bevölkerung nimmt aber wahr, dass ihre Eliten sich nicht satt genug verdienen können, aber sie selbst unter immer größeren materiellen und mentalen Stress gesetzt wird und werden soll. Kurz, dass die sogenannte ökonomisch heilbringende Globalisierung, zunehmend sozialdarwinistische Züge annimmt und die bereits erreichten Verwirklichungen gesellschaftlicher Fairness untergraben werden. 

Eine Mehrheit hat weder Vertrauen in die Regelungskompetenz der Regierung, noch die der Opposition. Sie hat das Gefühl einseitiger Willkür und inkompetenter Politik, die immer mehr das Fairness-Ruder aus den Händen zu verlieren scheint, gegenüber einer verabsolutierten weltwirtschaftlichen Sachzwanglogik der Eliten, die allein auf nicht geleisteten internationalen Verständigungen und daraus resultierend mangelnder Politikharmonierung, Kohärenz, Koordination aufbaut. Staaten treten gegen Staaten an, Standort- und Wettbewerbsschlachten anstatt Steuerharmonisierung, Existenzmaximum-Entscheidungen, Konzernwachstumslimitierungen, internationale Finanzaufsichtsinstitutionen. ...

Konzerne spielen, unter dreister Inanspruchnahme des ins Absurde geratenen Steuerrechts [F Vodafons Verlustabschreibungsplan Mai/Juni 2004 nach der Mannesman Übernahme], die einen gegen die anderen aus. Lohn- und beginnendes Sozialdumping sind die Folge, wenn nicht konsequent  eingeschritten wird. Der alte Spruch von den Gewinnen, die privatisiert und den Verlusten, die sozialisiert werden, scheint allgegenwärtig unter Beweis gestellt zu werden.  Diese lebenswirklich einseitigen Tendenzen sind allein symbolisch falsch und haben mit Arbeitsplatzgenerieren wenig bedeutend zu tun, im Gegenteil, dieser Wirtschaftslauf, und Geldrun liegt außerhalb funktionaler Bandbreite, sonst wäre die Stimmung ganz eine andere und Langzeitarbeitslosigkeit nicht gegeben. Pyramidale Geschäftsmodelle in der Finanz- und Realwirtschaft führen zu einer wachsenden Menge immer schlechter bezahlter Jobs (Lohndumping, Billiglohnsektor), die ein würdiges Teilnehmen an der Gesellschaft materiell immer weniger ermöglichen. 

Mangelnde Phantasie, unangebrachte staatliche und gesellschaftliche `Elternstrenge´, gegenüber ihren Kindern, den Arbeitslosen? Es ist in vielerlei Hinsicht nichts weiter als die voranschreitende Exklusion der Dauer-Exkludierten zum Vorteil der Inkludierten, auf Kosten der allgemeinen Stimmung, aufgrund wachsender Unsicherheiten und der Reduzierung von Einstiegschancen. Die Bestreitung des eigenen oder familiären Lebensunterhaltes, die Vorsorge fürs Alter und die Absicherung vor den allgemeinen Lebensrisiken, die Kosten der Solidarität (Transfers), die Beteiligung an nationalen staatlichen Gemeinschaftsaufgaben, und internationalen Unterstützungsprogrammen, sind allesamt vom Lohn  mit zu bestreiten. Da wird es schnell finanziell eng, und man muss sich neu organisieren, um nicht finanziell ins Seitenaus zu geraten. Grundannahme hierbei ist, dass dies alles halb so schlimm wäre, und die neue Bescheidenheit angenommen werden würde, hätte man nur das Gefühl, dass es gerecht zuginge, könnte man Arbeit finden, wenn man sie sucht, Arbeit zu einem zwar niedrigen, aber gleichwohl fairen Lohn. Das Verlangen eines Mindestlohnes wird ja von Teilen als Meucheltat an der Konjunktur gebrandmarkt. Als sähe man nicht die Ausuferung der Gewinn-, Preis und Verdienstmargen. So ist es, der `Teufel´ packt nach wie vor seinen Mist vornehmlich auf die größeren Haufen (ein Gravitationsgesetz auch hier, dem man immerhin künstlich Grenzen setzen kann). Das Einstreichen von Vorteilen, Boni welcher Größenordnung und Ausgestaltung auch immer, gerät immer mehr zu einer Angelegenheit einer Großgruppe zuungunsten einer anderen Großgruppe, die gleichwohl die Minderheit bildet – die bereits so apostrophierten Überflüssigen. Handeln wir hier nicht, wird es sich weiter zuspitzen. Dass die Binnennachfrage am allerwenigsten davon profitiert, wenn sich Kapital, Geldmittel, einseitig lagern, hört man nicht oft genug. 

Wie wäre es mal mit einer Produktivitätsgrenznutzen-Analyse. Hat die an manchem Ort bereits eingesetzte automatische Supermarktkasse einen tatsächlichen gesellschaftlichen Netto-Sinn oder nur Netto-Arbeitsplatzabbau zur Folge?!

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Arbeit

Jetzt ist ironisch gesagt endgültig klar: die Arbeitslosen sind, weil einige von ihnen tatsächlich selbst Schuld sind, alle selbst Schuld - semantisch ist es genau das, was zu oft vermittelt wird. Die Wahrheit ist eine stetig wachsende oder verharrende, oder fragwürdig gesenkte, auf jeden Fall zu hohe Arbeitslosigkeit seit über drei Jahrzehnten zu all den gesellschaftlichen Kosten, die sie mit sich bringt (Staatsverschuldung, hohe Arbeitskosten wegen hohen Arbeitsnebenkosten, geleerte öffentliche Kassen). Doch Arbeitslose heute sind die (Un)Täter und machen der Gesellschaft das Leben schwer. Sozialdarwinistisches Denken, das alleinlassende `Selbstschuld´ aus eigener Schwäche bei Versagen. Eine kalt-elitäre Ideologie des: Ich-bin-genetisch-im-Recht-haben-sie-halt-Pech-sollen-sie-Brot-und-Wasser-zu-sich-nehmen, erfährt so über die Hintertür Einlass. Wer für die bestehenden Verhältnisse zu schwach  ist, darf gehen - mit Recht, und zu erwarten hat er nicht viel oder nichts außer einen Resttransfer. Neue Modelle einer Arbeitsverteilung können hier allein Abhilfe bringen. ...

Über die internationalen und gesellschaftlichen Verhältnisse - Verteilungen - wird nicht vernünftig mit Bandbreitensinn entschieden, sondern die Partikularinteressen reißen die `Vorfahrt´ an sich. So entscheiden etwa Richter, aus der Anschauung heraus einen sicheren Arbeitsplatz zu haben, über Leute ohne solche Gewissheiten. Allein daraus eröffnet sich bereits eine Diskrepanz und soziale Schieflage, die zu einseitigen Zumutungen führt.  Um diese Solidaritätshavarien, die weltweit vielen Menschen die Möglichkeiten nehmen, einen teilnehmenden Platz einzunehmen, wird herumgeredet und herumentschieden. Es wird gemogelt und sich gedrückt. Der Vorteil soll der eigene bleiben! Das ist weltweit ähnlich und gerade die Vielhaber [natürlich nicht alle; es gibt erfreuliche Gegenbeispiele] tun sich schwer - innergesellschaftlich, wie international. Aber allerdings auch in Jahre dauernden WTO-Runden verhandelt. Das System ist dynamisch, Besseres bleibt erreichbar. Der zwischenfinale tragfähige Kompromiss der Gesamtinteressen liegt noch nicht in Sichtweite. Noch soll gehungert, verhungert und ausgeraubt werden; anders will ich es gerade nicht sagen. Deshalb liegt es nach wie vor an uns, jene Politik zu erwählen, die auf Dauer in die Bandbreite des Sinnvollen führt.

Derzeit formieren sich noch die Räume und Strukturen, in denen dann demokratisch legitimierte Verteilungs-Entscheidungen fallen können.

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 Faire Umverteilung (nicht Gleichmacherei) im globalen Sinne wird noch lange nicht in voller Bandbreite en vogue sein - ganz und gar nicht, im Gegenteil. Wir erleben weltweiten Finanz-Exzess und ein dem Elend und der Armut überlassenes Milliardenheer an Individuen. Dass man sich nicht täusche: Exzess ist auch, wenn etwa ein Lottojackpot in Italien im Sommer 2009 148 Millionen € betragen konnte und von einem einzigen Gewinner abgeräumt wurde – mal ganz unabhängig davon, was dieser nun damit angestellt hat. Oder zu erwähnen die gigantische Ablösesumme, die Real Madrid für den Superstar Ronaldo bereit war hinzublättern. Oder dass der Arcandor Manager trotz Insolvenzphase des Unternehmens 15 Millionen Euro Abfindung meint einstreichen zu können. ...

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Und es ist richtig festzustellen, es gibt nicht die eine Entscheidung zur globalen und nationalen Fairness, ohne internationale Verständigung (zw. Menschen mit Interessen) über die Angleichung bestimmter Rechtsverhältnisse, die den Staaten-Standort-Wettbewerb, ökonomisch-kulturell, weltverträglich, gesellschaftsverträglich, zu organisieren allein in der Lage sein wird. Zu groß sind noch die Unterschiede. Dennoch braucht es Prinzip und Grenze heute und deutliche Ankündigung für das langfristige Morgen. Und richtig ist auch der Hinweis, dass in den letzten Jahrzehnten immer mehr Voraussetzungen und Ansätze im internationalen Miteinander geschaffen wurden, die es auch plausibel werden lassen zu behaupten: `Eine andere Welt ist möglich´ (Attac) [Association pour une Taxation des Transactions financières pour l`Aide aux Citoyens - gegründet am 3. Juni 1998 in Frankreich (international ab 11. - 12. Dez. 1998)]. Ursprünglich als Forum für die Tobinsteuer gedacht, avancierte diese international agierende Nichtregierungsorganisation zu einer Art globalisierungskritischer Dachbewegung. Attac strebt eine Welt `ohne hierarchische Strukturen oder eine geographische Zentrale´ an. Das Primärziel ist die demokratische Kontrolle der (intern.) Finanzmärkte und ihrer Institutionen [IWF, Weltbank, globale Finanzaufsicht, Weltsteuern] und allgemein die faire Ausgestaltung der Globalisierung.

`Eine andere Welt ist möglich´ (Attac) - RICHTIG ! Mehr nicht, weniger nicht.

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Demokratie global, Weltbank

Eine klare Grundweltregel für den globalen Demokratie-Einstieg:  einem Staat, der sich umfassend demokratisiert, oder im Sinne Rawls ein `achtbares Volk´ darstellt, werden sämtliche Schulden erlassen, bzw. unter ein zinsfreies Moratorium gestellt.  [Übersicht der existierenden Demokratien, Halbdemokratien und autokratischen Gesellschaftssysteme bietet der jährliche Freedom House Bericht (The Annual Survey of Political Rights & Civil Liberties. New York). "Zum Zweck zusammenfassender Information konstruiert Freedom House 7er-Skalen der politischen Rechte (political rights index) und Bürgerrechte (civil rights  index). Mitunter werden beide Indizes getrennt ausgewertet, bisweilen werden sie zu einem Freihheitsindex addiert. Dieser Index reicht von 2 bis 14. `2´ bedeutet gesicherte umfassende politische Rechte und Bürgerrechte." Schmidt, Manfred G.: Demokratietheorien. Opladen 20003, S. 408ff.]. Derzeit unterstützt die Weltbank zwar sich demokratisieren wollende Länder, die zugleich ihre Gesellschaft nach zeitgemäß-kapitalistischen Maßgaben formen, mit z.B. Krediten. Aber wesentlich wäre hier eine eindeutige Grundweltregel. Diese Regel müsste weltweit so bekannt sein, wie es etwa der amtierende Fußballweltmeister ist. das kostet natürlich auch unser Geld ...

Des weiteren müssten Mittel aufgestockt werden, über Einsparungen, Effizienzrevolution, regional-hemisphären Teilzusammenlegungen weltweiten Militärs.

Ist die Welt demokratisiert oder eben im Sinne John Rawls ein Sammelsurium  achtbarer Völker  geworden, kann der UNO tatsächlich ein legitimiertes und global akzeptiertes umfassendes oberstes Gewaltmonopol nach bestimmten Völkerrechtsregeln zugestanden werden, dem sich zumindest dann alle alten Vetomächten nicht entziehen. Überhaupt würden Reformen der UNO zu einer durchwegs demokratischeren Institution erleichtert, da man ja eine funktionale Institution der Durchführung und Verantwortlichkeit braucht, man sich aber keine Institution unterwerfen würde, die nicht aus demokratietheoretischer Perspektive heraus betrachtet überzeugte.[F] 

Die USA, China, die EU und die anderen staatlichen und nicht-staatlichen Blue Chips [Großakteure] der Weltpolitik werden in den kommenden Jahrzehnten zu entscheiden haben, ob sie ihre Verfassungen, bzw. Selbstordnungen, als subsidiäres Element in eine demokratisierte Globalgemeinschaft einbringen werden. Etwas heute noch wenig Erwartbares und sich dennoch gleichzeitig gleichwohl qua sich fortschreibenden Völkerrecht doch Ankündigendes. Supranationale Regelsysteme schließen ja nicht Aufgabe der nationalen Unabhängigkeit in allen Bereichen mit ein.

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Militärausgaben

Wir verschwenden derzeit enorme Mittel- (laut SIPRI gingen 20061,204 Billionen $ in die weltweiten Militärhaushalten. `In 2006 the 15 countries with the highest spending accounted for 83 per cent of the total. The USA is responsible for 46 per cent of the world total, distantly followed by the UK, France, Japan and China with 4-5 per cent each.´) und Aufmerksamkeitsressourcen (in den Medien), die `wir´ nicht nur eigentlich für die immensen sozialen und biosphären Fragen sinnvoller Einsetzen könnten, wenn `sie´ es schon nicht tun. 

Eine Grundregel: Autokratische Systeme, die zu Halbdemokratien sich wandeln und sich zur Hälfte in Truppen und Etat entmilitarisieren, erhalten Mittel der Weltgemeinschaft. So gewinnen sie 2-fach: durch finanzielle Umschichtung im Innern und Mittel zur Entschuldung etc. von Außen. Die Weltgemeinschaft kann diese Mittel aus der Senkung ihrer eigenen Verteidigungshaushalte und/oder aus internationalen Teilzusammenlegung von Streitkräften gewinnen.  Hierüber muss man sich auf eine kurz- bis langfristige Transitionsphase verständigen - 25 bis 50 Jahre!? Das heisst, dass man sich von Arbeitsplätzen in der Rüstungsindustrie verabschieden müsste. Z.B. durch Verzicht auf Neueinstellungen ab heute.

Ob Mächte, wie, allen voran, die USA, ob China u.a. auf ihre militärische Souveränität soweit verzichten, dass sie zumindest ihre Verteidigungshaushalte in eine Friedensbandbreite zurückschrauben oder gar Souveränitäten ganz abgeben, darf aus heutiger Warte selbstverständlich klar bezweifelt werden. Dass die kleinen Staaten eher bereit wären zu solch einem globalen Schritt beizutragen, ist dagegen eher wahrscheinlich. 

Und wieder einmal zeigt sich, dass es gerade der größeren Macht schwerer fällt von ihrer Über-Macht zu lassen

Was nun allerdings wiederum die Großmächte und die atomaren Mächte eher willig werden lässt, doch in eine weltweite militärische Union mit einzusteigen, ist die Tatsache, dass statt aggressiver Staaten, die organisierte internationale Kriminalität oder kriegerische Kleingruppen, ja, durchgeknallte Einzelne in Terrormanier zu Bedrohung werden, denen bestenfalls Spezialkräfte (Weltinnenpolizei) beikommen könnten, nicht aber Millionenheere. 

Was gewönne die Staatenfamilie, wenn sie von den mittlerweile mehr als 1300 Mrd. $, die 2008 in die weltweiten Verteidigungshaushalte geflossen sind, $ 600 Mrd. für Bildung, Entwicklung, die Frauen, Kultur usw. ausgeben könnte ! 

Jeder ratifizierte internationaler Vertrag in dieser Richtung brächte die Verteilungsfrage der globalen Fairness auf ein höheres Mittel-Niveau von Problemlösungs-Möglichkeiten.

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Das finanz- und wirtschaftspolitische Selbstverständnis der konsolidierten Demokratien bedarf ebenso bestimmter systemischer Mechanismen zur Selbstorientierung, Außenanschlussfähigkeit, biosozialen Balancierung, die ihnen einen gespürten Vorteil geben oder zu geben vermöchten.

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 Der  World Watch Bericht (Mai 2003) spricht davon, dass 1. die Bevölkerungen der Industrieländer individuell im Durchschnitt rund 37x so viel Mittel haben, wie die 2 Mrd. ärmsten Menschen. Ferner, dass 2. die Kluft zwischen Arm und Reich weltweit auch und gerade in den letzten Jahren weiter zugenommen hat (aber auch innerhalb etwa Deutschlands selbst [F] ), dass 3. das Jahr 2002 das wärmste seit Beginn der Klimaaufzeichnungen war ["Die elf wärmsten Jahre seit Beginn der Klimaaufzeichnungen sind in den letzten 12 Jahren aufgetreten. vgl. Bericht Climate Change 2007] die letzten Jahre es in eindeutiger Reihung auch tendenziell waren - (nicht zuletzt der Sommer 2003 in Deutschland ein, man staune, zuweilen 42° Sommer war. Ein Sommer, in welchem in einem Drittel der portugiesischen Wälder Flammen loderten, und diesen teils verbrannte, und im September erneut in Teilen um Lissabon brannten. Brandstiftung + Trockenheit ergänzen sich fabelhaft. Man addiere mal die Natur- und Waldverluste durch Brand, die in den letzten Jahren allein in Australien, den beiden Amerika, Asien und Europa zusammen gekommen sind! Z.B. gingen in Griechenland 2007 200.000 Hektar verloren.) -, und 4. allgemein (bei partieller Verbesserungen, die nicht gering geschätzt werden dürfen) im Weltrealsaldo die Weltarmut und Umweltlage sich zunehmend in vielerlei Statistik verschlechtert haben. Mit diesen im Prinzip unveränderten Realaussagen für einen nicht von der Hand zu weisenden Handlungsbedarf ist allein schon genug bewiesen. Unsere individuellen und nationalen, ja EU-europäischen Einflussmöglichkeiten mögen gering erscheinen, aber schöpfen wir auch aus der ganzen Bandbreite unserer Möglichkeiten?

Wo ist der Aufbau einer hinreichenden internationalen, zumindest europäischen Löschflugzeugflotte? Man vergleiche die Kosten für einen Eurofighter von rund 85 Millionen Euro mit den rund 35 Millionen für ein herkömmliches modernes Löschflugzeug – etwa eine Berijew Be-200. Ein bereits 2007 zum Supertanker umgebauter und einsatzbereiter aber nicht in Anspruch genommener Jumbojet mit der Möglichkeit über 77.000 Liter Löschflüssigkeit aufzunehmen und bemerkenswert zielsicher schrittweise abzuwerfen, also rund 8 mal mehr als die konventionellen US-Löschflugzeuge und doppelt so viel wie eine zum `fire extinguisher´ umgebaute DC-10, ist entsprechend teurer, aber auch weit effizienter. Ein solch sinnvolles Flugzeug ist im Sommer 2009 bei den kalifornischen Waldbränden erstmals und erfolgreich zum Einsatz gekommen und kann bei der US-Luftfrachtfirma Evergreen International Aviation angemietet werden. Eine Fracht-Boing 747 gibt es modellabhängig als Rohausführung ab vielleicht 150 Millionen Euro (Dollarkurs- und Preisschwankungen !), hinzu kommen die Umbaukosten, Wartungs- und Einsatzkosten. Und man frage sich von welchen Fliegern gegenwärtig noch auf alle Fälle zu wenige vorhanden sind und von welchen vergleichsweise zu viel.

 Gut, es sollte bald weitere 10 Lösch-Jumbos geben, um weltweit ihren Dienst zu tun. Man sieht, die Zeit des ununterbrochenen Kopfschüttelns kann vorbei gehen, wenn denn nur in die sinnvollen Projekte investiert wird.

Einfach um die Relationen plastisch werden zu lassen. Bis 2017 wollte die Luftwaffe der Bundeswehr ursprünglich 180 Eurofighter in 3 Tranchen geliefert bekommen haben. 440 Eurofighter waren laut Vertrag (Dez. 1997) für Großbritannien, Italien und Spanien vorgesehen. Die endgültigen Zahlen werden zwar andere sein, doch zeigt es die Richtung. Hätte man eher ein paar moderne Löschflugzeuge mehr gehabt, einiges an Baumbestand in Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, ja, Sumatra, in Kalifornien (2007 !) etc. hätte gerettet werden können.

Wo ist die deutliche nationale Mittelverlagerung auf Waldbrandprävention? So zumindest fragen sich die Griechen im Sommer 2009, als es erneut zu massiven Wald- und Gebüschbränden in ihrem Lande gekommen ist, und die Bevölkerung erleben musste, dass ihr Staat seit 2007 nicht dazugelernt hat. So dümpelten die Mittel für Präventionsmaßnahmen bei 16 Millionen Euro jährlich, während für Löschaktionen über 300 Millionen Euro ausgegeben werden mussten.

Mit dem Global Fire Monitoring Center (GFMC) ist immerhin schon einmal wieder ein Baustein einer institutionellen koordinierenden Netzwerklösung dieses Großproblems verwirklicht worden. Das in Freiburg ansässige Zentrum zur globalen Beobachtung von Vegetationsbränden wurde 1998 ins institutionelle Sein gehoben und geht auf eine UN-Initiative zurück.

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Dass der World Watch Bericht 2008 vermeldet: "Es gibt Anzeichen dafür, dass die ökologische Modernisierung des Kapitalismus bereits begonnen hat: Dazu gehören die wachsende Nachfrage nach grünen Produkten sowie die sprunghafte Steigerung der Investitionen in erneuerbare Energien und umweltfreundliche Technologien", kann uns ermutigen, aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage äußerst ernst ist. Noch immer stehen die Zeichen auf Katastrophe.

In unser aller Interesse liegt es, diesen wahrnehmbar an Fahrt gewinnenden `grünen´ Umbau der Weltindustrien und des Weltkapitalismus zu beschleunigen [`grüne Industrielle Revolution´]. Und verzahnt mit solchen Umstrukturierungsprozessen gilt es, die sozialen Gerechtigkeits- und allgemeinen Menschenrechtsfragen zufriedenstellend und im Kern universell gültig zu beantworten. Im Kern bedeutet, dass etwa, Sklaverei, die Ausbeutung von Kindern u.a. sowie etwa eine behauptete und gelebte Nachrangigkeit der Frau nicht kulturrelativistisch hingenommen werden können.

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Ich sage, die vollen Taschen sind voll genug - es langt! 

Die Sparquote in Deutschland liegt [Sommer 2008] wohl bei rund 11 % und damit vergleichsweise im obersten Bereich unter den Industriestaaten des Westens. Folge davon ist eine entsprechend geringere Binnennachfrage, was zusätzlichen Druck auf den Arbeitsmarkt ausübt. So einmal im Tenor alt hergebrachten ökonomischer Argumentationslinien gesprochen, denen LIM aber nur bedingt hinterherzustiefeln bereit ist. ...

Nun, wer spart da, wessen sogenanntes Angstsparen - wenn es solches ist - drückt sich damit aus?! Immer mehr Menschen können nichts mehr sparen, dass heißt, dass der berühmte Notcent, Notgroschen, in immer weiteren Bevölkerungsschichten kleiner wird, also die wahrgenommene materielle Unsicherheit wächst, die Stimmung im Land ist auch von Ängsten geprägt und mehr und mehr Lebenssituationen geraten zusätzlich in prekäre Lebensgewässer. Leicht sparen können dagegen weiterhin jene, die auch vorher schon sparen konnten (Spitzenverdiener und die saturierte Mitte).

Andere gehen angeschlagen zur Arbeit. So ist der Krankenstand  seit Anfang der Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle 1970 2005 [7,5 Tage] auf den niedrigsten Stand gefallen und sank nochmals von diesem Niveau ab [2006 bis 2008 bei 7,1 Tagen im Jahr]. Das lässt sich zwar wiederum nicht monokausal erklären, denn z.B. sind die Arbeitsbedingungen in den letzten 30 Jahren verbessert worden, ebenso die medizinischen Möglichkeiten. Ferner wird zunehmend auf sogenannte Blaue Montage verzichtet, um den eigenen Arbeitsplatz nicht zu gefährden. Und bis hierhin bleibt es auch in der Bandbreite.

Andererseits wird diese Bandbreite dadurch gesprengt, dass zunehmend Leute angeschlagen dennoch zur Arbeit gehen. Des weiteren gehen keine geringe Zahl in unseren Tagen nicht mehr zum Arzt, weil sie tatsächlich bei allen Euro, die sie haben, berechnen, ob 10 Euro Praxisgebühr aufzubringen sind, oder ob man nicht einfach noch Zeit zuhofft. Das ist es, was wir vielen Menschen zumuten, dass sie ihre Gesundheit auf Hoffnung bauen. Dies allerdings wird die Folgekosten erhöhen, Verschleppungen sind teurer. Kurz, einerseits wird zwar ein gewisser Arzttourismus unterbunden, andererseits in den Regen gestellt. Schlechtes Handwerk. Unterm Strich und plakativ gesprochen vermute ich aus meiner Bandbreitenlogik heraus, dass eine immer bessere und teurere Medizin  immer weniger Menschen erreicht. Ohne zu dramatisieren, aber Don`t let any single soul down

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Schluss mit den Geld- + Kapital-Absurditäten. Eigentumsrechte dürfen nicht die `Freiheit´ der vom Großeigentum Abhängigen gefährden, aber genau das ist gegenwärtig überbetont der Fall. Von Jahr zu Jahr steigen die Zahlen der Finanz-Millionäre (ohne Immobilien) (z.B. 30.000 neue in Deutschland allein in 2002) und die, die es schon sind, türmen weitere auf die bereits vorhandenen !!! Die Weltfinanzkrise hat da zwar einiges verändert und nach unten korrigiert, aber sie hat das System nicht entscheidend modifiziert. Bis dato ist es nur als ein 3-vor-1-zurück zu interpretieren. Mag es zwischenzeitlich auch weniger Superreiche und Milliardäre gegeben haben, so wächst ihre Zahl schon wieder an.

Aber die Arbeitslosenzahlen wachsen, globale Gefahren wachsen. Die Friedenskassen sind leer, die Staatsfinanzen mit sozialen Aufräumarbeiten (Transfers an Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger, was in Summe nicht diese selbst zu verantworten haben. Studien belegen, dass eine sehr große Mehrheit dieser Betroffenen, so schnell wie möglich wieder aus der Massenarbeitslosigkeit heraus möchte) überlastet. Der Zeitgeist entartet in Raff-Mentalität, Blasiertheit und soziale Gleichgültigkeit, bis wir ihn erneut mit Sinn füllen, indem wir unser `Gegenfeuer´ [F  > Pierre Bourdieu] weiter anfachen.

Raffen lohnt sich und ist erlaubt. Für die einen gilt: weniger [Beschäftigte] ist mehr [Rendite]. Für die anderen gilt: mehr [Arbeitszeit] ist weniger [Gehalt]. Alle rechnen und jeder irgend wegrationalisierbare Job wird gekündigt. Jungmanager und alte Haudegen beweisen sich und ihr Können im Zitronen pressen. Ja, der Gesellschaftsaufbau wird gepresst wie eine Zitrone, gnadenlos. Gewinne werden privatisiert und Verluste trägt die Allgemeinheit. Oft beschrieben und nach wie vor wahr, wann wird es endlich von den wählenden Massen verstanden und in europäischen Wahlen als Politikwende umgesetzt? Die Ignoranz, Dummheit und Angst des Wahlvolkes scheint auch grenzenlos zu sein.

Einzelstaatlich (Stichwort: EU) geht recht eigentlich gar nichts mehr, einzig die Aufklärungskampagne kann ein Staat inszenieren, aber zu viele Politiker schweigen. Veränderungsdynamiken gehen in Parteienritualen unter. Die meisten haben sich hochgewieft und sind mehr an sich interessiert, als daran ihre Wiederwahl zu riskieren, weil sie kurzfristig durch klare Aussagen zwar ihren Rückhalt verlieren, aber langfristig einer möglichen Zukunft der Gesellschaft durch klare Ansage  Terrain geebnet haben. Den altruistischen Politiker findet man selten, den perfekten nie auf Dauer wohl nie. Jeder liegt auch mal daneben. Der Altruist wäre vorher schon von den Machthungrigen verdrängt, denn nicht jeder hat das Fell, das man braucht, um immer und immer wieder gegen die destruktiven Scharfmacher, oder einfach rhetorisch Wirbelnden, im eigenen Verein zu bestehen. Selbst eine limitierte Amtsperiode auf eine Legislatur, verbirgt kein wirksames Mittel zu sein, den Mund zu deutlichen Worten zu formen, dennoch scheint es mir sinnvoll zu sein. Im Gegenzug könnte eine normale Regierungs-Legislatur von 4 oder 5 auf 6 Jahre verlängert werden, bei gleichzeitiger Mehrung demokratischer Rechte zu Einzelfragen innerhalb der Legislatur.

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LIM-Positionen

Aber kehren wir zum Geld zurück.  Deutlich wäre: Wir, LIM, wollen sicher keine unreflektierten Mehrfach-Milliardäre, keine mehr bemittelten und gefüllten Kriegskassen als entsprechende Friedenskassen, keinen Unilateralismus, keine Massenvernichtungswaffen, keine willkürlich Interessen begründete gespaltene Gesellschaftswelt in Exkludierte und Inkludierte (Chancengewährung), Ende der Langzeitarbeitslosigkeit durch Ausweitung von Teilzeitarbeit Richtung 4-Tage Woche ohne vollen Lohnausgleich, aber mit flankierenden Mietpreis- und Energiekostenbegünstigungen. Keine Medienverdummung [sondern die Nutzung der Medien als Erkenntnisquellen], keine Politikverweigerung - national nicht und international nicht, keinen übertriebenen Lebensstandard auf Kosten des Restes der Welt und unserer allgemeinen und zukünftigen Lebensgrundlagen. 

Besser und schneller bräuchte wünschenswerterweise quasi nur die Feuerwehr in allen Bereichen (Gesundheit, Sicherheit, Menschenrechte) zu werden.

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Entschleunigung

 Der Mensch braucht mehr Zeit für sich und seine Entfaltung - Lebensqualität. Er darf nicht ökonomisch minimiert werden zum Kunden und Konsumenten, sondern aufgewertet als einfacher Mitmensch und, mit Muße, möglichen Ideengeber. Dass alles schneller und doller werden muss, mag in der Sache selbst angelegt zu sein, aber das Tempo dieser Beschleunigung und die Räume der Beschleunigung sollten wir bestimmen, es sollte soziobiosphär verträglich sein. Weder der solidarische noch der biosphärische Kontext wäre zu übergehen, oder auf Kosten der anderen Seite bevorteilt werden, beides ginge Hand in Hand (in jedem Land). 

In der Welt zu oft rumzujetten, mit dem Auto zu oft  mobil zu sein,  und die Atmosphäre zu sehr mit aufzuheizen, hat etwas mit der Zeitverknappung zu tun, denn sonst könnte man gemächlich Segelschiffen einschiffen oder über Land z.B. auch mit Fahrradkutschen reisen und erleben, was das eigentlich für ein Planet ist und mit welchen Distanzen er aus natur-menschlicher Sicht zu erfahren ist. Das ist alles Zukunftsmusik, aber diese beginnt in jedem Gerade-eben potentiell erneut. Dass wir hetzen und dem Erlebnissen hinterher hecheln ist reine Verkaufstrategie der übervollen Taschen. Wir sollten als Menschheit mal auf 100 Jahre ein wenig Fahrt heraus nehmen und dem Individuum mehr Zeit für sich gönnen [Entschleunigung]. Die schon erwähnte flächendeckende 4-Tage Woche ist ein Ansatz dazu. Allerdings müsste das Weniger letztlich global betrieben werden, sonst zeitigt es einseitig Nachteile für die sich Entschleunigenden Gesellschaften – wir sehen, es wird sehr schwierig.

Nicht mehr individueller Konsum, sondern weniger führt die Welt zusammen, denn dann kann jeder ein wenig mehr handeln (nicht haben) und alle sind bedient. 

Beruhigen Sie sich,  ja, beruhigen wir uns und schauen wir, was wir zur Verfügung haben und worauf es uns, als Homo sapiens globalensis gedacht, wirklich ankommt. Schnell sehen wir, dass vieles auch ganz anders sein könnte. Aha!.

Man kann nicht alles haben, wir müssen uns entscheiden. Hören wir auf Rom an einem Tage bauen zu wollen und genießen lieber ein paar Wochen mehr im Jahr unsere Lebenszeit als Freizeit und seien wir frei unseren eigenen Vorstellungen nachgehen zu können.

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Konsum

Vorfreude ist Vorfreude, ob es nun 3 Monate dauert, bis etwas erreicht wird oder 5 Monate. Das hat mit Planwirtschaft etwa der ehemaligen DDR, in der man bekanntlich durchaus 10 Jahre und länger auf ein Auto warten musste, nichts zu. Nur eben alle müssten das Gefühl haben, dass sozusagen `alle´ mit längeren Vorfreudeintervallen konfrontiert werden. Und es bezieht sich auf einen bestimmten zu definierenden Bereich. Kein Mensch befürwortet längere Wartezeiten für etwa den Anschluss an eine Anpassung an das gesellschaftliche Durchschnittsniveau. Keiner will längere Wartezeiten beim Arztbesuch, eine langsamere Feuerwehr etc. Man verwechsele also nicht! Aber nicht alle drei Jahre braucht es einen neuen Computers usw. Das Tempo des Kapitalismus ist zu einem gewissen Teil eben heutzutage bandbreitenlos. Man muss nicht jedes Jahr zum Urlaub ins Ausland fliegen oder gar mehrmals im Jahr - nur weil man es sich leisten kann. Gerade in Zeiten eines erkannten Binnennachfrage-Mankos.

Das meiste von dem, was heute fertig werden kann, könnte auch genauso gut morgen fertig werden, wenn dadurch Stress und Armut vermieden werden könnte. Aber es widerspricht dem zeitlichen Wettbewerbsgedanken. Aber doch auch nur, wenn ein solcher ein bandbreitenloser ist! 

Firmen erhalten heute Aufträge auch deshalb, weil sie schneller sind als andere - schneller und schneller. In möglichst immer schnelleren Entwicklungszyklen werden innovative Produkte auf den Markt gebracht, aber die notwendigen regenerativen Innovationen werden verschleppt. Und beides wird mit Marktgeschehen begründet. Es rechnet sich, es rechnet sich noch nicht ...

Und es geht darum qualitativer und unter Vermeidung unnötigen Ressourcenverbrauchs zu konsumieren und statt den dinglichen Quantitäten dem Menschen Mußezeit zukommen zu lassen, wie es sie etwa bei den Naturvölkern gibt. Zeit für alles, aber nicht fürs Schoppen und entfremdete Arbeit fern der eigenen Beschäftigungsideen. Froh ist der Mensch, wenn er seinen eigenen Dingen nachgehen kann. Ein übermäßiges Joch macht ihn stumpf und stumm. 

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Wenn man aber nun hinginge und sagte, wir haben einen unveränderlichen Fächer sozialer Standards weltweit etabliert und sind daher allgemein umso teurer je schneller wir sind, dann könnte das günstigste Angebot allgemein das zeitintensivste sein und bestimmte Kosten könnten nicht unterschritten werden. Heute ist aber das günstigste Angebot teils sogar das schnellste. Stichworte hierzu Billigflieger, Lohndumping, fehlende soziale und ökologische Standards.

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Die hierher gehörenden Argumente werden es schwer haben sich durchzusetzen, denn alles, was sich vermitteln möchte, kann die Massen (den Souverän) nur über Massenmedien erreichen. Solch einem politischen Werbefeldzug fehlen zur Zeit die Mittel (teure Sendeminuten, Annoncengebühren, Rechtsausformungen), aber wir werden nicht bis 2089 warten. Solange können wir nicht und brauchen es wohl auch nicht. Immer mehr Individuen ahnen, dass es nicht sehr viel länger so weiter gehen wird. Und nicht auf ewig lassen sich überwältigende globale Mehrheiten einfach übergehen. Tiefer evolutionärer Wandel, selbst revolutionärer Art, bedarf keiner Guillotine, nicht einer!, sondern allein internationaler politischer Mehrheiten, die sich frei demokratisch entscheiden und gegebenenfalls en détail mitentscheiden können. 

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Welche Karriere bewusste alleinerziehende Frau hätte z.B. nicht gerne mehr Zeit für ihren Nachwuchs? Würde man diesbezüglich internationale Verabredungen treffen, ginge es. Vielleicht sind wir in 50 Jahren global dahin gelangt!? Dieserart gehört in die WTO-Verhandlungsrunden. 

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Arbeit / Altersgeld / Alterskleinteilzeit

Es kann z.B. nicht darum gehen, nun auch bei uns alle Arbeitsfähigen 56 Stunden die Woche arbeiten zu lassen, wie es etwa in der koreanischen fischverarbeitenden Industrie der Fall ist. Schlimm genug, was man unseren Krankenhausärzten zumutet und damit den Patienten gleichsam mit. Es geht darum, in ein weltweites Gleichgewicht zu gelangen, in welchem in allen Ländern nicht mehr als 40 Stunden Normalarbeitszeit gilt, ja, eher weniger. Insofern ist die EU-Arbeitszeitrichtlinie vom Juni 2008 wirklich keine Hilfe. Nun, die EU ist nun mal nicht alleine und hat sich auch global zu orientieren. Die International Labour Organization [ILO] ist hier gefragt, internationale Abkommen herbeizuführen.

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Jedoch kommen wir anbetracht des demografischen Wandels und wenn es dabei bliebe, also die Migration nicht genügend ausgleicht, nicht umhin, all diejenigen arbeiten zu lassen, die arbeitsfähig sind. Selbst unsere Rentner, die fitten unter diesen könnten und sollten ihm Rahmen der Generationenpolitik ihre kleineren gesellschaftsverpflichteten Aufgaben erhalten - ohne sie zu überfordern - vielleicht eine 2-5 Wochenstunde. Und die Person kann sich selber weitgehend aussuchen, in welchem Bereich und zu welcher Zeit dieses Altersgeschäft angegangen werden möchte. Es würde die öffentlichen Kassen entlasten, die rüstigen Älteren + Alten werden gebraucht, gerade in den sozialen Bereichen. Ein kleines zusätzliches Entgeld könnte auf die Rente, Pension, Grundsicherung, das moderate Eigenvermögen, draufgelegt werden.

In Rente gehen könnte zukünftig bedeuten, der Gesellschaft ehrenamtlich für statistisch maximal 5 Stunden wöchentlich zur Verfügung zu stehen. Stichwort: 3-Euro-Rentner.

Die arbeitsfreie Vollrente dagegen orientiert sich an gesundheitlichen Tauglichkeitskriterien nicht mehr an den Jahresringen. Hieran will ich weiter Denken, auch wenn das Entsetzen groß sein wird, obwohl es selbstverständlich unreflektiert wäre, denn wir werden durchschnittlich Älter, bleiben länger relativ gesund, haben ein Finanzierungsproblem und wollen langfristig nachhaltig und weltweit besterdings mit geringerer Bevölkerungen existieren. Nehmen wir aber unser Sozialmodell hierzu, würden zu wenige Junge für zu viele Alte aufkommen müssen. Zuviel gesellschaftlich sinnvolle und notwendige Arbeit bliebe liegen. Nein, das Alter macht mit, im Kleinstrahmen, wo es möchte und wie es kann! Es bleibt in der Bandbreite des Erwerbslebens mit produktiven Restbeiträgen, solange es kann und, und wählt seine Einsatzort(e) aus einem Angebotskatalog heraus.

Ein ununterbrochener hundertprozentiger, durch die bereits geleistete Lebensarbeitszeit vermeintlich verdienter Müßiggang (das fremdfinanzierte aktive Verfolgen nur der eigenen Ideen, ohne sich zu Restteilen zeitlich selbst einzubringen) ist bandbreitenlos, da ein solcher Müßiggang die gesamte Zeit umfasst und dem Rest-Gedanken / Grenzgedanken widerspricht. Der Restgedanke besagt, dass es in Systemen keinen Wert gibt ohne Gegenwert. Für keine Arbeit gibt es kein Einkommen, außer aus gesundheitlichen Gründen. Rente ist vielmehr eine Art Lohnerhöhung. Ein Rentner erhält 8x soviel für die gleiche Arbeit und arbeitet entsprechend 8x weniger oder verzichtet auf alles oberhalb einer Maximalrente, die ohnehin sinnvoll ist, natürlich nicht für jene Minderheit, die mit ihren Nettokapitalbezügen (Rente, Pension und sonstiges) über diesen zu findenden dynamischen Bereich liegen. Bei diesen kommt es zu anderer Grenzwirksamkeit, etwa über das Erbrecht.

Wenn die Jugend heute daran gewöhnt werden soll, zukünftig die Frage der Lebensqualität und des Lebensstandard anders zu bewerten, dann ist die Generation [meine], die etwa ab 2030 in Rente geht, im Ganzen Sinne gefordert. Sie haben von heute gesehen 20 Jahre Zeit sich mental darauf einzustellen. 

Den anvisierten jährlichen sozialen Monat für im Grunde alle Einwohner über 65-Jährige [bzw. 67-Jährige] können wir aber auch schon für 2015 planen. Ein neues Lebensgefühl entfaltet sich. Renten, etc., besonders ab mittlerer Höhe erfahren ab diesem Datum geringere Erhöhung, wenn an diesem System nicht mitgemacht werden möchte, obwohl vom Wohlbefinden nichts dagegen spräche.

Mich interessiert nicht, ob man mit so einem Programm die nächste Wahl verliert, mich interessiert, ob es machbar ist, denn dann lässt es sich in die Gesellschaft hinein verplausibilisieren. Das Ganze macht auch nur Sinn, wenn anderes gesellschaftlich parallel evolvierend mitläuft. Mit diesem Modell kann es auch zu einem verträglicheren Bevölkerungsabbau kommen. Denn eines dürfte wohl klar sein, es müssen nicht noch mehr Menschen in dieser Welt leben, die jetzt schon überbevölkert ist. Und schon gar nicht aus dem Grund, dass wir nicht bereit sind Hoch-Plausibilitäten walten zu lassen. Im Gegenteil, es gilt die Gesellschaft daraufhin einzurichten, dass sie zunehmend aus einer Bevölkerung höheren Alters besteht. Einer Bevölkerungsgruppe, die mit Recht erwartet und von der mit Recht erwartet werden kann.

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Wenn der Bann erst gebrochen ist, kann alles relativ schnell gehen, und diese Umwandlung des westlichen Gesellschafts-Selbstverständnisses wird eine über die Wahlurnen sein. 

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Kapitalismus

Sobald die nötigen Argumente kommuniziert, kondensiert und konfirmiert sind, wird es kein zurück zu einem überholten Kapitalismusmodell (nicht der Kapitalismus als Grundidee ist das Problem, seine gegenwärtige Variante ist es.) geben können, weil er entlarvt sein wird in seiner unnötigen Einseitigkeit einer übertriebenen Exklusivität und in seinem Jagdtempo. Die Weltfinanz- und Bankenkrise 2008/09... trägt zu seiner Variantendiskreditierung mit bei. Anderes ist möglich, Bandbreitenkapitalismus auch. Alles löst sich mit den richtigen Verteilungs- und Handlungsbandbreiten - LIM.

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Superreichtum

Bandbreitenkapitalismus kann ein Weg sein - kein Zuviel und kein Zuwenig, nicht unterbestückt und nicht überbordend. Reichtum ja, aber keinen asozialen solchen. Keine zu große politische und keine zu große Kapitalmacht und demgegenüber vor allem keine politische und kulturelle Ohnmacht. Zu viele sind heute schier ohnmächtig und verlieren den Glauben an eine erreichbare gerechtere Gesellschaftssituation.

Regel: Milliardäre braucht diese Erde eigentlich nicht, zumindest aber, und da bin ich felsenfest, vererbte Supererbvermögen gar nicht; Super-Stiftungen ja! Dieses Unspiel müssen wir uns abgewöhnen, denn leider ist nicht jeder Superreiche auch an einem lebenswerten Planeten für die anderen 7 / 8 / 9 / 10 Milliarden Menschen interessiert. Sie sind es, aber nicht mehr oder weniger als andere Menschen gegenwärtig auch. Deswegen dürfte es nur bedingt zu übergroßen Vermögensübertragungen kommen dürfen. Und zwar nur, wenn das Kapital im Unternehmen bleibt oder in eine für das Gemeinwohl sinnvolle lokal oder global agierende Stiftung einginge.

Ohne Gesellschaft gäbe es keine Möglichkeit auf Vermögen, also bleibt es an sie gebunden und kann sich nur in einer zu findenden Bandbreite bewegen. Es bedarf im übergroßen Punkte der unabdingbaren (globalen) zumindest im Beginn hemisphären (z.B. EU) faktischen Gemeinwohlausrichtung. Wir werden diese Welt nicht wegen der Gier des übertriebenen Weitergeben-Wollens vorzeitig in eine Wüste verwandeln lassen. Warum nicht? Weil es unlogisch und damit nicht nötig ist. Bill Gates, Warren Buffett und andere in allen Ehren, denn diese haben es bereits selbst begriffen, und wollen bis auf einen `kleinen´ !!! Reichtum nichts an ihre potentiellen Erben weitergeben.

Von den Superreichen denkt auch nicht der größere Teil über den Homo globalensis nach. Der Mensch, sei er arm oder superreich, denkt, allgemein gesprochen, nicht konsequent über sich selber nach, sonst wüsste er mehr, was er ist und was an kollektiven Regeln sinnvoll zu wollen wären. Der Homo sapiens sapiens kann jedoch erkennen, dass er schon ein Homo globalensis geworden ist. Er, der Home globalensis, würde diese Selbst-Erkenntnis in seinen Alltag integrieren können - und tut es -, würde sie der Gesellschaft einhauchen - und so geschieht es. Ist eine Erkenntnis mitsamt der sich an diese fügenden Verantwortungs- und Respektimplikationen erst einmal vorhanden, gibt es nur schwerlich ein dahinter zurück.

Dieses evolutionäre Voran stellt sich dabei nicht über offensichtliche anatomische oder organische Veränderung dar, wobei epigenetische Phänomene etwa durch die Neurologie im Zusammenhang mit audio-visueller Wahrnehmung entdeckt und besprochen werden. Die eigentliche Veränderung ist eine lebensweltliche, der einzelne Mensch bleibt davon zunächst recht eigentlich nur kulturell durch wandelnde Rechts- und Institutionenbezüge, sowie technische, infrastrukturelle und mediale Veränderungsprozesse betroffen.

Nur braucht jetzt nicht jeder Zwei-drei-Häuserbesitzer gleich aufschreien ! Es geht allein um eine Zeitgeistweichenstellung, die allein den neofeudalen Stand der Erb-Supervermögen und in Verlängerung dazu die menschenverachtenden Supereinkommen betrifft. Dennoch: Nachkommen sollen reich bleiben können, in Maßen - von Totalenteignung keine Spur! Kommunismus ist was für Klone und weiß Gott nicht das hier anvisierte Bandbreiten-Ziel.

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 Wie viel Potentaten haben ihr Volk ausgeblutet und sind selbst zu mehrfachen Milliardären aufgestiegen [Kongo / 4, 2 Mrd. $ hatte der 1997 gestürzte kongolesische Präsident Mobutu bei der Credit Suisse und weiteren Banken liegen, während in seinem Land Leute verhungerten; oder die durchgebrachten Milliarden des philippinischen Marco-Clans; oder die Milliarden Saddam Husseins usw. usf.] ?? 

Was auf der einen Seite offensichtlich ist, findet andernorts - etwa bei uns - subtiler statt. So könnte man, durchaus mit unseren (in Deutschland) zusätzlichen 25.000 Neumillionären plus den sich verzigfacht habenden Millionen der schon in diesem Geldstatus verweilenden Finanz-Millionäre (ohne Immobilien) des Jahres 2002, argumentieren. Deutschland zählte 2001 730.000, 2002 755.000, 2003 rund 755.900 Millionäre [`High Net Worth Individuals´]. Nach Zahlen des World Wealth Report 2004 der Unternehmensberatung Merrill Lynch und der Management-/IT-Beratung Capgemini gab es dann 2004 760.300 Dollar-Millionäre ohne Immobilienwerte. Für 2006 geben sie 798.000 Dollarmillionäre in Deutschland an, 2008 dann 809.700. Ein Minus von 2,7 % gegenüber 2007

Was war geschehen? Die Weltfinanzkrise forderte ihren Tribut. Laut Forbes (März 2009) sank die Anzahl der weltweiten Milliardäre 2008 von 1125 auf 793. `Nicht ganz so schlimm traf es die deutschen Millionäre und Milliardäre: Die 212 Milliarden Euro, die sie verloren [durch die Finanzkrise], machten lediglich 10 Prozent ihres Vermögens von 1.838 Milliarden Euro aus (http://www.dasinvestment.com/investments/maerkte/news/datum/2009/06/25/arme-millionaere-die-krise-trifft-die-superreichen/ , 25. 6. 2009).

Anders nach Zahlen stellt es sich nach dem Global Wealth Report der Boston Consulting Group dar. Er nennt für das Jahr 2007 ein Plus von 21 % auf 422.000 $-Millionäre in Deutschland.

Aber gut, ja, nehmen wir mal die 25.000 [aus dem Jahr 2002] x 1 Million und lassen die Vermögenssteigerungen aller Anderen in diesem Jahr weg. Folgende Rechnung lässt sich aufmachen: Mit 1 Million Euro lassen sich rund 55 Stellen pro Jahr zu Gesamtkosten à 1500 monatlich finanzieren. Nimmt man das mal 30.000 wäre man bei über 1,375 Millionen auf ein Jahr finanzierten Arbeitsplätzen! Man denke bitte sofort an die Binnennachfrage und die Sparquote, den Bundeshaushalt und die Stimmung im Land! Den Multiplikatoreffekt! Also eine spürbare Entlastung der Transferkassen der Staatsebenen um entsprechende Summen wäre eine Folge, man könnte sie  beziffernd spezifizieren. Es geht aber nicht so sehr um Rechenbeispiele, vielmehr um ein Gefühl der Fairness an sich. Man braucht nicht zu erwähnen, dass es besagten Leuten, besonders den bereits seienden Mehrfachmillionären schon 2001 materiell potenziert sonnig ging.

Ein Verständnispunkt ist, dass alle diese Individuen pro Zeit-Intervall maximal z.B. vier Biere trinken, auch nur ein Schnitzel essen, einen Platz im Theater besetzen, einmal ins Kino gehen können usw. usf. Kurz das Geld ist ab einem gewissen Akkumulationspunkt schlichtweg gesellschafts-gefährdend unsinnig verteilt. Konkret in der Binnennachfrage im täglichen Kleinkonsum - z. B. wird an Frisör, Nagelstudium, Kino, Taxi und und und gespart.

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Wie oft (Jahr, Monat, Woche, Tag) bekommen wir eigentlich über die Medien kommuniziert, wie es um die gerade in den letzten 20 Jahren deutlich auseinander gehende Vermögensschere weltweit und gesellschaftsintern bestellt ist? [F] Etwa den UNDP-Report [Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen] vom 8. Juli 2003, der davon spricht, dass es 54 Ländern schlechter geht als vor 10 Jahren. Dass überhaupt etwa ein Manager Klaus Esser (Mannesmann-Deal [F Freispruch > Revision > Einstellung gegen 1,5 Millionen Euro Geldzahlung]) es ethisch in Ordnung gefunden hat, an einer `Übernahmeschlacht zwischen Mannesmann und Vodafone im Jahre 2000 30 Mio. DM für sich einzuheimsen.

Hank McKinnell, der ehemalige CEO [chief executive officer] des US-Pharmakonzern Pfizer [2008 mit 86.600 Angestellten], erhielt nach 5 Jahren auf dem Chefsessel rund 200 Millionen US-Dollar für seinen Ruhestand [in Form von Pensionen, Aktienoptionen u. a. Vergütungen]. Mit 50 Millionen Euro, Deutschlands höchste Abfindung soweit, erhielt im Sommer 2009 der Porsche Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking. In Mode gekommen ist jetzt das Spenden eines Teils (1/4, 1/3, 1/2) solcher Summen.

Nun, sparen wir uns weitere Namensnennungen. Es gibt derer viele weitere. Millionenabfindungen haben jedenfalls allgemein mit Limitismus nichts zu tun und können nur in Ausnahmefällen als legitim vorgestellt werden. Millionenabfindungen, die gestiftet werden müssen, hingegen sehr wohl.

Diese alle stehen überdeutlich für die gesellschafts-symptomatische Entgleisung unserer Bandbreitenlosigkeit! Aber auch in der Mitte wird zu viel Einkommen erwartet, keiner will es hören.

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Ziehen wir 50 % von z.B. 15 Mio. Euro ab, sind es netto 7,5.Mio. Damit ließen sich 1 Jahr lang 250 Arbeitsplätze à 2500 Euro brutto schaffen. Das mag jetzt nicht als Zahl überwältigen, aber diese ganzen formulierbaren `Tropfen´ summieren sich. Man denke an die Binnennachfrage! Hier fehlt die nötige Geldzirkulation. Geld in einer Hand kauft sich auch nur ein Getränk pro Durst. Es macht schon einen gewichtigen Unterschied, ob eine/r monatlich 200 oder 300 Euro mehr oder weniger zur Verfügung hat. Daran entscheidet sich ein möglicher Kinobesuch, eine Taxifahrt, ein Besuch beim Friseur, die Geldausgabe für gesündere Nahrungsmittel, usw.

Unspekulativ investieren allgemein dagegen die `Geldüberhäufungen´ per Saldo nicht, sonst würde das Vermögen der Über-Reichen nicht immer weiter in Margen anwachsen, die durch etwa risikogeringe Staatsanleihen oder realwirtschaftliche Investments so nicht zustande kommen könnten. Natürlich wachsen Kapitalstöcke auch in langsameren Tempo und andererseits kann es bei risikobelasteteren Geschäften zu kolossalen Totalausfällen kommen – siehe den globalen Milliardärsschwund 2008/2009. Der mittel- und bisher langfristige Trend geht jedenfalls kontinuierlich für Groß- und Supervermögen weiter nach oben. Einbrüche sind so genommen lediglich vorrübergehende Pausen eines scheinbar nicht enden wollenden Prozesses der Akkumulation. Da wir aber wissen, dass alles ein Ende, eine Grenze hat, die sich durch Vernunft oder Unvernunft befördert, früher oder später offenbaren wird, stellt sich unausweichlich die Frage: wann, wo und wie hier und dann nun welche Entwicklungspunkte (Höchstpunkte, Umkehrpunkte, Bandbreitenpunkte) gesetzt werden werden und gesetzt worden sein werden.

`Es´ fließt nicht in die Alltagswirtschaft, sondern in die Kapitalmärkte und die feiern wo sie können Shareholder-Value-Parties, Arbeitsplatzvernichtung, Lohndumping, Großaktionär-Monopoly. Dabei ist das Shareholder Value ein Sinn, wenn jeder Shareholder ist, sich selber kündigen würde man ungleich schwerer, nicht wahr?

Hierbei geht es nicht darum, gegen Reichtum per se (also grundsätzlich) zu wettern - überhaupt nicht. Leistung soll sich ruhig auch finanziell Lohnen, aber gegen Absurditäten sollten sich (weltweit) neue Mehrheiten finden, um die Verhältnisse in einen lebensbejahenden und volkswirtschaftlich gesunden Rahmen zu setzen.

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Cents machen nur die Reichen zu Superreichen.

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Die Finnen haben schon ihr Rundungsgesetz und kommen ohne 1 und 2 Cent-Stücke im Zahlungsverkehr aus. Diese nicht genutzten Münzen sind in kleiner Auflage nun reine Sammlerobjekte. Dies zu den Cents in allen Ehren. Und dennoch komme ich mir regelmäßig an den Einkaufskassen wie im Kindergarten vor. Hier ein Cent und da 3 Cent, oh es Kostet 11,57, na, da will ich mal schauen, ob ich die Cents finde. Was? 10,03! Für wen sind die 3 ??? Ganz ehrlich die 5er Auf- und Abrundung spart Zeit, erleichtert das Portemonnaie und beendet das Sinn vorgaukelnde Klein-Klein.

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Hunger

Die FAO[UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft] nennt in ihrem Bericht (Juni 2009) die Schätzung von 1,02 Milliarden unterernährten, täglich hungernden Menschen weltweit (vgl. FAO-Zahl aus dem Jahre 2006: 850 Millionen, und davon rund 820 Millionen in den Entwicklungsländern). Laut FAO schlägt auch bei dieser historisch hohen aktuellen Gegenwartszahl die globale Rezession ins Kontor. Es wird z.B. gehungert, weil man sich die Nahrung nicht leisten kann, weil man arbeitslos geworden ist. Es wird gehungert, wenn der Ölpreis in Höhen steigt wie etwa des Jahres 2008, weil alles teurer wurde, nur der Verdienst nicht mitwuchs. Es wird gehungert, weil der Zugang zur Nahrung nicht gewährleistet werden kann (Entfernung, [Bürger/Banden]Krieg, Korruption). Für Hunger gibt es viele Gründe, lokale und globale, ökonomische sowie ökologische. Allen gemeinsam ist, dass Bandbreiten missachtet werden oder worden sind. ...

Täglich sterben Abertausende an den indirekten oder direkten Folgen von Hunger [Schwäche, mangelnde Widerstandskraft bei Erkrankung]. Dieses passiert, obwohl schon heute eigentlich in Anwendung des weltweiten landwirtschaftlichen Potential bis zu 12 Mrd. Menschen versorgt werden könnten. Man kommt nicht drum herum zu fragen, wer da einfach zuschaut und einzig die eigenen (vollen oder nicht allzu leeren) Taschen zum bersten bringen möchte? Wer da nicht bereit ist die Strukturen zu ändern. Wir können nicht sinnvoll auf jene hoffen, die an dem `Wahnsinn´ verdienen. Die Holzmafia, Menschenhändler, Waffenmafia, Drogenmafia, Öl-, Pharma-, Saatgut-, Kernkraft-Lobby, usw. Es sind wir [unser Megawahn] und es sind die anderen [z.B. der Staatspräsident von Simbabwe, Robert Mugabe und Konsorten].

Nein, da vergeht nicht nur mir, wenn sich auf diese Zahlen eingelassen wird, der durchaus vorhandene Humor. So darf es nicht bleiben können, wir sollten dieser Art Bandbreiten endlich gänzlich schließen lernen. Hungertod ist bei eigentlich vorhandener Nahrung nicht zulässig. Aber das Gegenteil findet statt, durch die gerade in den letzten Jahren enorm ansteigenden weltweiten Nahrungsmittelpreise, werden erneut die schwächsten Menschen in den Hunger mit all seinen gesundheitlichen und tödlichen Folgen.

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Aber auch Massenlangzeitarbeitslosigkeit [Arbeitslosigkeit, die länger als ein Jahr anhält] ist für eine moderne Gesellschaft eigentlich nicht hinnehmbar.

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Das Sinnbild für diesen lebensverachtenden Wahnsinn ist eben jener Milliardärismus, der sich teils auch aufgrund von Spekulation im Nahrungsmittelmarkt, im IT-, im Rohstoff- und Energiemarkt etc. aufgebaut hat, ohne an die Folgen seines Gewinnmachens für die anonyme Gruppe der Anderen zu bedenken.

Wer meint, er/sie würde doch nur in Grüne Geschäfte investieren und wäre daher nicht mitverantwortlich, täuscht sich meist, denn die Dinge sind letztlich miteinander verwoben. Hinzu kommt, machte man zwar investitativ womöglich `keine´ Fehler, so diente man dennoch dem Zeitgeist des Nicht satt werden Könnens, allein indem man reicher und reicher, mächtiger und mächtiger würde, ohne sich offen für alle sichtbar gesellschaftlich auf eine Stiftung seines Vermögens zu verstehen.

Ein Milliardärismus, der weiß, sein Vermögen in großen Teilen per Erbgang weitergeben zu können, so er das möchte. Ganz so, wie es heute möglich ist. Dieses ist nun im Interesse der Allgemeinheit fragwürdig, denn dass auf einen `Gerechten´ just ein Gerechter folgt, ist gegen die allgemeine Welterfahrung. Nur deshalb haben sich immer mehr Gesellschaften von ihren autokratischen Systemen gelöst und / oder werden und sind sich am lösen (siehe weiter unten). Besser man kontrolliert den König in seiner Macht. Besser man bindet Großkapital oder eine Unternehmung an seine(n) direkten Schöpfer, und lässt auch diese nicht in bandbreitenlose Größe überborden.

Wenn man nun aber Großvermögen und Super-Reichtum an das diesen Reichtum erschaffen habende Individuum personal anbände und mit dessen Ableben bis auf ein zu definierendes und übertragbares Maximalvolumen vergehen ließe, dann flösse Kapital und Handlungs-Potential in die Gesellschaft zurück, und die Akkumulations-Absurdität löste sich regelmäßig in Wohlgefallen auf.

Das ganze Denken in der Gesellschaft würde sich an solcherlei Faktizität anpassen und neuen Aufmerksamkeitsraum auch für die problematischen Weltsituationen freigeben können, da man nun etwas freier wäre vom Wahn eines Nicht enden könnenden Aufstieges der Ansammlungen - auf den einer sich nicht zuletzt aus dynastischen Gründen zu konzentrieren habe. Oder der Vermögenserhaltung, auf die sich, egal wie, zu konzentrieren sei. Entspanntere Wesen, mit einem entspannteren Blick auf die Dinge des Geldes, die den kapital-dynastischen Gedanken ablehnen, wie etwa Bill Gates oder Warren Buffett [zwei der kapitalmächtigsten Individuen on Earth] sind gute Beispiele für eine freiwillige Wende hin zum Bandbreitenkapitalismus - zumindest hinsichtlich der Vermögensübertragbarkeit. Der Großteil ihrer Vermögen fließt in die allgemein wohltätige Bill & Melinda Gates Foundation. LIM ist allemal auch Philanthropie.

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Die Demokratisierung und daran anschließend Tiefendemokratisierung der Länder dieser Welt, ja, der ganzen gesellschaftlichen Erdveranstaltung, ist die eine Jahrhundertaufgabe, die andere ist die Überführung des grenz-indifferenten Kapitalismus in den Bandbreitenkapitalismus. Nicht nur eine Aufgabe, sondern reine Notwendigkeit ist der sozial-ökologische Umbau der globalen Wirtschaftsweise. Eine zu geringe thematisch orientierte gesellschaftliche Kommunikationsfrequenz reduziert das Tempo eines demokratisch herbeigeführten Kulturenwandels.

Gibt er sich Obergrenzen, muss er sich umdefinieren.

Vielen in auch unserem Land mag das egal sein. Bewusste Ignoranz ist schäbig. Ein Skandal an sich. Allermeist pure Ignoranz und Nicht-Mitdenken-Wollen, Medienverdummung und Propaganda der Besitzwelt, Verblendung und ein Nicht-Wahrhaben-Wollen.

But too much is too much and ever will be, right.

Es ist bequem davon nichts wissen zu wollen, sich nicht mal minutenweise darauf einlassen zu können. Hey, das ist unsere Verhältniswelt! Wir können ja ohnehin nichts ändern! Falsch, wir wissen nur nicht wie!

Es sind die Grenzen an die herangedacht werden kann, Grenzen in allen Bereichen. Grenzen überwinden, zurückführen, Grenzen einführen, Grenzen erweitern und Grenzen einhalten, schließlich: das Unterscheiden zwischen diesen Möglichkeiten, was das eigentliche zu leistende Unterfangen ist und bestimmter richtungsführender Prinzipien und Hinweise bedarf. 

Will man etwa das Existenzminimum bearbeiten, muss man auch am Existenzmaximum ansetzen. Schlaraffenland ist woanders.

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Wer wacht eigentlich wann auf? Was kann der einzelne überhaupt tun angesichts des geballten Wahnsinns weltweit? Zu aller erst braucht man nicht nach Weltweit zu schauen, sondern schön im eigenen Terrain mal ehrlich zu sich selber sein. Kapitalismus heutiger Couleur türmt und vertagt unsere Probleme und löst sie nicht. Löst sie nicht, weil er ausufernd ist. Löst sie nicht, weil bestimmte Industrien an Überholtem verdienen wollen solange auch nur irgend möglich. Siehe Autoindustrie, Atomwirtschaft ... Darum geht es, zu verdeutlichen, dass immer mehr zu gar nichts mehr führt - unweigerlich. Aufwachen, europaweit, weltweit, es ist Zeit.

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Wie wollen wir überhaupt die Welt befrieden, wenn die besseren Lösungen nicht angewandt werden, was ist das für eine Politik, die (in Deutschland) etwa Sprit verschleudernden Off-Roaders noch lange Zeit, bis Mai 2005, Steuergeschenke als `kleine Nutzfahrzeuge´ hinterher wirft (Spiegel 37/03), ihnen als solche erst die Zulassung ermöglicht [VW-Touareg - über 16 Liter/100], da die Abgasnormen für PKWs eigentlich diese ausschließt. Es vielmehr umgekehrt sein müsste, nämlich allgemein Off-Roaders eine Zusatzsteuer aufzuerlegen, nicht wahr?!

Für mich sind etwa all diejenigen, die obwohl sie ein kleineres Auto fahren könnten, konsequent ein größeres fahren (konkret z.B. Jeeps, Hummer, und exemplarisch aberwitzig z.B. der Porsche Cayenne mit einem exorbitanten mehr als 65 Liter/100 Km bei Vollgas Verbrauch) biosphärisch-asozial, höchstwahrscheinlich aber auch nur egodumm und generationenblind, psychologisch angeschlagen oder einfach doch die besseren Philosophen!? Gewiss nicht, sie haben nur Pseudoargumente. Dass ohne Not  Fragwürdigere tun ist jämmerlich.

Jeder ist zuweilen fragwürdig und `jämmerlich´, aber sich selbst als unverbesserlich abstempeln, ist ebenso unsinnig. Leben heißt auch aus Fehlern lernen.

In der Schweiz sprachen sich in einer Umfrage des ehemaligen Schweizer Nachrichtenmagazins `Facts´ (April 2007) 51 % für eine zusätzliche Besteuerung dieser, die Umwelt unverhältnismäßig belastenden Fahrzeuge aus. Zumindest darf diese mittlerweile wohl gestiegene Zahl als Hinweis darauf gelten, dass in auch dieser Frage sehr viele Menschen sehr wohl konstruktiv zu unterscheiden vermögen. Weitere Kritikpunkte sind zu nennen: der unverhältnismäßige Ressourcenverbrauch bei der Produktion dieser `Panzer´, das übergroße Gefährdungspotenzial anderer Verkehrsteilnehmer, wenn es zum Unfall mit einem solchen Gefährt kommt. Gerade in Bezug auf die Entwicklung und Marktplatzierung von Leichtfahrzeugen [Stichwort: 1 Liter Auto], also die eigentlich gewollte Zukunft der Mobilität, wird durch die Sport Utility Vehicles [SUVs] verzögert. Kaufen sich Mütter und Väter z.B. aus Sicherheitsgründen einen SUV, so die anderen eben aus den gleichen Gründen keinen Kleinwagen. Wir sehen, diese im Grunde allein Landwirten, Förstern etc. vorzubehaltenden Geländewagen führen nicht in die allgemeine Bandbreite und können für sich selbst eigentlich legitim nur einen ganz schmalen Bereich an Anwendungsfällen reklamieren, wo sie wirklich sinnvoll und mehr oder weniger unumgänglich sind. Hier müsste also eine Bandbreitenverengung erfolgen. Der Spritpreis als Lenkungsinstrument bei Kaufentscheidung ist zu ungenügend, da gerade Halter dieser Hochgewicht-Kraftprotze über mehr Geldmittel verfügen. Sinnvoller ist es hier über die Steuerschrauben zu agieren oder gleich mit Datum gesetzlich anzukündigen, dass es zu einem Neuzulassungsverbot für ihre unplausible Nutzung kommen wird. Eine Drosselung der Motoren von bereits zugelassenen Mehrzweckfahrzeugen, die keine Einsatzfahrzeuge sind,  auf eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Km/h, wäre ebenso obligatorisch.

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Klima hin und her, die Geldgeilheit ist widerlich, nicht der Wettbewerb, aber die Zügellosigkeit und Idiotie der Partikularinteressen. Ich sage es so gerne aus didaktischen Gründen.

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Ernst-Otto Czempiels Gesellschaftswelt in Ehren, aber sie wird dominiert von besitzbürgerlichen Denken. ...

Was kommen sollte ist die Stunde des Normalbürgers in allen Kulturen. Der/die NormalbürgerIn möchte seinen/ihren Interessen nachgehen, ohne anderen dabei wissentlich Schaden zu zufügen. Und erfährt dieser Mensch von schädlichen Folgen seines Tuns, ist er/sie bereit sich mitzuverändern, wenn er dadurch nicht schlechter gestellt wird als vorher - besonders psychologisch. Menschen wollen sich im Kreis eines entspannten sozialen Umfeldes aufgehoben fühlen können. Die Unruhestifter sind die Wenigen, und das ist der Punkt, den es zuallererst zu erkennen gilt. Frieden auf Erden wird bisher, wenn, dann von den Wenigen, nicht den Vielen, verhindert.

Die wenigen Friedenskorrupten gilt es einzubinden in Recht und Rahmen, dann werden die Allweltsmehrheiten sich in ihrem Handeln entfalten können. Das ist die einzige Lösung - der Wille zur gezügelten Macht und zum moderaten Reichtum, zum moderateren Technikgebrauch und moderateren Ressourcenzugriff - nicht das Plus ultra.

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Zum relevanten Fortschritt gehört meines Erachtens etwa nicht die seit Mitte 2004 in manchen Supermärkten aufgestellten automatischen Supermarktkassen für Kleineinkäufe. Hier summiert sich erneut etwas zu einem Arbeitsplatzabbau. Es gibt Entwicklungen, die man unterbinden muss, will man nicht ihr Opfer werden. Fortschritt auf Kosten von Arbeitsplätzen [Kassiererin, U-Bahnführer ...] gerät leicht ins Absurde.

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Auf dem Teppich bleiben und Recht so setzen, dass tatsächlich alle etwas davon haben. Das z.B. - ich komme darauf weiter unten erneut zu sprechen - laut der Langzeitstudie der R+V Versicherung `Die Ängste der Deutschen 2009´ 48 % der Befragten Angst haben den eigenen Arbeitsplatz zu verlieren, entspricht dem Vorjahreswert. Dieses Ergebnis ist nur ein empirischer Wink unter vielen für das Versagen des jetzigen Kapitalismus in seiner jetzigen Form. Furcht solcher existenziellen Art ist eine Schande für die Gesellschaft, denn sie produziert diese durch ihre eigenen unvollkommenen Einrichtungen. Die Leute hätten weniger Furcht vor dem eigenen Jobverlust, wenn die Gesellschaft so eingerichtet wäre, dass man gewiss nicht in Langzeitarbeitslosigkeit fallen könnte und zudem alle Arbeitsverhältnisse auch eine würdige Entlohnung erfahren würden.

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Bevölkerung

Da Gesellschaft heute letztlich internationale Gesellschaft ist, lohnt es sich also, das weltgesellschaftliche Denken zu bearbeiten. Es macht allerdings wenig Sinn etwa einem männlichen Landbewohner in Afrika etwas abzuverlangen – z.B. reproduktive Zurückhaltung, also Verhütung anzuwenden, wenn er nicht einen direkten Vorteil davonträgt. Etwa in Form einer regelmäßigen geldlichen Zuwendung, die so lange gewährt wird, so lange er nicht mehr als zweifacher Vater ist. Fragen des Missbrauchs sind berechtigt, doch als Massenphänomen bleibt es auszuschließen. ... Kontrolle ist schwer unter Bedingungen häufiger Ortwechsel. Weltweite vernetzte DNS-Kataster könnten helfen. Diese würden vollständig anonym gehalten werden können, da es lediglich darauf ankäme abzugleichen, ob mehrere Vaterschaften vorliegen. Das heißt, jeder gibt einen genetischen Fingerabdruck ab. Dieser kommt anonymisiert in einen Gesamtpool und kann erst dann mit einer Person in Beziehung gesetzt werden, wenn von der Frageseite her ein Abgleich gemacht wird. Ein großer finanzieller Aufwand, zugegeben, doch so groß ist der Aufwand auch nicht. Der Datensatz könnte auf einem UN-Server platziert werden. Mich würde eine Kosten-Nutzen-Analyse interessieren. Jeder auf diese Weise Nichtgeborene hilft Ressourcen einzusparen und der Bandbreite näher zu kommen, ohne in einen moralischen Konflikt zu geraten.

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Der Schlüssel zur Entprekarisierung kann ein anzustrebendes reformiertes Weltfinanz- und Handelsrecht sein. Da das ein Fernziel ist, können nur die Hemisphären und Ländergruppen beginnen - etwa die EU, die OECD, die G-8 ...  Was z.B. die G-20 zusammen beschließen, wäre de facto Weltrecht. Die G-20 repräsentieren derzeit (2009) rund 90 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung, zwei Drittel der Weltbevölkerung, etwa 80 Prozent des globalen Handels, aber in Staaten gerechnet nur ein Zehntel der 192 der UN-Mitgliedsstaaten. Dass es unterhalb dieses erweiterten G-7(8)-Kreis eigentlich nicht mehr sinnvoll geht, ist zum allgemeinen Konsens geworden, und folgerichtig ist diese Art Gipfeltreffen auf dem dritten G-20 Treffen, diesmal in Pittsburgh/USA 2009, zur steten Parallel-Veranstaltung von G-8-Summits erklärt worden.

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EU

Ein eigener Finanzstil für Europa!? Gleicher Wohlstand für alle EU-Europäer in Zeiten der vollzogenen Osterweiterung und der persönlichen Zielvorstellung der Bevölkerungen der mittlerweile hinzugekommenen Länder auf das `ehemalige´ EU-15-Wohlstandsniveau zu gelangen, hängt vom Ziel-Level des Wohlstandniveaus in den Reichtumszonen der EU ab.

Eine permanente Nach-oben-Orientierung ist nicht nachhaltig und somit schädlich für das Gesamtsystem, also langfristig nicht leistbar. Wohlstand sollte anders definiert werden. Wohlstand könnte bedeuten: kommunikative Anbindung, Frieden, eine intakte Umwelt, eine offene demokratisch frei-tolerante Gesellschaft, Freiheit von mentaler und materieller Not aus materiellen Gründen, ein Arbeitsplatz mit fairer Entlohnung, viel Freizeit, viel Bildung und Kultur, würdige Wohnverhältnisse [ausreichend Wohnraum und Wohnstandards].

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Mit den vollzogenen EU-Erweiterungen auf nunmehr bisher 27 Mitgliedstaaten, stellen sich steuerungspolitische Reform- und Verfassungsfragen und formt sich neue Möglichkeit für einen gemeinsamen Umschwung zu geringeren politischen und finanziellen Transaktionskosten.  Wenn Ernst-Otto Czempiel (2002) von der Stunde Europas redete, bezüglich (auch) der sich abzeichnenden selbstherrlich-katastrophalen US-Außenpolitik der damaligen Bush-Administration, so gilt dies auch für die allgemeine Weltinnenpolitik. Aber was ist Europa, solange es kein sinnvolles Ganzes geworden ist? Welche Chance hat Europa, wenn der Glaube an die Demokratie in den Bevölkerung, zumal, aber nicht nur, der deutschen schwindet, wie es gegenwärtig zu beobachten ist? Das Mangelhafte Interesse (europaweit 43,1 % Wahlbeteiligung), bzw. auch der Anstieg europaskeptischer Parteien bei der EU-Wahl 2009 sind nur zwei typische Indikatoren dafür.

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Mit 500 Mio. EU-Bürgern ist die EU der größte hoch-entwickelte Wirtschaftsraum, und er ist es, über den allein ein Einstiegs-Konsens in eine limitistische Zukunft zu früheren Zeitpunkten vorstellbar wird, als etwa im G-8 oder gar G-20-Maßstab, wobei ich eigentlich nicht wüsste, weshalb es ungleich schwieriger wäre, innerhalb eines EU-G8-Raum die dazu nötigen politischen Mehrheiten zu gewinnen. Widerstand ist grundsätzlich von denjenigen zu erwarten, die zu verlieren haben und denen, welche mit Bandbreitendenken nichts am Hut haben wollen. Somit wiederum besonders von denen, die unter der Bandbreitenlosigkeit verdienen. Wäre der Mensch kollektiv betrachtet nicht so träge, würden sich die Mehrheiten schon längst eine fairere Welt eingerichtet haben.

Der Wandel der Verhältnisse wird aus Europa heraus einen leichteren Start haben, Multilateralismus - Grundvoraussetzung jeglicher Weltbesserung - hat einen größeren Rückhalt in der europäischen Politik, ja, ist mit Ausnahmen kennzeichnend für die gegenwärtige und zeitgeschichtliche europäische Politik.

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In Frankreich und den Niederlanden scheiterten die EU-Verfassungsreferenden über eine Verfassung für Europa (29. Mai / 3. Juni 2005), dem Vorläufer des EU-Reformvertrages, auch wegen der Infragestellung eines sozial nicht absichernden Neoliberalismus (vgl. Teil III. der Verfassung ...). In Europa kam es mit der gescheiterten Verfassung also erst mal nicht zu einem `Crossing´, und damit nicht auf ein Weiter auf höherem Niveau, um von dort aus dann erneut durch erneute Reduktion, also Strukturverdichtung und Vereinheitlichung, wiederum Platz für eine nächste Vertiefungs- und/oder Erweiterungsrunde zu ermöglichen. Den Europapolitikern, den Regierungen der nunmehr 27 Einzelstaaten gelang in Folge der Scheiterungserfahrung des Jahres 2005 in einem zweiten Anlauf im Dezember 2007, zunächst auf Ratsebene, der Abschluss des Lissabon-Vertrages, der sich daraufhin als EU-Reformvertrag in eine Ratifikationsphase begab, welche neue Schwierigkeiten mit sich brachte. So konnte der Vertrag auch nicht zum ursprünglich gedachten 1. Januar 2009 ob der unten genannten politischen Unbilden in Kraft treten, sondern es galt der erste Tag des ersten Monats, nachdem die letzte Ratifizierungsurkunde in Rom hinterlegt wurde als Tag der Inkrafttretung, was dann letztlich der 1. Dezember 2009 war.

Die Iren haben den Vertrag per Referendum im Juni 2008 mit 53,4 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 53,1 % abgelehnt, was die EU in einer neuen Krise zurück lies. Dass die EU-Bevölkerungen im laufenden Ratifizierungsprozess nun gänzlich, bis auf Irland, nicht mehr gefragt wurden, macht(e) das Projekt Europa bei seinen Bürgern nur verdächtig, an ihren Interessen vorbei zu steuern.

Inhaltlich unterscheiden sich der Lissabon-Vertrag und sein Vorgänger natürlich etwas voneinander, aber im wesentlichen handelt es sich um eine Neuvorlage der gescheiterten EU-Verfassung, selbst wenn jetzt im Vertrag nicht mehr von Verfassung gesprochen wird, oder auf etwa die Hymne verzichtet wurde.

Die irische Frage wurde in pragmatisch-logischer Vorgehensfrage so gelöst, dass zunächst an dem Ratifizierungsprozess festgehalten wurde und man sich für Irland etwas zu überlegen hatte. Schließlich wurden den Iren durch Zusatzprotokolle bestimmte politische Zusagen gemacht, so dass ihre ursprüngliche Ablehnung in nunmehrige Zustimmung umschlagen konnte. Diese gab die irische Bevölkerung mit 67,1 Prozent in einem erneuten Referendum (Oktober 2009). Daraufhin hat der polnische Präsident Lech Kaczynski die Urkunde unterschrieben, hatte er seine Signatur doch zuvor an einen positiven Ausgang des zweiten irischen Referendum gebunden. Ebenso der tschechische Präsident Vaclav Klaus, der als letzter Staatspräsident unterschreiben wollte, am liebsten aber gar nicht. Mit dem bereits erfolgten Placet des Tschechischen Gerichtshofes schien der Ratifizierungsprozess jetzt erfolgreich abgeschlossen werden zu können. Allerdings formierten sich just 17 tschechische Senatoren mit erneuter Verfassungsklage an das tschechische Verfassungsgericht, die dieses aber erneut zugunsten des Vertrages entschied. Klaus, der mittlerweile zusätzlich auch noch eine Ausschlussklausel in dem Vertrag, bzw. als Protokollanmerkung sehen wollte, die die bereits beim EU-Beitritt Tschechiens erklärte Unantastbarkeit der Beneš-Dekrete von 1945 noch einmal explizit sicherstellt und somit Eigentumsansprüche vertriebener Sudetendeutschen verunmöglicht, bekam auch hierin die Zusage des Europäischen Rates. Hoffte Klaus zunächst auf eine weitere Verschleppung des Ratifikationsprozesses, so gab er seinen Widerstand schließlich auf.

Die Unterschriftsverweigerung bis nach der Wahl zum englischen Unterhaus im Frühjahr 2010 hätte er politisch nicht durchhalten können. Absetzungsszenarien wären möglich gewesen, immerhin, waren das tschechische Parlament und Verfassungsgericht für die Annahme des Vertrages.

Wobei zu sagen ist, dass eine durchgehaltene Ratifikationsverschleppung wohl für den Lissabon-Vertrag vernichtend gewesen wäre, denn nach einem hochwahrscheinlichen konservativen Wahlsieg bei den britischen Unterhauswahlen im Frühling 2010, würde die neue Regierung angesagter Weise, trotz bereits erfolgter Ratifizierung in Großbritannien, ein Referendum über den Vertrag abhalten, was diesen angesichts der euroskeptischen Haltung der britischen Bevölkerung doch noch zu Fall hätte gebracht haben dürfte. Die Klaus`sche Unterschrift vom 3. November, lange noch vor der UK-Wahl, führte dazu, dass der Vertrag in Kraft treten konnte und sich Großbritannien diesem Fait accompli [vollendete Tatsache] gegenüber an seine eigene vollzogene Ratifizierung zu halten hatte. Man sieht wie knapp die Dinge standen. Ein kolossales Scheitern des Vertrages konnte nicht ausgeschlossen werden, obwohl der parlamentarische Ratifikationsprozess des Vertrages in den Kammern und Parlamenten aller 27 Mitgliedstaaten abgeschlossen war. De facto lag das Gelingen oder Scheitern nur noch an einer absehbar positiven juristischen Entscheidung in Prag und kulminierend an der widerspenstigen Person des tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Klaus – sehr interessant.

Durch das also negativ ausgefallene erste irische Referendum über die Annahme des EU-Reformvertrages ist dieser Vertrag nur vorrübergehend in die Schwebe geraten. Eine konstruktive Lösung konnte gefunden werden, um ihn zu retten [denn de jure müssen zur Inkraftsetzung des Vertrages alle EU-Mitglieder zustimmen].

Dieser nun wirksam seiende Reformvertrag [quasi ein Verfassungsansatz, Verfassungsvorläufer; er stattet die EU explizit mit eigener Rechtsfähigkeit aus], der durch Verfahren, die Ratifikationsprozesse in den Parlamenten und Kammern der Einzelstaaten mitsamt der unumgänglichen Unterschriften der Staatsoberhäupter, endgültig bestätigt wurde, ist zugleich die erste Sprosse der folgenden europäischen Entwicklung.

Mauserte sich das durch diesen EU-Vertrag dann erneut gestärkte EU-Parlament [mehr Mitentscheidungsfälle], durch weitere zukünftige Modifikationen [`EU-Verfasstheits-Ergänzungen´] zu einer auch emotional positiv wahrgenommenen gesamt-europäischen Evidenz, einem Vollparlament, dann wäre das Terrain geebnet, sich endgültig per EU-Volkswahl [EU-Völkerwahl] zügig einen sozial tragfähigeren Bandbreitenkapitalismus ins Recht zu schreiben. Ein Szenario, welches sich innerhalb eines Vierteljahrhunderts durchaus als, wenn auch nicht hoch-, so doch plausibel vorstellen lässt.

Im Lichte eines relativen Bedeutungsrückganges Europas angesichts weltweiter Bevölkerungsentwicklung und globaler ökonomischer Trendentwicklung besonders im asiatischen Raum [Indien, China] stellt sich das EU-Projekt als vernünftige Konsequenz dar, um europäischen Einfluss in der Welt eine gebündelte Stimme zu verleihen.

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Fairness

So liberal ich mir auch selber vorkomme, so sehr empfinde ich, dass eine Gesellschaft eine fraglos solide Fairnessbasis benötigt, die nur über distributiv-sozialen Ausgleich und Differenzierungsvermögen erlangt werden kann. Dass die Natur Menschen zuweilen einen Strich durch die Rechnung macht, muss man hinnehmen, und sich im Falle von Naturkatastrophen umso deutlicher und entschieden gegenseitig beistehen. Dass aber Menschen Menschen als ökonomisch überflüssig deklarieren, bleibt unakzeptabel, und muss nicht hingenommen, sondern ohne Wenn und Aber verändert werden.

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Noch unzufriedenstellend ist auch der Ist-Zustand der internationalen Einbindungen.

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USA

In puncto Multilateralismus war der große Neinsager des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts die US-Bush-Administration (Anf. 2001 – Anf. 2009). 

Im US-Kongress ging die republikanische Mehrheit in beiden Kammern im November 2006 verloren.

Eine andere Politik mit der nun im Januar 2009 ins Amt getretenen neuen Obama-Administration bleibt gut vorstellbar. Die beobachtende Welt hofft auf ihn sowie die 2008 erneut von den Demokraten mehrheitlich gewonnenen zwei Kammern des US-Kongresses. Barack Obama hatte sich bereits als Präsidentschaftskandidat der Demokraten wiederholt in dieser Richtung erklärt. Die Chancen auf einen deutlichen Politikwechsel seitens der US-Bereitschaft multilateralen Verträgen beizutreten wurden also mit seiner Wahl verbessert und scheinen sich in Bewertung seiner internationalen Politik zu bestätigen. (Kuba, Dialogbereitschaft gegenüber dem Iran, das visionäre und vom Sicherheitsrat mit einer gemeinsamen Resolution einstimmig unterstützte Ziel einer Atomwaffen freien Welt, Aufgabe des Raketenschild-Vorhabens in Polen und Tschechien, sein nicht überhörbares Bekenntnis zum Multilateralismus, die Verleihung des Friedensnobelpreis 2009 an Barack Obama).

Man muss sich nur mal klarmachen, dass die USA z.B. etwa das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz bis heute nicht ratifiziert haben. Immerhin haben sich bisher allerdings rund 130 US-Städte zur Einhaltung der Kyoto-Vorgaben selbstverpflichtet. Nichtsdestotrotz bleibt es noch fraglich, ob die nun auch nicht mehr so neue Obama-Administration die Ratifizierung im US-Senat erreicht, bzw. die Ratifizierung des anstehenden Kyoto-Nachfolgeabkommens erreicht. > Klimagipfel 2009.

Die USA, vertreten durch ihre Regierung, hat im Zuge des Irakkrieges und der andauernden blutigen Situation im Irak weltweit viel an Ansehen eingebüßt, so dass sie sich in Zukunft offener geben könnte, um erneut internationales Vertrauen aufzubauen. Etwa indem sie dem seit Sommer 2002 tätigen International Criminal Court [Internationale Strafgerichtshof; ICC bzw. IStGH - bisherige 139 Signatarstaaten und bis März 2008 106 ratifizierte Mitgliedschaften von 192 UN-Staaten] auch eine Zuständigkeit für US-Amerikaner zubilligt, was die USA bisher strikt ablehnen. Unter der Obama-Administration und einem dem Multilateralismus offener gegenüberstehenden Kongress könnte sich diese politische Haltung verändern, ohne deshalb gleich zu einer gänzlichen und grundsätzlichen Unterwerfung unter dieses mit 18 Richtern besetzte Gericht im niederländischen Den Haag zu führen. Aber jede Art von Zuerkenntnis seitens etwa auch und gerade auch der USA hilft dem ICC in seine vollste Bandbreitenentfaltung hinein. So wurde die Staatsanwaltschaft des Gerichts am 31. März 2005 vom UN-Sicherheitsrat durch die Resolution 1593 beauftragt, die Ermittlung um die mörderischen Vorgänge in der weitgehend negrid-bevölkerten sudanesischen Provinz Dafur aufzunehmen. Ein Vorgang, der auch durch den Veto-Verzicht seitens der USA und Chinas in diesem Gremium möglich wurde.

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Wandel / exemplarisch

Werden wir beginnen Fahrradlifte (mal exemplarisch für vieles) zu bauen, oder die Biosphäre dem Autoverkehr opfern, weil doch alles am Auto hängt. Ist das wirklich so? Ja, aber.

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Familienpolitik / Familienwahlrecht 

Wer soll die Sozialsysteme einer alternden Gesellschaft finanzieren? Eine weiter forcierte Familienpolitik war unter Rot-Grün (1998 - 2005) durchaus vorhanden [Leistungen an Familien wurden von 40 auf 60 Mrd. erhöht] und erfährt durch die Große Koalition eine gesonderte und besondere Aufmerksamkeit. Das Bundesverfassungsgericht hat die Politik wiederholt aufgefordert, die Familien finanziell besser zu stellen.

Über zusätzliche politische Rechte wird früher oder später zu entscheiden sein. Etwa das sog. politische Elternwahlrecht, Familienwahlrecht [Manche fordern, wohl in Verkennung bestimmter entwicklungspsychologischer Momente, sogar ein aktives politisches Kinderwahlrecht für die Kinder selbst - na ja. Vgl. Mike Weimann: Wahlrecht für Kinder - Eine Streitschrift. Weinheim, Berlin, Basel, 2002. Weimann redet über ein direktes Wahlrecht für Kinder, also weitgehend kein Vertretungswahlrecht.]. Familienwahlrecht bedeutet nun, dass pro Kind zusätzliche durch die Eltern [Erziehungsberechtigten oder Vormund] treuhänderisch zu verwaltende Wahl-Stimmen, bei ungerader Kinderzahl von Wahl zu Wahl zwischen den einzelnen Elternteilen rotierend, oder als halbe Stimmen pro Elternteil anfallen. Verfassungsrechtliche Fragen nach der Gewährleistung einer `gleichen´ und `unmittelbaren´ Wahl bedürfen einer Sonderregel zugunsten eines Vertretungsanspruches durch die Erziehungsberechtigten.

Ich bin der Meinung: ein zu junges Kind kann aus kognitiven nicht selber wählen, ist aber ungeachtet dessen eine rechtsfähige Person mit einem daraus resultierenden und ohne Plausibilitätsverlust nicht wieder reduzierbaren Mitbestimmungsanspruch.

Die Frage nach einem notwendigen Zulassungsalter analog zur Geschäftsfähigkeit stellt sich nicht, weil das Wählen keinen Kaufakt darstellt. Aber gerade bei Kaufakten haben Eltern das Vertretungsrecht. 

Eine grundsätzliche Kopplung des Wahlrechts [zu verstehen als die Möglichkeit politischen Einfluss ausüben zu können] etwa an die Volljährigkeit ist ohnehin überholt, da z.B. bereits heute in 5 Bundesländern (Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein) zumindest 16-Jährige bei Kommunalwahlen mitwählen dürfen. Eine Grenze bei 16-Jahren für eine ganze Bevölkerungsgruppe insofern zu ziehen, dass sie als Quantität nicht ihr spezifisches Gewicht in der politischen Gestaltung des Landes findet, ist fahrlässig, da so nur der Generationenkonflikt forciert wird. Es muss zwangsläufig zu Ungleichgewichten führen, wenn die Politik eine Großgruppe ihrer Staatsbürger einfach und willkürlich ausschließt, die sie leichtenst mittels eines generationenfairen Familienwahlrechtes integrieren könnte.

Als ich vor Jahren im Taxi einem bayrischen Landtagsabgeordneten von dieser bis mindestens in die 70iger Jahre zurückreichenden Idee erzählte, war er ohne weiteres mit einem stellvertretenden Elternwahlrecht für ihre Kinder einverstanden - wenn ich mich nicht täusche: ein CSU-Mann. 

Ich frage mich auch heute, bald 20 Jahre später, was denn familienpolitisch sinnvoller wäre als solche Wahlrechtsentwicklung. Immer wieder wird Deutschland als strukturell kinderunfreundliches Land beschrieben, was anhand von empirischen Daten gut begründet wird. Nun, mittlerweile ist der Kreis der Unterstützer deutlich und quer durch die Parteien und Gesellschaftsschichten angewachsen. So ist  auch etwa der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog, der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse [SPD] oder die ehemalige Familien- und Frauenministerin Renate Schmidt, wie auch der im Mai 2008 zurückgetretene sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt u.a. für ein solches `Familienwahlrecht´ (Geburtsrecht).

Immerhin repräsentieren die bisher nicht Wahlberechtigten Babys, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche ca. 20% der Bevölkerung! Wie man auch dazu stehen mag - ich z.B. sehe ein direktes Wahlrecht, nicht jedoch das Elternvertretungswahlrecht!, skeptisch: Überforderung des Kindes, Elitendenken bei den Eltern. Es entspricht allerdings im Grunde dem Satzungsgedanken (durch Satzungsergänzung) des 1953 gegründeten Kinderschutzbundes: `Gleichberechtigung der Kinder´. Allgemein lässt sich feststellen, dass kinderpolitische Rechte nun bis in den interfraktionell-parlamentarischen Kommunikations-Raum vorgedrungen sind. Am 1. April 2004 kam es zu einem interfraktionellem Minderheits-Gruppenantrag im Parlament: `Mehr Demokratie wagen durch ein Wahlrecht von Geburt an´, und wurde nach der Debatte in die Bundestags-Ausschüsse weitergeleitet. [F siehe auch: Prof. Stein Ringen: Citizens, Families and Reform. Oxford University Press, 1997. Stein Ringen plädiert ebenfalls für ein Vertretungswahlrecht, besonders der Mütter.]

Mich wundert diese politische Demokratisierungsbewegung nicht, sondern ich frage mich, wann wir es endlich hinbekommen werden? Vielleicht früher als mancher glaubt. Obwohl sich diese Gesetzesinitiative bisher auch noch nicht durchsetzen lässt, so ist sie nicht vom Tisch, demokratietheoretisch kann sie das auch gar nicht.

Man kann keine Familien stärken, ohne sie zu stärken, finanziell und politisch! Um die Gründe für ein solches Rechtsunterfangen zusammenzufassen, zitiere ich Klaus Haupt und Dr. Herrmann Otto Solms (FDP) aus einem Sternartikel vom 7. 5. 2003, der sich für ein Wahlrecht ab Geburt ausspricht: "Obwohl das Grundgesetz in Artikel 6 die Familie unter besonderen staatlichen Schutz stellt, haben sich die Lebensverhältnisse der Familien im Vergleich zum Durchschnitt der Bevölkerung in den letzten Jahren und Jahrzehnten kontinuierlich verschlechtert. Kinder zu haben ist mittlerweile eines der bedeutendsten Armutsrisiken in unserer Gesellschaft.

Ähnliche weitgediehene Debatten laufen z.B. in Österreich, Tschechien .... In Österreich durften 16-Jährige bereits 2005 bei einer Landtagswahl mitwählen. Im Februar 2008 hat sich die österreichische Regierung mit sich selbst darauf verständigt möglichst rasch auch bei Nationalratswahlen die 16-Jährigen an die Urnen zu lassen. Man darf gespannt sein, ob das Thema im 17. Bundestag erweiterten Zuspruch erfährt.

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Kindergeld / Bevölkerungspolitik / Erziehungsgeld / Ausbildungsgeld / Bafög

Anstatt dass sozial prekär-lebende Familien ein höheres Kindergeld [bzw. Gutscheine für gezielt den Kindern dienliche Leistungen] bekommen, Kindergärten und Kindertagesbetreuung organisiert und finanziert werden, steigern wir lieber das (drohende) Elend, das Sorgegefühl der Betroffenen und pumpen gesellschaftliche Mittel an Orte, wo sie nicht gebraucht werden. Wiederum könnte das Bundesverfassungsgericht neu entscheiden, denn bisher lehnt dieses ein variables Kindergeld ab [F - Gleichheitsgrundsatz]. Wir bekommen das Echo der eigenen Politik. Heute sind Kinder ein Armutsrisiko [F] und ein Entfaltungshemmnis, oder: sie sind so wertvoll, dass man es ihnen nicht antun möchte (Danke an Ekki v. Braunmühl für diesen Hinweis) - man bleibt kinderlos.

Belässt der Staat es dabei, wir die Gesellschaft, belassen wir es dabei, dann wird sich unsere Bevölkerung zu schnell für unsere heutigen Sozialsysteme verkleinern, bzw. werden diese Sozialsysteme auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen sein, was ich nicht per se schlimm finde, nur wird dadurch ja sog. qualifiziertesHumankapital von anderen Gesellschaften abgezogen [`brain drain´]. Etwas, dass nun für die Betroffenen Gebiete kein unbedingter Vorteil ist, vielmehr deutlich zum Nachteil geraten kann und eine Bandbreiten-Missachtung darstellt. Ein Großteil der Zuwanderung nach Deutschland war eine Zuwanderung in die Sozialsysteme. Sie nutz nur den Zugewanderten. Hierzu bietet erhellendes Zahlenwerk Christopher Caldwell in : Reflections on the Revolution In Europe: Immigration, Islam, and the West. (London 2009).

Man denke daran, dass manches große Gebiet in Afrika, mit vielen Millionen Menschen, kaum über einen Augenarzt verfügt. Sicherlich hat dieses Thema seine zwei Seiten, aber man kann nicht Entwicklung wollen und die dafür notwendigen Human-Ressourcen der betroffenen Länder abschöpfen, wobei hier erneut die Freiheit des Individuums (Auswanderer) mit der kollektiven Perspektive kollidiert. Es ist die Wohlstandsperspektive, die einerorts in den Aufnahmeländern gegeben scheint und ist (>Greencardpolitik), und andernorts nicht. Nein, keine deutsche Familienpolitik, damit Deutschland den Deutschen bleibt, sondern damit nicht schon wieder unsere Probleme auf Kosten Dritter gelöst werden. Abgesehen davon: Europa den Nicht-Fanatikern, Nichtschlägern und Bejahern der Europäischen Grundrechtecharta. Meine Ablehnende Haltung bestimmten Menschen gegenüber macht sich nicht am Herkunftspass fest, sondern an (politischen) Haltungen allein.

Solange wir an unseren Kindern sparen, werden sie nicht geboren werden. Abgesehen von der bedauerlichen zunehmenden Abnahme der Spermienqualität bei europäischen Männern, gibt es nämlich keinen Grund, dass unsere Bevölkerung nicht langsam zurückzufahren sei. 40 Millionen Einwohner in Deutschland, die in unserem heutigen Lebensstandard leben, sind global-ökologisch natürlich sinnvoller, wenn die Generationenproportionalität [Bandbreiten] gewahrt bleiben. Sinnvoller, wenn es sich um einen nicht repressiven Abbau handelt.

Nun, wir haben ein gesellschaftliches Finanzierungsproblem mit einer unproduktiven, rein als Kunden auftretenden Altengeneration. Auch daher die maximal gesellschaftliche 5 Stundenwoche - Zweimonatsbeschäftigung pro Jahr nach eigenen Terminen aus einem Auswahlskatalog und/oder nach eigenen Ideen - für alle genügend Rüstigen im heutigen Rentenalter.

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Der ganze Widerstand heruntergebrochen auf Zahlen. Nur, damit wir (die, die sie haben) auf unsere 100 - 1000 Euro / 1000 - 10.000 / 10.000 - 100.000 / 100.000 - 1 Mio. / 1 Mio. - 10. Mio. / 10 Mio. - 100.000 Mio. (im Jahr) nicht verzichten brauchen. 

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Mit Geld kann man nur entsprechend und entlang der Geldflüsse Dinge umsetzen! Man könnte glauben, wir einzelnen Menschen meinten, es ginge ohne uns, aber das ist nicht der Fall. Es geht nur, wenn wir alle - abgesehen eines Restes - und ein Millionenherr von Arbeitslosen ist niemals ein Rest, vielmehr ein Symbol an Bandbreitenlosigkeit - mal für einen Augenblick meinen genug zu haben. Das dürfte auch jedem hiermit Angesprochenen leicht fallen, wenn er erführe, dass sich dieses bandbreiten-kapitalistische Teil-Prinzip eines proportionalen Wenigers bis in die höchsten Vermögensspitzen vollzöge. Zumindest europaweit, zumindest solange nicht auf die Massenlangzeitarbeitslosigkeit auflösende Strukturen umgestellt würde und genügend fair entlohnte Arbeitplätze bereitgestellt sind. Solange wir mit unakzeptablen sozialen und ökologischen, sich erweiternden globalen Schäden konfrontiert bleiben. Und und und. Die Debatte ist noch lange nicht zu Ende geführt, und beginnt vielmehr in unserer Zeit der Massenarbeitslosigkeit, Kinderarmut  und den Zumutungen an den Rest der Erdgesellschaften mit neuer Fahrt. Gerade wird es der deutschen und anderen Bevölkerungen in der Breite erst ein wenig gewahr, welche möglicherweise schwerstwiegenden, aber gewiss gravierenden Veränderungen qua Klimawandel und Weltbevölkerungswachstum auf uns zu kommen.

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Superreiche Ausnahmen

Unsere besser verdienenden Medienhöfischen begreifen z.B. nicht - wenig Sätze in diese Richtung sprechen sie -, dass sie zumindest solange selbst ein zu hohes Gehalt genießen, wie die Gesellschaft an Massenarbeitslosigkeit laboriert. Rudi Völler verzichtete auf 5 Mio. Gehalt, als er vorzeitig seinen Posten als Teamchef der DFB-Auswahl aufgab. Sehr gut! Das Volk ist begeistert und vergisst. Michael Schuhmacher (Er wird hier genannt, weil er ein gutes Beispiel ist. Persönlich hege ich ihm gegenüber zwar einiges an Kopfschütteln, ansonsten zumindest buddhistische Sympathie) fuhr früher in der Formel 1 Schleifen, was man inspirierend finden kann. Aber in puncto gesellschaftlicher Blüte, bleibt Schuhmacher eine finanzielle Fehlinformation, wenigstens bis er beginnt gemäß seiner immensen privaten Mittel auszugleichen, was er, freundlich, wie er mir scheint, auch genießen könnte, und vielleicht noch im großen Maßstab zu tun beginnen wird. Proportional zu seinem geschätzten Vermögen von ... nimmt sich seine Freigiebigkeit noch bescheiden aus.

Die Welt kennt eher die Namen einiger weniger der Reichsten, als derer viele. Doch wer weiß schon, wer die bisher größten Stifter sind. Das sind zum einen wohl Bill Gates, derzeit (März 2009) laut Forbes der mit ~ 40 Mrd. US-Dollar reichste Mensch auf Erden, mit einem bisher auf 25 Mrd. $ angestiegenen Stiftungsvermögen / Gates Foundation. Und, wenn man Ankündigungen miteinbeziehen will, der US-Geschäftmann Warren Buffett, mit ~ 37 Mrd. Dollar zum gleichen Datum zweitreichster Mensch, welcher noch mehr in die selbe Stiftung einbringen möchte.

Der Moderator Harald Schmidt, den ich bisher inspirierender finde als Energie verschwendendes Kreisfahren [insofern der Appell an die Formel 1 doch schneller auf Wasserstoff oder Brennzelle umzusteigen], und andere mögen sich für manche Beobachter und Interpreten eines vermeintlich gesunden Kapitalismus noch in einer eigentlich tolerierbaren Bandbreite gerechtfertigten Verdienens befinden?! Ich bezweifele das. Ich sage, gut lassen wir sie verdienen, die finanzielle Stimmung soll ein Stück weit bedient werden, doch abgerechnet sollte spätestens auf jeden Fall zum Schluss werden – durch ein limitistisches Erbrecht.

Wer weiß? 1 - 5 Mio. Euro im Jahr, brutto, meist weniger, mehr, idi-font-family: Times New Roman; mso-bidi-theme-font: minor-bidi; color: black; mso-ansi-language: DE; mso-fareast-language: EN-US; mso-bidi-language: AR-SA"> egal, gut, die Gesellschaft soll ihre Geister finanziell bei Laune halten. Meine Erfahrung mit Menschen und ihren Meinungen zeigt dazu, trotz Bejahung der meisten Personen [nobody is perfect], deutliches Kopfschütteln.

Ich wünschte, ich könnte über Mittel verfügen, klar, wer viel hat/ist kann ja auch `viel´ machen. Viele geben tatsächlich sehr viel, ohne es vielleicht überhaupt wahrzunehmen, außer als Zahl auf einem Bankauszug, aber sie tun es.

Um als Einkommens-Parvenü in die traditionell `schicken´ Kreise Einlass zu finden, sollte man ohnehin auffallen mit großzügigen Spenden und Stiftungsgründungen.

Kann sich die Gesellschaft darauf verlassen, dass Vermögensverschiebungen auf eine Weise vor sich gehen, von der sie zumindest nicht selber schaden nimmt, geschweige denn die Weltgesellschaft, immerhin fallen von dem weltweiten jährlichen Vermögenszuwachs auf die ärmsten 80 % der Staaten nur etwa 15 % und dort dann meist auf wenige Personen entfällt?! Sie kann es derzeit nicht.

Was macht der Hyper-Wohlstand mit seinen Mitteln? Geht es uns, die unglaublich absolute Mehrheit der nicht Schwervermögenden, etwas an? Ich denke schon! (Ohne Zorn - wir können reden + Spiel hinein bringen. Es soll ja attraktiv für alle Beteiligten sein.) Ein Stück weit, denn der Reichtum hat seine zweifelsfreie Bandbreiten-Bedeutung, die ihm sinnvollerweise nicht genommen werden soll. Eine Menschheit fern des Geldes ist evolutionär noch nicht absehbar. Und selbst dann, der punktuelle Überfluss ist wesentlich auch ein kulturelles Gut und Ausgangspunkt neuer Möglichkeiten. Nur möchte ich hier weißlich keinen Science Fiction schreiben, ob mir der utopische post-limitistische Gedanke gefällt - was er tut - oder nicht - was er auch tut.

Sammeln hat evolutionäre Bedeutung, nur eben nicht mehr manisches Sammeln, dass ist mal wieder der Punkt. Wer `sammelt´ übergibt seine Sammlung der Gemeinschaft, ohne die er nichts wäre. Er wäre nicht einmal auf der Welt, Herr Robinson Crusoe nie tragisch auf seine Insel angelangt. Der uns hier interessierende Mensch bleibt vor allem ein auf relative Gegenseitigkeit und auf Eingebundenheit angewiesenes soziales (Rollen)Wesen [Homo Sociologicus + Homo Reciprocans], da kann der verkürzte Blick auf den Menschen als allein auf den eigenen Vorteil bedachtes Wesen [Homo Oeconomicus] und ein übertriebener Individualismus auf die Pauke hauen, wie er möchte – er hat sich in die Bandbreite zu fügen. Ihr verdankt er alles.

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Retrospektive und prospektive Verantwortung

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Einkommen / Superreichtum

Darüber, was in diesem Spektrum manisch ist oder übertrieben wird, entscheiden die Gesamtverhältnisse, nicht die einzelne Meinung, es tut mir leid. Was liegt in den Grenzen des (natürlich-logischen) Sinnvollen? Der damals ungleich höher als Harald Schmidt dotiert worden seiende angestellte Michael Schuhmacher (monatl. 4,1 Mio. brutto [Bild Zeitung vom 26. 3. 04]) ist und war es damit `garantiert´ nicht mehr, nur könnte er ausgleichen, ohne auch nur irgend seinen Lebensstandard schmälern zu müssen. Ja, sie könnten ausgleichen, ohne auch nur irgend ihren Lebensstandard schmälern zu müssen. Etwa der

Über Chefs und Vorständler von Unternehmen, Banken, Fonds, sonstigen Organisationen, brauchen wir hier im Moment gar nicht in Einzelheiten zu verbreiten, dass ihre Vermögen teils noch viel weitergehende Zuwachsraten aufweisen. Auch diese könnten philanthropisch ausgleichen und tun dieses auch mehr oder weniger. Zumeist eher mit Weniger als mit Mehr, sonst würde diese Gruppe tendenziell nicht über immer mehr Vermögen verfügen können. Ja, sie könnten ausgleichen, ohne auch nur irgend ihren Lebensstandard schmälern zu müssen. Etwa der Verzicht auf das Eigentum an einer Superjacht kann ja wohl nicht als Argument für reduzierten Lebensstandard dienen. Erstens könnte man sie mieten, zweitens gehört auch dem Reichsten vermittelt, dass nicht alles Eigentum werden kann, z.B. Dinge, die zu teuer kämen oder Dinge, die zu den freien Gütern zählen – zählen sollten. Man denke an den russischen Oligarchen und Multi-Milliardär Abramowitsch, dessen geschätzte 800 Millionen Euro teure 163 Meter Superyacht `Eclipse´ im Sommer 2009 fertiggestellt wurde. Roman Abramowitsch hat anscheinend 2007/2008 rund 15 Milliarden Euro [Luft] im Zuge der globalen Finanzkrise verloren (vgl. Forbes, März 2009) und man kann gespannt sein, ob und in welcher Zeit, er sie wieder zurück erwirtschaften kann. Der verarmte Milliardär muss sich nun mit seinem um rund 2/3 geschrumpften Vermögen lernen zu bescheiden - auf seiner Yacht.

Das sind alles Summen, die mit Leistung oder Ideenwert nicht mehr zu rechtfertigen sind – nicht im limitistischen Paradigma. Die Superjacht als Statussymbol repräsentiert einen Zeitgeist, den wir in seine Schranken zu verbannen haben.

Hier stellen sich knallharte Zeitgeist und Epochenfragen - wie viel wie verteilten Reichtum verträgt unsere Gesellschaft und Welt? Und es wird in unseren Medien vorentschieden werden, in unseren und in denen der anderen TV-Nationen. Was wäre dieser Schummi für ein Wunder gewesen, wenn er in seiner Hochzeit den Zusammenhang seiner Supergagen und der Massenarbeitslosigkeit erkannt, und locker sein Vermögen halbiert, und die Gesellschaft hätte mitentscheiden lassen, wohin die Mittel hätte gehen sollen - durchaus zu Teilen nach seinen eigenen Vorstellungen. Er hätte aus etwa Bund/Länder-Parlament vorgegebenen Angeboten zur politischen Mittelverteilung wählen können, seine Fans mitberaten lassen. Er hätte weltweit wahrgenommene Zeichen setzen können. Nun, solcherart Prestige könnten sich andere ebenso abholen und für Michael Schuhmacher ist es auch noch nicht zu spät, obwohl es zu Zeiten seiner aktiven Karriere größeres Echo erfahren hätte. Ja, hätte!

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Mittlere Einkommen

Nun mal in die mittlere Einkommensliga geblickt. Politik- und wirtschaftswissenschaftlich stört mich weniger der Reichtum in einer Hand, als die Entscheidungshoheit darüber, darf man sich doch darauf verlassen, dass die Reichen nicht die ethisch besseren Menschen sind und genau so anfällig für Fehlinformation sind, wie die statistisch Anderen auch. Das heißt aber, da der Durchschnitt in vermeintlichen Normalzeiten träge reagiert, trifft dies auch für den Durchschnitt der überdurchschnittlich Reichen zu. Somit können viele `schlechtere´ Entscheidungen auf sehr viel Kapital zugreifen ! Ich finde allein daher: ein kleiner Superreichtum sollte Menschengrenze sein, großen Superreichtum bringt der Gesellschaft im Saldo dagegen zu wenig und ist mehr noch: kontraproduktiv. Wo bin ich Kommunist, bitte? Ich begründe und gönne! 

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Einkommen und Arbeitsplätze

Was juckte es eigentlich einen kinderlosen Single-Haushalt mit einem 2000 Euro Netto-Einstiegsgehalt, ob er monatlich mit 100 Euro weniger Einkommen auszukommen hätte?! Vielleicht müsste er in eine günstigere Wohnung umziehen, gut. Vielleicht könnte er seine Ratenzahlungen nicht mehr bedienen, hm.

Wie viel Arbeitsplätze könnten gar mit sagen wir jenen rund 4,1 Millionen Euro brutto Monatsgehalt (Michael Schuhmacher einstige Vergütung 2004 ohne private Kapitaleinnahmen, etwa Zinsen) nachweislich geschaffen werden? Ich mag diese Art von Gegenrechnungen. Es sind 1640 Jobs à 2500 Euro brutto! An bestimmten Orten des kapitalistischen System wird zu schnell verdient, ohne dass es auch nur ansatzweise nachzuvollziehen wäre, oder greifbare Gegenleistung nachfolgen würde. Die 15 Millionen Euro Abfindung nach 6 Monaten Arbeit des Herrn Eick von Arcandor hatten wir schon erwähnt. Den Citigroup Händler Andrew Hall, der 2009 eine Vergütung von 100 Mio. US-Dollar erhalten soll, dagegen noch nicht. Die nach der schwersten Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg schon wieder anlaufenden Boni-Parties bei z.B. Goldmann & Sachs auch nicht. Pittsbourg ...

Dieserart Spitzenverdiener können nicht an einem Tage in 1640 Taxen steigen und 1640 Kinobesuche tätigen, 1640 Getränke trinken, 1640 Brötchen essen. Aber bei ihnen staut sich das Geld, dass in der Binnendienstleistungs-Nachfrage der kleinen Beträge fehlt.

Unser Geld zirkuliert mit Megabeträgen täglich, minütlich, sekündlich in digitalen Batzen (Münzeinheit besonders in der Westschweiz im 16. Jahrhundert - 1850; hier i. S. von: Eine große Menge) um den Globus herum, ohne dies im komplementär-gleichen Umfange in den lokalen Geldströmen ebenso zu tun. Nun, die Gehälter, allgemein die Kapitaleinnahmen der Eliten (Kapitalstarken) sind pro Zeit-Intervall ebenso zu hoch, wie der materielle Lebensanspruch von großen Bevölkerungsteilen innerhalb der fortgeschrittenen westlichen Industrienationen es ist. Mindestens 80 % von uns, wir Wohlständler sollten uns mal an die eigene Nase fassen. Sie alle, wir, liegen fern von Proportion und einer wirtschafts-ethischen Verantwortlichkeit gegenüber einer globalen Ressourcen Realität.

Sind das nicht Bandbreiten entkoppelte Zahlenspiele, wenn für Spielergehälter und Ablösesummen im Sport etwa Millionen hingeblättert werden, und gleichzeitig mancher Fan sich nicht einmal eine Eintrittskarte leisten kann?  "Unter moralischen Gesichtspunkten verdienen Spitzenfußballer wie auch Spitzen-Unterhalter und einige Top-Manager zu viel Geld." (Theo Zwanziger, DFB-Präsident, im Januar 2008)  Die Rechte von Fußballprofis stärkte erst in jüngerer Vergangenheit am 30. Januar 2008 ein Urteil des Internationale Sportgerichtshof [CAS]. Gemäß diesen Urteils dürfen Fussballprofis nun nach dreijährigen Engagement in einem Verein diesen auch vor Ablauf der Vertragslaufzeit ohne Ablösesumme verlassen. Als Entschädigung müssen  dem abgebenden Verein die Summen bezahlt werden, die dieser dem Spieler während der noch laufenden Vertragslaufzeit zugesagt worden sind, wodurch weiterhin Millionen zusammen kommen können. Vereine müssen sich nun auf kürzere Planungssicherheitsphasen umstellen - was ihnen natürlich trotz aller Proteste gelingen wird. Letztlich gab es diese Sicherheit ja ohnehin nicht, da es zum Spielerausfall schon immer auch aufgrund von Verletzungen kommen konnte. Spätestens nach einer Übergangszeit, in welcher es durchaus zu Verlusten auf Vereinsseiten kommen kann, wenn diese etwa einen Spieler für mehr Geld eingekauft hatten, als sein Restgehalt ihnen wieder einbringt, wird das neue System zu sinkenden Ablösesummen führen. Dass es aber noch nicht soweit ist veranschaulicht drastisch die aberwitzige Ablösesumme von 93 Millionen Euro, die Real Madrid Manchester United im Juli 2009 für den Fußballer Cristiano Ronaldo bezahlt hat. Genauso bleibt das Bandbreitenproblem der übertriebenen Spielergehälter weiterhin ungelöst und könnte sich sogar unsinnig weiter verschärfen. Man vergleiche Spielereinkommen der 1960er Jahre mit heutigen Zahlen. Aber kein Spieler hat sich in den 1960er Jahren anzunehmenderweise weniger für den Sieg seiner Mannschaft eingesetzt, als er es heute täte! Ja, vielleicht wird sich heute sogar mehr geschont, will man ja lange verdienen, was legitim ist. Vgl. zu diesem Themenkomplex auch das Bosman-Entscheidung von 1995, seitdem gilt, dass Spieler nach Ablauf ihrer Vertragszeit ohne Ablösesumme den Verein wechseln dürfen.

Oder der Hartz-4-Empfänger, der seine Praxisgebüren auch noch selber tragen muss, anstatt sich von den dafür zu berappenden 10 Euro frisches Obst kaufen zu können?

Das sind verschiedene Blickwinkel und Lebenswirklichkeiten. Die limitistische Bandbreite würde beide Werte nicht zulassen ! Für die höchstbezahlten Zentralfiguren solcher Geschäftsvorstellungen bringt es keine sinnvoll nachzuvollziehende Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse, noch der allgemeinen Gesellschaft mehr als ein weiteres Auseinandergehen der Vermögensschere und einen Arbeitsplatzverlust und damit Kosten für die Allgemeinheit, den Staat, der lieber anderes finanzieren würde, statt Arbeitslosigkeit.

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Massenarbeitslosigkeit. Wie wirkt sie sich auf die Stimmung in der Bevölkerung aus? Die Stimmung in Deutschland ist nicht gut! Zweifelsfrei, sie könnte weit schlechter sein, doch 52 % der deutschen Bevölkerung findet im Sommer 2009, dass es in Deutschland nicht gerecht zu geht (ARD-Deutschlandtrend, Aug. 2009).

Dabei ist Bandbreite möglich - ein Grund zur Zuversicht! Mit Fußballaugen betrachtet, erkennt man, dass auch `kleine´ Mannschaften (niedriger Marktwert ihrer Elemente - Spieler) die siegreicheren sein können. Der Gewinn der EM 2004 durch Griechenland ist dafür ein hinlängliches Beispiel.

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Ökonomie

Man/Frau denke an die Massenarbeitslosigkeit! John Maynard Keynes (1883 - 1946) (one of `the most influential economist´ of the last century > 1929) will eine auftretende Nachfragelücke/Investitionsmüdigkeit über von außen eingespeiste zusätzliche Geldschöpfung und Neuverschuldung (siehe auch: `surplus´) schließen.

Im Bandbreitenkapitalismus wird die nötige Kapitalzirkulation des Vorhandenen betont. Sinkt der Lebensstandard innerhalb einer Gesellschaft mit hohem Lebensstandard, - etwa im Zuge globaler Fairness ohnehin zu erwarten - kann er es sinnvoll (materiell, mental + symbolisch) nur in ganzer Bandbreite tun, ohne das Gerechtigkeitsempfinden innerhalb der Gesellschaft zu schädigen, wenn es denn vorhanden ist.

Übertragen hieße das z.B. bezogen auf den Mercedes-Verlagerungsstreit im Sommer 2004, welcher auch die Managergehälter mit in eine Debatte brachte. Dass die hier ins Spiel gekommene Lohnminderung auf Seiten der Unternehmensführung von 10 % eigtl. eine 50 % hätte sein sollen. Aber man nähert sich den Einsichten nach und nach oder kommt auf sie zurück. In den letzten Jahren häufen sich z.B. die diffamierend so genannten Gier/(Neid)-Debatten in den USA (vgl. Skandale um Enron, Worldcom, Mannesman, Deutsche Bank, Allianz u.a.), in Schweden im Herbst 2003, in Deutschland mit regelmäßiger werdender Frequenz und Steigerung. Z.B. wieder im Herbst 2007 in punkto überzogene Managergehälter, im Frühling 2008 über einen dreisten, jedoch an der öffentlichen Meinung gescheiterten Versuch der Bundestagabgeordneten, sich innerhalb von nur 6 Monaten zum zweiten Mal die eigenen Bezüge stark zu erhöhen. Dann erneut im Zuge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise kontinuierlich ab Herbst 2008 bis in die Gegenwart, diesmal in Gesamteuropa und den USA. Abfindungsexzesse, wie die von Wendelin Wiedeking und Eick brodelten exemplarisch in Deutschland hoch.

Auch über Produktivitätsgrenzen und sinnvollen Technologieeinsatz in bestimmten Bereichen und Branchen kann man immer wieder neu mal nachdenken. Wessen Interessen toben sich im Rationalisierungsgebot aus? Nicht die der Beschäftigten.

Welche Sachzwänge basieren auf nicht vorhandener internationaler Einigung? Eines ist nämlich klar: das ist alles international zu definieren und zu organisieren

Und schon ahnt man, wie zähflüssig es bei derzeitigem Politikangebot und Politisierung der WählerInnen in diese Richtung weiterfließen dürfte. Und dennoch, es gibt eine Fließrichtung in Richtung zu mehr Fairness und mehr Partizipation und mehr ökologische Verantwortungserkenntnis. Diese historische Groß-Tendenz könnte sich zwar umdrehen, ist aber in langer Bewertungssicht zumindest bisher auf ihrem gesellschaftskritischen Kurs geblieben. Nur gehöre ich nicht zu denen, die sich nicht auch schnellere Veränderungen vorstellen könnten. Zentral und abstrakt gilt, dass sich Veränderung im Gesellschaftsdenken  über Kommunikationsgravitationsaufbau vermittelt. Kommunikation in voller Bandbreite bedarf der Kommunikationsmöglichkeit, je vernetzter, umfangreicher, gleichzeitiger und informativer diese gegeben sind, desto wahrscheinlicher überzeugen die langfristig sinnvollsten Argumente, weil sie die eigentlichen Bedürfnisse der Menschen am ehesten treffen, fern ab der allgemein ausufernden Konsumaufforderungen und Sonderveranstaltungen überziehender Partikularinteressen.

Warum kann man in unserer Gesellschaft einen Menschen, der darauf mit Plausibilität hinweist, so schnell prosaisch als Sozialneider denunzieren? Limitisten neiden nicht seriösen Bandbreiten eingebetteten Reichtum, aber sie sind entsetzt über Menschen verachtende Verteilungsauswüchse und werden diese auf Dauer nicht hinnehmen. In wahren und vertieften Demokratien wird sich der limitistische Bandbreitengedanke als Gegenentwurf zum herrschenden Paradigma durchsetzen, unaufgehalten werden sich die Agenten einer Bandbreitenrationalität ihren Weg Bahnen und ihrer Erkenntnis Umsetzung folgen lassen.

Welche Mechanismen greifen hier in den gesellschaftlichen Kommunikationsmustern? Hier liegen Deutungshoheiten vor, die dergestalt zu verlagern sind, so dass die Bandbreitenrationalität nicht weiter eben gerade als `neidisch oder kommunistisch´ abgetan werden kann. Die Rationalität der Bandbreite bedeutet: [weitgehend] allen gerecht zu sein, ohne die Unterschiede einzuebnen. Und wie unsinnig sind die Fernsehsendungen in welchen `kleine´ Leute auf Arbeitslose losgelassen werden, die sich anscheinend drücken! Und selbst wenn sich die Hälfte drücken würde und man sie zwingen dürfte mit Gewalt Lohn zu arbeiten ... wo sind denn auch nur die Arbeitsplätze für ein Fünftel aller Arbeitssuchenden??? So, lassen wir unsere Selbstverdummung laufen, ohne zu merken, dass gerade solche Aufführungen bestimmte Kreise nicht zum Nachdenken kommen lassen. Gruppen, Milieus, sich intern sinnlos vergeuden. Dass sich im Grunde die Menschen neugierig zeigen und Unterhaltung gerne mit unverzerrter Information annehmen (man denke an die Quizwelle) macht es noch verwunderlicher. Nein, Menschen als Naturwesen wollen nicht dauerhaft  im Vorurteil kleben bleiben. Wir entwickeln uns, nur wir nehmen eben auch was kommt, und emotionalisieren lässt man sich gerne, um einfach nicht mitdenken zu müssen, bei ohnehin frequenzarmen Informationsfluss. Nein, von einer Bandbreiten-Umverteilung will niemand sprechen. Und noch weniger soll darüber  zu oft vor Massenpublikum laut nachgedacht werden. Einfacher ist es da, schnell Sozialneider, Verlierer und Kommunist zu rufen und das Kind mit dem Bade auszukippen, anstatt zuzugeben, dass eine kapitalistische Chancengesellschaft auch Chancen bereit zu stellen hat, um wahren (allgemeinen und fairen - wir sind wieder beim Boot, indem man gemeinsam sitzt oder gerne sitzen würde) Wettbewerb möglich werden zu lassen. Der Wettbewerb bedarf des Platzes zur Teilnahme.

Nein, ich bin im herkömmlichen Sinne sicherlich alles andere als ein Kommunist, ich sag`s wieder. Und ich weiß, dass Kapitalanhäufungen in privater Hand sinnvoll sein können, gleichwohl doch immer erst dann in eine höhere Vermögens-Breite hinein, wenn denn auch erst mal alle Anderen überhaupt in auch nur einer ersten fairen, Chancen bereitstellenden und eröffnenden Bandbreite existieren können. Ein Kommunismus der tatsächlichen Chancengerechtigkeit scheint mir anstrebenswert. `Wer arbeiten will, der findet auch Arbeit´, ist angesichts eines kontinuierlichen Stellenabbaus, und einer über Jahrzehnte sich aufgebaut habenden strukturellen Massenarbeitslosigkeit, eine geradezu unverschämte Aussage. Natürlich kann man sich für 3,50 Euro/Std. ausbeuten zu lassen.

Ein Bushmann in Afrika kann (konnte), wenn er sich versorgen möchte los gehen und für sich sorgen, Not ist dann eine kollektive Erfahrung. Wer in einer Massenarbeitslosigkeits- und Lohndumpinggesellschaft arbeitslos ist, bzw. arbeitet, ist da nicht so frei und wird auch noch verleumdet, oder benutzt. Und der all zu bequeme Teil unter diesen Arbeits-  und Langzeitarbeitslosen wird nur all zu bequem zum Fokus der Gesamtbetrachtung gemacht. So muss man sich nicht selbst kritisieren. Vielmehr kann man/frau immer schön mit den Fingern auf jene `Versager´ zeigen und die Zumutbarkeitsschrauben zur erneuten Stellenaufnahme immer weiter andrehen und sei es um den Preis Familien auseinander zu reißen. `Wieso, ziehen Sie doch in eine andere Stadt, was ist schon ein soziales Umfeld? Schreiben Sie doch Briefe, E-mails. Und was meinen Sie, wie das früher war und wie das heute woanders ist. Denken Sie doch nur mal an z.B. die indischen Gastarbeiter in Dubai, die für vielleicht 150 Euro pro Monat mehr Stunden arbeiten als wir hier, und dann noch abgeschirmt in speziellen Stadtgebiet mit anderen in Mehrbettcontainern wohnen müssen. Oder die chinesischen Wanderarbeiter usw. Den Luxus eines abgelehnten Ortswechsels können Sie sich in Ihrer gegenwärtigen Position wahrlich überhaupt nicht leisten. Wer meinen Sie, wer Sie sind

Mit Zynismus, Hohn und Spott auf die bereits getroffenen Menschen. Einfacher ist es da, außer Frage, eine Politik einzufordern und durchzusetzen, die der schwächsten Gruppe - den lobbyschwachen Arbeitslosen und sozial-materiell Bedürftigen - zusätzliche Risiken und Unsicherheit und Verzicht aufbürdet, ohne sich selbst zu meinen. Beispiel: Diätenerhöhung im Kieler Landtag um bis zu 45 % - Stichwort: Anpassung der Bezüge (2003).

Massenlangzeitarbeitslosigkeit ist seelische Erniedrigung der Mitmenschen durch das etablierte Gesellschaftsgefüge. Lohndrückerei ist Erniedrigung von Menschen. Gerade die experimentelle Wirtschaftsforschung zeigt auf, dass es dem einzelnen Menschen besonders um Fairness geht. Unfaire Behandlung führt zu Stress, häufigerer Erkrankung, Unfrieden und geringerer Effiziens.

Jeder findet sich in dieser Welt mit seinen individuellen Kapazitäten vor, sicher, nur kann das nur heißen, jeder verdient es eine würdig entlohnte Arbeit überhaupt finden zu können. Jeder hat eigentlich ein Recht auf gesellschaftlich Integration als Teilhaber, nicht als Bittsteller! Aber die Leute keifen. Es müsste also von allen dazu in der Lage Seienden solange ausgeglichen werden, bis sich eine Balance (Vollbeschäftigung) eingestellt hat - dann können meinetwegen auch wieder die Wettrennen nach den xten und aber-xten Mio., aber auch nach den 3000 netto und nicht den 2900, nach den 1500 € brutto und nicht den 1400 € (z.B. ein Arbeiter in der westdeutschen Textilindustrie), usw., weitergehen. Mit dem Zuwachs-Hinweis, dass es mehr zu tun gibt, als nur die eigenen Taschen zu füllen oder auch nur die eigenen Interessen zu beachten, wenn links und rechts die Ränder der Schwachen und die der Habenden ausufern.

Wir wollen jetzt an dieser Stelle gar nicht die Zahlen heraussuchen, die über den Rest der Welt zu erschüttern vermögen. Genug dazu wurde oben und wird unten in diesem Text vermeldet.

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Der eine säuft sich tot und vergammelt arbeitslos wie er ist und bekommt Hilfe, die ihm leider nicht hilft, ein anderer macht und tut in seinem gesamten Spektrum, aber findet keinen Job.

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Die Institutionen und gesellschaftlichen Grundverabredungen müssen stimmen. Wie hat es z.B. John Edwards (amerikanischer Vizepräsidentschaftskandidat 2004) dem Sinn nach auf dem Konvent der Demokratischen Partei gesagt: es ist nicht ok Vollzeit zu arbeiten und dennoch nicht aus der Armut heraus zu kommen. Hinzu kommt, dass man erst mal Arbeit finden muss, um sich darüber zu beklagen. Ein Hoch auf funktionierende Netzwerke innerhalb von Gesellschaften, Familien oder Freundeskreisen. 

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Medien

Anderes Beispiel für Zeitgeistgravitation: man siehe im Rahmen des Irakkrieges und seinem Vor- und Nachfeld  mal ins demokratische Traditionsland USA und betrachte dort den, in deutschen Medien oft genannten, eindeutigen Informations-Bias zum Irakkrieg. Regierungskritische Meinungen waren lange Zeit, ungefähr bis zu dem Folterskandal im US-geführten irakischen Abu-Ghuraib-Gefängnis im Frühjahr 2004, eindeutig unterrepräsentiert. Viel eher ist von einem Medienpatriotismus zu reden, der, statt in nötiger Weise minimal-neutral informativ zu bleiben, offensichtlich lange den Kurs der Administration unterstützte, ohne den kritischen Teil der Öffentlichen Meinung fairerweise  prozentual-repräsentativ zu Wort kommen zu lassen. Dies alles, bis George Bushs Werte zu tief gestürzt waren, als dass man darüber nicht hätte berichten können, der Irakeinsatz für alle sichtbar anders als vorhergesagt verlief, und die US-Medien sich schließlich mehrheitlich in den sich über anderthalb Jahre erstreckenden Vorwahlkampf der demokratischen Präsidentschaftskandidaten und dort nun zunehmend in den sich dann gegen Hillary Clinton herauskristallisierenden Präsidentschaftsanwärter Barack Obama `verliebten´. Medienmacht als sublimierte Form der Informationszensur sollte kritisch betrachtet werden. Wenn sich zu große Medienanstalten, damit also zu wenige unabhängige Senderhäuser auf dem Markt finden, steigt immer die Gefahr der Einseitigkeit [F]. Diese Einseitigkeit wirkt selbstverstärkend. Bei diesen geringen Hinweisen auf Medienmacht und eine noch ausbaufähigere Informationsverteilungs-Verantwortung auch in liberalen, demokratischen Gesellschaften möchte ich es erst mal belassen.

Positiv zur Kenntnis zu nehmen dabei ist gleichwohl und unbedingt die zunehmende Variationsbreite und Offenheit an Information in eben den gleichen Medien. Und auch der US-Administration stand die US-Medienlandschaft ab dem Jahre 2 des Nachkriegsirak kritischer gegenüber.

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Wer sich Zeit nimmt und bewusst im altmodernen Parademedium Fernsehen zappt (z.B. durch die dt. TV-Kanäle), wird etwa durchaus umfassende Grund-Information erhalten können, um etwa in Verbindung mit dem neumodernen Parademedium Internet meinem Text verstehen zu können. Selbstverständlich können auch die kritischen US-Bürger zappen, aber mussten es wahrscheinlich teils ungleich öfter tun, als vergleichsweise die Engländer, die ja auch kriegs- und einsatzführende Partei im Irak waren und bis zu ihrem Komplettabzug im Sommer 2009 während der irakischen Systemtransformation, neben den USA und Polen, einer der 3 irakischen territorialen Zonen (mit)verantwortet haben. [F 19 Nationen stell(t)en Truppen, weitere 14 stellen Hilfsleistungen]

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Aber vor die Nase gesetzt bekommt man im Radio und Fernsehen unaufhörlich die täglichen Börsenkursstände, in großer Kommunikations-Frequenz, auf dass es sich lohnt dem Viel ein Noch-Mehr folgen zu lassen. Gefeiert werden hohe Geldbeträge; in Filmen, Serien und sonstigen Programmen wird ein Lebensstandard vorgeführt, der wohl überdurchschnittlich zu nennen ist. All dies, ohne dass man warten müsste - Stichwort u.a.: Jugendwahn. Es dominiert im Gravitationsfeld der Gesellschaftssemantik, um es auf eine Formel zu bringen, ein bestimmter Grenzen-Duktus (größer, höher, schneller, teurer, mächtiger, billiger, trickyer) und pure Grenzausdehnung wird medial zelebriert und ist `good news´ für etwa die Nachrichtenwelt und die Soap-Magazine. Weniger im Vordergrund, obwohl auch real immer stärker vorhanden, die Suche nach dem rechten Maß, Grenzen zu finden (fairer, gerechter, sicherer, offener, gesünder, plausibler, tragfähiger, solidarischer) innerhalb welcher frei agiert werden kann. Das zeigt sich dann darin, dass wir uns weniger erzählen lassen, was geklappt hat, als das möglichst spektakulär Gescheiterte oder noch spektakulärer Geplante.

Ich denke unsere gesamte Nachrichtenwelt befindet sich noch nicht in der Bandbreite, welche die Gesellschaft optimal mit Information versorgt. Das Angebot ist zwar breit und vielseitig, ja, zu nicht geringem Teil lobenswert, aber auch voll von Fehlinformation im hier verstandenem Sinne - etwa die mehrmalige Durchgabe der Börsenkurs-Indices. Wer soll mit dieser Nullinformation eigentlich was anfangen? Wenn ich mit Aktien zu tun habe, langt diese Scheininformation / Fehlinformation, in den allermeisten Fällen gar nichts. Man könnte sagen, wer nach den Fernsehbörsenkursberichten seine Aktien verwaltet, sollte sich keine anlegen. Scheininformation kann keine echte Information ersetzen, aber beschäftigt die Menschen sinnlos. Übrigens ist die Unlust gegenüber Aktien in Deutschland deutlich. Nach dem Deutschen Aktieninstitut (DAI) hatten 2008 9,3 Millionen Bundesbürger Aktien (3,55 Millionen Aktienbesitzer) und Fondsbesitz. Zum internationalen Vergleich der Aktionärsquote sei die Zahlen für 2007 genannte: Frankreich (14,5 %), Schweiz (20,4 %), USA (25,5 %), Japan (27,7 %). Doch zurück zu den Medien, ich denke, es wird sich mit den Jahrfünften dahin bequemen, dass wir immer mehr spezialisierte Sender bekommen werden, herkömmliche und reine Internet-Webcast-Sender, was einer gesteigerten Informationseffizienz gleichkommt. Damit entsteht Sendeplatz für anderes statt etwa der Scheininformation des Börsenkurses an einem beliebigen Tag. Es ist der Zeitgeist der Ökonomie, die sich ihre breiten Wege in die Medien gebahnt hat und dort erst bei `Kommunikations-Gravitationswandlungen´ umsortieren wird. Ich komme darauf zurück, wenn ich etwas ausführlicher für das zusätzliche Institut einer mindestens täglichen konstruktiven Haupt-Nachrichtensendung plädieren werde, welche sich auf ein derzeit auf dem Nachrichtenmarkt wenig nachgefragtes Segment: `die kleinen Erfolge und Zwischenschritte` spezialisiert. Denn das uns präsentierte Weltbild, in gerade den Nachrichten, grenzt weite Wirklichkeitsfelder aus und verbannt sie in sporadische Sondersendungen. [siehe Kapitel] Statt dessen werden wir mit Fehlinformation versorgt, die entweder schlicht ungenügend ist oder an den tatsächlichen weltweiten Fragestellungen vorbei läuft.  Kurz, bestimmte Kommunikations-Muster und Inhalte prägen das Bild. Leicht kommt man von dieser Kraft nicht los. Das ist wohl wahr. Hier bewegen dann die historischen Zeitläufte. Und das funktioniert über die schrittweise Generierung eines Kommunikationspotentials, einer Kommunikations-Frequenz, einer Kommunikations-Gravitation, welche genau den Schwellenwert übersteigen, um gesellschaftlich sichtbar Veränderung möglich werden zu lassen.

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Beiläufig, ja wie etwa ein Kind die Sprache erwirbt, wird einem bei uns auch primär vorwiegend eine bestimmte Art an Wirklichkeits-Information geliefert: Wert/Unwert > Preis. Weil alle Medien, eben in Summe ein an den gesellschaftlichen Gravitationen verzerrtes Abbild ergeben, solange nicht ein den Weltverhältnissen entsprechendes Gleichgewicht des Informationsflusses erreicht ist, welches daran zu erkennen ist, dass Informationen ganz gegeben werden, Scheininformation entfällt, Medienmacht auf Informations-Neutralität geeicht ist, digitales Bandbreiten-Fernsehen mit seinen Möglichkeiten in Kombination mit dem Internet den Informationsnachfragen gerecht werden kann. Denn, wenn der Konsument tatsächlich genau das sehen kann, was er möchte, könnte er/sie sich sein/ihr Wissen ohne Zeitverlust selbst gestalten, Themen weiterverfolgen und erkennen, wie kurz und ungenau er bisher im Vergleich zu dem eigentlich schon Möglichen gehalten war/wird. Stumpfsinn erzeugt Stumpfsinn. Angebot Nachfrage, selbst wenn es erst einer Eingewöhnungszeit in ein erhöhtes Medien-Niveau bedürfte. Aber man bedenke, wie es etwa mit den internationalen Kommunikationsflüssen während des 1. Weltkrieges 1914 - 1918 bestellt war (kein Radio, allg. keine ausländische Presse, kaum kritische Presse, Postkartenpropaganda und Frontverherrlichung), oder während der Zeit des Nationalsozialismus und des 2. Weltkrieges (Bücherverbrennung, Zensur, KZ, Verbot des Hörens ausländischer Radiosender, Volksindoktrinierung per Volksempfänger) oder in unseren Tagen in vielen Staaten (nicht nur Nordkorea, Iran, China usw.). So sieht man schnell, dass wir heute ungleich weitergehende Möglichkeiten hätten Information zu verbreiten. Was fehlt sind die Mittel, denn massenmediale Sendeminuten sind kostbar. Was fehlt sind zivilgesellschaftliche Sender. Ein Recht auf Sendezeit in den größten Sendern. Wer mehr global-national grund-informiert sein möchte, muss sich - derzeit leichter als je zuvor in der Geschichte; aber doch - zusätzliche Mühe machen (lesen, filtern, vergleichen, kritisieren).

Man kann es sich so vorstellen: die hegemoniale Wirklichkeits-Information ergibt zusammen ein Allfarbenbild, das dann in die bestimmte Zeitgeistfarbe hinein tendiert. Je weiter der Beobachter nun weg ist von diesem gedachten Bild, umso schneller verliert er den Blick für die Vielfarbenheit, bis zumeist nur noch eine Farbe beiläufig wahrgenommen werden kann. Hier wirkt jegliche Farbveränderung auf den Gesamteindruck. Derzeit ist das bei uns die Rezession, die Arbeitslosigkeit und die fragwürdige sozio-(bio)sphärische Lage.

Doch ein Vielfarbenbild sollte auch auf weitere Entfernung möglichst lange alle Regenbogenfarben zeigen. ...

Da wir allermeist aus Beiläufigen schöpfen, selektiert wahrnehmen, aus dem Beiläufigen aber doch nur das Beiläufige ziehen können, spiegelt sich im Massenprogramm (nicht den spezialisierten Sendern - dennoch, auch dort Meinungspluralität unter der Prämisse von Meinungshegemonie) die versimpelte, rein oberflächenkritische Realität, die die eigentlichen Welt- und lokalen Defizite aufbläst oder vor allem per Unterrepräsentation verschleiert. Ein schweres Feld, will man demokratisch Mehrheiten bündeln. Zu schnell werden im medialen Kampf um die Aufmerksamkeiten Informationen nicht nach bandbreitenrationalen Gesichtspunkten auf einen Sendeplatz gehievt oder von dort verbannt, sondern wohl meist primär aus ökonomischen und damit zu oft rein boulevardesken Motiven. Die Quote ist das Goldene Kalb. Dem Informations-, Bildungs- und Kulturauftrag des Fernsehens wird im privaten TV ohnehin, aber bei den öffentlich-rechtlichen Sendern auch nur ungenügend entsprochen. Andererseits liegt es stark am Auswahlverhalten des Zuschauers, ob er in die Banalität des angebotenen Programmes abtaucht, oder sich die vorbildlichen Sendungen herauspflückt. Wer will, der kann. Trotz aller Schelte ist es schon wahr, dass man bei bewusster Auswahl Qualität erhält und gut informiert wird. Allerdings setzt es Reflektionstalent voraus. Der Punkt sollte aber sein, dass ein Zuschauer an lokal/global relevantes Wissen herangeführt wird und nicht mit fiktionaler Gewalt und/oder sonstiger Leergehirnakrobatik zugehagelt wird, um schließlich oder zwischendurch doch noch zufällig in einem Magazin angelandet zu werden, welches dann wiederum einem durchaus die Augen zu öffnen weiß, wenn man denn dafür empfänglich ist.

So bleibt die Masse des Publikums selbst hinter ihren Möglichkeiten und bejaht schnell, was ihr das Vertraute ist, währt ab, was ihr fremd erscheint - soweit natürlich, ohne selbst sich zu bewegen, um das Gesehene zu hinterfragen. Und kümmert sich nicht um das, was sie nicht weiß, wie auch?! Vertraut darauf, das z.B. die medial aufbereiteten Verlobungen, Entlobungen, Heiratspläne, Hochzeiten und Scheidungen der Prominenz wohl deshalb so in den Vordergrund öffentlicher Aufmerksamkeit eingespeist werden, weil das eigentlich Wichtigere so wichtig nun auch noch nicht ist. Und auf diese Weise tuckert die Gesellschaft vor sich hin und verschläft einen nach dem anderen Termin, die regenerative Zukunft rechtzeitig einzuläuten. Die gesellschaftlichen Aufmerksamkeitspotentiale werden für das Banale, Viert- und Fünftrangige vergeudet. Nicht seichte Unterhaltung ist zu kritisieren, lediglich ihre Vehemenz in der Frequenz mit welcher sie auf uns einprasselt.

Wer weiß schon von den 300.000 und mehr getöteten Ruandern in Ruanda, bzw. im Kongo, wohin sie in den Genozidmonaten April bis Juli 1994 geflüchtet waren. Blut- und Machetenmonate, in welchen es in Ruanda zu einem geplanten Völkermord an der Volksgruppe der Tutsi seitens der Hutu gekommen ist und mindestens 800.000 Menschen getötet wurden?

Den tatsächlichen globalen und nationalen Vermögensverhältnisse und deren gesellschaftlichen Implikationen? Oder der tatsächlichen ökologischen Situationen in den Meeren und auf den Kontinenten? Überfischung, Überdüngung, Übersäuerung der Weltmeere, der Verkarstung, Entwaldung, Wüstenbildung, usw.

Was wissen wir von hunderten weiteren Beispielen? Z.B. den über 3 Mio. geschätzten Toten aufgrund gewaltsamer Auseinandersetzungen und ihrer Folgen in der Kongo Republik der letzten 10 Jahre?

Die tatsächlichen Gesamtverluste durch die teils auch `unnatürlichen´ Waldbrände der letzten Jahre? Wie oft kann es in Portugal, Kalifornien, Griechenland, Australien, Indonesien, noch brennen?

Den weltweiten Raubbau. Den Bienenvölkerschwund, den Amphibienschwund, den Korallenschwund, dem Abschmelzen der Gletscher, der Lachgas- und Methangefahr, usw. usf. Es wird spätesten wahr, wenn man vor Ort fährt, soweit komme ich dem Leser philosophisch entgegen; in Frage stelle ich das aber eben so wenig, wie etwa eine Fernsehübertragung eines Endspiels im Sport. Man soll nicht nur Rosinen picken. Und gut, vielleicht ist alles Erdendasein eine Illusion, nichts weiter, nur ein sinnloser, ein wüster Traum. Doch, da man sich auf derlei Erklärungsversuch nicht verlassen kann, es nur Behauptung bleibt angesichts all des Elends, und wir gewiss nicht den eigenen oder anderen Kindern und Enkeln erklären wollen, die Welt sich doch ruhig durch unser Tun in Klump und Asche verwandeln zu lassen, da sie ja doch nur ein Trugbild sei, müssen wir wohl an die Aufgabe heran, unsere Welt zu schonen, uns zu schonen, unsere Mitgeschöpfe und unsere Psyche vor den traumatisierenden Erfahrungen einer zunehmend zerstörten Umwelt zu schützen – nicht durch Flucht in Drogen und die Abwechslung falscher medialer Phantasiewelten, allein durch wirksames und allgegenwärtiges Umsteuern unseres (welt)gesellschaftlichen Tuns.

Die Aufgabe besteht demnach für die Medien, die natürlich auch vieles richtig machen, darin, als tatsächliche zusätzliche gesellschaftliche Selbstkontrolle zu fungieren, was sie aber nur dann optimiert leisten können, wenn sie sich um den Abbau ihrer eigenen `Farbstichigkeit´ bemühen. Sehen wir die Medien als System in einer Umwelt, dann bedeutet es, dass wir / die Medienumwelt / `es´ solange an die Medien herantragen müssen (auch durch öffentliches Medienrecht) bis diese sich dieser Aufgabe nicht mehr entziehen können. Systeme strukturieren und organisieren sich spätestens um, wenn die Umwelt es erforderlich werden lässt. Programme, die nicht gesehen werden (von der Umwelt) werden abgesetzt. Was im Falle von offensichtlichem Medien-Trash in Ordnung geht, bei anderen intelligent-informativen Spartenprogrammen jedoch zu bedauern ist. Weil Quote längst nicht alles sein darf, will die Gesellschaft nicht niveaulos werden. Und das darf sie sich nicht erlauben! Der Mangel an Erkenntnisniveau ist ja gerade Teil der globalen Krisen. Gemeint ist die Bandbreitenkunde, der Bandbreitensinn.

Massenarbeitslosigkeit, Gehälter, Umwelt- und Menschenzerstörung werden solange wachsen, bis man ihnen eine Grenze setzt, sie abgesetzt werden. Diese Grenzen gehören alle zu einem Gesamtbreitenverhalten, welches ein balanciertes Dasein von Zivilisation in ihrer Umwelt auf längstmögliche Dauer möglich werden lässt. Einzelne gesellschaftspolitische (zum Beispiel arbeitsrechtliche Fragen) Stellschrauben verändern, ist das Eine. Das Zusätzliche muss sein, dass diese Veränderung auf die anderen Felder transponiert werden müssen. Wer will der muss und wenn er kann, wird er.

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Eine Gesellschaft, die Großkonzerne über einige Legislaturperioden hinweg finanziell entlastet, aber nicht erfährt, dass diese zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, und dann in eine andere Diskussion springt, mit der sie nun aufgrund verfehlter Gesellschafts-Familienpolitik und den Folgen daraus für die Sozialsysteme meint, bei den Schwächsten ansetzen zu dürfen, und vor allem bei diesen, ohne auch nur eine Frage geklärt zu haben, woher die nötigen und dann auch fair entlohnten Arbeitsplätze für die auf Aktivität getrimmt werden sollenden Arbeitslosenheere kommen wollen und sollen, irrt.

 Der liberale Individualismus ist aus seinen natürlichen / naturrechtlichen - grenzrechtlichen / Grenzen gesprungen, da er sich auf zu hohe materielle Unterschiede versteigt. Seit es Menschen gibt, wird übertrieben.

Ich werde auf Themen wie: intern. Konzernpolitik, Familienpolitik, Arbeitsrechte, Sozialsysteme etc. zurück kommen. Jedes dieser einzelnen (welt)gesellschaftlichen Ausformungen sollte in einen balancierten Rahmen überführt werden, konsequent ohne Unterlass, aber bitte Allortens, denn nur was alle betrifft, geht alle was an. Und was angeht, überwindet Ignoranz. Die Massen(langzeit)arbeitslosigkeit ist ein gesellschaftliches Problem und ein doppeltes für die Arbeitslosen selbst, sie müssen es aushalten, die anderen brauchen es nur zu ignorieren, wobei heute rund die Hälfte (48 %) der Berufstätigen ihren Arbeitsplatz für unsicher halten, bzw. Angst haben diesen zu verlieren – wie oben bereits erwähnt! [Siehe: R+V Studie `Die Ängste der Deutschen 2009´] Das Institut Emnid ermittelte im Januar 2008 die Zahl von 24 Prozent der Arbeitnehmer, die konkret fürchten ihren Arbeitsplatz zu verlieren, wohingegen 75 Prozent ihre Arbeitsverhältnis für sicher ansahen.  Nach einer von der EU-Kommission im Juli 2009 veröffentlichten Umfrage hat nahezu 1/3 der Europäer Sorge seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Nun, es kann aber bei solch gewichtigem Phänomen, wie es ein Millionenheer an Arbeitslosen einfach ist, und rund 10 Millionen prekären Stellen nicht sein, dass 75 Prozent der Bürger sich faktisch als nicht betroffen erfahren können. Das widerspricht der Bandbreitenlogik. Bandbreitenkapitalismus ist weder für eine Zwei-Drittel Gesellschaft noch eine Vier-Fünftel Gesellschaft, sondern eine Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung, die Chancen bereitstellend und nicht dauerexkludierend ist.

Hierbei fällt mir, um ein positives Beispiel für Bandbreitensinn zu geben, Finnland ein. In Finnland, EU-Mitglied, werden Verkehrssünder Strafzettel in proportionaler Höhe ihres individuellen Einkommens ausstellt. Wir finden dort also das auch bei uns übliche, ebenfalls aus dem skandinavischen Raum stammende Tagessatzprinzip auch auf den Bußgeldbereich ausgedehnt. Übrigens hat der Deutsche Bundestag den Tageshöchstsatz im März 2009 auf 30.000 Euro festgesetzt (vormals 5000 Euro, seit 1975). Das nur nebenbei. In Finnland jedenfalls kann das Geblitzt werden sehr-sehr teuer werden. Das bekannteste Beispiel ist wohl Jussi Salonoja, der 2004 einen Strafzettel über 170.000 für zu schnelles Fahren zugesandt bekam, weil er statt der erlaubten 40 Km/h mit 80 Km/h geblitzt wurde. Kann es ja auch eigentlich nicht rechtens sein, dass jemand bei gleicher Ordnungswidrigkeit entweder die Strafe in seinem Portemonnaie merkt oder nicht merkt, geht es doch darum, dass der Verkehrssünder `wahrnimmt´. Ohne hier eine erweiterte Parteipräferenz abgeben zu wollen, aber in diesem Punkt hat Rainer Brüderle von der FDP korrektes Bandbreitendenken an den Tag gelegt, indem er schon 2004 auch für Deutschland ein nach Einkommen gestaffeltes Bußgeld befürwortet hat. Jedenfalls würde ein Multimillionär durchaus `spüren´, dass er falsch geparkt hat, wenn es ihn dann künftig 500, ja, 1000 Euro kostete und nicht mehr 10 Euro, wie für uns Normalverdiener. Diese kleine Gerechtigkeitsverzerrung hörte im Limitismus selbstverständlich auch auf.

Wenn man wirklich die vielen großen und kleinen Disproportionalitäten, gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten tilgen wollte, hat man tatsächlich viel zu tun. Am Besten beginnt man mit einem Prinzip – dem Bandbreitenprinzip.

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Massen(langzeit)arbeitslosigkeit kann vernünftig nur durch eine Gesamtbewegung überwunden werden. Ich komme immer wieder mit Vorstellungen darauf zurück. Das Gesamte Spektrum der ethisch-normativen Zielbandbreite muss vorhanden sein, einzelnes darf anderes nicht all-verdrängend überlagern. Wir brauchen ein Steuern finanziertes Sozialsystem, an dem sich alle beteiligen sollten, nicht nur die Lohn abhängig Erwerbstätigen. Wir brauchen mehr Mitspracherechte und Mitentscheidungsrechte für die Betroffenen.  

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Arbeit

Des weiteren sollten wir, wenn wir über Lohnnebenkosten darben, sie für jeweils Teile der Erwerbstätigen nicht oder nur zu variierenden Teilen einfordern, schon gar nicht für neu entstehende Arbeitsplätze in bereits seit Jahren aktiven Firmen, ob das im europäischen Rahmen möglich ist, ist eine Frage?[F] Jeder Arbeitslose weniger, kostet die öffentlichen Kassen jetzt weniger, er spart Transferkosten an diesen. Und in die Sozialkasse zahlt der Arbeitslose eher nicht so klar.[?]  Dennoch bleiben die Rentenansprüche solcher angedachter Erwerbstätigen-`Freigruppen´ gleich jedem sonstigem  standardisierten Arbeitsverhältnis bestehen. Der Staat, damit die Gesellschaft bürgt dafür. Ich führe das weiter [F] unten aus.  Jedenfalls sollte der Abschied des Umlagesystem offensichtlich werden. Sinnen wir über die Zwischenstufen zur Überwindung eben dieses. Gesamtbeteiligung aller Geldverdienenden Menschen kann nicht unvernünftig sein. Unerheblich, ob man sein Einkommen aus Erwerbsarbeit oder aus Kapitaleinkünften bezieht, man zahlt man als Teil der Gesellschaft in einen Renten-Pool ein. Selbst wenn es späterhin nur zur Leistungsgewährung in der Berechtigungsbandbreite kommt. Jetzt fühlen sich manche natürlich schon wieder `ausgeraubt´, aber sie sind es nicht. Ihnen geht es gut. Als einfachstes Beispiel: ein mehrfacher Millionär bedarf im Alter [und auch vorher nicht] keiner öffentlichen Transfer-Zuwendungen, obwohl er auch in ein allgemein Steuer finanziertes Sozialsystem eingezahlt hätte. Das ist der Punkt an Lernwillen, den wir gesellschaftlich aufzubringen haben, um auch damit die strapazierende Lage auf dem Arbeitsmarkt und in den Sozialkassen zu bereinigen. Arbeitszeitverkürzung, ... 

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Die Kultivierung des Bandbreitensinns. Und immer wenn einer Gruppe etwas deutliches zugemutet wird, sollte es allen Gruppen analog genauso abverlangt werden - das ist Bandbreitenpolitik, Limitismus, Echopolitik, Gesellschaftspolitik und nicht freischwebende Gruppenpolitik,  wie man es nennen möchte - der soziale Frieden ergibt Zeit und Aufmerksamkeitsressource für die globalen Belange und da haben wir weißlich viel zu tun.

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Kommunikationsgravitationsfelder also wirken hinein in, sind die Regeln der Handlungsräume, und beeinflussen diese, sich gleichsam selbst, im feststellbar Negativen oder offensichtlich Konstruktiven, sowie in einer nicht oder noch nicht entscheidbaren Weise. Wie Entscheidungen wirken lässt sich, trotz aller Vorabwahrscheinlichkeiten treffend erst aus der Rückschau begreifen, wo es möglich ist.

Hochkomplexe Systeme haben nun einmal die Eigenschaft, nicht triviale Systeme zu sein, bei welchen man vorher zu 100 Prozent weiß, was hinterher passiert sein wird. Bei komplexen Systemen darf man eben nie aufhören zu beobachten, nachzujustieren, umzusortieren und neu zu erwägen, um ein möglich optimierten Gleichgewichtszustand zu generieren, der das System stabilisiert in eine längstmögliche Zukunft führt. Es muss getan werden, was man tun kann, alles andere ist nicht von uns Menschen zu entscheiden. Aber wer zum Beispiel in Klimafragen Zeit schinden will, wie wir es auf jeder Klimakonferenz, siehe Kopenhagen, erleben, handelt bandbreitenkonträr. Wer bei der Umstellung auf eine durchgängig regenerative und hocheffiziente Wirtschaftsweise Zeit schinden will, entzieht sich der Bandbreitenlogik. Wer dem Weltbevölkerungswachstum nicht konstruktiv begegnet und die Armut in der Welt nicht konkret und überzeugend zu lindern hilf, hintergeht fatalerweise den Bandbreitensinn. Wer seine Aufmerksamkeitspotentiale auf Nebenschauplätzen vergeuden konterkariert und riskiert das Ganze.

Was die tatsächlichen Nachrichten waren, weiß man mitunter gar erst in Generationen. 

Was etwa die Französische Revolution für die demokratische Evolution bedeuten würde mag mancher geahnt haben, wie scheinbar Goethe bei der Kanonade von Valmy 20. September 1792, als das franz. Revolutionsherr die Söldnerheere der Monarchien überrannte: `Von hier und heute geht eine neue Epoche d. Weltgeschichte aus, und Ihr könnt sagen, Ihr seid dabeigewesen Ob der nicht nur `gute´ gute Goethe, der zu Valmy in der Champagne anwesend war, dennoch diesen Satz erst Jahrzehnte später formulierte, ist nicht sicher und bleibt eine Frage der Literaturgeschichte, und für unsere Zwecke ohne Bedeutung. 

Dass die Zündung der zwei Atombomben über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki im August 1945 einen unmittelbar verstandenen historischen Wendepunkt, ja, Epochepunkt, darstellten, war wachen Beobachtern informations-augenblicklich klar.

Zu unterschiedlichen Zeiten ist und wird uns (der Gesellschaft, wie den privaten Wesen im Gesellschaftsraum) Unterschiedliches (und Neues) deutlich, wobei längst nicht alles bisherig Gültige seine Berechtigung verliert, obwohl es vielleicht an Unklarheit gewinnt. So bleibt z.B. die klassische theoretische Physik Isaac Newtons (1643 - 1727) auch nach Albert Einstein (1879 - 1955) in ihrem Bandbreitenraum gültig. Die ganze bisherige Raumfahrt-Geometrie der Raumflüge basiert auf Newton nicht Einstein. Das Satellitennavigationssystem GPS dagegen ist erst mit Einsteins `Spezielle Relativitätstheorie´ möglich geworden.

Ein gewichtiger Teil der auftauchenden Neuinformationen dient der Stabilisierung des angesetzten Kurses. Wir bauen das Neue in das Alte ein. Wir integrieren und erweitern den Rahmen. Kaum, dass wir die gesamte Struktur verwerfen, wie etwa das ptolemäische Weltbild durch die kopernikanisch-galileische Revolution. Wo das Gegebene seine Funktion und Erklärungskraft verliert, bildet sich Struktur/Strukturen/Teilstruktur, der Erkenntnishorizont um. Wandel ist un-abding-bar, er ist das Leben selbst. Evolution ist Wandel. Bandbreitenentscheidungen sind im Gegensatz zu einem Bandbreitenprinzip, Bandbreitenethik etwas Variables.

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Da Gesellschaften aus Wesen bestehen, egal was sie sonst bestimmt, bestimmen doch die Menschen über ihre Gesellschaftsstrukturen mit, nicht jedoch über die Notwendigkeit an Struktur überhaupt. 

Und wenn es nicht die einzelnen sind, an denen alles zu erklären ist, sondern das Kommunikationspotential ihrer Ideen, die sie unte